Seelsorge ist unbedingtes Zuhören - 15 neue Schulseelsorger:innen beauftragt

Am 25.September 2026 wurden in Stuttgart 15 neue evangelische und katholische Schulseelsorger:innen in einem Gottesdienst in ihren Dienst eingeführt. Die neuen Schulseelsorger:innen haben den dreijährigen ökumenischen Weiterbildungskurs “Schulpastoral” der sich an staatliche und kirchliches Religionslehrkräfte an öffentlichen schulen richtet und berufsbegleitend angeboten wird, erfolgreich abgeschlossen.

In ihrer Ansprache an die Absolventen fasste Ute Augustyniak-Dürr die Aufgabe der Schulseelsorge so zusammen: Eine große Herausforderung in unserem Leben ist die Erfahrung, sich in schwierigsten Zeiten, allein, abgetrennt von anderen und vom Leben zu fühlen. “Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt”, setzt Jesus als Zusage dagegen. Als Schulseelsorger:innen stehen Sie in Ihrem Handeln für die unverbrüchliche Treue Gottes ein.

Die Ausbildung zum Schulseelsorger vermittelt Beziehungs- und Kommunikationskompetenzen, fördert dei Wahrnehmungsfähigkeit im System Schule, ebenso pluralitäst- und religionssensible Grundhaltungen, um Menschen in Krisensituationen besser begleiten zu können. Vom Gespräche “zwischen Tür und Angel” bis hin zum Umgang mit Trauer und Tod in der Schule werden Kompetenzn für unterschiedliche Anforderungen in der Schule besprochen und praxisorientert eingeübt. 

Inzwischen sind es knapp 200 staatliche und kirchliche Religionslehrkräfte an über 150 Schulen, die die Aufgaben der Schulseelsorer:innen erfüllen.

Dekane im Austausch zur „Kirche der Zukunft“

Bischof Dr. Krämer dankt allen an der bisherigen Entwicklung im Veränderungsprozess Beteiligten in den Dekanaten und Kirchengemeinden

Die Dekane der Diözese Rottenburg-Stuttgart kamen diese Woche anlässlich ihrer Herbstkonferenz für zwei Tage in Rottenburg zusammen. Im Zentrum des Treffens stand der Austausch rund um den Prozess „Kirche der Zukunft“. In unterschiedlichen Gesprächsformaten ging es gemeinsam mit Bischof Dr. Klaus Krämer, den Weihbischöfen, Mitgliedern des Domkapitels, Prozessverantwortlichen und Hauptabteilungsleiter:innen des Bischöflichen Ordinariats um die Inhalte. Am zweiten Konferenztag stießen die Dekanatsreferent:innen der Diözese mit dazu, so dass sich der Kreis der Teilnehmenden auf rund 75 Personen erweiterte.

Zum Stand der neuen Kirchengemeinden

Während es am ersten Tag um Berichte aus den Dekanaten ging und unter anderem das Programm „Verwaltung in neuen Strukturen“ mit den Themen „Vermögen“, „Verwaltung“ und der „Kita-Trägerstruktur“ auf der Tagesordnung standen, ging es am zweiten Tag beispielsweise um einen Überblick auf das Programm „Seelsorge in neuen Strukturen“ sowie um den Stand der Dinge bei der Umschreibung der neuen Kirchengemeinden. Unterbrochen wurde der Austausch in großer Runde dabei immer wieder von der Arbeit in kleineren Gruppen.

Es wird um pastorale Schwerpunkte gehen 

Mit Blick auf die neuen Kirchengemeinden zeigte sich Bischof Dr. Krämer zuversichtlich, die Neugestaltung in den kommenden Wochen zu einem guten Ergebnis zu bringen. Nach Festlegung einer neuen diözesanen Landkarte werde es in den kommenden Monaten und Jahren dann um die notwendigen pastoralen Schwerpunkte gehen, mit denen die neue Struktur mit Inhalt gefüllt und die richtigen Antworten auf die Herausforderungen der Zeit gegeben werden können. 

Päpstliche Ehren für Stolz, Rais-Wehrstein und Warmbrunn

Der Rottenburger Bischof Klaus Krämer hat drei Persönlichkeiten für ihr jahrelanges Engagement in der katholischen Kirche geehrt. 

Die päpstlichen Orden wurden nun überreicht. 

Rottenburg (KNA) Für ihr großes Engagement für die katholische Kirche im Bistum Rottenburg-Stuttgart sind die frühere Landessozialministerin Monika Stolz, Diözesanrätin Veronika Rais-Wehrstein sowie der langjährige Sprecher des Diözesanrats, Johannes Warmbrunn, mit päpstlichen Ehrenzeichen ausgezeichnet worden. 

Bischof Klaus Krämer übergab die Orden am Dienstagabend bei einer Feierstunde in Rottenburg, wie die Diözese am Mittwoch mitteilte. Monika Stolz wurde vor allem für ihr Engagement in der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Missbrauch sowie Kinderschutz geehrt. Sie war zwölf Jahre lang Vorsitzende einer entsprechenden diözesanen Aufarbeitungskommission. Veronika Rais-Wehrstein wurde für ihr jahrelanges, vielfältiges Engagement in Pfarrei, Verbänden und regionalen Initiativen geehrt. Unter anderem gründete sie in Nagold die Sozialaktion Vesperkirche. Johannes Warmbrunn koordinierte fast 20 Jahre lang als Sprecher die Arbeit des Diözesanrats.
 

Bischof Dr. Krämer wünscht allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start in das neue Schuljahr

Schulseelsorger stärken diözesanweit die Gemeinschaft in den Schulen und fördern soziales Lernen


Rottenburg a.N. Zum Schulbeginn am heutigen Montag, 14. September, wünscht Bischof Dr. Klaus Krämer allen Schülerinnen und Schülern im Namen der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen guten Start und sagt: „Möge dieses Schuljahr eine Zeit sein, an den Herausforderungen zu wachsen, zuversichtlich in jeden Tag zu gehen, Neugier und Freude am Lernen zu behalten, gute Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu finden und sich gewiss zu sein, dass Gottes Liebe vor jeder Leistung immer schon da ist.“
Der Beginn eines neuen Schuljahrs sei stets von vielen Emotionen begleitet: „Meist ein bisschen Wehmut, dass die freien Tage vorbei sind, Neugier auf das, was der Start ins neue Schuljahr bringen wird, Freude, die Klassenkameradinnen und Klassenkameraden wiederzusehen, und vieles mehr“, fährt der Bischof fort und hält fest: „In diesen Start hinein wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften gutes Gelingen und das Vertrauen darauf, dass Gott in diesem Start und im ganzen Schuljahr dabei ist und jeden und jede mit seiner Liebe begleiten will.“
Bischof Dr. Krämer verweist auch darauf, dass sowohl heute als im ganzen Schuljahr in der Diözese Schulseelsorger:innen tätig sind, die die Schüler- aber auch die Lehrer:innen wohlwollend begleiten und sie tatkräftig unterstützen.
So beispielsweise Rolf Maier, der am Beruflichen Schulzentrum in Wangen tätig ist. Er begrüßt heute die Neuen, hilft beim Finden der Räume und gibt ihnen das Zeichen, dass sie willkommen sind. „Alle sollen sich sicher und wohlfühlen. Sie sollen Lust darauf haben, sich einzubringen“, bringt es Maier auf den Punkt und Bernhard Mosbacher, Leiter der Fachstelle „Schulpastoral“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese, ergänzt: „Die Schulpastoral möchte an einer lebendigen und menschenfreundlichen Schulkultur mitwirken, die Schulgemeinschaft stärken, soziales Lernen an der Schule fördern sowie Verständnis für andere Kulturen und Religionen wecken – zum Start des Schuljahres sowie an allen anderen Tagen im Jahr.“
Dabei wissen Mosbacher und Maier, dass der Schulbeginn durchaus auch mit Kummer verbunden sein kann: „Für die Erstklässler ist alles neu und die Ungewissheit darüber, was kommt, bereitet manchmal eben auch Sorgen. In den höheren Klassen kommen dann einige voller Schwung und Energie aus den Sommerferien zurück, während andere Angst vor der Fortsetzung von Konflikten haben oder davor, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein“, sagt Maier. Die Botschaft der Schulpastoral an alle Schülerinnen und Schüler zum Schulbeginn und darüber hinaus sei es daher, dass sie als Mensch, als Person wichtig, einzigartig, wertvoll und von Gott, so wie sie sind, geliebt werden – „ganz unabhängig von Leistung und Nützlichkeit.“ Darauf zielte auch die diesjährige gemeinsame Geschenkaktion mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für die Erstklässler:innen ab: In der Hauptabteilung „Schulen“ des Bischöflichen Ordinariats konnte ein Bleistift mit der Aufschrift „Du bist erste Klasse“ bestellt werden, der schon vor den Sommerferien schnell vergriffen war. Die Aktion gab es im vierten Jahr – anfangs waren es Leuchtbänder, jetzt die Stifte; immer mit einer biblischen Botschaft, die auch Nicht-Christen annehmen können.
Ein Ziel der Schulseelsorge im Alltag sei es auch, dass sich die Schüler:innen als selbstwirksam erfahren. In Wangen beispielsweise wird dies mit sozialen und ökologischen Aktionen unterstützt. Dazu könne die Sammelaktion alter Handys genauso zählen wie der Moschee-Besuch, bei dem eine Schülerin aus der Klasse die Führung übernimmt. Im vergangenen Schuljahr, sagt Maier, habe er zudem gemeinsam mit einer 15-köpfigen Schülergruppe einen Workshop zum Thema „Respekt“ erarbeitet. Die Idee dazu sei aus der Klasse gekommen.
„Kirche muss im Alltag präsent sein“, unterstreicht er. „Heute christlich zu leben heißt, Verantwortung zu übernehmen für mich und für die Gemeinschaft.“ Die Frauen und Männer der Schulseelsorge böten an Schulen in Württemberg so das ganze Jahr über geschützte Räume für vertrauliche Gespräche, in denen es um Schule aber auch um alle anderen Themen gehen kann. „Das trägt dazu bei, dass sich das Schulklima insgesamt verbessert“, sagt Fachstellen-Leiter Mosbacher.
Dabei hätten die Seelsorger:innen auch die Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende und Integrationskräfte an ihren Schulen im Blick und böten beispielsweise Auszeit- und Pilgertage zum Kraft schöpfen an, sagt Mosbacher und Maier hält fest: „Am heutigen ersten Schultag stelle ich im Lehrerzimmer einen Blumenstrauß mit einem Willkommensgruß auf – es muss gar nicht viel sein, aber ich möchte eben auch den Lehrerinnen und Lehrern das Gefühl vermitteln, dass sie gesehen werden und ich mich darüber freue, dass sie wieder da sind.“
Die katholischen Schulen
Auch an den rund 90 katholischen Schulen in Württemberg werden die Kinder begrüßt, die das neue Schuljahr beginnen. Prof. Dr. Matthias Gronover, Direktor der Stiftung Katholische Freie Schule in Rottenburg, sagt: „In unserer Diözese sind die katholischen Schulen mit ihren sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, den allgemeinbildenden Schulen sowie den Fachschulen und Kindergärten Orte des Lernens, der Begegnung und des Glaubens. Wir begrüßen alle Kinder und Jugendlichen herzlich und freuen uns darauf, sie im neuen Schuljahr ganzheitlich zu begleiten. Dabei stehen nicht nur die Herausforderungen in ihrer persönlichen Entwicklung und den Prüfungen im Vordergrund, sondern auch die erlebte Gemeinschaft und tiefgreifende spirituelle Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg stärken werden." Und er gibt zwei Beispiele: An der Bischof-Sproll-Grundschule in Biberach beginne der erste Schultag für die neuen Erstklässler mit einem gemeinsamen Wortgottesdienst, den auch ältere Grundschulkinder mitgestalten. „Ein besonders persönliches Zeichen ist der Segen, der den Kindern einzeln für ihren neuen Lebensabschnitt zugesprochen wird. Zweitklässler heißen die neuen Schülerinnen und Schüler mit Liedern, kleinen Aufführungen und Einblicken in den Schulalltag willkommen“, sagt Dr. Gronover. „So verbindet die Einschulung Gemeinschaft, christlichen Zuspruch und ein kindgerechtes Ankommen in der neuen Schule.“
Auch am Albertus-Magnus-Gymnasium Stuttgart beginne das neue Schuljahr mit einem gemeinsamen Gottesdienst, bevor die Klassen mit ihren Klassenlehrkräften in das Schuljahr starten. Die neuen Fünftklässler hätten die Schulgemeinschaft dabei bereits vor den Sommerferien beim Schulfest kennengelernt und seien dort willkommen geheißen worden, sagt Dr. Gronover. Eine besondere Tradition in den ersten Wochen sei am Albertus-Magnus-Gymnasium zudem der Bau des persönlichen Kästchens: Gemeinsam mit einem Elternteil gestalte jedes Kind solch ein eigenes Kästchen, das es als persönliches Schließfach bis zum Abitur begleitet. „So wird aus einem ganz praktischen Gegenstand zugleich ein sichtbares Zeichen für das Ankommen und die Zugehörigkeit zur Schulgemeinschaft“, stellt der Stiftungsdirektor fest.

SAVE THE DATE: HOLY-SHIFT-FESTIVAL 23./24.April 2027 Wilhelmsstift Tübingen

Festival für Jugendliche und Junge Erwachsene
Wilhelmstift Tübingen, Collegiumsgasse 5, 72070 Tübingen

Live-Musik mit Jack Russel´s Halsbänd, Jonny vom Dahl, Heike Ostertag und anderen.
Workshops / Bubble Socker / Streetfood

Gottesdienst mit Bischof Klaus

Warum Holy Shift?

Shift = Veränderung

Vielfältige Veränderungen in der Welt, in unserer Gesellschaft und nicht zuletzt in unserer Kirche treiben uns um. Die Augen vor den Veränderungen zu verschließen, ist keine Option. Aber was können wir als Einzelne bewegen?

Holy Shift = Heilige Veränderung

Veränderung, die dem Leben in all seiner Vielfalt dient, entsteht da, wo wir uns nicht lähmen lassen, sondern Veränderung aktiv mit gestalten. Das geht am besten gemeinsam, in Kooperation, miteinander, füreinander. Und dafür braucht es immer wieder den „Holy Shift“ in unserem Denken. Gemeinsam statt einsam - vernetzt statt alleine. Denn wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, da dürfen wir mit Seiner Gegenwart rechnen.

Bist du auch dabei?
Wir freuen uns auf dich!

Folge uns bei Insta unter @holy-shift-festival oder auf unserer Website www.holy-shift-festival-drs.de

Gratulation zum jüdischen Neujahrsfest: Die vier christlichen Kirchen in Baden-Württemberg hoffen auf Frieden

Freiburg / Stuttgart / Rottenburg / Karlsruhe. Die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg gratulieren den beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften in Baden-Württemberg und damit allen jüdischen Gemeinden herzlich zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana. Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, Bischof Dr. Klaus Krämer und Erzbischof Stephan Burger hoffen, dass im neuen jüdischen Jahr Wege für Frieden und Freiheit gefunden werden. Gemeinsam werde man sich auch im neuen Jahr für ein respektvolles, friedliches Miteinander einsetzen, erklären sie in einem Schreiben an die Spitzenvertreter der jüdischen Gemeinden. 
Das Neujahrsfest beginnt in diesem Jahr am Vorabend des 12. September und wird bis zum 13. gefeiert – der Übergang ins neue jüdische Jahr 5787. Erinnert wird an die Schöpfung der Welt. „Möge dieses Fest die Hoffnung bringen, dass Menschlichkeit und Sorge für- und umeinander wieder unser Zusammenleben prägen, wo in den letzten Jahren immer mehr Misstrauen, Angst, egoistische Sorge und sogar Hass aufgetreten sind“, schreiben die Bischöfe und die Bischöfin in Ergänzung zu den herzlichen Glück- und Segenswünschen für das neue jüdische Jahr. 
Zurückliegend habe aufgrund des Kriegs mit dem Iran die Sorge um die Sicherheit von Familien und Freunden bei der jüdischen wie christlichen Bevölkerung Israels im Zentrum gestanden. Auch in Deutschland verbesserte sich die Situation der jüdischen Gemeinschaft zuletzt nicht, sondern verschlechterte sich noch, so die Bewertung der christlichen Kirchenvertreter. „Immerhin gab es im letzten Jahr viele kleine Momente der Freude und der relativen Normalität.“ Dazu gehörte die sehr gelungene Jewrovision in Stuttgart, Europas größter jüdischer Gesangs- und Tanzwettbewerb mit mehr als 1200 Jugendlichen aus ganz Deutschland. „Wir wünschen insbesondere den jungen Jüdinnen und Juden in Baden-Württemberg viel Rückenwind aus dieser Erfahrung und stehen zu unserem Wort, gerade die jungen jüdischen Menschen so gut wie möglich in ihrem Einsatz für ein normales Leben zu unterstützen.“ 
Bericht von  Tobias Döpker, Mediale Kommunikation Rottenburg-Stuttgart

Vormerken: 72-Stunden-Aktion 2027

Vom 10. bis 13. Juni 2027 geht die bundesweite 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seiner Jugendverbände in die nächste Runde.

Es ist zwar noch über ein Jahr bis zur Aktion, doch die Vorfreude ist schon riesig. Während der Sozialaktion können Kinder und Jugendliche innerhalb von 72 Stunden ein soziales, politisches, ökologisches oder interreligiöses Projekt verwirklichen und zeigen, dass soziales Engagement Spaß macht und ansteckend sein kann. 

Die Anmeldung ist ab dem 15.05.2026, 14:00 Uhr über folgende Website möglich: https://www.72stunden.de/ 
Dort gibt es auch weitere Information und Materialien.

Gedenken ein Jahr nach dem Zugunglück

Ökumenischer Gottesdienst in Zell-Bechingen mit Angehörigen der Opfer, 
Betroffenen und Helfenden erinnert an ein Ereignis, das alles verändert hat.

Ein Bericht von Julia Ross

Ein Jahr nach dem Zugunglück bei Zell-Bechingen haben Angehörige, Verunfallte, Einsatzkräfte, Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Deutscher Bahn sowie Bürgerinnen und Bürger der drei Verstorbenen gedacht. Den ökumenischen Gedenkgottesdienst am Montag beim Bürgerhaus Zell-Bechingen in unmittelbarer Nähe der damaligen Unglücksstelle leiteten der Biberacher Dekan Stefan Ruf und sein evangelischer Kollege Matthias Krack. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen nach einem Ereignis weiterleben, das ihr Leben dauerhaft verändert hat. Diese Frage begleitet Angehörige, Verletzte und Helferinnen und Helfer, die beim Zugunglück am 27.Juli 2025 betroffen oder im Einsatz waren.

Das Bibelwort „Meine Zeit steht in Deinen Händen“ aus Psalm 31 bildete den Mittelpunkt des Gottesdienstes. Es erinnere nach den Worten der Kirchenvertreter daran, dass Menschen vieles planen und gestalten könnten, das Leben aber nicht vollständig kontrollierbar sei. Das Zugunglück habe auf schmerzliche Weise deutlich gemacht, wie zerbrechlich menschliche Gewissheiten sein könnten und wie schnell sich das Leben verändern könne. Für die Betroffenen sei das Unglück bis heute ein Einschnitt. „Solange ich lebe, zerteilt dieser eine Tag alle Zeit in ein Vorher und ein Nachher. Nichts, was weitergeht seit diesem Tag, ist mehr wie zuvor“, brachte Dekan Krack in seiner Predigt das Empfinden der Anwesenden zum Ausdruck.

Kerzen erinnern an die drei Todesopfer

Angehörige, Verletzte, Einsatzkräfte und die Menschen vor Ort mussten lernen, mit einem Ereignis zu leben, das bis heute nachwirkt. Erinnerungen und Trauer sind geblieben. Zugleich betonte Krack, wie wichtig die vielen Hände sind, die Menschen in schweren Zeiten Halt, Unterstützung und Begleitung geben. Verlust und Tod sollen dabei nicht das letzte Wort behalten, der Gottesdienst verband die Erinnerung an das Geschehene mit dem Blick nach vorne. Namentlich gedachten die Anwesenden der drei Todesopfer des Unglücks. Für jeden der Verstorbenen entzündete Dekan Ruf eine Kerze. Eine weitere Kerze erinnerte an die Verletzten sowie an die zahlreichen Helferinnen und Helfer aus Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, THW und Notfallseelsorge, die damals im Einsatz waren. Organisiert hat den Gottesdienst das katholische Dekanat Biberach in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Kirchenbezirk, der Deutschen Bahn und der Stadt Riedlingen. Die musikalische Umrahmung und die Begleitung der Lieder übernahm ein Ensemble aus mehreren Musikkapellen der Umgebung.

 

 

 

"Kleines ganz groß werden lassen"

Am 19.Juli wurden sieben Gemeindereferenten im Dom zu Rottenburg von Bischof Dr. Gerhard Schneider zu ihrem Dienst ausgesendet. Zwei davon haben ihr berufspraktisches Jahr in unserem Dekanat absolviert: Anne Würth in Ingoldingen und Timon Mall in Bad Schussenried. 

Ein erstaunlicher Impuls: Aus wenig wird viel

Im Evangeliumstext genügen fünf Brote und zwei Fische, um eine große Menschenmenge satt zu machen. Mit Blick auf die aktuelle Situation der Kirche meinte Weihbischof Schneider in seiner Predigt: „Ein erstaunlicher Impuls, den Sie uns am Beginn Ihres neuen Dienstes geben – in einer Zeit, in der es in unserer Kirche nicht allzu viele Momente gibt, wo plötzlich ganz unerwartet aus ganz wenig, ganz viel wird.“ 

Nach menschlichem Maß sei mit so wenig nicht viel zu erreichen. Aber eben darin liege der Kern dieser Bibelstelle: Menschliches Maß ist das eine. Göttliches Maß das andere. „Dass alle vier Evangelisten die Brotvermehrung so prominent aufgenommen haben, zeigt uns die Zielrichtung: Es geht darum, dass mit einem Mal aus etwas ganz Kleinem etwas ganz Großes werden kann.“ 

Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Jochen Wiedemann 

 

Jahresausflug der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dekanat Saulgau

Ein Bericht von Björn Held

Gemeinschaft und Natur erleben – unter diesem Leitgedanken stand der Jahresausflug der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dekanats Saulgau am Dienstag, 14. Juli 2026. 

Der Ausflug war als Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung für den engagierten Einsatz der Mitarbeitenden im Dekanat gedacht. Zugleich bot er die Gelegenheit, das Miteinander zu stärken – nicht nur gemeinsam zu arbeiten, sondern auch gemeinsam Schönes zu erleben und Zeit für Begegnung und Austausch zu haben. 

Am Nachmittag führte Naturführer Werner Rumpel die Gruppe durch den NaturThemenPark Bad Saulgau. Auf den abwechslungsreichen Naturlehrpfaden erhielten die Teilnehmenden interessante Einblicke in die Gewässerrenaturierungsmaßnahmen, die Biotopanlagen sowie die Projekte zur Umwandlung von Einheitsgrün in artenreiche Wiesen. Auch die naturnah angelegten Wanderwege und die beeindruckende Vielfalt der heimischen Flora und Fauna wurden anschaulich vorgestellt. Besonders spannend waren die Erläuterungen zur Lebenswelt des Bibers und seiner Bedeutung für die Natur. Gerade bei dem schwül-warmen Sommerwetter erwies sich der schattige Wald als wohltuende Oase mit angenehmer Abkühlung und frischer Luft. 

Ein besonderer Höhepunkt war der neu angelegte „Kleinwunderweg“ – auch Wichtelpfad genannt. Der liebevoll gestaltete Entdeckerpfad lädt Kinder wie Erwachsene dazu ein, an jeder Station kleine Geschichten zu entdecken, die bekannte Orte, Traditionen und Besonderheiten der Stadt Bad Saulgau widerspiegeln. Mit dabei ist auch eine Miniatur der Stadtpfarrkirche Bad Saulgau, die von Jugendreferent Jordan Zydek gestaltet wurde. 

Den geistlichen Abschluss des Nachmittags bildete eine Andacht im Grünen. Unter der Leitung von Dekan Peter Müller und musikalisch begleitet von Dekanatsreferent Björn Held an der Gitarre standen Gedanken zum „Sonnengesang“ des heiligen Franziskus im Mittelpunkt, dessen 800. Todestag sich am 03. Oktober jährt. Die Feier unter freiem Himmel griff die Eindrücke des Tages auf und lud dazu ein, Gottes Schöpfung bewusst wahrzunehmen und dankbar zu genießen. 

Den gelungenen Ausklang fand der Jahresausflug bei einem gemütlichen Abendessen im „Bürgerstüble“ in Bad Saulgau. Bei sommerlichen Temperaturen konnten die Teilnehmenden den Abend im Biergarten genießen, miteinander ins Gespräch kommen und die Gemeinschaft in entspannter Atmosphäre pflegen.

Seelsorge in neuen Strukturen im Dekanat Saulgau - aktueller Stand und nächste Schritte

Seit dem ersten Vorschlag im Apríl hat die Dekanatssteuerungsgruppe nochmals viele Gespräche geführt: Mit Kirchengemeinden, im Dekanat, mit den Steuerungsgruppen benachbarter Dekanate, mit der zuständigen Hauptabteilung IV im bischöflichen Ordinariat sowie mit kommunalen Akteuren.

Dabei wurde einerseits deutlich, dass das Dekanat mit seinen bisherigen Planungen und Vorschlägen auf einem guten Weg ist, da sie viele diözesane Kriterien berücksichtigen, welche die neuen Kirchengemeinden erfüllen sollten. Andererseits, dass im Laufe eines dynamischen und offenen Prozesses dem einen oder anderen Kriterium von Diözesanseite eine gewichtigere Rolle zukommt als anfänglich anzunehmen war oder Kirchengemeinden sich zwischenzeitlich nochmals neu sortiert haben. V.a. aber, dass ganz vielen Menschen im Dekanat Saulgau die Zukunft unserer Kirche am Herzen liegt, was sehr erfreulich ist!

Nach den ersten Vorschlägen zur Umschreibung der neuen Kirchengemeinde/n im April bittet die Dekanatssteuerungsgruppe die Kirchengemeinderäte nun im Auftrag der Diözese um ihr Votum. Dieses ist spätestens bis 20. September abzugeben. Die Dekanatssteuerungsgruppe hat hierzu als Orientierung und zur Unterstützung ein auf Grundlage der stattgefundenen Gespräche weiterentwickeltes Konzept mit 2 Varianten an die Hand gegeben: 1. Neue Kirchengemeinde wird das jetzige Dekanat. 2. Neue Kirchengemeinde werden die SEs Effata.Ablach-Donau, Göge-Donau-Schwarzachtal und Bad Saulgau. Die SE Altshausen könnte mit der SE Aulendorf eine Kirchengemeinde bilden, welche die Landkreisgrenze berücksichtigt.

Ab dem 20.09.2026 wird die Dekanatssteuerungsgruppe auf Grundlage der Gemeindevoten und aller bisherigen Überlegungen ihr Votum für das ganze Dekanat bei der diözesanen Steuerungsgruppe abgeben. Dann durchlaufen alle Dekanatskonzeptionen zentrale diözesane Gremien zur Prüfung, bis sie schließlich nach dem Votum des Diözesanrats Ende November verabschiedet und durch den Bischof in Kraft gesetzt werden. Die Letztentscheidung in der Bildung der neuen Kirchengemeinde liegt also beim Bischof bzw. bischöflichen Ordinariat! Bei Fragen/Anliegen kann man sich jederzeit an die Dekanatssteuerungsgruppe wenden.

Diözese Rottenburg-Stuttgart hat die meisten Ministrant:innen

Bischof Dr. Krämer dankbar für Engagement der jungen Katholikinnen und Katholiken in der Diözese / Rund 300.000 junge Menschen engagieren sich bundesweit


Bonn/Wiesbaden/Rottenburg. Rund 300.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich in Deutschland als Ministrantinnen und Ministranten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der deutschen Bistümer und Diözesen, die heute (18. Juni 2026) beim Forum Ministrant:innenpastoral in Wiesbaden vorgestellt wurde. Der Anteil weiblicher Ministrantinnen liegt bundesweit bei rund 54 Prozent.
„Die Ministrantinnen und Ministranten gehören zu einer der stärksten und sichtbarsten Formen kirchlicher Jugendarbeit in Deutschland“, erklärt Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Wer ministriert, weiß nicht nur um Abläufe von Gottesdiensten. Junge Menschen gestalten ihr religiöses Leben aktiv und machen dabei ganz eigene Glaubenserfahrungen. Das ist Jugendpastoral im besten Sinn: nah an den jungen Menschen und verbunden mit dem Leben der Kirche vor Ort.“ Die Zahlen wurden beim Forum Ministrant:innenpastoral vorgestellt, das vom 16. bis 18. Juni 2026 von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) veranstaltet wurde. Rund 60 Fachleute aus den deutschen Bistümern und Diözesen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Ausbildung und pastoraler Praxis berieten über die Zukunft der Ministrant:innenpastoral.
Die Auswertung zeigt, dass der Ministrant:innendienst trotz rückläufiger katholischer Jugendjahrgänge einer der größten Orte kirchlicher Jugendpastoral bleibt. Beispielsweise weist die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit 21.290 Ministrantinnen und Ministranten die höchste absolute Zahl aus. Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und zugleich Präsident des internationalen Ministrant:innenbundes (CIM), ist dankbar für diese Entwicklung und sagt: „Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, zu sehen, wie lebendig der Ministrant:innendienst in unserer Diözese ist. 

Über 21.000 Ministrantinnen und Ministranten – dieses hohe Engagement der jungen Katholikinnen und Katholiken in der Diözese ist ein Grund zur Freude. Mein herzlicher Dank gilt allen, die sich hier engagieren, und allen, die sie dabei unterstützen.“

Das Erzbistum Paderborn erreicht mit 55 Prozent den höchsten Anteil weiblicher Ministrantinnen. Im Bistum Dresden-Meißen engagieren sich 3.400 Ministrantinnen und Ministranten. Bezogen auf die Katholikenzahlen des Bistums entspricht dies rund 2,7 Prozent. Gerade in einem Diaspora-Bistum macht diese Zahl deutlich, welche Bedeutung der Ministrant:innendienst für die Sichtbarkeit jungen kirchlichen Lebens hat. 
Aktuelle Ergebnisse der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) weisen gleichzeitig darauf hin, dass Ministrant:innenerfahrungen innerhalb katholischer Glaubensbiografien junger Menschen an Bedeutung gewinnen. Unter den 14- bis 21-jährigen westdeutschen Katholikinnen und Katholiken mit Erstkommunion- oder Firmungserfahrung geben 47 Prozent an, selbst Ministrantin oder Ministrant gewesen zu sein. In den älteren Generationen ist dieser Anteil deutlich niedriger. Bischof Dr. Klaus Krämer betont die Bedeutung dieses Engagements: „Ministrantinnen und Ministranten zeigen, dass junge Menschen nicht nur Gäste in der Kirche sind. Sie gestalten Liturgie mit und übernehmen Verantwortung. Der Dienst am Altar verbindet junge Menschen über Grenzen, Sprachen und Kulturen hinweg.“ 
Ein Schwerpunkt des Forums Ministrant:innenpastoral war die Frage, wie junge Menschen in einer sich wandelnden kirchlichen Wirklichkeit erreicht werden können. Dabei wurde auch die wachsende Bedeutung mehrsprachiger und international geprägter Ministrant:innengruppen deutlich. Zudem berieten die Teilnehmenden über die Unterstützung ehrenamtlicher Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter sowie über zeitgemäße Formen liturgischer Bildung. Die Ergebnisse der Ministrant:innenzählung sollen weiter ausgewertet und die Vernetzung der Bistümer soll gestärkt werden. Auch die Beteiligung von Ministrantinnen und Ministranten an zukünftigen Entwicklungsprozessen soll weiter ausgebaut werden.

Zum Hintergrund:

Der Coetus Internationalis Ministrantium (CIM) ist der internationale Zusammenschluss der Verantwortlichen für die Ministrant:innenpastoral in zahlreichen Ländern. Er wurde 1960/1961 gegründet, um die weltweite Vernetzung von Ministrant:innengruppen zu fördern und den Austausch über pastorale Konzepte zu ermöglichen. Eine der wichtigsten Aufgaben des CIM ist die Organisation der internationalen Ministrant:innenwallfahrten, die regelmäßig stattfinden. Zuletzt reisten im Sommer 2024 rund 50.000 Ministrantinnen und Ministranten zur internationalen Ministrant:innenwallfahrt nach Rom. 
Die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) ist die Fachstelle für Jugendfragen der Deutschen Bischofskonferenz. Sie unterstützt die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und arbeitet an zentralen Fragen katholischer Jugendpastoral in Deutschland. 

Weitere Informationen gibt es online unter: ministranten.de

 

Die Aktion Hoffnung hat den Abbau ihrer Altkleidercontainer im Landkreis Biberach abgeschlossen

Nach Jahrzehnten des Engagements hat die Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V. ihre Altkleidersammlung im Landkreis Biberach beendet. Alle Containerstandorte wurden in den vergangenen Wochen zurückgebaut. Künftig wird die Organisation im Landkreis keine Sammelcontainer mehr betreiben.
„Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen“, erklärt Anton Vaas, Vorstand der Aktion Hoffnung. „Über viele Jahre ist gemeinsam mit dem Landkreis und zahlreichen Kirchengemeinden ein wohnortnahes und insbesondere für einen Flächenlandkreis wichtiges, von den Bürger:innen akzeptiertes Sammelsystem entstanden. Umso bedauerlicher ist es, dass diese Infrastruktur nun verloren geht.“
Die Aktion Hoffnung betont, sie habe langwierige Gespräche mit dem Landkreis über eine zeitlich begrenzte Unterstützung geführt, um die bestehende, vor allem flächendeckende Infrastruktur bis zum Inkrafttreten der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ab 2028 zu stabilisieren. Eine gemeinsame Übergangslösung sei jedoch nicht zustande gekommen.
Grund für den erzwungenen Rückzug ist die anhaltende Krise am Altkleidermarkt. Die Vermarktungsmöglichkeiten gesammelter Ware haben sich massiv verschlechtert, für viele Textilien fehlen wegen des Trends zu Fast Fashion inzwischen Abnehmer. Gleichzeitig sind die Mengen bei sinkender Qualität der abgegebenen Kleidung gestiegen. Hinzu kommt der Rückzug vieler anderer Sammelorganisationen. Nach Einschätzung der Aktion Hoffnung hat die Missinterpretation rund um die Getrenntsammlungspflicht zusätzlich dazu beigetragen, dass vermehrt nicht mehr wiederverwendbare Textilien in den Sammelkreislauf gelangen.
„Wir bedauern ausdrücklich das Ende der langjährigen guten Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Gleichzeitig hätten wir uns für einen überschaubaren Übergangszeitraum von einigen Monaten so wie in anderen Landkreisen auch mehr Unterstützungsbereitschaft zum Erhalt der Infrastruktur gewünscht.“
Mit dem Rückzug verliert der Landkreis Biberach aus Sicht der Aktion Hoffnung ein über Jahrzehnte aufgebautes, haushaltsnahes Sammelsystem für Altkleider. Der Wiederaufbau des Systems mit Inkrafttreten des EPR Systems ab 2028 dürfte nach Ansicht von Vaas deutlich teurer werden als die Aufrechterhaltung des nun abgebauten Sammelsystems gekostet hätte.
Die Organisation entschuldigt sich bei Bürgerinnen und Bürgern für Situationen mit überfüllten oder vermüllten Containerstandorten in den vergangenen Wochen.

 

Den Armen die Frohe Botschaft bringen

Weihe von vier Ständigen Diakonen

Bischof Krämer hat in einem feierlichen Gottesdienst vier Männer zu Ständigen Diakonen geweiht.
Horst Köstner, bereits seit 2024 in Laupheim tätig, wird nach seiner Weihe als Diakon im Hauptberuf in der SE Laupheim im Dekanat Biberach tätig sein.

Zur Person: 
Horst Köstner (45) ist in Temeschburg (Rumänien) geboren und in Göppingen aufgewachsen. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in Dietenheim. Nach dem Studium der Katholischen Theologie und der Philosophie an der PTH in Benediktbeuern und der pastoralen Berufseinführung war er seit 2014 als Pastoralreferent in der Seelsorgeeinheit Dietenheim-Illerrieden tätig. 2024 wechselte er in die Seelsorgeeinheit Laupheim, wo er im Rahmen der diakonischen Pastoral unter anderem für Seniorenheime, verschiedene Besuchsdienste, caritative Gruppen und für die Trauerseelsorge verantwortlich ist. Durch seinen Dienst in Diakonie, Seelsorge und bei der Spendung von Sakramenten möchte er dazu beitragen, dass Menschen auch heute Gott erfahren können als jemanden, der ihnen heilsam entgegenkommt und will, dass ihr Leben gelingt. Nach der Weihe wird er als Diakon im Hauptberuf in der Seelsorgeeinheit Laupheim tätig sein.

Lesen Sie mehr zur Diakonenweihe unter

Weihbischof für Aufwertung ehrenamtlichen Engagements

In der katholischen Kirche in Deutschland ist eine grundlegende Neubestimmung des Miteinanders von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen
nötig. Davon ist der Rottenburger Weihbischof Karrer überzeugt. Das braucht Umdenken.

Stuttgart (KNA) Der Rottenburger Weihbischof Matthäus Karrer (57) plädiert für eine Aufwertung der ehrenamtlichen Arbeit in der katholischen Kirche. Die Ehrenamtlichen seien «nicht nur die
Helfenden der Hauptamtlichen und des Pfarrers», sagte Karrer am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). «Die Ehrenamtlichen sind Hoffnungsträger, nicht Lückenbüßer.»
Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat am Freitag eine Arbeitshilfe zur Weiterentwicklung des Ehrenamts veröffentlicht. Das 62-seitige Dokument mit dem Titel «Engagement als Zukunftskraft für Kirche und Gesellschaft» wurde unter Leitung Karrers erstellt.

Neues Berufsbild: Ehrenamtsentwickler
Rund 60 Prozent der kirchlich-religiös orientierten Menschen in Deutschland engagierten sich ehrenamtlich, so Karrer. Interessant sei aber, dass sich die große Mehrheit außerhalb ihrer
Kirchengemeinden, in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen engagiere. Aus diesem Grund lasse sich das Engagement schwer in Zahlen fassen. Die letzten Erhebungen, wie zum Beispiel die
Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, zeigten, «dass sich rund 45 Prozent der Katholiken in Kirche und Gesellschaft ehrenamtlichengagieren».
In einigen Diözesen habe sich in den vergangenen Jahren das Berufsbild der Engagement- und Ehrenamtsentwickler etabliert. Es gehe dabei darum, «die Kirche als einen offenen Raum des Engagements zu verstehen», sagte Karrer. Denn das ehrenamtliche Engagement sei «ein wesentlicher Baustein unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung».

«Lebendigkeit ausgebremst»
Karrer plädierte dafür, das Thema des Miteinanders von Hauptamt und Ehrenamt in der Ausbildung der kirchlichen Berufe zu verankern. Hauptberufliche Amtsträger sollten «in den Ehrenamtlichen keine Konkurrenten sehen, sondern Mitgestaltende auf Augenhöhe mit einer eigenen Würde». Bisher werde die Lebendigkeit ehrenamtlichen Engagements teilweise «ausgebremst durch sehr viele innerkirchliche Strukturdiskussionen», sagte Karrer. «Und durch Fragen wie: Wer darf was eigentlich tun?»
Zielgruppe der Arbeitshilfe sind Mitarbeiter in Seelsorge, Caritas und Gemeinden, aber auch in Verbänden und Vereinen.

Hier bekommen Sie die Arbeitsthilfe

 

60 Pfarramtssekretärinnen zur Fortbildung auf dem Bussen

Beim diesjährigen Pfarramtssekretärinnentag der katholischen Dekanate Biberach und Saulgau am 21. Mai 2026 auf dem Bussen kamen 60 Sekretärinnen zusammen. Der Tag begann mit einem gemeinsamen Brezelfrühstück, das Gelegenheit zum Kennenlernen und zum persönlichen Austausch bot.

Anschließend führte Pastoralreferentin Schwester Marietta Jenicek die Gruppe auf dem Schöpfungsweg. Dabei regten geistliche Impulse inmitten der wunderbaren frühlingshaften Natur zum Nachdenken und Innehalten an.

Auf dem Gipfel des Berges angekommen, feierten Pater Alfred Tönnis und Dekan Stefan Ruf mit der Gruppe in der Bussenkirche eine Eucharistiefeier, die von den Pfarramtssekretärinnen mitgestaltet wurde. Zu Beginn hob Dekan Ruf die wichtige und wertvolle Aufgabe der Pfarramtssekretärinnen hervor. Pater Alfred bezeichnete sie in seiner Predigt als „Aushängeschild“ der Kirchengemeinde. Zugleich ermutigte er sie, darauf zu vertrauen, dass Jesus an unserer Seite bleibt, dass er auch in stürmischen Zeiten mit uns im Boot des Lebens ist und wir ihm nicht egal sind.

Nach einem leckeren Mittagessen mit Maultaschen und Kartoffelsalat stand am Nachmittag das Thema „Das Pfarramt in einer Seelsorge in neuen Strukturen“ im Mittelpunkt. Moderiert wurde dieser Programmpunkt von Stefan Fischer. Hierbei kamen sowohl die Chancen als auch die Risiken und Befürchtungen zur Sprache, die mit der Strukturreform für die Pfarrbüros verbunden sind.

Am Ende informierte die Caritas über das Fastenopfer sowie die Caritassammlung im Herbst. Das katholische Jugendreferat stellte seine Aufgaben vor und betonte die Bedeutung eines funktionierenden kommunikativen Netzwerkes für die kirchliche Jugendarbeit. Dekanatssprecherin Gabi Pfleghar brachte die Teilnehmerinnen rund um das Thema Pfarramt und Strukturreform auf den aktuellen Stand und warb für die Mitgliedschaft im diözesanen Berufsverband.

Bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen klang der Fortbildungstag aus. Björn Held, der die Gesamtleitung innehatte, dankte dem Vorbereitungsteam für die tolle, unkomplizierte Zusammenarbeit und den großen Einsatz zum Gelingen dieses Tages.

Wallfahrt des Dekanats Saulgau nach Norditalien

Ein Bericht von Joachim Gulde

Unter der geistlichen Leitung von Dekan Peter Müller und der bewährten Organisation durch das Ehepaar Egon und Rita Oehler begab sich eine Pilgergruppe des Katholischen Dekanats Saulgau auf eine 5-tägige Busreise zu den bedeutendsten Heiligtümern Norditaliens.
Der Weg zum Gebet: Auftakt in der Schweiz. Die Reise begann am 4. Mai mit der Fahrt nach Einsiedeln. In der dortigen Magdalenenkapelle feierte die Gruppe um 11:00 Uhr die erste Heilige Messe der Wallfahrt. Nach einer gemeinschaftlichen Zeit am Gotthard und in Bellinzona erreichte die Gruppe Varese für die erste Übernachtung.
Blutwunder und Marienverehrung: Re und Santa Maria Maggiore.
Der zweite Tag führte die Pilger zum Marien-Wallfahrtsort Re (Santuario della Madonna del Sangue). Unter der Leitung der örtlichen Reiseleiterin Alesandra Palombo besichtigte die Gruppe die Kirche, die für das Blutwunder von 1497 bekannt ist. Ein besonderer Moment war der Einzelsegen, den die Teilnehmer nach der Besichtigung empfingen. Die enge Verbindung zur Heimat wurde hier besonders deutlich, da sich eine Kopie dieses Gnadenbildes in der Pfarrkirche von Bergatreute befindet.
Königin der Liebe: Schio
Am Mittwoch stand der Gnadenort Schio im Mittelpunkt. In der Kirche wurde die Heilige Messe im Geiste des Cenacolo Regina dell'Amore gefeiert. Ein tiefer Einblick in das Leben und Wirken der Heiligen Josephine Bakhita wurde der Gruppe durch Schwester Laura im Istituto Canossiano vermittelt. Nach der Segnung der Gruppe durch Dekan Müller teilte sich der Nachmittag in einen aktiven Teil – den Kreuzweg – und einen Besuch im Dom der Innenstadt von Schio auf.
Auf den Spuren des Heiligen Antonius: Padua
Der Donnerstag war ganz dem Heiligen Antonius von Padua gewidmet. Trotz der zeitlichen Planänderung (der Besuch von Madonna della Corona entfiel) blieb ausreichend Zeit für die spirituelle Erfahrung in Padua:
Hl. Messe im Dom: Ein zentraler Punkt des Tages war die feierliche Messe am Vormittag.
Führungen: Die Gruppe besichtigte die beeindruckende Basilika Sant’Antonio sowie die kunsthistorisch bedeutsame Cappella degli Scrovegni und die Eremitani-Kirche.
Abschluss in den Bergen: Kloster Marienberg
Auf der Heimreise am Freitag führte der Weg zur höchstgelegenen Benediktinerabtei Europas, Marienberg bei Mals. Auf ca. 1.350 m ü. M. feierte die Pilgergemeinschaft ihre letzte gemeinsame Heilige Messe dieser Reise. Mit musikalischer Begleitung durch das Tiroler Land und einem letzten Halt in Hohenems kehrte die Gruppe am späten Abend wohlbehalten nach Bad Saulgau und Herbertingen zurück.
Diese Wallfahrt bot den Teilnehmern eine harmonische Mischung aus tiefem Gebet, Gemeinschaft und der Begegnung mit bedeutenden Stätten des norditalienischen Glaubens.      

Samstagspilgern von Arlach nach Bonlanden

Ein Bericht von Rudolf Link 

An einem schönen Samstagmorgen trafen sich 23 Pilger in der schön geschmückten Kapelle St. Michael in Arlach. Mit ausgeteilten Gebetsheftchen und Schokolade mit Martinusbild konnte der Pilgertag beginnen. 
Nach einem Impuls und Lied ging es geleitet von Kirchenglocken los Richtung Tannheim. Der Weg führte bei schönster Sonne durch die  Natur. Pilgern erleben mit allen Sinnen war wieder für alle ein Erlebnis, auch für die, die zum ersten Mal dabei waren.  
Im Pfarrheim Tannheim hielten wir eine kurze Andacht mit dem Friedenslicht.  Weiter ging der Richtung Berkheim durch Wiesen und Felder. Bei der Reitanlage Haldau wurden wir von den Inhabern begrüßt und mit Getränken versorgt. Nach einer kurzen Pause ging es weiter zur Kirche St. Konrad und St. Willebold nach Berkheim, wo wieder eine kleine Andacht abgehalten wurde. Im Anschluss wurden wir von der Bäckerei Huber zu einem Mittagstisch im Pfarrgemeindesaal eingeladen. Die Spenden für das Mittagessen kamen einem guten Zweck zugute.  

Auf der 4 km langen letzten Etappe bis Bonlanden beteten die Pilger einen Rosenkranz für den für den Frieden. In Bonlanden angekommen wurden wir von den Schwestern in Bonlanden erwartet. Wir beschlossen den Tag mit einer gemeinsamen Pilgermesse.  Pfarrer P. Johannes-Baptist Schmid begrüßte die Pilger und schloss uns mit Gebet in der Hl. Messe ein. Nach dem Pilgersegen schlossen wir den Tag mit Kaffee und Kuchen im Klosterkaffee. 

Schon jetzt freuen wir uns auf das nächste Samstagspilgern am 17.Oktober 2026.

Herzlichen Dank an alle, die dabei waren und die uns auf dem Weg versorgt haben. Ein besonderer Dank geht an die Bäckerei Huber, den Schwestern vom Kloster Bonlanden und Herrn Pfarrer P. Johannes-Baptist Schmid. Möge der Heilige Martinus uns alle segnen und beschützen.

Frieden beginnt in den Herzen der Menschen

Beim 50. Sankt-Georgs-Ritt in Ochsenhausen lädt Bischof Dr. Klaus Krämer ein, Jesus zu folgen und mit Papst Leo für Frieden in der Welt zu beten.

Ein Bericht von Markus Waggershauser

Vor 31 Jahren war Bischof Klaus Krämer letztmals beim Sankt-Georgs-Ritt dabei - damals als Sekretär von Bischof Walter Kasper. Es gebe ein Foto davon, verriet Ochsenhausens Pfarrer Michael Schönball beim feierlichen Pontifikalamt in der Basilika. "Damals war das noch eine junge Tradition", bemerkte Bischof Krämer. 1977 ließen Bürgermeister Max Herold und Dekan Erwin Sontag den Brauch der Reiterprozession aus Zeiten der Benediktinerabtei wieder aufleben. Und so zogen am Sonntag unter dem Leitwort "Selig, die Frieden stiften" zum 50. Mal Reitergruppen durch die Stadt, durch umliegende Dörfer und durch die Fluren.

Noch aus der Klosterzeit stammt die Heilig-Kreuz-Reliquie. Sie wurde 1979 neu gefasst und 2010 um eine Georgsreliquie ergänzt. Sich mit dem Reliquienkreuz auf den Weg zu machen sei ein Zeichen dafür, Jesus zu folgen, betonte Bischof Krämer in seiner Predigt. Bereits die Propheten hätten im Alten Testament denen, die den Messias als Kriegsherrn erwarteten, das Bild vom Friedenskönig entgegengesetzt. Jesus, der "sanftmütige" Messias, mache klar, dass Frieden nicht dadurch entstehe, dass die Gewalt des Feindes mit noch größerer Gewalt übertrumpft werde. "Dieser Wandel geschieht in den Herzen der Menschen", unterstrich er Jesu Appell zu Frieden durch Gewaltlosigkeit.

Georg - Drachentöter und Blutzeuge

Wie passt das zu Georg, der gerade während der Kreuzzüge das Vorbild eines christlichen Ritters war? Der Kampf des Heiligen mit dem Drachen, so der Bischof, symbolisiere den inneren Kampf gegen das Böse, gegen Eigensinn, Machthunger und Vergeltungsdurst. Der Überlieferung nach gehört Georg zu den Blutzeugen während der Christenverfolgung. "Wer Jesus nachfolgt, wird in dieser Welt immer auch auf Widerstand treffen und Verfolgung ertragen müssen" räumte Krämer ein. Dennoch rief der Bischof dazu auf, wie Papst Leo sich mutig für den Frieden einzusetzen und um Frieden zu beten.

Diesem Aufruf folgten die Reiterinnen und Reiter der 18 Gruppen aus Ochsenhausen, Erlenmoos und der Umgebung, die durch die Stadt von den Ministrant:innen und acht Musikvereinen begleitet wurden. Außerhalb vertrauten sie im Rosenkranzgebet ihre Sorgen und Anliegen der Gottesmutter an, der Königin des Friedens. Bischof Krämer segnete die Teilnehmenden zu Beginn von einem Podest beim Zentralen Omnibusbahnhof und nach der Rückkehr im Klosterhof. Den Gläubigen, die bei unerwartet sonnigem Wetter zahlreich die Straßen säumten, erteilte er vom Landauer aus den Segen mit der Reliquie. Auf dass auch sie Friedensstifter sein mögen.

Mehr Freiraum für die Seelsorge

Bischof Klaus Krämer und Verantwortliche aus dem Ordinariat tauschen sich in Ochsenhausen mit örtlichen Vertreter:innen über Kirche der Zukunft aus.
Was will die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit dem Prozess "Kirche der Zukunft" erreichen und wie sehen die Schritte dahin aus? Über den aktuellen Stand der grundlegenden Umstrukturierung ließen sich etwa 250 Delegierte am Freitag in der Ochsenhausener Basilika aus erster Hand informieren. Die Vertreter:innen der 208 katholischen Kirchengemeinden in Ulm, im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Biberach sowie der Mitarbeitenden in den Dekanaten Biberach und Ehingen-Ulm äußerten im Vorfeld und bei der Veranstaltung selbst ganz unterschiedliche Fragen, Ängste und Befürchtungen.
Verschiedene Verantwortliche des Bischöflichen Ordinariats gingen auf die Themen ein. Für Bischof Dr. Klaus Krämer, aber auch für Stefanie Oeben und Barbara Strifler von der Prozessleitung sind Beteiligung und Austausch für das Gelingen zentral. "Dann gewinnt der Prozess an Qualität und ergibt realistische Lösungen", resümierte der Bischof am Ende der zweistündigen Veranstaltung. Die neuen Strukturen sollen mehr Freiraum schaffen, um für die Menschen da zu sein, betonte Krämer. Die in der ganzen Diözese sehr gut besuchten Ostergottesdienste zeigten, dass viele in diesen unsicheren Zeiten nach Orientierung suchten.

Erste Vorschläge für neue Kirchengemeinden bis Anfang Mai

Dass die Seelsorge in den aktuellen, oft sehr kleinteiligen Verwaltungseinheiten - jede Kirchengemeinde ist eine selbstständige Körperschaft öffentlichen Rechts - schon allein finanziell nicht aufrechterhalten werden kann, erläuterte Barbara Strifler an konkreten Zahlen. Der Rückgang der Mitglieder durch die demografische Entwicklung werde durch Austritte und weniger Taufen verstärkt und wirke sich auf die Kirchensteuereinnahmen aus. Außerdem halbiere sich nach aktuellen Prognosen die Zahl der Pfarrer, Diakone sowie der Pastoral- und Gemeindereferent:innen bis zum Jahr 2040. Ende letzten Jahres votierte der Diözesanrat deshalb dafür, diözesanweit aus 1020 Pfarreien 50 bis 80 neue Kirchengemeinden zu bilden. Das soll den Verwaltungsaufwand reduzieren und das Pastorale Personal entlasten. Die Umstrukturierung wirkt sich auch auf die Dekanate und das Ordinariat aus.
 

Derzeit sondieren die Kirchengemeinden, wer sich mit wem zusammenschließen könnte. Erste Vorschläge sollen auch in den Dekanaten Ehingen-Ulm und Biberach bis zum 7. Mai vorliegen, die Entscheidung fällt Ende des Jahres. Danach haben die jeweiligen Kirchengemeinden drei Jahre Zeit, in einer Gründungsvereinbarung die organisatorische und inhaltliche Zusammenarbeit auszuhandeln. Im zuerst angestoßenen Prozessprogramm “Räume für eine Kirche der Zukunft” sind die 43 Seelsorgeeinheiten in den beiden Dekanaten im Moment dabei, 30 Prozent der nicht sakralen, kirchensteuerfinanzierten und beheizten Gebäudeflächen, die zukünftig nicht mehr benötigt werden, zu veräußern oder anders kostenneutral zu nutzen, um die verbleibenden 70 Prozent nachhaltig sanieren und weiterhin finanzieren zu können.

Kirchorte sollen eigenes Budget bekommen

Rückmeldungen zum Programm “Seelsorge in neuen Strukturen” zeigten, dass sich viele Kirchengemeinden um die Verteilung des Geldes sorgen, wenn ärmere und reichere Kirchengemeinden zusammengehen oder kleine ländliche Gemeinden mit der großen städtischen unionieren. Die Zweckbestimmung - beispielsweise von Spenden - bleibe erhalten, versicherte Bischof Krämer. Außerdem sollen die Kirchorte, also die bisherigen Kirchengemeinden und weitere inhaltlich ausgerichtete Einrichtungen, ein eigenes Budget bekommen und nicht „als Bittsteller“ auftreten müssen. Denn das kirchliche Leben werde weiterhin konkret vor Ort stattfinden. Andere Teilnehmende befürchten, dass immer mehr Aufgaben auf Ehrenamtliche abgewälzt werden, die jetzt schon am Limit sind. "Ehrenamt ist der Markenkern des Christentums", unterstrich Bischof Krämer. Das sei nicht zu bezahlen und auch nicht als Job zu verstehen, sondern lebe von der inneren Einstellung. Rolle des Hauptamts wird es künftig noch stärker sein, Ehrenamtliche zu unterstützen und zu begleiten.

Verena Ernst aus der Hauptabteilung Pastorale Konzeption sieht in den neuen großen Kirchengemeinden die Chance, sich gegenseitig zu entlasten, wenn nicht alle alles machen müssten. Zur Qualifikation der Leitung in der großen Einheit, für die es verschiedene Modelle gibt, der Einbindung der Jugend, die überall einbezogen ist, zur Verwaltung und zur rechtlichen Absicherung gingen weitere Wortmeldungen ein. Bei den noch im Prozess befindlichen Klärungen baten die Verantwortlichen darum, Ideen und Vorschläge einzuspeisen, um eine bestmögliche Lösung zu finden. Ziel sei, wie es auch Teilnehmende anmahnten, dass Kirche sichtbar und erfahrbar bleibt. "Das müssen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen", bekräftigte Bischof Krämer.

Die Regionalkonferenz in Ochsenhausen war nach Rottweil die zweite von insgesamt sieben Veranstaltungen dieses Formats in verschiedenen Teilen der Diözese.

Ein Bericht von Markus Waggershausen

Dekanat Saulgau im Gespräch mit Bischof Dr. Klaus Krämer über die Zukunft der Kirche

Am Mittwoch, 15. April 2026 war Bischof Dr. Kärmer erstmals zu Gast in der Dekanatskonferenz Saulgau, in der sich alle hauptamtlichen Seelsorger und Mitarbeiter aus den Kirchengemeinden, aus dem Dekanat und den kirchlichen Einrichtungen zur Dienstbesprechung treffen. Nach dem gemeinsamen Gebet der Non in der St. Johannes Kirche begann die Konferenz im benachbarten „Haus am Markt“.

Zu Beginn skizzierte der Bischof den großen Handlungsbedarf: „Es wird eine Halbierung der Zahl der Katholikinnen und Katholiken bis 2060 prognostiziert. Gleichzeitig gehen die Kirchensteuermittel deutlich zurück, ebenso wie die Zahl der pastoralen Mitarbeitenden.“ Eine zentrale Herausforderung besteht demnach darin, den Aufwand in den Bereichen Verwaltung und Gebäude zu verringern, um die verfügbaren Ressourcen stärker auf den eigentlichen pastoralen Auftrag der Kirche konzentrieren zu können. Außerdem soll die Zusammenarbeit der Pastoral mit sozialen Trägern verstärkt und ausgebaut werden. 

Der Entwicklungsprozess ist bewusst offen angelegt, so der Bischof, damit Anliegen und Sorgen der Menschen bei der laufenden Konzeptionserstellung ausreichend berücksichtigt werden können. Ein fertiges Konzept liegt also ganz bewusst nicht vor. Gleichwohl ist verständlich, dass die Menschen ein hohes Bedürfnis haben, recht bald Konkretes für den weiteren Weg und die zukünftige Gestalt der Kirche zu erfahren. Ab Mai 2026 wird sichtbar, wo man steht und wo es noch weiteren Klärungsbedarf gibt.

Nach den Ausführungen von Bischof Krämer lud Dekanatsreferent Björn Held die anwesenden Pfarrer, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten, pastoralen und kirchlichen Mitarbeiter sowie Pensionäre dazu ein, ihre Fragen und Anliegen mit dem Bischof zu besprechen. 
„Ein wichtiger Aspekt des Reformweges ist die Glaubwürdigkeit der Kirche, etwa im Hinblick auf die Stellung der Frau“ so eine Teilnehmerin. „Die Themen des synodalen Weges haben eine hohe Dringlichkeit, insbesondere Fragen zur Gestaltung von Rollen und Zuständigkeiten innerhalb der Kirche“ so ein weiterer Teilnehmer. „Künftige Ressourcen sollen nicht ausschließlich in die Gemeindepastoral fließen, sondern auch an andere Orte, an denen Menschen leben und Unterstützung benötigen“ war ein Anliegen. 

Bischof Krämer nahm sich Zeit für die gestellten Fragen, konnte die darin geäußerten Sorgen nachvollziehen und versuchte darauf eine Antwort zu geben.
„Auf dem gemeinsamen Weg ist eine Kultur des Hörens entscheidend – sowohl auf den Heiligen Geist als auch aufeinander“ gaben zwei Teilnehmende zu bedenken. Denn als Getaufte und Gefirmte sind alle Mitglieder der Kirche mit Gaben des Geistes ausgestattet und sollten entsprechend gehört werden, da sie Wesentliches einzubringen haben.

Nach einem intensiven, ehrlichen und konstruktiven Austausch dankte Dekan Peter Müller Bischof Krämer herzlich für sein Kommen, seine Offenheit und Gesprächsbereitschaft und wünschte ihm alles Gute.

Glaube zeigt sich in Taten und Lebenszeugnis

Wodurch überzeugen Christen andere Menschen? Aus Sicht des Rottenburger Bischofs sind es weniger Worte. Sondern Taten, eine innere Stärke und das gesamte Lebenszeugnis.

Rottenburg (KNA) Der Rottenburger Bischof Klaus Krämer sieht vor allem in Taten ein Zeugnis des christlichen Glaubens. Schon im
Urchristentum habe das Lebenszeugnis der Apostel und der ersten Christinnen und Christen die damaligen Zeitgenossen fasziniert, sagte Krämer am Ostersonntag im Rottenburger Dom laut Predigtmanuskript. Kennzeichnend für die ersten Christen sei eine Entschiedenheit ihrer Taten und eine innere Stärke und Sicherheit gewesen, die sich von nichts habe beirren lassen und Anfeindungen mutig entgegentreten sei. Dieses Lebenszeugnis habe andere Menschen auch immer wieder irritiert. 
Bischof: Wir müssen Komfortzone verlassen
Auch heute gebe der Glaube Menschen Kraft, gegen den Strom zu schwimmen und sich für Frieden und Gewaltlosigkeit stark zu machen, sagte der Bischof. Auch dort, wo sie dafür angefeindet und selbst zu Opfern brutaler Machtausübung würden.
Kraft und Lebendigkeit des Glaubens würden auch dort erfahrbar, wo sich Menschen für eine Erneuerung der katholischen Kirche einsetzten, indem sie ihre Komfortzone verließen und auf andere Menschen zugingen - nicht belehrend, rechthaberisch oder aggressiv, sondern durch das Zeugnis ihres gelebten Lebens, so der katholische Bischof.

Lektoren lernen wirkungsvollen Vortrag

Am Samstag, 14. März 2026 fand vormittags im katholischen Gemeindehaus und in der Kirche St. Johannes in Bad Saulgau ein Praxisworkshop für Lektorinnen und Lektoren statt. Die Leitung übernahmen Kirchenmusikdirektor Matthias Wolf und Dekanatsreferent Björn Held.
Zu Beginn erhielten die 28 Teilnehmenden einen Einblick in den biblischen Ursprung und die geschichtliche Entwicklung des Lektorendienstes. Im weiteren Verlauf standen praxisnahe Impulse im Mittelpunkt: Mit abwechslungsreichen und teils humorvollen Übungen wurden Stimmbildung, Artikulation und eine deutliche Aussprache trainiert.
Ein offener Austausch in der Gruppe sowie hilfreiche Materialien zur Vorbereitung auf den Lektorendienst rundeten den theoretischen Teil ab. Besonders intensiv war die Auseinandersetzung mit den Lesungstexten des kommenden Sonntags, die anschließend direkt in der Kirche am Ambo praktisch eingeübt wurden. Die Referenten sowie die Gruppe gaben dem Einzelnen vorne am Ambo nach Vortrag der Lesung dann ein ehrliches und konstruktives Feedback, das sie für ihren Dienst weiterbrachte.
Aus Sicht der Teilnehmenden war die Fortbildung insgesamt sehr kurzweilig, informativ und äußerst gewinnbringend.

12. Diözesanrat hat sich konstituiert ­

Der Diözesanrat, das oberste synodale Gremium der Diözese Rottenburg Stuttgart hat sich am 20. und 21. März im Kloster Untermarchtal zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Mit großer Mehrheit wählten die Mitglieder Willy Braun zu ihrem neuen Sprecher und Marita Walz als Beisitzerin ins Präsidium. Gemeinsam mit Priesterratssprecher Ulrich Kloos und Generalvikar Dr. Clemens Stroppel bilden sie das Präsidium unter dem Vorsitz von Bischof Dr. Klaus Krämer.

„Die Tatsache, dass wir die Zahl 12 vor diesen Diözesanrat schreiben können, zeigt dass wir in einer langen und guten Tradition von Synodalität in unserer Diözese stehen“, betonte Bischof Dr. Klaus Krämer in seinen einführenden Worten. Seit über 50 Jahren vereint der Diözesanrat drei Gremien in sich – Pastoralrat, Katholikenrat und Kirchensteuervertretung. Zudem ist der Priesterrat als Ganzes Teil des Diözesanrats. Das sei nicht nur ein großer Schatz, das habe sich auch als eine große Hilfe erwiesen, gerade in Zeiten des Umbruchs und großer Herausforderungen, so Krämer. Synodalität sei das große Leitbild der Kirche in unserer Zeit. Dabei gehe es nicht nur um Zuständigkeiten und Verfahren. Es gehe vor allem auch um eine besondere Kultur der Beratungen und Entscheidungen. Sie zeige sich in der Art und Weise, wie Fragen angegangen und wie mit unterschiedlichen Meinungen und Positionen umgegangen werde, denn diese dürfe und müsse es natürlich immer geben. „Synodalitiät bedeutet, jeder kann und soll mit seiner Meinung zur Sprache kommen. Wir sind davon überzeugt, dass der Heilige Geist durch jeden wirken kann und will. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle Stimmen hören und gemeinsam darauf achten, wo erkennbar wird, welchen Weg wir als Kirche gehen sollen“, betonte der Bischof. „Das ist in unserer Diözese bislang gut gelungen. Aus dieser Erfahrung dürfen wir die Zuversicht schöpfen, dass es auch im 12. Diözesanrat gut gelingen wird, an diesem Erfolgsmodell weiterzubauen.“ 

Willy Braun mit großer Mehrheit zum neuen Sprecher gewählt

Eindeutig, mit 74 von 88 Stimmen, wählten die Mitglieder des obersten synodalen Gremiums Willy Braun aus dem Dekanat Balingen zu ihrem Sprecher. „Ich freue mich sehr über dieses überwältigende Ergebnis und danke allen für das mir entgegengebrachte Vertrauen,“ sagte der 62-Jährige nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. „Für mich ist die Arbeit im Diözesanrat eine Herzensangelegenheit und ich möchte an der Weiterentwicklung unserer Kirche in unserer Diözese aktiv, mit voller Kraft und Mut mitwirken und gestalten.“ Er wünsche sich eine Kirche der Vielfalt und der Ermöglichung, besonders auch für Frauen, Benachteiligte, Fernstehende und Ausgetretene. Klar sei, so Braun, dass sich Kirche verändern müsse. Der aktuell in der Diözese laufende Prozess „Kirche der Zukunft“ sei herausfordernd und werde auch Kraft kosten, doch biete er gleichzeitig die Chance sich auf das zu konzentrieren, was für die Menschen wesentlich sei. Es gehe jetzt darum, Ideen, Kreativität, Erfahrungen und Fähigkeiten zu bündeln, zusammenzurücken, zusammenzuarbeiten und zusammenzuwirken. „Als Sprecher möchte ich meinen Teil dazu beitragen“, betonte Braun.

Marita Walz wird Beisitzerin

Marita Walz aus dem Dekanat Freudenstadtwurde mit einer Zweidrittelmehrheitzur Beisitzerin ins Präsidium gewählt. Die 53–Jährige möchte in Verbundenheit mit dem Gremium Verantwortung übernehmen, für die in der Diözese angestoßenen Prozesse und damit für die Zukunft der Kirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Wichtig ist ihr dabei die Art und Weise, wie im Diözesanrat gearbeitet und mit einander umgegangen wird. „Hier finden unterschiedliche Meinungen ihren Platz und ganz selbstverständlich spricht man darüber – auf Augenhöhe, respektvoll und wertschätzend. Unterschiede dürfen sein, das Ringen um gute Lösungen, das darf und muss Raum haben, auch wenn es manchmal bedeutet, Dinge auszuhalten. Gegensätze dürfen sich begegnen, aufeinandertreffen, denn genau da passiert etwas. Durch dieses Miteinander Ringen kommt auch etwas in Bewegung. Das ist mein Verständnis von Synodalität. Deshalb freue ich mich auf die Diskussionen, den Austausch und die gemeinsamen Entscheidungen für die Zukunft unsere Diözese“, betonte Walz. 

Grußwort der evangelischen Landessynode

Isabelle Nägele, Vertreterin der evangelischen Landessynode, betonte in ihrem Grußwort mit Blick auf die Gesellschaft die Bedeutung der Ökumene. Für viele Menschen es sei zunächst zweitrangig, ob etwas evangelisch oder katholisch ist. Wichtig sei die Präsenz der Kirche, dass Menschen begleitet werden, Gemeinschaft entstehe und Hoffnung spürbar werde. Deshalb könne gerade in Zeiten der Unsicherheit die ökumenische Zusammenarbeit eine große Stärke sein. Den Mitgliedern des 12. Diözesanrats wünschte Nägele gute Gespräche, offene Ohren für einander und den Mut, auch neue Wege zu denken, „denn Sie übernehmen im Diözesanrat Verantwortung für Ihre Kirche. Sie bringen unterschiedliche Perspektiven ein, beraten, ringen um gute Entscheidungen und gestalten Kirche aktiv mit“, so Nägele.
 

Ausschüsse von wesentlicher Bedeutung

Neben den Vollversammlungen gibt es noch viele relevante Ausschüsse, in denen wichtige und wesentliche Themen beraten und Vorarbeiten vorgenommen werden. So vertritt beispielsweise der Geschäftsführende Ausschuss den Diözesanrat zwischen den Vollversammlungen und übernimmt dessen Aufgaben. Der Finanzausschuss bereitet u.a. gemeinsam mit der Diözesanverwaltung den Diözesanhaushalt soweit vor, dass er dem Gremium zur Beschlussfassung vorgelegt werden kann. Neben dem Geschäftsführenden Ausschuss und dem Finanzausschuss gehören der Pastoralausschuss und der Bauausschuss zu den vier in der Satzung ausdrücklich vorgesehenen Ausschüssen. Darüber hinaus übernehmen Rätinnen und Räte auch in verschiedenen Stiftungen und Gremien Vertretungsmandate. So wurden beispielsweise Vertretungen des Diözesanrats ins Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), bei der Evangelischen Landessynode, in den Stiftungsrat Stiftung Lebensraum für die Familien, in die Bischof-Moser-Stiftung, den Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen, in die Medienstiftung, ins Diözesanforum der Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache oder in den Aufsichtsrat Bildungshäuser u.a.m. gewählt.

Auch Finanzausschuss hat sich konstituiert

Mit Blick auf die im November 2026 anstehende Haushaltssitzung und den damit einhergehenden wichtigen Beschlüssen hat sich der Finanzausschuss im Anschluss an die Diözesanratssitzung ebenfalls konstituiert und Werner Krahl erneut zu seinem Vorsitzenden gewählt. Werner Krahl seit 2002 im Diözesanrat, seit 2007 auch dessen Vorsitzender steht für Kontinuität und verantwortliches, fachkompetentes Handeln in der diözesanen Haushalts- und Finanzpolitik, stets unter der Prämisse, dass Inhalte die Finanzen bestimmen. Ihm sind neben der starken Verzahnung zwischen Pastoral- und Finanzausschuss eine klare und transparente Kommunikation ins Plenum wichtig, um gemeinsam gute und fundierte Finanzentscheidungen treffen zu können. Sein Motto „sparen und gestalten“ – das heißt konsequente Konsolidierung und Reduzierung des Diözesanhaushaltes, um für die Zukunft fit zu sein und gleichzeitig mit den möglichen Finanzressourcen auch Neues entwickeln und gestalten. „Gegenüber unseren Kirchenmitgliedern, insbesondere den Kirchensteuer-Zahlern stehe ich mit unseren Beratungs- und Entscheidungsprozessen für Glaubwürdigkeit und Transparenz und werde für eine hohe Legitimität in der Verwendung der uns anvertrauten Kirchensteuer- und Finanzmittel arbeiten“, betonte Werner Krahl.

Aktueller Stand: Prozess „Kirche der Zukunft“

Am Freitagabend informierten Generalvikar Dr. Clemens Stroppel und Haushaltsreferent Stefan Edele die Mitglieder des 12. Diözesanrats über die aktuellen Entwicklungen der Mitgliederzahlen und das Pastorale Personal. Außerdem gab es Informationen darüber, wie sich das Kirchensteueraufkommen und dessen Verwendung entwickelt. Im Anschluss brachte das Prozess-Projekt-Leitungsteam, Barbara Striffler, Stefanie Oeben und Wolfgang Zilk das Gremium auf den aktuellen Stand des Prozessverlaufs „Kirche der Zukunft“. Bischof Krämer und das Prozessteam zeigten sich sehr erfreut darüber, dass so viele Mitglieder des 12. Diözesanrats schon im Vorfeld der konstituierenden Sitzung die Möglichkeit genutzt haben, sich in den angebotenen Onlineveranstaltungen, über den aktuellen Stand des Prozesses zu informieren.

 

Equal Pay Day und Equal Care Day 2026 in Biberach

Die Betriebsseelsorge informierte auf dem Wochenmarkt in Biberach am Samstag, 28. Februar zusammen mit Frauen der AG Geschlechter Gerecht der Stadt Biberach zum Equal Pay Day und dem Equal Care Day. Der Equal Pay Day am 27. Februar markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke von 16 Prozent.
Bis zu diesem Tag müssen Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 01. Januar 2026 für ihre Arbeit bezahlt werden. In Baden-Württemberg fällt dieser Unterschied sogar noch größer aus. Umgerechnet sind das 58 Tage, an denen Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen als Männer, um auf dasselbe durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen.
Unter dem Motto „equal pay every day“ rückt die diesjährige Kampagne in den Fokus, wie sich der Gender Pay Gap im Laufe des Lebens entwickelt und auswirkt.
Vom Erlernen von Rollenbildern in Kindheit und Jugend über die Berufswahl und die Familiengründung bis zur Rente und weiblichen Altersarmut:
Anhand der verschiedenen Lebensabschnitte wird deutlich, wie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen Lohngleichheit immer wieder erschweren und an welchen Stellschrauben es gelingen kann, das zu ändern.

Care-Arbeit ist überwiegend “unsichtbare Arbeit”. Sie wird, genau wie der Schalttag 29. Februar, oft übergangen.
Daher findet der Equal Care Day am 29. Februar in Schaltjahren und in allen anderen Jahren am 1. März statt.
Der Equal Care Day liegt auch deshalb auf dem 29. Februar, weil Care-Arbeit zu 80% von Frauen übernommen wird, ob im Privaten, im Ehrenamt oder im professionellen Bereich. Männer übernehmen also 20% und brauchen damit vier Mal so lange, um denselben Umfang an Fürsorge- und Care-Arbeit beizutragen.
Equal Care meint die faire und gleichwertige Verteilung von Sorgearbeit; fair nicht nur im Hinblick auf die Verteilung zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen arm und reich, alt und jung, zugezogen und alteingesessen. Equal Care bezieht alle Sorgetätigkeiten in ihrer Gesamtheit mit ein, ohne einzelne Care-Bereiche herauszugreifen und gegeneinander auszuspielen, um sie in gegenseitigen Wettbewerb zu setzen (professionell und privat, bezahlt und unbezahlt, Erziehung und Pflege, stationär und ambulant…).
Gleichwertig bedeutet nicht, dass alle den gleichen zeitlichen Umfang an Care-Arbeit leisten müssten, damit eine faire Verteilung erreicht ist, aber Equal Care ist die Aufforderung an all jene, die von der (privaten) Sorgearbeit profitieren, insbesondere Staat und privatwirtschaftliche Unternehmen, Care nicht als Allgemeingut und Ressource auszubeuten zur eigenen Gewinnmaximierung.
Equal Care ist der Appell, Verantwortung zu übernehmen, Care-Arbeit zu honorieren und einen gesellschaftlichen Ausgleich zu schaffen, damit Sorgetätige nicht finanziell und ideell bestraft werden für ihre systemrelevante Arbeit.

„Ein Segen für das Herz“ – Rückblick auf den Valentins-Gottesdienst

Am 21. Februar 2026 verwandelte sich der Altarraum der Johanneskirche in ein stimmungsvolles Lichtermeer aus Rot und Grün. Unter der Leitung von Dekanatsreferent Björn Held und Schwester Angela Maria Jäger feierten zahlreiche Gläubige einen emotionalen Segnungsgottesdienst, der ganz im Zeichen der Liebe und des Mitgefühls stand.

Der Abend hatte einige "Highlights": Die musikalische Gestaltung übernahm die Band „Time 4 Church“. Sie begleitete den Gottesdienst mit modernen Liedern und sorgte für eine lebendige, gemeinschaftliche Atmosphäre. Besonders berührend waren die Impulse von Björn Held. Mit der Hand auf dem Herz und geschlossenen Augen waren die Besucher eingeladen, in sich hineinzuspüren und den eigenen Gedanken Raum zu geben. Der Einzelsegen war ein zentraler Moment: Ob Paare, Familien oder Einzelpersonen – jeder erhielt von den beiden Zelebranten einen ganz individuellen persönlichen Zuspruch. Vor dem Altar leuchtete ein großes, aus vielen Kerzen geformtes Doppelherz (wie auf dem Foto zu sehen), das die Verbundenheit der Gemeinschaft symbolisierte.

​Als süße Erinnerung durften die Besucher ein Schokoladenherz mit nach Hause nehmen, um auch anderen eine Freude zu bereiten. Im hinteren Teil der Kirche klang der Abend bei guten Gesprächen und einem gemeinsamen Anstoßen harmonisch aus.

​Es war ein Gottesdienst, der zeigt, wie lebendig und nahbar Glaube sein kann. Wer diese besondere Form zum Valentinstag noch nicht miterlebt hat, sollte es sich für das nächste Jahr fest vornehmen!

Bericht von Joachim Gulde 

Kirchengemeinden gratulieren ihrem Pfarrer zum Siebzigsten

Seit 20 Jahren ist Pfarrer Wunibald Reutlinger Seelsorger der Seelsorgeeinheit Biberach-Umland. Seinen Geburtstag feierte er ihm Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der der Pfarrkirche Mittelbiberach. "Oft haben Sie mehr Aufgaben übernommen als nötig”, dankte die Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderates Elisabeth Zwickl dem Jubilar.

Lesen Sie mehr dazu in der Schwäbischen Zeitung 

Kirche wohin gehst Du?

Das Dekanat Biberach bietet Informationsabende zu „Seelsorge in neuen Strukturen“ an

Bericht von Edith Fuchs

Mit über hundert Leuten voll besetzt war das Gemeindehaus in Laupheim am Dienstag Abend.  Auch in der Woche zuvor war das Gemeindehaus in Ochsenhausen gut besucht. Die „Seelsorge in neuen Strukturen“, so der Oberbegriff, treibt derzeit die Katholiken in der Diözese Rottenburg-Stuttgart um. Noch in diesem Jahr sollen nicht nur im Dekanat Biberach mehrere Seelsorgeeinheiten zu neuen Raumschaften zusammengeschlossen werden. An vier Informationsabenden lädt das Dekanat Biberach die Mitglieder der Kirchengemeinden ein, um alle auf den neusten Stand der „Seelsorge in neuen Strukturen“ zu bringen.
„Kirche wohin gehst Du?“ fragte schon Thomas von Aquin zu seiner Zeit, so Dekan Stefan Ruf in seiner Begrüßung – eine Frage, die schon seit Jahrhunderten aktuell ist. Sie beinhaltet zugleich die Angst vor dem Loslassen und die Neugier auf die Kirche von morgen. „Wir sind nicht allein, wir sind mit Gott unterwegs“ unterstrich stellvertretender Dekan Nicki Schaepen aus Bad Schussenried, bevor er mit den Anwesenden ein stärkendes Gebet sprach.

Informationen in übersichtlicher Präsentation
Robert Gerner, Dekanatsreferent von Biberach, eröffnete die Veranstaltung mit einer Präsentation der Diözese über den geplanten Ablauf der „Seelsorge in neuen Strukturen“ gemeinsam mit  Björn Held, Dekanatsreferent von Biberach und Saulgau erklärten sie nüchtern, wie sich das Leben der Katholiken in den Seelsorgeeinheiten Zug um Zug verändern wird. Viele Kirchenaustritte und damit deutlich weniger Geld, sowie der Rückgang des pastoralen Personals ist die Realität für die katholische Kirche. Bischof Dr.Klaus Krämer möchte die Menschen so gut wie möglich an den Entscheidungsprozessen der Zukunft teilhaben lassen. 
So gab es im Laufe des Abends viel Gelegenheit sich untereinander auszutauschen, Fragen zu stellen und Missverständnisse auszuräumen. Die Auflösung kleinerer Einheiten zu größeren Körperschaften des öffentlichen Rechts, ist für viele Mitglieder kleiner Gemeinden nicht vorstellbar. Tanja Bloching, Leiterin des Verwaltungszentrums Biberach, konnte dazu viele Fragen von Seiten der Verwaltung beantworten.

Seelsorge in einem Netzwerk 
„Wie geht es zukünftig mit der Seelsorge weiter?“, dies kristallisierte sich schnell als die zentrale Frage des Abends heraus. Künftig wird es nicht mehr nur die eine Kirche vor Ort geben. Geplant sind neue große Kirchengemeinden, die als Netzwerke funktionieren, mit einem oder mehreren Pfarrern oder Pfarrbeauftragten in der Leitung. Kirchen mit ihren Gemeinden und Seelsorgezentren wie Caritas, Wallfahrtsorte und Ordenszentren sind dabei die zwei Säulen, auf die die Gläubigen zukommen können. Viel Verantwortung und Tatkraft liegen dabei bei den Ehrenamtlichen, die vor Ort Bedürfnisse der Menschen erkennen und in einzelnen Aktivitäten kirchliches Leben wachhalten müssen. 
In großen Gruppen standen die Kirchengemeinderatsmitglieder schließlich um die vorbereiteten Tische mit Kartenmaterial des Dekanats. Wie kann man aus 22 Seelsorgeeinheiten sieben Raumschaften machen? Wer ist eher Landgemeinde oder möchte zu einer Stadt gehören? Katholikenzahlen, die Anzahl von Taufen, Firmungen und Beerdigungen können dabei gute Anhaltspunkte sein.  Wer ist eher Landgemeinde oder möchte zu einer Stadt gehören?

Planungen mit Landkarte 
Die Steuerungsgruppe des Dekanates, zu der auch Dekanatsratsvorsitzender Albert Diesch und Dorothea Treiber und Claudia Kutscher vom Diözesanrat gehören, hatten drei Vorschläge als Diskussionsgrundlage entwickelt. In guter Atmosphäre diskutierten die Menschen, klar in dem Gedanken, dass die kommenden Reformen nicht mehr aufzuhalten sind.
Robert Gerner forderte abschließend die Anwesenden auf, die Fragen und aufgezeigten Möglichkeiten in ihre Kirchengemeinden weiterzutragen. „Diskutieren Sie vor Ort, was Sinn macht und was für Sie der richtige Weg ist“, gab er den Menschen mit auf den Weg. Auch nach Schluss der Veranstaltung standen die Menschen noch lange zusammen um Fragen zu stellen, Gehörtes zu diskutieren oder einfach nur schon jetzt gute Kontakte in Nachbargemeinden aufzubauen.

Diözese gibt zwei Millionen Euro für Caritas-Flüchtlingshilfe

Bericht von Nobert Demuth (KNA)

Budgets für humanitäre Hilfe schrumpfen vielerorts. Deshalb gilt es als bemerkenswert, dass die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Jahr 2026 Hilfen für Opfer von Flucht und Vertreibung weltweit mit zwei Millionen Euro unterstützt.Rottenburg am Neckar (KNA) Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt die Not- und Katastrophenhilfe von Caritas international im laufenden Jahr mit Kirchensteuermitteln in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Das teilte die Diözese am Freitag mit. Das weltweit tätige Hilfswerk des Deutschen Caritasverbands könne das Geld für insgesamt neun Hilfsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und in der Ukraine einsetzen, hieß es.

Schwerpunkt Hilfe für Opfer von Vertreibung
Der Schwerpunkt der Projekte, die 2026 durch die katholische Kirche in Württemberg bezuschusst werden, liegt demnach auf der Hilfe für die Opfer von Vertreibung und für Menschen auf der Flucht. Die Diözese verwies auf eine «steigende Zahl an Rückführungen aus den USA» und den «Wegbruch zahlreicher Unterstützungsangebote durch den Rückzug der US-Entwicklungsbehörde USAID».
«Geflüchtete sind keine Kriminellen»
Heinz Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat des Bistums, sagte: «In einer Welt, in der die Reichen und Mächtigen die Solidarität mit Geflüchteten und Migrantinnen und Migranten aufkündigen, setzt sich die Kirche und ihre Caritas weltweit für ihre Würde ein.» Er betonte, Geflüchtete seien keine Kriminellen, sondern Opfer von Krieg und Vertreibung. Migrantinnen und Migranten in den Grenzregionen Guatemalas werde etwa durch Beratung, Unterkunft sowie medizinische und psychologische Betreuung zur Seite gestanden. «Viele Migrantinnen und Migranten dort leiden unter prekären Lebensbedingungen, emotionalen und wirtschaftlichen Notsituationen», so die Diözese. Misshandlungen und Ausbeutung entlang der Migrationsrouten seien weit verbreitet. Im Norden Kolumbiens unterstütze die Caritas-Partnerorganisation JRS geflohene Familien etwa aus Venezuela.
«Kirche steht für Solidarität»
Oliver Müller, Leiter von Caritas international, erklärte: «Gerade angesichts weltweit schrumpfender Budgets für humanitäre Hilfe ist die Unterstützung der Diözese Rottenburg-Stuttgart alles andere als selbstverständlich.» Sie zeige, dass internationale Solidarität weiterhin ein zentrales Anliegen der Kirche sei.

Informieren Sie sich auf der Internet-Seite von Caritas International

 

 

„Intensive Beteiligung der Gemeinden ist mir besonders wichtig“ - Frühjahrskonferenz der Dekane

Bei der Frühjahrskonferenz der Dekane standen die Raumschaften, Beteiligung der Gemeinden und die nächsten Schritte im Entwicklungsprozess im Fokus

Die Frühjahrskonferenz der Dekane und ihrer Stellvertreter mit der Diözesanleitung hat sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem diözesanen Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ beschäftigt. „Heute steigen wir auch in diesem Gremium in die Phase der Umschreibung der Raumschaften ein“, sagte Weihbischof Matthäus Karrer, Leiter der Hauptabteilung „Pastorale Konzeption“ im Bischöflichen Ordinariat, zu Beginn der Tagung mit rund 50 Teilnehmenden im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart.
 In den Dekanaten werden nach den grundlegenden Voten des Diözesanrats vom November bis zum 7. Mai dieses Jahres erste Vorschläge für die neuen Raumschaften erarbeitet. Diese sollen dann in einem gemeinsamen Studientag der Dekane, Dekanatsreferent:innen und Leitungen der Verwaltungszentren beraten werden.
Barbara Strifler, Mitglied der Prozess-Projektleitung (PPL) betonte, dass bei dem Studientag am 7. Mai keine fertigen Konzepte von den Dekanaten erwartet werden, sondern erste Vorschläge. Ziel sei es, dass der Diözesanrat in seiner Novembersitzung ein Votum zu den neuumschriebenen Raumschaften abgeben könne. „Wenn der Bischof diese Voten annimmt, treten wir ab 2027 in die Phase der Bildung der neuen Raumschaften ein“, so Barbara Strifler weiter. Für die Bildung der neuen Raumschaften sei ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren vorgesehen.

Gelingende Motivation von Ehrenamtlichen im Entwicklungsprozess

In der folgenden Aussprache berichteten die Dekane in einem Stimmungsbild aus den Gemeinden von Verunsicherung, Unsicherheit und Angst vor der Veränderung, aber auch von Aufbruchstimmung, Zuversicht und Freude an der Veränderung. Ein Punkt war auch die Frage, wie im laufenden Entwicklungsprozess die Motivation von Ehrenamtlichen gelingen könne. „Wir müssen jetzt schon das Engagement für den künftigen Kirchort stark machen. An diesen Orten wird weiterhin das Gemeindeleben so wie wir es kennen, stattfinden“, sagte Weihbischof Matthäus Karrer. Die neu entstehende Kirchengemeinde als rechtliches Konstrukt sei dagegen eher vergleichbar mit kommunalen Strukturen.  

Erfolg des Prozesses hängt von Beteiligung der Gemeinden ab

Bischof Dr. Klaus Krämer betonte in seinem Abschluss-Statement zum Vormittag, dass ihm die intensive Beteiligung der Gemeinden in der aktuellen Phase des Entwicklungsprozesses besonders wichtig sei. „Der Erfolg und die Akzeptanz des gesamten Prozesses in der Fläche hängt davon ab“, sagte der Bischof. Nicht zuletzt, deswegen wird Bischof Dr. Klaus Krämer von März bis Juli 2026 auf sieben Regionalkonferenzen in den verschiedenen Teilen der Diözese vor Ort sein, um über den aktuellen Stand des Prozesses zu berichten, aber auch um zuzuhören.

Beteiligung und Zusammenarbeit gelebte Tradition in der Diözese

Nach der Mittagspause befasste sich die mittlere Leitungsebene der Diözese mit der „Seelsorge in neuen Räumen“. Dabei diskutierten die Dekane und ihre Stellvertreter in Kleingruppen Fragen zu Pastoralteams, zur Territorialseelsorge, zur Kategorialseelsorge und darüber, wie die Verantwortung und Vernetzung in den neuen Kirchengemeinden aussehen könnten.

„Die Themen, die wir gerade diskutiert haben, müssen wir jetzt angehen. Wir haben hier keine fertigen Konzepte in der Tasche, sondern müssen diese in den nächsten Monaten zusammen entwickeln“, sagte Bischof Dr. Krämer.  Zum Abschluss der Dekanekonferenz bedankte sich der Bischof bei allen Teilnehmern für den guten und konstruktiven Austausch.  „Ich habe das im vergangenen Jahr schon so erlebt und bin sehr froh, dass wir diesen Weg weitergehen“, sagte der Bischof. Schließlich habe Beteiligung und das Zusammenangehen von Themen eine gute und gelebte Tradition in unserer Diözese, sagte Bischof Krämer mit einem Verweis auf das Rottenburger Modell.

Bericht: Tobias Döpker, Diözese Rottenburg-Stuttgart

„Es gibt kein jüdisches, kein christliches, kein muslimisches Blut – es gibt nur menschliches Blut“ Margot Friedländer

Bewegender Gottesdienst zum Gedenken an die  Opfer der Euthanasie in Heggbach

Text von Uli Landthaler, ergänzt mit einigen Informationen

Im Jahr 1940 wurden 193 Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung aus Heggbach und 72 Kinder aus Ingerkingen in das Konzentrationslager Grafeneck gebracht und getötet. An diese Vorgänge wird in der Kirche in Heggbach jedes Jahr am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, mit einem öffentlichen Gedenkgottesdienst erinnert.  Gestaltet wurde der Gottesdienst von einem Team von Seelsorgerinnen für Menschen mit Behinderungen. Rita Schultheiss und Rosi Hörmann, Seelsorgerinnen in Heggbach, Katrin Zeh aus Ingerkingen und Kerstin Ugi für die Dekanate Biberach und Saulgau. 

Dieses Jahr stand er unter dem Motto eines Appells von Margot Friedländer: „Es gibt kein jüdisches, kein christliches, kein muslimisches Blut – es gibt nur menschliches Blut“ zitierte Renate Weingärtner die Holocaust-Überlebende. Dazu wurden die Namen von Euthanasie-Opfern aus Heggbach und Ingerkingen von den Seelsorgerinnen verlesen – das jüngste sechs, das älteste 64 Jahre alt. „Hinter den Zahlen verbergen sich Menschen, jeder mit seiner eigenen Geschichte“, mahnte Renate Weingärtner von der Elisabeth-Stiftung. 

Dass die Vorgänge so gut dokumentiert sind, ist nicht zuletzt Alfons Waibel zu verdanken. Der älteste Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart wirkte bis 1992 in den Heggbacher Einrichtungen und recherchierte in den Archiven über die Euthanasieprogramme der Nazis unter den Heggbacher Behinderten. Der 1922 geborene Waibel hatte den Krieg als Soldat mitgemacht. „In derselben Zeit kämpften die Franziskanerinnen von Reute in den Einrichtungen in Heggbach und in Ingerkingen um das Leben der Menschen, für die sie Verantwortung trugen“, schilderte Renate Weingärtner. „Sie standen den Funktionären, die sich anmaßten, Leben nach menschenverachtenden Kriterien zu bewerten, machtlos gegenüber“.

Margot Friedländer starb vergangenes Jahr mit 103 Jahren, Alfons Waibel jetzt am 15. Januar 2026 in seinem 104. Lebensjahr. Den Auftrag, der sich aus ihrem Vermächtnis ergibt, fasste Renate Weingärtner so zusammen: „Mit den Angeboten der St. Elisabeth-Stiftung unterstützen wir Menschen und bringen ihnen Wertschätzung entgegen. Der heutige Tag gibt uns Anlass, darüber nachzudenken, ob wir in unserem Alltag eine positive innere Haltung gegenüber Klienten und Kollegen leben und ihnen Anerkennung, Respekt und Wohlwollen geben.“ 

In diesem Sinn gab es neben den nachdenklichen auch stimmungsvolle und fröhliche Momente in dem Gedenkgottesdienst, den Bewohner, Mitarbeiter und Gäste in Heggbach gemeinsam feierten. „Schalom chaverim“, ein gesungener jüdischer Friedensgruß, hieß zur Musik des Klezmer-Quartetts mit Renate Wiese, Nadine Kuhn, Thomas Walter und Rolf Fesseler, die wieder für diesen Anlass ein kleines Programm zusammenstellten.

 

 

Gemeinsam können wir Vieles bewirken

Bischof Dr. Krämer betont Bedeutung des sich gemeinsam auf den Weg Machens
Pontifikalamt zum Dreikönigstag und Neujahrsempfang   
 

Um in dieser Zeit den richtigen Weg zu finden, müssen Christinnen und Christen, muss die Diözese Rottenburg-Stuttgart sich aufmachen und es wagen, neue, unbekannte Wege zu gehen. „Entscheidend ist, dass wir bereit sind aufzubrechen und den Mut haben, uns der Wirklichkeit zu stellen und genau hinzusehen.“ Dies sagte Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, bei einem feierlichen Gottesdienst in der vollbesetzten Konkathedrale St. Eberhard in Stuttgart anlässlich des Dreikönigstags am vergangenen Dienstag in seiner Predigt.

Im gerade begonnenen neuen Jahr spürten die Menschen, dass sich Dinge verändert haben und sich noch vieles verändern werde. Sie spürten, dass sie nicht stehen bleiben und zurückblicken, sondern nach vorne schauen müssen. „Wir werden auch in unserer Diözese in diesem neuen Jahr vieles angehen“, sagte Bischof Dr. Krämer mit Blick auf den diözesanen Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“, der im vergangenen Jahr gestartet war. „Wir werden uns weiter mit den Strukturen und Prozessen befassen, aber auch die Inhalte in den Fokus nehmen und neue Ideen entwickeln. Da wird es intensive Debatten und Diskussionen geben und auch manche Unsicherheit, welchen Weg wir einschlagen sollen“, sagte Bischof Dr. Krämer weiter und verwies auf das Beispiel der Heiligen Drei Könige: „Den richtigen Weg werden wir dann finden, wenn wir wie die Sterndeuter dem Stern folgen, der allein unserem Weg die richtige Orientierung geben kann: Jesus Christus ist unser Leitstern.“ Entscheidend sei es dabei, auf die kleinen und unscheinbaren Anfänge zu achten, denn Erneuerung geschehe oft unerwartet und überraschend. „Darum gilt es, neuen Ideen und Initiativen eine Chance zu geben. Auch wenn sie noch so klein und unscheinbar sind. Das Kleine ist nicht überflüssig oder verzichtbar. Dort, wo Leben ist, gilt es, dieses Leben zu bewahren und ihm eine Chance zu geben, zu wachsen und sich zu entwickeln“, sagte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Und so wie die Sterndeuter die Zeichen richtig deuteten und sie dem Stern gemeinsam nachgingen, verhalte es sich auch in der Gegenwart: „Als Christinnen und Christen sind wir gemeinsam unterwegs – wir sind eine synodale Kirche: wir werden gemeinsam beraten und nach neuen Wegen suchen. Denn jeder ist wichtig, jeder hat etwas beizutragen und gemeinsam können wir viel bewirken“, sagte Bischof Dr. Krämer auch mit Blick auf den Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“. Mit ihrer Schwerpunktsetzung auf veränderten Seelsorgestrukturen, der Digitalisierung, einer nachhaltigen Finanzplanung sowie einem Gebäudereduzierungsprozess möchte die katholische Kirche in Württemberg auf diesem Weg im neuen sowie in den darauf folgenden Jahren zukunftsweisende Veränderungen durchlaufen.

Lesen Sie den ganzen Bericht auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

Adventlicher Dies der Saulgauer Pensionäre

Gute Stimmung herrscht, wenn die pensionierten Pfarrer, Diakone und Pfarrhausfrauen des Dekanates Saulgau sich treffen. "O Heiland reiß die Himmel auf" sangen sie kräftig und genossen dabei die Gemeinschaft der Kollegen. Dekan Peter Müller und Dekanatsreferent Björn Held begrüßten die Pensionäre und konnten sich im Anschluss Zeit nehmen um mit jedem Einzelnen zu sprechen. Nach Kaffee und Kuchen kam Sankt Nikolaus zu Besuch und erinnerte die Pensionäre an ihre vergangene Amtszeit, in der sie selbst in Kindergärten und Schulen Nikolausbesuche organisiert hatten. Besonderer Dank für diesen Nachmittag gilt Diakon Hans Heller und seiner Frau für die gelungene Organisation. 

Wegweisende Entscheidungen – Sitzung des Diözesanrats in Untermarchtal

Bischof und Diözesanrat legen den Rahmen für die kommende Entwicklung einer „Kirche der Zukunft“ fest

Bericht von Markus Waggerhauser

Die Traditionen und das vielfältige Leben in den Kirchengemeinden zwischen Hohenlohe und Bodensee, Schwarzwald und Ostalb zu erhalten, in der Seelsorge vor Ort ansprechbar zu bleiben und auch neue Menschen zu erreichen, die nach einem spirituellen Mehr im Leben suchen, dafür hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Frühjahr den Prozess „Kirche der Zukunft“ gestartet. Ein Auslöser war der Rückgang der Mitgliederzahlen in der katholischen Kirche durch Austritt, demografische Entwicklung und weniger Taufen. Das und die wirtschaftliche Gesamtsituation sorgen für dauerhaft sinkende Kirchensteuereinnahmen. Zudem nimmt die Zahl derer ab, die einen Seelsorgeberuf ergreifen.
Der Diözesanrat steckte nun zusammen mit Bischof Dr. Klaus Krämer den Rahmen für das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ ab. Der Sitzung am Samstag in Untermarchtal vorausgegangen waren in diesem zentralen Teilprojekt des Zukunftsprozesses umfängliche Beratungsrunden und das Stimmungsbild einer breit angelegten Beteiligungsphase. Der Diözesanrat empfahl dem Bischof nach intensiver Beratung und Diskussion, aus aktuell 1.020 rechtlich selbstständigen Kirchengemeinden 50 bis 80 Raumschaften zu bilden. Dies soll Verwaltungsaufgaben reduzieren sowie dem kirchlichen Leben vor Ort finanziell und personell mehr Freiräume ermöglichen und es langfristig sichern. Der Bischof nahm das bis auf eine Gegenstimme einstimmige Votum des Diözesanrats an.

Anzahl der neuen Raumschaften

  • Die Diözese wird künftig aus 50-80 Raumschaften (Verwaltungseinheiten) bestehen
  • Die aktuellen Kirchengemeinden bleiben als Kirchorte weiterhin wichtige Orte des kirchlichen Lebens
  • Gläubige können im Kirchort weiterhin Verantwortung übernehmen 

Verwaltungsbeauftragte:r

  • Die Diözese etabliert die Funktion eines/einer Verwaltungsbeauftragten zur Unterstützung der Leitung der Raumschaft

Mögliche Leitungsmodelle

  • mit einem Pfarrer 
  • mit einem Pfarrer-Team. Einer der beiden Pfarrer wird zum Moderator ernannt und trägt die Letztverantwortung.
  • mit einem/einer Pfarrbeauftragten. Ein moderierender Priester trägt die Letztverantwortung. 
  • mit einem Pfarrbeauftragten-Team. Ein moderierender Priester trägt die Letztverantwortung.

Vereinigung durch Union

  • Eine Kirchengemeinde nimmt die anderen Gemeinden auf
  • Die aufnehmende Gemeinde ist neuer Pfarrsitz und stellt die Pfarrkirche
  • Dabei kann die neue Raumschaft den Namen der aufnehmenden Kirchengemeinde übernehmen oder einen neuen, gemeinsam Namen zu wählen

Nächster Projektschritt 2026

  • Umschreibung der Raumschaften durch Voten der Kirchengemeinden und muttersprachlichen Gemeinden

Jetzt stehen die Entscheidungen vor Ort an

Trinkwasser für alle - Rettet unsere Welt - Zukunft Amazonas

Brot für die Welt und Adveniat starten Weihnachstaktionen 

Ein Bericht der katholischen Nachrichten Agentur

Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt ruft zum verstärkten Einsatz für Klimaschutz, Ernährungsgerechtigkeit und sauberes Wasser in aller Welt auf. Mehr als zwei Milliarden Menschen
fehle der Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl dieser Zugang als grundlegendes Menschenrecht anerkannt ist, kritisierte Präsidentin Dagmar Pruin am Sonntag in Karlsruhe. Bei der bundesweiten Eröffnunder Aktion «Kraft zum Leben schöpfen» kritisierte sie, die Folgen des Klimawandels seien ungerecht verteilt, denn diejenigen, die ihn nicht verursacht hätten, litten am meisten darunter.
Reverend James Bhagwan, der Generalsekretär der Pazifischen Konferenz der Kirchen, berichtete in dem von der ARD übertragenen Gottesdienst von den Folgen für die Menschen in der Pazifikregion. In deren Alltag sei Wasser längst eine existenzielle Bedrohung - durch den steigenden Meeresspiegel, Umweltzerstörung und verschmutzte Flüsse: «Erlasst Schulden, die den Aufbau notwendiger Infrastruktur zunichtemachen! Stoppt Investitionen, die Wälder, Flüsse und Korallenriffe zerstören, schützt Frauen und Kinder vor Gewalt, die mit Entwurzelung und
Vertreibung einhergeht», forderte Bhagwan.

Auch katholische Kirche fordert mehr Klimaschutz
1959 rief die Evangelische Kirche erstmals mit der Aktion Brot für die Welt zu Spenden im Kampf gegen Hunger und Armut auf. Gemeinsam mit Partnerorganisationen ermöglicht das evangelische
Entwicklungswerk heute nach eigenen Angaben Menschen in über 80 Ländern, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Schwerpunkte der Arbeit sind die Überwindung von Hunger und Armut, die Stärkung von Bildung und Gesundheit sowie der Einsatz für Menschenrechte und Klimagerechtigkeit. Die Kollekten an Heiligabend sind in den evangelischen Kirchengemeinden traditionell für Brot fürdie Welt bestimmt.
Die beiden großen Kirchen in Deutschland eröffnen traditionell mit Festgottesdiensten und Begegnungen mit Gästen aus dem globalen Süden am ersten Adventssonntag ihre bundesweiten Weihnachtsspendenaktionen. In Mainz stellte die katholische Hilfsorganisation Adveniat unter dem Leitwort «Rettet unsere Welt - Zukunft Amazonas» das Engagement für
Umwelt und Klima ins Zentrum. In der Vorweihnachtszeit und in den Weihnachtsgottesdiensten rufen die Kirchen traditionell zu Spenden für Hilfsprojekte weltweit auf.
Dabei kommen Spendensummen in Millionenhöhe zusammen.
 

 

Synodale Haltung -Öffne Dich ! Bischof Dr.Klaus Krämer zum bevorstehenden Reformprozess

Öffne Dich – für den Segen und die Nöte unserer Zeit – unsere Kirche – für den Aufruf Gottes, der darin liegt –
für unterschiedliche Meinungen – für Ideen – aber auch für unlösbare Fragen.

(P. Franz Meures SJ)

Um Gottes Stimme zu hören und wahrzunehmen, was jetzt dran ist, ist es notwendig, innerlich offen zu sein und den Geist weit zu machen. Gottes Geist lässt sich nicht einengen oder begrenzen, sondern will uns weit und offen machen. Das lateinische Wort „Spiritus” weist auf den Atem Gottes hin. Er belebt, erneuert und verbindet – wie ein sanfter Wind, der uns bewegt, stärkt und neue Horizonte eröffnet. Gerade dann, wenn unser Denken und unsere Haltung zu eng und einseitig sind, will der Geist Gottes uns weiten und öffnen.
Denn die Wirklichkeit ist meist vielfältiger und weiter, als ich mir das vorstellen kann, Gottes Schöpfung ist so unendlich groß und weit. Gerade auch in einer offenen Haltung kann Gott wirken und sich Neues, oftmals auch Überraschendes zeigen. Dabei ist mir der Austausch, der Dialog mit anderen sehr wichtig. Er eröffnet neue Horizonte und neue Perspektiven. Eine offene synodale Haltung zeigt sich nicht zuletzt auch im respektvollen Umgang mit anderen Meinungen.
Bei meinen weltkirchlichen Begegnungen traf ich oft auf Menschen, die authentisch, respektvoll und geistvoll waren – auch wenn sie sich in einem ganz anderen und für mich zunächst ungewohnten kulturellen Kontext bewegten. Doch gemeinsam mit ihnen, die ebenfalls offen auf mich zugingen, begegneten wir uns in einer Tiefe, die uns spüren ließ, wie gegenwärtig Gottes Geist gerade in diesen Begegnungen sein kann.
Offenheit ist kein Verlust von Sicherheit und Klarheit, sondern der Raum, in dem der Heilige Geist wirken und Neues wachsen kann.
Bischof Dr. Klaus Krämer 

Lesen Sie dazu mehr auf dem Mitarbeiterportal der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Moral ist vernünftig

Das Dekanat Biberach gedachte des 20. Todestages von Professor Alfons Auer -
der Moraltheologe stammte aus Schönebürg bei Schwendi.

Ein Bericht von Markus Waggershauser

Am 19. November 2005 starb der emeritierte Professor Alfons Auer in Tübingen. Der Priester hatte sich vor allem mit seinem Buch „Autonome Moral und christlicher Glaube“ über Theologenkreise hinaus einen Namen gemacht. 1915 in Schönebürg bei Schwendi im früheren Dekanat Laupheim geboren, wurde der Professor für christliche Ethik bei der Zusammenlegung von vier Dekanaten Anfang 2007 zur Identifikationsfigur des neuen Dekanats Biberach. Dekan Stefan Ruf erinnerte vor dem Gedenkgottesdienst zum 20. Todestag am Donnerstagabend in der Wallfahrtskirche auf dem Bussen an die Heimatverbundenheit des Theologen, der immer wieder zu Fortbildungen und Predigtreihen in die Region gekommen sei.

Pfarrer Dr. Thomas Amann von der Seelsorgeeinheit St. Scholastika bei Ochsenhausen erlebte Alfons Auer während seiner Studienzeit und schrieb bei ihm seine Diplomarbeit. „Er war ein sehr offener und auch streitbarer Mensch, aber nie unversöhnlich“, beschrieb er ihn.  Vor Auer sei in der Kirche das Denken vorherrschend gewesen, dass der Mensch die vorgegebenen göttlichen Grundprinzipien umsetzen müsse, um moralisch gut zu leben. Die von Auer vertretene autonome Moral gehe dagegen davon aus: „Der Mensch kann von seinem Verstand her die Dinge der Welt selbst erkennen“, erläutert Amann. Da der Mensch aber nicht vollkommen, also sündig sei, brauche es die Orientierung am Glauben. Die Gewissensentscheidung des einzelnen Menschen sei aber immer die letzte Instanz.

Verständnis wecken statt Strafe
Was das in herausfordernden Zeiten wie heute bedeuten kann, zeigte Pater Alfred Tönnis in seiner Predigt am biblischen Beispiel. Als die Jünger Jesus in ihrem Boot weckten, weil sie in einen Wirbelsturm geraten waren, und ihn um Hilfe baten, seien laut Bibel weitere Boote mit ihnen auf dem See gewesen. Jesus gebot dem Wind Einhalt. „Auch die Boote werden gerettet, in denen Jesus nicht ist“, betonte der Bussenpfarrer. Durch die Vernunft könnten Menschen außerhalb der Kirche ebenfalls erkennen, was gut und verantwortungsvoll ist. Gesetze und Regeln seien wichtig - auch in der Kirche. Aber im Sinne der autonomen Moral sei nicht Bestrafung allein die richtige Antwort auf Fehlverhalten. Es gehe darum Verständnis zu wecken, weshalb es nicht gut sei, wenn andere dadurch geschädigt würden.

Von Auers Bescheidenheit berichtete Pfarrer Martin Ziellenbach, zu dessen Seelsorgeeinheit Schönebürg gehört. Der Professor lehnte große Feiern - etwa zu seinem Priesterjubiläum - ab und wählte als letzte Ruhestätte das Grab seiner Familie. „Das muss man richtig suchen“, weiß Ziellenbach, der stellvertretender Dekan ist. In den Jahren nach dem Tod des Professors wurde das Gebäude mit den Dienststellen des Dekanatsverbands in der Biberacher Kolpingstraße fertiggestellt und die Dekanate Laupheim, Ochsenhausen, Riedlingen und Biberach gingen im neuen Dekanat Biberach auf. "Als Sohn des Landkreises und als großer Theologe hatte Auer eine hohe Identifikation", erklärt Ziellenbach, weshalb das Dekanatsgebäude seinen Namen erhielt.

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Die gute Seele im Hintergrund

Generalversammlung der Mesner im Dekanat Biberach
Ein Bericht von Edith Fuchs

Mit einer feierlichen heiligen Messe in der Stadtpfarrkirche Biberach St.Martin begann die Versammlung der Mesner des Dekanates Biberach. In der anschließenden Generalversammlung im Gemeindehaus St.Martin versammelten sie sich, um sich auf den neusten Stand der Information zu bringen.
„Wir danken Ihnen für die stetige Bereitschaft, die Kirchen und Sakristeien in Ordnung zu halten und vor und nach allen Gottesdiensten den Pfarrern hilfreich zur Seite zu stehen“, begrüßte Dekan Stefan Ruf die anwesenden Mesner und Mesnerinnen seines Dekanates. Schon im Gottesdienst hatte er den stellvertretenden Dekan Nicki Schaepen aus Bad Schussenried mit einem Dekret des Bischofs zum neuen Dekanatspräses ernannt. Ihm zur Seite stehen die Vertreter der Mesner aus den vier Regionen des Dekanates, Klaus Sanke für Riedlingen. Jürgen Sauter für Ummendorf, Günther Gerlach für Laupheim und der neu ernannte Paul Notz für Ochsenhausen. Sie alle sind für die geistliche Begleitung zuständig und als Ansprechpartner in problematischen Situationen für die Mesner da.

Herbert Wohnhas, Dekanatsleiter der Biberacher Mesner, begrüßte seine Kollegen und alle anwesenden Priester. „Durch die bevorstehende Umstrukturierung der Diözese, stehen auch wir Mesner in naher Zukunft vor großen Herausforderungen“, gab er seinen Kollegen zu bedenken. Schon in den letzten Jahren ist der Mesnerverband neu aufgestellt worden und untersteht jetzt in der Diözese der Hauptabteilung VIII für Liturgie. Schon lange wirbt Herbert Wohnhas dafür, dass sich die Mesner nicht nur innerhalb einer Seelsorgeeinheit vertreten können, sondern auch eine Vertretung zwischen den Seesorgeeinheiten möglich sein muss. „Das ist meine Kirche und meine Sakristei“, hört man von den Mesnern gerne – was aber nicht heißen darf, dass er nur in einer Kirche arbeiten kann. „Jede Sakristei muss gleich funktionieren, sowie auch der Inhalt des Tabernakels überall gleich ist“, erklärt er schmunzelnd. Für die Mesner sollte also die kommende Gebietsreform der Diözese eher eine positive Herausforderung sein.
Alle Mesner untereinander sind eine gute Gemeinschaft, was man an den Berichten aus den Regionen gut heraushören konnte. In allen vier Regionen des Dekanates Biberach gibt es regelmäßige Treffen, Jahresversammlungen, Grillabende, Ausflüge und Stammtische.  
Bei der anschließenden Wahl des neuen Dekanatsleiters wurde Herbert Wohnhas, Mesner in der Stadtpfarrkirche für zwei Jahre wiedergewählt. Durch die neue Satzung des Mesnerverbandes war im Vorfeld der Ablauf der Wahlen stark vereinfacht worden. Als Delegierte, die in der Delegiertenversammlung Wahl- und Stimmrecht für das Dekanat Biberach ausüben, wurden Ewa Stanek aus Laupheim und Sandra Frank aus Tannheim gewählt.

„Wir sind sehr glücklich, dass bei uns im Dekanat Biberach bei den Mesnern alles so gut läuft“, beschloss Herbert Wohnhas die Sitzung mit dem Blick darauf, dass jetzt alle Ämter wieder gut besetzt sind. Für die Ausbildung der neuen Mesner werden auch im nächsten Jahr Kompaktkurse an verschiedenen Orten angeboten. Der nächste findet am 7.März 2026 in Biberach statt. Auch einen Mesnertag für alle wird es im nächsten Jahr wieder geben. Der Ausflug nach Fellbach am 29.April 2026 wird für die Mesner sicher zu den Highlights des nächsten Jahres gehören.

Jahresversammlung des Forums Kath. Seniorenarbeit Dekanate Biberach und Saulgau

Veränderungen im K-Team

Im Frühjahr haben Hildegard Frank und Cäcilia Reitemann ihre Mitarbeit im K-Team beendet.
Hildegard Frank hat dem K-Team als Vertreterin des Dekanats Saulgau  seit 2008 angehört. Sie hat das Forum Kath. Seniorenarbeit auch im Dekanatsrat Saulgau vertreten. Ihre reiche Erfahrung aus ihrer langjährigen Arbeit in der Seniorengruppe Hohentengen und im meditativen Tanzen waren eine Bereicherung für das Forum. Seit mehreren Jahren wurde sie in der Seniorengruppe Hohentengen und im Forum Kath. Seniorenarbeit von Cäcilia Reitemann unterstützt. Da beide Frauen bei der Jahresversammlung nicht anwesend sein konnten, wurden sie mit einer Dankes-Karte und einem kleinen Geschenk bedankt, das ihnen Dekanatsreferent Björn Held nach Hohentengen gebracht hat.

Als Maria Dietrich vor über 20 Jahren in den damaligen Vorstand des Forums kam, tat sie dies als Vertreterin des damaligen Dekanats Laupheim. Mit großem Engagement hat sie sich für die Belange der älteren Generation stark gemacht. Jahrelang hat sie das Regionaltreffen für die Region Laupheim organisiert und inhaltlich mitbegleitet. Die Texte der Seniorenwallfahrtsgottesdienste trugen auch ihre Handschrift.  Ihre reiche Erfahrung aus dem ökumenischen Seniorentreff in Burgrieden, aus ihrer vielfältigen ehrenamtlichen Arbeit in ihrer  Kirchengemeinde und ihre positive Sicht aufs Älterwerden haben die Gespräche und Unternehmungen des K-Teams sehr bereichert. Als Vertreterin des Forums im Dekanatsrat Biberach hat sie dies  oft zum Ausdruck gebracht.

Auf ihren Wunsch wurde Maria Dietrich nach ihrer langen Zeit in der Verantwortung für das Forum Kath. Seniorenarbeit in der diesjährigen Jahresversammlung verabschiedet. Frau Gleinser zeigte nochmals wichtige Stationen ihrer Tätigkeit auf und bedankte sich aufs Herzlichste unter großem Beifall der Anwesenden mit einem Geschenk.  Maria Dietrich betonte, dass sie um eine Nachfolge in Burgrieden geworben habe und dass sie zwei Frauen aus Burgrieden gewinnen konnte, die jetzt im K-Team mitarbeiten.

 

 

Kapiteljahrtag im Dekanat Saulgau

Dekanat Saulgau gedenkt am Kapiteljahrtag der Verstorbenen und bittet um Frieden in der Welt.

In existenzieller Not nicht vorschnell von Gott reden

Notfallseelsorger:
Es ist nicht meine Aufgabe zu missionieren

Ein Bericht von Norbert Demuth (KNA)

Sie treffen auf schockierte und tief trauernde Menschen:
Notfallseelsorger begleiten Personen in ihren schwächsten Momenten, etwa wenn sie einen Angehörigen durch ein Unglück verloren haben. Wann redet man da von Gott?

Stuttgart (KNA) Manchmal sind es Zugunglücke oder Busunfälle, die viele Menschen betreffen. Manchmal zerreißt ein tödlicher Verkehrsunfall das Leben einer einzigen Familie. «Gott, warum hast Du das zugelassen? Gott, wo warst Du?» Diese Frage hören Notfallseelsorger zwar, wenn sie geschockte und trauernde Angehörige betreuen. «Aber es ist nicht die erste Frage, wenn ich in ein Haus komme oder an den Straßenrand», sagt Hans-Jürgen Hirschle (68), Mitglied im Leitungsteam der ökumenischen Notfallseelsorge im schwäbischen Landkreis Biberach.
«Kreischen, Weinen, Zusammenbrechen»
Notfallseelsorger seien auch schlecht beraten, würden sie direkt nach einem katastrophalen Ereignis vorschnell von Gott reden: «Denn ich treffe Menschen in existenzieller Not», sagt Hirschle im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Stuttgart. Die Konfrontation mit einem eigentlich unvorstellbaren Schreckensereignis äußere sich in großer Bandbreite: «Von Ablehnung, Nicht-Wahrhaben-Wollen bis hin zu Kreischen, Weinen, Zusammenbrechen.» Da sei es erst einmal nötig, die rein körperlichen Auswirkungen eines Schicksalsschlages abzumildern, betont Hirschle. Menschen ein Glas Wasser zu reichen, gegen den trockenen Mund. Oder zu sagen: Setzen Sie sich bitte hin.
«Bestraft mich Gott?»
Erst im Laufe des Gesprächs, «das kann schon nach zehn Minuten sein oder auch erst nach zwei oder drei Stunden», komme dann etwa bei Angehörigen von Unfallopfern manchmal die Frage nach Gott. Oft zunächst anklagend: «Wieso lässt Gott das zu?» Zu hören seien Sätze wie: «Ich gehe doch viel in die Kirche, und ich bete oft. Was habe ich getan, dass der Herrgott mich so bestraft?»
Hirschle ist katholischer Diakon. Er sagt: «Die ganze Arbeit der Seelsorge ist es dann, ganz behutsam dieses Gefühl wegzunehmen: Nein, das ist keine Strafe Gottes. Das sind irdische Dinge, Unglücke passieren!» Und man dürfe auch mit Gott hadern - «das ist legitim in unserem Glauben!».
2.780 fürchterliche Schicksale
Wer sich in ein Auto setzt, bewegt sich potenziell in einem Gefährt, das andere Menschen töten kann. Im Jahr 2024 sind in Deutschland 2.780 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, so das Statistische Bundesamt. Das sind 2.780 fürchterliche Schicksale, allein in Deutschland, allein letztes Jahr. Beim Überbringen der Todesnachricht - wobei immer auch die Polizei dabei ist - wann spricht ein Notfallseelsorger da zu den Hinterbliebenen von Gott? Auf jeden Fall nicht gleich zu Beginn: «Wenn ich sagen würde: 'Der Verunglückte ist doch jetzt im Himmel.' Dann würden mir 90 Prozent der Menschen an die Gurgel springen», sagt Hirschle. «Das will man nicht hören in dem Moment.» Das sei billig, aufgesetzt und ein Zeichen dafür, dass ein unsicherer Seelsorger sich damit selbst trösten wolle, betont Hirschle, der 26 Jahre als Klinikseelsorger gearbeitet hat und auch beim schweren Zugunglück im Juli in Riedlingen im Einsatz war.
Seelsorge in der Not für Jeden
«Erst wenn das Gegenüber es zulässt, dann spreche ich von Gott», betont der Notfallseelsorger. Das aber sei nicht die erste Priorität: «Es ist nicht in erster Linie die Aufgabe der Notfallseelsorge zu missionieren», unterstreicht Hirschle. «Das ist nicht mein Job.» Notfallseelsorger müssten aber «die Bereitschaft haben, das christliche Menschenbild zu vertreten», sagt der Diakon. Wenn jemand ihn bitte: «Können wir noch beten.» Oder wenn es nötig sei, den Sterbesegen zu spenden.
Ob jemand katholisch, evangelisch oder atheistisch sei, spiele im Einsatz «absolut keine Rolle», betont Hirschle. «Ich gehe nie in ein Gespräch rein mit der Frage: Bist Du noch in der Kirche? Glaubst Du an Gott»? Er sei schließlich als Notfallseelsorger nicht zu Christen oder zu Katholiken gesandt. «Sondern zu Menschen!»

Diözese Rottenburg-Stuttgart Spitzenreiter bei Ministrant:innen

Bischof Dr. Krämer ist dankbar für Engagement der jungen Katholikinnen und Katholiken in der Diözese 
Rund 300.000 junge Menschen engagieren sich bundesweit


Bonn/Wiesbaden/Rottenburg. Rund 300.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich in Deutschland als Ministrantinnen und Ministranten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der deutschen Bistümer und Diözesen, die heute (18. Juni 2026) beim Forum Ministrant:innenpastoral in Wiesbaden vorgestellt wurde. Der Anteil weiblicher Ministrantinnen liegt bundesweit bei rund 54 Prozent.
„Die Ministrantinnen und Ministranten gehören zu einer der stärksten und sichtbarsten Formen kirchlicher Jugendarbeit in Deutschland“, erklärt Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Wer ministriert, weiß nicht nur um Abläufe von Gottesdiensten. Junge Menschen gestalten ihr religiöses Leben aktiv und machen dabei ganz eigene Glaubenserfahrungen. Das ist Jugendpastoral im besten Sinn: nah an den jungen Menschen und verbunden mit dem Leben der Kirche vor Ort.“ Die Zahlen wurden beim Forum Ministrant:innenpastoral vorgestellt, das vom 16. bis 18. Juni 2026 von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) veranstaltet wurde. Rund 60 Fachleute aus den deutschen Bistümern und Diözesen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Ausbildung und pastoraler Praxis berieten über die Zukunft der Ministrant:innenpastoral.

Die Auswertung zeigt, dass der Ministrant:innendienst trotz rückläufiger katholischer Jugendjahrgänge einer der größten Orte kirchlicher Jugendpastoral bleibt. Beispielsweise weist die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit 21.290 Ministrantinnen und Ministranten die höchste absolute Zahl aus. 

Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und zugleich Präsident des internationalen Ministrant:innenbundes (CIM), ist dankbar für diese Entwicklung und sagt: „Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, zu sehen, wie lebendig der Ministrant:innendienst in unserer Diözese ist. Über 21.000 Ministrantinnen und Ministranten – dieses hohe Engagement der jungen Katholikinnen und Katholiken in der Diözese ist ein Grund zur Freude. Mein herzlicher Dank gilt allen, die sich hier engagieren, und allen, die sie dabei unterstützen.“
Das Erzbistum Paderborn erreicht mit 55 Prozent den höchsten Anteil weiblicher Ministrantinnen. Im Bistum Dresden-Meißen engagieren sich 3.400 Ministrantinnen und Ministranten. Bezogen auf die Katholikenzahlen des Bistums entspricht dies rund 2,7 Prozent. Gerade in einem Diaspora-Bistum macht diese Zahl deutlich, welche Bedeutung der Ministrant:innendienst für die Sichtbarkeit jungen kirchlichen Lebens hat. 
Aktuelle Ergebnisse der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) weisen gleichzeitig darauf hin, dass Ministrant:innenerfahrungen innerhalb katholischer Glaubensbiografien junger Menschen an Bedeutung gewinnen. 

Unter den 14- bis 21-jährigen westdeutschen Katholikinnen und Katholiken mit Erstkommunion- oder Firmungserfahrung geben 47 Prozent an, selbst Ministrantin oder Ministrant gewesen zu sein. 

In den älteren Generationen ist dieser Anteil deutlich niedriger. Bischof Dr. Klaus Krämer betont die Bedeutung dieses Engagements: „Ministrantinnen und Ministranten zeigen, dass junge Menschen nicht nur Gäste in der Kirche sind. Sie gestalten Liturgie mit und übernehmen Verantwortung. Der Dienst am Altar verbindet junge Menschen über Grenzen, Sprachen und Kulturen hinweg.“ 
Ein Schwerpunkt des Forums Ministrant:innenpastoral war die Frage, wie junge Menschen in einer sich wandelnden kirchlichen Wirklichkeit erreicht werden können. Dabei wurde auch die wachsende Bedeutung mehrsprachiger und international geprägter Ministrant:innengruppen deutlich. Zudem berieten die Teilnehmenden über die Unterstützung ehrenamtlicher Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter sowie über zeitgemäße Formen liturgischer Bildung. Die Ergebnisse der Ministrant:innenzählung sollen weiter ausgewertet und die Vernetzung der Bistümer soll gestärkt werden. Auch die Beteiligung von Ministrantinnen und Ministranten an zukünftigen Entwicklungsprozessen soll weiter ausgebaut werden.
 

Zum Hintergrund:


Der Coetus Internationalis Ministrantium (CIM) ist der internationale Zusammenschluss der Verantwortlichen für die Ministrant:innenpastoral in zahlreichen Ländern. Er wurde 1960/1961 gegründet, um die weltweite Vernetzung von Ministrant:innengruppen zu fördern und den Austausch über pastorale Konzepte zu ermöglichen. Eine der wichtigsten Aufgaben des CIM ist die Organisation der internationalen Ministrant:innenwallfahrten, die regelmäßig stattfinden. Zuletzt reisten im Sommer 2024 rund 50.000 Ministrantinnen und Ministranten zur internationalen Ministrant:innenwallfahrt nach Rom. 
Die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) ist die Fachstelle für Jugendfragen der Deutschen Bischofskonferenz. Sie unterstützt die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und arbeitet an zentralen Fragen katholischer Jugendpastoral in Deutschland. 

Weitere Informationen gibt es online unter: ministranten.de

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller (Erz-)Diözesen in Deutschland. Derzeit gehören ihr 61 Mitglieder (Stand: Juni 2026) aus den 27 deutschen (Erz-)Diözesen an. Sie wurde eingerichtet zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zur Koordinierung der kirchlichen Arbeit, zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Kontaktpflege zu anderen Bischofskonferenzen. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentrifft.

Bei der Frühjahrskonferenz der Dekane standen die nächsten Schritte im Entwicklungsprozess im Fokus

Die Frühjahrskonferenz der Dekane und ihrer Stellvertreter mit der Diözesanleitung hat sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem diözesanen Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ beschäftigt. „Heute steigen wir auch in diesem Gremium in die Phase der Umschreibung der Raumschaften ein“, sagte Weihbischof Matthäus Karrer, Leiter der Hauptabteilung „Pastorale Konzeption“ im Bischöflichen Ordinariat, zu Beginn der Tagung mit rund 50 Teilnehmenden im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart.
 In den Dekanaten werden nach den grundlegenden Voten des Diözesanrats vom November bis zum 7. Mai dieses Jahres erste Vorschläge für die neuen Raumschaften erarbeitet. Diese sollen dann in einem gemeinsamen Studientag der Dekane, Dekanatsreferent:innen und Leitungen der Verwaltungszentren beraten werden.

Barbara Strifler, Mitglied der Prozess-Projektleitung (PPL) betonte, dass bei dem Studientag am 7. Mai keine fertigen Konzepte von den Dekanaten erwartet werden, sondern erste Vorschläge. Ziel sei es, dass der Diözesanrat in seiner Novembersitzung ein Votum zu den neuumschriebenen Raumschaften abgeben könne. „Wenn der Bischof diese Voten annimmt, treten wir ab 2027 in die Phase der Bildung der neuen Raumschaften ein“, so Barbara Strifler weiter. Für die Bildung der neuen Raumschaften sei ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren vorgesehen.

Gelingende Motivation von Ehrenamtlichen im Entwicklungsprozess

In der folgenden Aussprache berichteten die Dekane in einem Stimmungsbild aus den Gemeinden von Verunsicherung, Unsicherheit und Angst vor der Veränderung, aber auch von Aufbruchstimmung, Zuversicht und Freude an der Veränderung. Ein Punkt war auch die Frage, wie im laufenden Entwicklungsprozess die Motivation von Ehrenamtlichen gelingen könne. „Wir müssen jetzt schon das Engagement für den künftigen Kirchort stark machen. An diesen Orten wird weiterhin das Gemeindeleben so wie wir es kennen, stattfinden“, sagte Weihbischof Matthäus Karrer. Die neu entstehende Kirchengemeinde als rechtliches Konstrukt sei dagegen eher vergleichbar mit kommunalen Strukturen.  

Erfolg des Prozesses hängt von Beteiligung der Gemeinden ab

Bischof Dr. Klaus Krämer betonte in seinem Abschluss-Statement zum Vormittag, dass ihm die intensive Beteiligung der Gemeinden in der aktuellen Phase des Entwicklungsprozesses besonders wichtig sei. „Der Erfolg und die Akzeptanz des gesamten Prozesses in der Fläche hängt davon ab“, sagte der Bischof. Nicht zuletzt, deswegen wird Bischof Dr. Klaus Krämer von März bis Juli 2026 auf sieben Regionalkonferenzen in den verschiedenen Teilen der Diözese vor Ort sein, um über den aktuellen Stand des Prozesses zu berichten, aber auch um zuzuhören.

Beteiligung und Zusammenarbeit sind gelebte Tradition in der Diözese

Nach der Mittagspause befasste sich die mittlere Leitungsebene der Diözese mit der „Seelsorge in neuen Räumen“. Dabei diskutierten die Dekane und ihre Stellvertreter in Kleingruppen Fragen zu Pastoralteams, zur Territorialseelsorge, zur Kategorialseelsorge und darüber, wie die Verantwortung und Vernetzung in den neuen Kirchengemeinden aussehen könnten. „Die Themen, die wir gerade diskutiert haben, müssen wir jetzt angehen. Wir haben hier keine fertigen Konzepte in der Tasche, sondern müssen diese in den nächsten Monaten zusammen entwickeln“, sagte Bischof Dr. Krämer. Zum Abschluss der Dekanekonferenz bedankte sich der Bischof bei allen Teilnehmern für den guten und konstruktiven Austausch.  „Ich habe das im vergangenen Jahr schon so erlebt und bin sehr froh, dass wir diesen Weg weitergehen“, sagte der Bischof. Schließlich habe Beteiligung und das Zusammenangehen von Themen eine gute und gelebte Tradition in unserer Diözese, sagte Bischof Krämer mit einem Verweis auf das Rottenburger Modell.  

                                                                                                                                                                                                                                                                        Bericht von Tobias Döpker

Dekanatsrat Saulgau diskutiert über Kirche der Zukunft

Weniger Mitglieder, sinkende Kirchensteuereinnahmen, Rückgang des pastoralen Personals um 50% bis 2040 - für die Diözese Rottenburg-Stuttgart gilt es, unter diesen herausfordernden Rahmenbedingungen Kirche der Zukunft zu gestalten. Der Dekanatsrat Saulgau hat sich in seiner Herbstsitzung am Mittwoch, 22. Oktober 2025 in Mengen mit diesem zentralen Thema intensiv beschäftigt.
Dekanatsreferent Björn Held und Diözesanrat Egon Oehler skizzierten zunächst die Grundelemente des diözesanen Reformvorhabens: Bausteine einer Kirchenvision, ein umfassendes Seelsorge-Verständnis, mögliche Größen der neuzubildenden Kirchengemeinden bzw. Raumschaften, Formen der Vereinigung bisheriger SEs zu neuen größeren Raumschaften sowie Leitungsmodelle. In der anschließenden regen Diskussion waren alle Teilnehmenden eingeladen, ihre Gedanken zur geplanten Reform zu äußern.
Dabei wurde zum einen kritisch hinterfragt, ob jahrhundertealte Kirchengemeinden nun plötzlich aufgelöst werden, was es in größeren Raumschaften an kirchlichem Leben noch vor Ort geben kann, wieso funktionierende Systeme unnötigerweise aufgelöst würden oder dass der gesamte Prozess zu wenig geistlich-inhaltlich und sehr stark organisational geprägt ist.
Andererseits wurde der Reformweg als sinnvoll, ja notwendig angesehen, da bspw. die Einsetzung eines Verwaltungsbeauftragen eine wirksame administrative Entlastung für Pfarrer und Seelsorgeteam bedeuten könnte, neue Leitungsmodelle die Leitungsverantwortung auf mehrere Schultern verteilen, das Ehrenamt gestärkt und gefördert wird oder durch die Reduktion der Körperschaften Geld und Arbeitsaufwand eingespart werden können.
Letztlich - und darüber bestand Konsens - kann es bei einem kirchlichen Veränderungsprozess nie nur um eine Strukturreform gehen, sondern immer auch und zuallererst um eine geistliche Erneuerung. Dekan Peter Müller zeigte sich optimistisch, dass die Kirche im Dekanat Saulgau diesen Herausforderungen gewachsen ist und ermutigte die knapp 40 anwesenden Rätinnen und Räte, offen zu sein für Veränderungen und darauf zu vertrauen, dass die Kirche mit Gottes Hilfe auch in neuen Strukturen eine Zukunft hat.
Neben dem Reformprozess standen aber auch noch andere Themen auf dem Programm: Die drei Kandidierenden für die Diözesanratswahl Schwester Kathrin Prenzel, Egon Oehler und Wolfgang Sekul stellten sich vor. Silvia Hall ist die neue Regionalmanagerin und beschrieb die nächsten Schritte für den Gebäudeentwicklungsprozess. Und die neue Klinikseelsorgerin von Bad Saulgau Schwester Waltraud Vögele erzählte ein wenig von ihrem Arbeitsalltag und dem ihrer beiden Mitschwestern. Der Beschluss zur Bezuschussung eines Promotion-Anhängers für den Oberschwäbischen Pilgerweg e.V., die Neuauflage der Päkchenaktion zugunsten der Ukraine-Hilfe sowie Informationen zu geplanten Glaubensangeboten und Dekanatswallfahrten rundeten den Abend ab.

Dekan Peter Müller dankte allen für ihr engagiertes Mittun und wünschte einen guten Nachhauseweg.

 

Mit Mut und Zuversicht auf dem Weg zur „Kirche der Zukunft“

Ergenzingen, Oktober 2025 – Am 18. Oktober traf sich das oberste gewählte Laiengremium der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf der Liebfrauenhöhe in Ergenzingen zum Studientag – im Mittelpunkt standen dabei weitere intensive und richtungsweisende Informationen und Beratungen zum diözesanen Prozess „Kirche der Zukunft“.

Rückläufige Mitgliederzahlen, damit verbundene sinkende Kirchensteuereinnahmen, Kostensteigerungen und der Rückgang des Pastoralen Personals – die Diözese Rottenburg-Stuttgart steht vor großen Herausforderungen. Ebendiesen möchte sie sich gemeinsam mit allen Mitgliedern stellen und sich in eine positive und zukunftsfähige Richtung weiterentwickeln. Dazu hat Bischof Dr. Klaus Krämer gemeinsam mit dem Diözesanrat im Frühjahr 2025 den umfassenden Veränderungsprozess „Kirche der Zukunft“ angestoßen, der auf mehrere Jahre angelegt ist und verschiedene Projekte umfasst – das erste grundlegende Projekt des Prozesses ist das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“.
In seiner Junisitzung hatte der Diözesanrat bereits intensiv über die künftige Ausrichtung und Struktur der Ortskirche diskutiert und sich dann einstimmig dafür ausgesprochen, den von der Prozessleitung vorgestellten Weg weiterzugehen. Ziel des Studientages war nun, gerade mit Blick auf die Novembersitzung, nochmals intensiv über die relevanten Inhalte zu diskutieren sowie offene Fragen zu thematisieren und gegebenenfalls zur weiteren Klärung oder Beurteilung in Auftrag zu geben. „Um eine gute Grundlage für die Entscheidungen zu haben, die wir dann im November in der Diözesanratssitzung treffen werden“, betonte Bischof Dr. Klaus Krämer zu Beginn des Studientags. „Ich freue mich und bin gespannt auf den Austausch, die Beratungen und die Begegnungen mit Ihnen. Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Beiträge, Ihre Rückmeldungen und Ihre Unterstützung in diesen für uns alle bewegenden Zeiten“.
Auch dieses Mal wurde nicht nur die Sitzordnung im Sinne einer Synodalen Kirche gestaltet, auch wurde der Tag mit synodalen Impulsen eingestimmt, sensibilisiert und begleitet.
Sehr erfreut zeigte sich Stefanie Oeben vom Prozess-Projekt-Leitungsteam über die rege Teilnahme an der Onlinebefragung. Insgesamt haben fast 1900 Menschen aus Haupt- und Ehrenamt teilgenommen, davon haben bislang rund 1100 die Umfrage komplett ausgefüllt. Das Ziel der Umfrage ist es, die Stimmung wahrzunehmen und zu sehen, was den Menschen in der Diözese wichtig ist, wo noch Klärungsbedarf besteht und wo noch intensiver informiert werden muss, um die Menschen auf dem Weg der Veränderung mitzunehmen. Bis Anfang November besteht noch die Möglichkeit, sich an der Onlinebefragung zu beteiligen und sich zu den diskutierten Modellen zu äußern.
Neben der Prozessleitung berichteten auch Vertreterinnen und Vertreter aus den Kernteams und Themengruppen, sowie Mitarbeitende aus dem Bischöflichen Ordinariat über den aktuellen Sachstand im Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“. Durch das Projekt sollen künftig größere pastorale Räume entstehen, angepasst an städtische oder ländliche Gegebenheiten, sowohl pastoral tragfähig als auch administrativ effizient. Aber wie kommen Seelsorge und Strukturen zusammen, wie entsteht ein gutes Miteinander? Wie kann die Leitung in diesen neuen Strukturen aussehen, welche Leitungsmodelle sind nach CIC 517 § 2 möglich und denkbar – also Leitung in geteilter Verantwortung.

Nach den Kurzberichten konnten sich die Rätinnen und Räte dann nochmals in Form von Themeninseln intensiv mit den Verantwortlichen tiefgreifender austauschen, offene Fragen klären und ihre Anmerkungen und Ergänzungen einbringen.

Teilhabe versprochen und eingehalten
Bei seinem Resümee am Ende des Studientags zeigte sich Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn sehr zufrieden. Der Prozess "Kirche der Zukunft" schreite voran. Er sei dankbar, dass Bischof Krämer sein Versprechen, das er zu Beginn seiner Amtszeit gegeben, auch eingelöst habe – die Gremien und insbesondere den Diözesanrat, intensiv zu beteiligen. „Sie haben mich in den Steuerungskreis und andere Mitglieder in die zuständigen Gremien berufen. Wir waren also ständig sehr intensiv beteiligt. Sie haben immer wieder betont, dass Sie keine einsamen Entscheidungen treffen, sondern dass Sie uns immer beteiligen werden und letztlich auch den pastoralen Rat, den Sie entgegennehmen, ernst nehmen werden. Ich bin sehr zufrieden, nicht nur mit dem heutigen Tag, sondern auch mit den ganzen Vorgängen, die uns heute hierher geführt und diesen Prozess begleitet haben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im November gemeinsam eine gute Entscheidung treffen können.“
Bischof Krämer bedankte sich für die intensiven und konstruktiven Beratungen, die in einer sehr ruhigen und respektvollen Atmosphäre stattfanden. Mit Blick in die Zukunft zeigte auch er sich zuversichtlich: „Ich glaube, uns ist es heute gelungen, aufeinander zu hören, alle Meinungen und Positionen gelten zu lassen, aber doch auch zu spüren, dass ein Konsens wächst und dass wir uns nicht auseinander sondern aufeinander zu bewegen. Deshalb bin ich ganz zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, im November die Eckpunkte unseres Zukunftsprozesses gemeinsam festzulegen. Und dann geht die Arbeit erst richtig los, denn dann werden auch die Kirchengemeinden und Dekanate diskutieren, in welchen Raumschaften, in welchen Konstellationen sie künftig zusammenarbeiten und wie die Schwerpunkte der Pastoral in unserer Diözese aussehen werden, auch wie die Verwaltungsstrukturen neugestaltet werden können.“

Blick in die Zukunft
Damit die Rätinnen und Räte bis zur Novembersitzung weiter gut informiert sind, bietet die Prozessleitung im Vorfeld der Sitzung zwei Onlineveranstaltungen an – mit dabei sein werden Vertreter:innen aus dem Kernteam Raumschaft-Struktur-Leitung und Mitglieder des Steuerungskreises. Im Oktober geht es darum, Fragen zu erläutern oder zu vertiefen, die eventuell offengeblieben oder beim Rekapitulieren des Studientags noch aufgekommen sind. Im November gibt es mit Blick auf die Novembersitzung ein Update. Am 28. und 29. November wird das Gremium über die Rahmenbedingungen entscheiden, die dann ab 2026 in der Fläche umgesetzt werden sollen.
Weitere Informationen zum Prozess finden Sie unter: https:/kirche-der-zukunft.drs.de/

 

Erster ökumenischer Kirchenmusiktag in Biberach

Rund 300 katholische wie evangelische Sängerinnen und Sänger haben am Samstag, den 11. Oktober, die simultane Stadtpfarrkirche in Biberach gefüllt. Nach einer kleinen Andacht wurde für den Abendgottesdienst geprobt. Klangprächtig und in lockerer Atmosphäre wurden die Werke schnell erarbeitet. Kirchenmusikdirektor DKM Matthias Wolf und Bezirkskantorin Saskia Eger leiteten die Proben gemeinsam. Überall begegnete man strahlenden Gesichtern.

Dekanatskirchenmusiker Thomas Fischer war an der großen Orgel zu hören und bildete am Morgen in einem Workshop nebenamtliche KirchenmusikerInnen im Orgelspiel weiter. Dekanatskirchenmusikerin Naho Kobayashi, die am E-Piano tätig war, leitete einen Workshop für Pop-Piano. Zudem konnten Interessierte sich bei Frau Stoertzenbach UMD a.D. in Chorleitung weiterbilden. So waren bereits am Morgen rund 50 Musikbegeisterte beider Konfessionen in der Kirche zusammengekommen.

Der musikalische Abschlussgottesdienst, dem die stellvertretenden Dekanen Dekanatspräses Dörflinger und Stadtpfarrer Wruck vorstanden, füllte die Kirche und brachte den Raum mit Werken aus allen Zeit- und Stilepochen der Kirchenmusik zum Klingen. So erklang u.a. das raumfüllende „Jubilate“ von Stanford, die Taize-Vertonung „Singet dem Herrn“, ein rhythmisch-betonter Satz zu „Bewahre uns Gott“ oder der Bachsche Choralsatz „Nun danket alle Gott“ aus Kantate 79. Es war ein Genuss gemeinsam Gott zu loben durch die Musik und aller Freude daran Ausdruck zu verleihen. Mit der virtuos vorgetragenen Toccata h-Moll von E. Gigout - gespielt von DKM Fischer - endete ein beeindruckender Gottesdienst und der Wunsch der Wiederholung eines solchen Tages wurde allgemein geäußert.

Seelsorge in neuen Strukturen - Infoabend am 6.Oktober

Bericht von Edith Fuchs

„Wie kann die Zukunft der Kirche vor dem Hintergrund des Wandels in Kirche und Gesellschaft aussehen?“, diese Kernfrage des Konzepts „Seelsorge in neuen Strukturen“ stand im Mittelpunkt des Informationsabends für die Mitglieder der Dekanate Biberach und Saulgau. Die Diözese will die Sorgen und Nöte der Mitglieder der Kirche ernst nehmen und lädt dazu ein, sich gemeinsam auf den Weg zu machen.

Die Dekanatsrefenten Robert Gerner und Björn Held, sowie Christian Schlecht, Fachreferent für Engagemententwicklung, hatten für diesen Abend die Vorlagen der Diözese gut aufbereitet und präsentierten die Modelle für die Reform der Diözese gut verständlich anhand von Powerpoint-Folien. Demografischer Wandel und sinkende Mitgliederzahl lassen bis 2040 etwa 30% weniger Kirchenmitglieder erwarten. Dem zu folge wird es weniger Kirchensteuer-Einnahmen und deutlich weniger pastorales Personal geben. Wie also kann sich die Kirche auf diesen Wandel vorbereiten?
In Visionsbausteinen hat die mit dem Wandel beschäftigte Kommission zunächst die grundsätzlichen und unverrückbaren Werte der Kirche festgelegt: Da ist von vielgestaltig und vernetzt, hilfreich und erreichbar, nächstenlieb und hoffnungsvoll, aber auch erfinderisch und nachhaltig die Rede. Das Ganze fußt auf einer jesusmäßig, geistesgegenwärtig und gottvertrauenden Grundeinstellung. Damit konfrontiert, wurden die Besucher des Abends gebeten, in einer Diskussion in Kleingruppen Stellung zu nehmen. Viele sahen die Begriffspaare als selbstverständlich – so sollte die katholische Kirche schon heute sein. Gelobt wurde allerdings auch das positive Herangehen der Kirche auf dem Weg der Reform und die Aussicht auf mehr Gleichberechtigung in den Ämtern, sowohl zwischen Männern und Frauen als auch zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen.

Um den Weg zur Reform zu ebnen, ist es notwendig, sich die möglichen neuen Strukturen vor Augen zu führen. Mit dem Arbeitstitel „Raumschaften“ werden verschiedene Größen künftiger Einheiten vorgestellt. Heutige Kirchengemeinden oder Seelsorgeeinheiten müssen größere „Raumschaften“ bilden. Ob sie in Form einer Fusion, bei der viele zusammen eine neue Gemeinde bilden, oder einer Union, bei der kleinere Gemeinden unter das Dach einer großen gehen, zusammenkommen muss noch entschieden werden. Auch hier war die Diskussion des Plenums gefragt, und es entspannen sich heftige Diskussionen, bei denen klar wurde, dass jeder Anwesende aus seiner Gemeinde mit einer individuellen Ausgangslage zu diesem Abend gekommen war. Menschen aus kleineren Gemeinden sehen ihre soziale Struktur in Gefahr, andere finden die Trennung von Verwaltung und pastoralem Amt als großen Vorteil für die Seelsorge.

Von den geografischen Verwaltungsgebieten der heutigen Dekanate Biberach und Saulgau einmal abgesehen, muss natürlich auch die Form der Leitung der Gemeinden reformiert werden. Die Rolle des Pfarrers vor Ort wird sich dahingehend verändern, dass er nicht mehr der Ansprechpartner für jedes Gemeindemitglied sein kann, sondern eher Moderator zwischen Gemeindeleitungen in seinem Verwaltungsgebiet oder Teil eines Priesterteams. Gottesdienste feiern und Sakramente spenden wird dabei die ureigene Aufgabe der Priester sein, weil sie in der Priesterweihe dazu ausgesendet werden. Vorgestellt werden verschiedene Leitungsmodelle. Neu dabei ist, dass in jedem Modell eine gesonderte Person als hauptamtlicher Verwaltungsbeauftragter zuständig für die Verwaltungsaufgaben sein soll.
Hier fiel das Feedback der Teilnehmer überraschend positiv aus: Alle begrüßten den Schritt, die Verwaltung von der Seelsorge in Person und Funktion zu trennen. Allen war klar, dass spätestens nach der Reform ein stärkeres Mitwirken der Laien am kirchlichen Geschehen gefordert ist.

Abschließend ermunterte Dekanatsreferent Robert Gerner die Anwesenden an der Befragung der Diözese teilzunehmen (QR Code über dekanat-biberach(at)drs.de erhältlich ) und versicherte, dass auch die am Abend entstandenen Beiträge Eingang in die nächsten Überlegungen der Diözese finden werden. Ziel ist es, die Reform „Seelsorge in neuen Strukturen“ bis zur nächsten Kirchengemeinderatswahl in fünf Jahren abzuschließen.

Wandel muss gerecht gestaltet werden

Ein Wort der vier Kirchen in Baden-Württemberg zum Tag der Deutschen Einheit am 3.Oktober 2025 

Stuttgart/Rottenburg/Freiburg/Karlsruhe. In einem gemeinsamen Wort zum 3.Oktober gedenken die vier großen Kirchen in Baden-Württemnberg der deutschen Wiedervereinigung vor 35 Jahren. Der Tag der Deutschen Einheit erinnnere in einer Zeit großer Umbrüche daran, dass Wandel möglich sei. In einer Epoche, in der sich unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in rasantem Tempo veränderten, erlebten derzeit viel Menschen dieses Entwicklung als Zumutung. "Als Kirchen sehen wir nicht nur eine Hersausforderung, sondern auch eine Chance", heißt es in dem Schreiben von Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Kiche in Baden, Stephan Burger, Erzbischof der Diözese Freiburg, Ernst-Wilhelm Gohl, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenbrug -Stuttgart. Zugleich mahnen sie: "Wandel darf nicht zum Selbstzweck werden, sondern muss dem Leben dienen. Er muss gerecht gestaltet werden, damit niemand zurückbleibt."

Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Abschied von Pfarrer Joel

Mit einem festlichen Gottesdienst, aufrichtiger Dankbarkeit und spürbarer Wehmut wurrde Pfarrer Joel nach fünf Jahren Dienst in Ochsenhausen verabschiedet.

Lesen Sie mehr dazu in der Schwäbischen Zeitung

Kreuz und Kugel kehren zurück auf restaurierten Kirchturm

Vor einigen Wochen wurde bei der Restaurierung der Wallfahrtskriche Steinhausen eine Zeitkapsel in der der Kugel unter dem Turmkreuz gefunden. Jetzt kehren Turmkugel und Kreuz zurück: Ein nicht alltägliches Handwerksereignis.

Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Gerd Mägerle in der Schwäbischen Zeitung 

Endgültiger Wahlvorschlag für die Wahl von Laienvertreter:innen aus den Dekanaten Biberach und Saulgau

Endgültiger Wahlvorschlag für die Wahl
von vier Laienvertreter/innen aus dem Dekanat Biberach im Zwölften Diözesanrat:

  • 1. Herr Christian Hiller, Biberach
  • 2. Frau Diana Klinner, Biberach
  • 3. Frau Claudia Kutscher, Bellamont
  • 4. Herr Matthias Peter Lucks, Zell / Bechingen
  • 5. Frau Marlene Müller, Riedlingen
  • 6. Herr Matthias Ruhl, Schwendi
  • 7. Herr August Sandmaier, Bad Buchau
  • 8. Herr Dr. Andreas Stehle, Schemmerhofen
  • 9. Frau Dorothea Treiber, Laupheim
  • 10. Herr Paul Ziesel, Tannheim


Endgültiger Wahlvorschlag für die Wahl
eines/r Laienvertreters/in aus dem Dekanat Saulgau im Zwölften Diözesanrat:

  • 1. Frau Schwester M. Kathrin Prenzel, Bad Saulgau Sießen
  • 2. Herr Egon Oehler, Bad Saulgau Friedberg
  • 3. Herr Wolfgang Sekul, Ebersbach


Ergänzungsvorschläge
Der Kirchengemeinderat (bzw. das Vertretungsgremium oder der Pastoralrat) kann bis spätestens 10. Oktober eine/n weitere/n Kandidatin/Kandidaten als Ergänzungsvorschlag beim Dekanatswahlausschuss einreichen. Einem solchen Ergänzungsvorschlag, der durch einfachen Mehrheitsbeschluss zustande kommt, ist die schriftliche Zustimmung des Kandidaten beizufügen.

Hinweis:
Der/die Laienvertreter/in im Diözesanrat wird im Zeitraum vom 03.11.2025. bis 05.12.2025 per Briefwahl von den gewählten Mitgliedern der Kirchengemeinderäte (bzw. Pastoralräte oder Vertretungsgremien) gewählt.

 

 

Fünf neue Schulseelsorgerinnen und -seelsorger in den Dekanaten Biberach und Saulgau beauftragt

Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung Schulseelsorge wurden im Rottenburger Dom etwa 20 neue Schulseelsorgerinnen und -schulseelsorger in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in einem feierlichen Gottesdienst mit Domkapitular Holger Winterholer beauftragt – darunter fünf für die beiden Dekanate Biberach und Saulgau.

Diese werden zukünftig an Schulen in Warthausen, Riedlingen, Bad Buchau, Ertingen, Herbertingen und Mengen ihren wichtigen und wertvollen Dienst ausüben und so das Schulleben bereichern.

An folgenden Schulen ist die Schulpastoral und Schulseelsorge bereits aktiv und etabliert: Michael-von-Jung-Schule (Kirchdorf/Iller), Max-Weishaupt-Realschule (Schwendi), Bischof-Sproll-Bildungszentrum (Biberach-Rissegg), Pestalozzi-Gymnasium (Biberach), Wieland-Gymnasium (Biberach), Geschwister-Scholl-Realschule (Riedlingen), Karl-Arnold-Schule (Biberach).

Darüber hinaus finden an unzähligen weiteren Schulen schulpastorale Angebote statt, die von den Fachschaften Religion und weiteren Lehrkräften in Begleitung von Carsten Reinaerdts als Dekanatsbeauftragten für Schulpastoral initiiert werden.

 

Aktueller Newsletter des Dekanats Biberach und Saulgau

Kleidersammel-System steht vor dem Kollaps

Aktion Hoffnung
Übervolle Altkleider-Container zeigen: Da läuft etwas ziemlich schief. Warum die Entsorgung von gebrauchten Textilien so schwierig geworden ist.

Im Schnitt werden die Altkleider-Container der Aktion Hoffnung alle zwölf Tage geleert. In dicht bewohnten Gegenden wie Stuttgart kommt das Abholfahrzeug sogar zweimal in der Woche. Trotzdem türmen sich Säcke voller Schuhe, Hosen, Pullover, Gardinen und auch Kuscheltieren teilweise weit um die Container herum – dieses unschöne Bild sorgt für Frust bei vielen, die vorbeigehen oder selbst noch eine Tüte obendrauf werfen wollen.

 

Mit ihrem Frust sind die Verbraucher:innen nicht allein. Auch bei Anton Vaas, dem Vorstand der Aktion Hoffnung, ist die Stimmung ziemlich schlecht. „Unsere Fahrer tun alles, sie fahren Sondertouren und versuchen, die Container in einwandfreiem Zustand zu halten“, sagt er. Das klappt aber leider nicht überall, denn das System bricht gerade aus unterschiedlichen Gründen zusammen.

Billigkleidung ist größtes Problem

Das erste und größte Problem ist, dass Kleidung zu einem Konsum- und Wegwerfartikel geworden ist. Gerade im Internet sind Seiten auf dem Vormarsch, auf denen man T-Shirts für ein paar Euro bestellen kann. Das führt dazu, dass die Menschen immer mehr Kleidung besitzen und schließlich auch am Container abgeben. Das Problem für Anton Vaas und die Aktion Hoffnung ist dabei: Diese Textilien sind qualitativ zu schlecht, um sie als Secondhand-Ware zu verkaufen. Sie müssen dann entweder weggeworfen oder, im besten Fall, zu Putzlappen, Malervlies oder Dämmmaterial verarbeitet werden.

Dass ein Teil der gespendeten Kleidung „downgecycelt“ wird, wie Anton Vaas es nennet, ist schon immer so. „Es ist ökologisch richtig und wichtig, das zu tun“, sagt Vaas. Schließlich wollen Putzlappen und Dämmmaterial auch hergestellt werden – da ist es super, wenn das mit Stoffen geschieht, die sonst im Müll landen würden. Nur werden die Spenden, die ausschließlich für diese Weiterverarbeitung geeignet sind, immer mehr und das rechnet sich für Vereine wie die Aktion Hoffnung einfach nicht. Es ist ein Draufzahlgeschäft, sagt Anton Vaas: „Allein die Fahrer, die die Säcke abholen, kosten mehr Geld, als die Ware wert ist“. Ganz abgesehen von den Bergen, die sich wegen der Unmengen an Kleidung vor den Containern auftürmen.

Was passiert mit meinen Kleiderspenden?

Die Situation an den Altkleider-Containern hat sich in diesem Jahr noch einmal verschärft, als die Getrenntsammlungspflicht in Kraft getreten ist. Sie soll regeln, dass alte Kleidung auch wirklich in die Altkleider-Sammlung und danach zum Sortieren und Erfassen gelangt und nicht einfach im Restmüll verschwindet, wo keiner sie nachverfolgen kann. Anton Vaas sagt, dass diese Regel in Deutschland nichts verändert, weil die sogenannte Erfassungsquote von alten Textilien sowieso schon bei 64 Prozent lag. Durch die neue Regel sind die Verbraucher:innen aber verunsichert und packen alles, egal wie dreckig oder kaputt, in Altkleidersäcke und nicht mehr in den Restmüll. Das lässt die Mengen an den Containern weiter steigen. „Ich sag es mal so: Die Kleidung, die bisher im Restmüll gelandet ist, die gehört da auch hin“, so Vaas.

Als wäre das nicht genug, haben einige Anbieter bereits kapituliert und ihre Kleider-Container abgebaut. Laut Anton Vaas geht man davon aus, dass seit Jahresbeginn rund 30 Prozent bereits abgebaut worden sind. „Das führt zu einem Kollaps bei den noch bestehenden Containern“, so Vaas.

2027 folgt die nächste Regelung

Was ist also zu tun? Finanziell versucht sich die Aktion Hoffnung mit Zuschüssen über Wasser zu halten, die gerade mit den Landkreisen verhandelt werden. Denn die sind dafür zuständig, die Getrenntsammlungspflicht umzusetzen. Und das wird ohne Container wie die der Aktion Hoffnung richtig schwierig. „Ohne uns wäre ein ganz neues Sammelsystem nötig“, sagt Anton Vaas. Daher hofft man nun darauf, dass das altbewährte System beibehalten und bezuschusst wird. Zumindest bis 2027, denn da kommt schon die nächste Neuerung: die erweiterte Produktverantwortung für Textilien. Die besagt, dass jeder, der erstmalig ein Kleidungsstück verkauft, vorab schon für dessen Sammlung und Verwertung bezahlen muss. Anton Vaas setzt darauf, dass damit wieder etwas Ruhe auf dem Kontoauszug des Vereins einkehrt. Käufer:innen müssen sich dagegen darauf einstellen, dass die Mehrkosten auf sie umgelegt werden. Pro Kleidungsstück sollten das aber nur wenige Cents sein.

Die einfachste und offensichtlichste Lösung, um übervolle Container zu vermeiden, ist natürlich: weniger und hochwertigere Kleidung kaufen. „Mein Opa hat immer gesagt, er ist zu arm, um sich einen Kruscht zu kaufen“, meint Anton Vaas und will damit sagen, dass qualitativ hochwertige Kleidung nicht unbedingt eine Frage des Geldes ist.

Die Aktion Hoffnung

Die Aktion Hoffnung ist eine kirchliche Hilfsorganisation der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie betreibt in der Diözese rund 1350 Altkleider-Container, die pro Jahr rund 6000 Tonnen Alttextilien sammeln. Außerdem unterhält der Verein fünf Secondhand-Shops, die Secontiquen. Die Aktion Hoffnung hat neun Mitgliedsverbände, an die auch der Erlös der Kleidersammlungen geht: Ackermann-Gemeinde, BDKJ Rottenburg-Stuttgart, BDKJ Freiburg, Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Pax Christi, Katholischer Deutscher Frauenbund, Kolpingwerk und Verband Katholisches Landvolk.

Bericht von:
Jacqueline Fritsch
Rottenburg

"Es gibt Tränen in den Dingen "

Geistliches Wort von Sr. Dorothea Piorkowski, Pastoralreferentin
Klinikseelsorgerin Sana-Klinikum Biberach

Am 14. September feiert die kath. Kirche das Fest Kreuzerhöhung.  Ein Fest – und doch geht es um das Kreuz; um Leid, um Schmerz, um die schwersten Stunden Jesu. Leben und Hoffnung durchkreuzt?! Wer das Kreuz Jesu anschaut, sieht nicht nur das Leid eines Menschen. Er kann sich selbst sehen – mit Fragen, mit Wunden, mit Brüchen im Leben. Das Kreuz steht mitten im Leben. In meinem Leben? Es steht da, wo Sprache oft endet. Wo keine Antwort hilft.  Wo Tränen sprechen,  wo Stille zur Zuflucht werden kann. „Sunt lacrimae rerum“ es gibt  „Tränen in den Dingen“,  schrieb Vergil in seiner Aeneis. Will heißen:  Ereignisse, Situationen, Objekte (…)  können in uns Trauer und Schmerz auslösen.  Auch das Kreuz. Der Blick auf das Kreuz konfrontiert mit meiner eigenen Endlichkeit. Schonungslos. Endlos?
Die ev. Theologin Dorothee Sölle  fügt hinzu, voll leiser Hoffnung: „Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen.“ Dorothee Sölle verdrängt nicht. Sie verdrängt die Kreuzesnacht der Welt nicht. Sie ist voll leiser Hoffnung für sie. Jesus ist den Weg des Kreuzes nicht umsonst gegangen. Er ist nicht im Tod geblieben, sondern durch das Kreuz „hindurch“ gegangen – in ein neues Leben. Das Kreuz bleibt nicht das Ende. Es wird zum Zeichen der Hoffnung. Nicht Schmerz steht am Schluss, sondern Leben. Leben für die Welt.
Darum schauen Christ:innen heute auf das erhöhte Kreuz.  In leiser Hoffnung… Vielleicht trägt auch dein Herz unter Tränen gerade ein Kreuz: Krankheit, Angst,
Verlust, Fragen ohne Antwort.  Dann gilt auch dir dieses Fest. Es lädt ein, nicht wegzuschauen, sondern hinzusehen. Es lädt ein, Situationen und Wunden nicht zu verdrängen.Das Kreuz will nicht das Leid erhöhen, sondern Hoffnung stärken. Ganz leise für diese unsere Welt…

 

 

Suizidprävention: Kerzen in der Dunkelheit

Nach Angaben der WHO sterben weltweit mehr als 700.00 Menschen durch Suizid.

AGUS (Agehörige um Suizid) und die Initiative U25 - Suizidprävention der Caritas verteilen am Mittwoch 10.September Lichter auf dem Biberacher Wochenmarkt - als sichtbares Zeichen zum Welttag der Suizidprävention. Die Kerzen sollen am Abend in den Fenstern leuchten und an die Menschen erinnern, die durch Suizid gestorben sind. 

Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Tanja Bosch in der Schwäbischen Zeitung vom 4.September 2025

 

 

"Wenn alle Berge gleich hoch wären ..."

Geistliches Wort von Schwester Gisela Maria Ibele, Gemeindereferentin Reinstetten

Der August ist für mich der typische Ferienmonat. Gebürtig aus Kressbronn am Bodensee zieht es mich immer wieder dorthin. Zum einen, um in meine vertraute Vergangenheit, Kindheit und Jugend einzutauchen, die Geborgenheit vergangener Zeiten zu genießen und das schöne Oberschwaben als Kraftort zu besuchen. Der Blick auf das Säntismassiv vom Bodenseeufer aus berührte schon als Kind mein Herz und meine Sehnsucht.  Wir Menschen von heute leben in einer Zeit, in der wir alle wissen, wie Berge entstanden sind; dass sie sich bei aller Zeitlosigkeit verändern, an Höhe verlieren, an Höhe gewinnen: Und trotz all dem naturwissenschaftlichen Wissen bleibt da ein großer Respekt und ein großes Staunen über das Naturwunder Berg.

In einem Meditationstext von Elmar Gruber las ich einen Text, der mir die Brücke von der Natur zu meinem Glauben an Gott den Schöpfer der Erde und des Himmels erschließt. Da heißt es:

Wenn alle Berge gleich hoch wären, wäre keiner mehr der höchste. Wenn keiner mehr der höchste ist, dann haben alle anderen keine Höhe mehr. Wer keinen Höchsten anerkennt, kann nur sich selber als Höchsten anerkennen. Wenn Gott, der Eine, der Allerhöchste fehlt, entsteht ein Meer von selbsternannten Göttern, die sich gegenseitig nach eigenen Maßstäben selbst vermessen. Nur ein einziger Gott aller Menschen kann Maß und Ziel für alle sein.

Mit meinem Fahrrad staune ich, dass es gar keine großen Berge braucht, um einen Perspektivenwechsel zu erleben. Das Hinterland in Kressbronn oder auch an meinem jetzigen Wohn- und Arbeitsort Reinstetten, Gutenzell und Heggbach freue ich mich über die vielen kleine Erhebungen, Berge und Anhöhen, an denen ich die Sonnenauf-  und -untergänge genießen kann, das Land in seiner Weite und seiner Fruchtbarkeit erlebe und einfach staune, dass es nie langweilig wird, die Welt zu betrachten.

In der Bibel werden die Berge als Ort der Gottesbegegnung verstanden. Kein Wunder bauten die Benediktiner ihre Klöster immer auf einer Anhöhe. Die Gottsuche gelingt wohl in der Höhe leichter als in den Tiefen der menschlichen Abgründe. Oder vielleicht ist es einfach das Gefühl, dem Himmel näher zu sein.  Im heutigen Sonntagsevangelium lädt uns Jesus ein, den Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen. Da ist von den Armen der heutigen Zeit die Rede. Gott zeigt sich nicht nur auf dem Berg oder im Himmel, gerade dort wo wir es nicht vermuten: Im Alltag, im Nächsten, in der Armut des Herzens und der Einsamkeit.
Ich wünsche uns, dass wir den Mut haben, die Schönheit der Schöpfung, die Erhabenheit der Berge in der eigenen Seele zu bewahren und aus dieser Kraftquelle unseren Mitmenschen zu begegnen.

 

NICHT OK SEIN IST OK

Reden hilft. Mit einem Kurzfilm will die Telefonseelsorge jungen Menschen vermitteln, dass es okay ist, wenn man sich bei Problemen Hilfe holt.

„Wir stellen fest, dass sich immer mehr junge Menschen an uns wenden“, sagt Claudia Köpf, Leiterin der Telefonseelsorge Ulm/Neu‑Ulm. „Und wir haben gesagt: Es ist wichtig, dass noch mehr junge Menschen wissen, dass es diesen anonymen und geschützten Raum gibt, in dem sie auch die Themen platzieren können, die sie sich vielleicht im Freundeskreis nicht anzusprechen trauen.“ Denn auch wer gut vernetzt ist und Freunde hat, könne sich in der Situation wiederfinden, in der man sich mit einem Thema allein gelassen oder sehr einsam fühlt oder über das man sich „erstmal mit jemand anderem austauschen möchte, weil es vielleicht schambesetzt ist“, weiß Köpf. Weil die Telefonseelsorge auch für diese Menschen da sein will, „kam uns im Rahmen unserer zweijährigen Projektstelle für junge Erwachsene in der Seelsorge die Idee, dass wir einen Kurzfilm über die Themen der Jugendlichen drehen könnten, um zu zeigen, was sie bewegt - und was sie vielleicht daran hindert, Hilfe zu suchen“.

Bin ich wichtig genug? - Auf jeden Fall!

Oft dächten Jugendliche: 'Ich müsste das doch alleine schaffen' oder 'Bin ich wichtig genug, dass ich mein Thema in den Mittelpunkt stellen darf?' - das war für uns sehr bewegend“, sagt Claudia Köpf. „#NichtOkSeinIstOk“ heißt der elfminütige Film, der zeigen soll, „dass es normal ist, dass das Leben nicht immer nur bunt und schön ist, sondern auch dunkler und herausfordernd sein kann“: eine schlechte Note, Stress zuhause oder Überforderung, aber auch ein ständiges Sich-Vergleichen in den sozialen Medien und der Druck, der daraus erwächst... Der Film will Hemmschwellen senken und darauf aufmerksam machen, „wie gut es tun kann, wenn man mit seinen Sorgen nicht allein bleibt, sondern mit anderen darüber redet.“

Lesen Sie mehr dazu im Artikel von Pawel Jerabek

Die  TelefonSeelsorge Oberschwaben-Allgäu-Bodensee erreichen Sie Rufnummer 0800 - 111 0 111 und  0800 - 111 0 222 kostenlos und rund um die Uhr.

Gott, Du hilfst Menschen und Tieren

Der Tag der Schöpfung am 31. August ist Auftakt zur Ökumenischen „Schöpfungszeit“, jährlich vom 1. September bis 4. Oktober.

Gott, du hilfst Menschen und Tieren“ – das diesjährige Motto zum Ökumenischen Tag der Schöpfung richtet den Blick auf unsere Mitgeschöpfe, die Tiere. Tiere sind immer da – mal in aller Sichtbarkeit, mal im Verborgenen. Das Psalmwort „Gott, du hilfst Menschen und Tieren“ erinnert uns an unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitgeschöpfen. Es stellt uns auf eine Stufe mit ihnen und macht uns bewusst, dass ihre Existenz ein Lobpreis Gottes, des Schöpfers allen Lebens, ist. 

Der Ökumenische Tag der Schöpfung möchte mit seinem Motto „Gott, du hilfst Menschen und Tieren“ einen Diskursraum für genau solche Spannungsfelder eröffnen, in dem unterschiedliche Meinungen zu Tierwohl und Tierethik vorkommen dürfen, einander zugehört und gemeinsam nach einem ethisch verantwortbaren, christlich begründeten Umgang mit den Tieren gesucht wird. 

Hoffnungsstur sein

Geistliches Wort von Sr. Ursula Hedrich, Klinikseelsorgerin Bad Saulgau

Haben Sie das Wort in der Überschrift schon einmal gehört? Hoffnungsstur?!
Mitgeprägt hat dieses Wort wohl die Landesbischöfin von Baden Heike Springhart. Normalerweise hören wir es nicht gern, wenn uns jemand als stur bezeichnet. Jemand, der stur ist, hält eigensinnig an seinen Vorstellungen fest, weicht von etwas nicht ab, oft genug auf Kosten von anderen. Doch hoffnungsstur hat für mich einen anderen Klang. Wie gerne möchte ich in dieser Zeit, in der einem so vieles die Hoffnung rauben möchte, stur an der Hoffnung festhalten. Ich möchte mich nicht abbringen lassen von der Hoffnung auf das Gute und die Menschlichkeit, der Hoffnung auf Segen und auf Gott, der mit uns und für uns ist. Weil sich jedoch die Hoffnungslosigkeit oft in den Vordergrund drängen will, ist es gut, sich selbst Erinnerungszeichen an die Hoffnung zu schenken.

Vielleicht möchten Sie sich einen Hoffnungssatz an den Spiegel schreiben oder Hoffnungslieder hören oder vor sich hin pfeifen. Vielleicht tragen Sie bewusst ein Kleidungsstück oder Accessoire in der Hoffnungsfarbe grün. Seit ich selbst bewusst übe, hoffnungsstur zu sein, entdecke ich neu, wie vieles in unserer Umgebung grün ist – nicht nur die Wiesen und Bäume, sogar die Mülleimer an der Berta-Hummel-Schule in Bad Saulgau sind grün. Manche hoffnungssture Menschen malen sich zur Erinnerung einen Fingernagel grün an und schenken sich und anderen damit nicht nur die Erinnerung an die Hoffnung, sondern auch ein Schmunzeln ins Gesicht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen immer wieder leichte Momente und eine hoffnungssture Zeit!

 

Im Südwesten lebt die Mariä-Himmelfahrt-Tradition

Auszug aus dem Bericht von Volker Hasenauer (KNA)

Kräuterduft in der Luft

Warum zum traditionsreichen, katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15. August die bunten Sträuße gebunden werden - dafür gibt es
mehrere Erklärungen. Eine Legende berichtet, dass Maria in ihrer Todesstunde vom auferstandenen Christus begleitet wurde, und plötzlich ein himmlischer Duft nach Kräutern die Luft erfüllte. Eine weitere Erzählung verweist auf Maria als Königin der Schöpfung.

Belegt ist, dass die Tradition des kirchlichen Festes gut 1.500 Jahre zurückreicht. Die oströmische Kirche nahm es schon im Jahr 431 offiziell in ihren Festkalender auf. In Deutschland wird die - in der Bibel nicht beschriebene - Aufnahme Marias in den Himmel seit dem 9. Jahrhundert gefeiert. In katholischen Regionen der Bundesrepublik, vor allem in Süddeutschland, ist das auch großer Frauentag genannte Fest neben den Kräuterweihen häufig mit Lichterprozessionen verbunden.

In vielen Gemeinden im Süden treffen sich Frauen zum Kräutersträuße binden. Die Frauen sind überzeugt, dass die Kräuterweihe eine Zukunft haben wird - auch in der nächsten Generation. «Wir Älteren machen weiter, solange wir können», sagen sie. «Und dann entsteht bestimmt wieder etwas Neues.»

Der Weg ist das Ziel

Geistliches Wort von Isabell Hagenmaier, Sinnsuche Jordanbad

Es ist ein gefährliches Geschäft, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Man betritt die Straße, und wenn man nicht auf seine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie einen tragen.
Diese weisen Worte, die Bilbo in Tolkiens Epos Herr der Ringe seinem Neffen mitgibt, fassen beim ein oder anderen vielleicht die mit Ausflügen und Reisen gefüllte Sommerzeit zusammen. Straßen voller Oldtimer und Wohnwägen, belebte Fußgängerzonen, fotografierende Touristengruppen: Die Luft riecht nach Fernweh.
Einige Menschen haben einfach das Wander-Gen. Wahrscheinlich auch so mancher Apostel, der den Weg mit all seinen Mühen nicht scheut, um Christus zu verkünden. Oder manche Heilige auf ihrer langen Reise, mit leichtem Gepäck und gewichtiger Botschaft. Das Wandern und Reisen hat also ganz klar in der katholisch-christlichen Geschichte einen enormen kulturellen sowie spirituellen Stellenwert. Jesus selbst war schließlich ebenfalls fast ständig unterwegs. Genauso vor ihm das Volk Israel 40 Jahre lang in der Wüste. Alle diese Reisebeispiele haben etwas sehr wichtiges gemeinsam: Es geht nicht darum, von A nach B zu kommen. Klischeehaft formuliert: Der Weg ist das Ziel. Etwas passiert auf diesem Weg. Ja, Begegnungen, Abenteuer, Herausforderungen, natürlich. Doch noch viel mehr.
Jesus verändert, ähnlich auch seine Jünger nach ihm, die Leben und Schicksale zahlreicher Menschen. Das Volk Israel irrt in Umwegen umher, bis es schließlich bereit ist, das gelobte Land zu betreten. Auf der Reise geschieht Verwandlung. In den Begegnungen, Abenteuern und Herausforderungen verwandeln sich sogar selbst die Wandelnden.

Eine Kollegin, die keine Bergtour scheut, hat es so formuliert: „Mein ganzes Leben ist Pilgern.“ Das trifft nicht nur auf die sportlichen unter uns zu. Wir alle sind auf unserer lebenslangen Pilgerschaft zu Gott unterwegs. Dieser Weg steckt ebenfalls voller Abenteuer und Begegnungen, voller Gelegenheiten zur Verwandlung.
Papst Franziskus hat das Motto Pilger der Hoffnung für das Heilige Jahr 2025 gewählt. In einer mutlosen Zeit, steckt hinter dem Wort Hoffnung eine große und nicht ganz leichte Aufgabe. Hoffnungsvoll sein ist keine Emotion, die man erzwingen kann. Man kann sie sich nicht überstülpen, wie einen hübschen Pullover. Und das müssen wir auch gar nicht.
Als Pilger der Hoffnung gehen wir einfach los, die Tür fällt hinter uns zu, wir lassen Gewohntes zurück. So wie wir sind: Unvollkommen. Und dann – wenn wir offen dafür sind – wird Gott uns unterwegs verwandeln. Auf welche Weise, das wissen wir nicht. Das ist genau das gefährliche, von dem Bilbo spricht: Man kann nicht wissen, wohin einen seine Füße tragen werden. Das Entscheidende ist, dass wir uns aufmachen. Ob zu Fuß, im Auto oder in Gedanken. Ob Sommer, Herbst oder Winter. Machen wir uns auf den Weg.

Geheimnisse in der Zeitkapsel des Turmkreuzes

Die Wallfahrtskirche in Steinhausen wird saniert. Nun ist die kupferne Zeitkapsel gefunden worden, die sich in der Kugel am Turmkreuz befand.

Lesen Sie was sich darin verbarg in dem Bericht von Gerd Mägerle in der Schwäbischen Zeitung. 

Gemeinsam im Gebet und im Glauben: Hoffnung, Dankbarkeit und Trost in schweren Zeiten

Mit schwerem Herzen habe ich am Sonntag vom Zugunglück bei Riedlingen erfahren – einem Ort mitten in unserem Dekanat Biberach. Es hat mich tief erschüttert und traurig gemacht. Was geschehen ist, betrifft nicht nur die Menschen in der direkten Region – es berührt uns alle. In den Gesprächen dieser Woche habe ich gehört, dass Familien in Sorge sind, Freunde unter Schock stehen, Helfer noch immer fassungslos sind. Viele sind von einem Moment auf den anderen aus ihrem Alltag gerissen worden. Unsere Gedanken und unser Gebet gelten den Verstorbenen, deren Angehörigen, den Verletzten und allen, die um ihre Liebsten bangen und trauern. Wir denken an die Menschen, die körperlich unversehrt und doch im Herzen tief getroffen sind.
Als ich im Radio diese Nachricht hörte, schickte ich ein Stoßgebet nach oben: „Sei du jetzt bei ihnen!“ Und ganz ehrlich: „Warum?“ - wir wissen es nicht. Das Leben vieler Menschen hat sich in einem Augenblick von Grund auf verändert. Doch gerade in dieser Dunkelheit dürfen wir zu Gott kommen – mit allem, was uns bewegt, auch mit dem „Warum“. Trotz aller Fragen glaube ich fest daran, dass Gott uns nicht verlässt, dass er bei uns ist. Gerade deshalb dürfen wir uns vertrauensvoll an ihn wenden und um seinen Beistand bitten - für die Verstorbenen, die Verletzten und alle, die um ihre Liebsten trauern.
In dieser schweren Stunde gibt es auch Grund zu danken. Unser Dank gilt den Einsatzkräften, die mit großem Mut und Engagement geholfen haben. Sie haben mit ihren Händen und Füßen, durch ihren Einsatz quasi gebetet. Sie haben Leben gerettet, Schmerzen gelindert, Trost gespendet. Viele waren rund um die Uhr im Einsatz – als Feuerwehrleute, Rettungsdienste, Sanitäter, Ärzte, Polizisten, Notfallseelsorger und Ansprechpersonen für Einsatzkräfte. Sie haben inmitten ihrer eigenen Belastung unermüdlich geholfen, getröstet und unterstützt.

Erneut haben wir erlebt, wie wichtig es ist, in schweren Zeiten füreinander da zu sein. Möge Gott uns die Kraft schenken, auch in Zukunft gemeinsam durch dunkle Stunden zu gehen, mit Hoffnung im Herzen und im Vertrauen auf seine Liebe.

Wer Hilfe braucht oder einen Gesprächspartner sucht – unsere Türen stehen für Sie offen.

  • Katholische Dekanate Biberach und Saulgau: 07351/8095-400 (Klinikseelsorge, Notfallseelsorge, Kontaktstelle Trauer...)
  • Caritas Biberach-Saulgau: 07351/8095-100 (Psychologische Familien- und Lebensberatung...)
  • Caritas Ulm Alb-Donau: 0731 / 4034216-0

Miteinander Kirche der Zukunft gestalten

Dekanatsratswahl im Dekanat Biberach

Ein Bericht von Edith Fuchs 

Nach den Kirchengemeinderatswahlen im Frühjahr ist es jetzt an der Zeit, dass sich aus den gewählten Personen Gremien bilden, die im Dekanat Verantwortung übernehmen.
Der Dekanatsrat besteht aus Vertretern aller 22 Seelsorgeeinheiten des Dekanats Biberach und hat die Aufgabe beratende Unterstützung bei den Entscheidungen im Dekanat zu leisten. Auf Einladung von Dekan Stefan Ruf waren über 50 Personen, Vertreter aus Gemeinden und beratende Mitglieder ins Alfons-Auer-Haus gekommen,  um sich mit der Arbeitsweise des Dekanates grundsätzlich vertraut zu machen. Viele waren dadurch motiviert, dass in den nächsten Monaten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Reformen anstehen. Bischof Dr. Klaus Krämer wünscht sich ausdrücklich, dass sich beim Nachdenken über die neuen Strukturen der Kirche alle beteiligen. Alle - das heißt, es sind nicht nur die Priester und pastoralen Mitarbeiter gefragt, sondern auch die normalen Kirchgänger, Kirchengemeinderäte und alle ehrenamtlich Tätigen, gleich in welcher Funktion. Das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ startet jetzt in eine Informations- und Beteiligungsphase. Ab 7.August steht auf kirche-der-zukunft.drs.de ein ausführliches Erklär-Video zum Projekt „Seelsorge der Zukunft“ und den diskutierten Modellen zur Verfügung. Dieses Video kann vor Ort größeren Gruppen gezeigt oder auch individuell angeschaut werden. Es eignet sich also für Kirchengemeinderäte oder Verbandstreffen.
Schon ab Ende Juli bietet die Diözese Zoom Meetings zum Thema an, an deren Ende die Teilnehmer in einem Fragebogen Ihre Meinung sagen und Sorgen und Bedenken äußern können. Die Termine der Zoom-Meetings können in den Pfarrämtern erfragt werden.

Bei der ersten Sitzung des Dekanatsrates wurde Albert Diesch aus Laupheim als Vorsitzender wiedergewählt, seine Stellvertreterin Ursula Sprengel ist in der Seelsorgeeinheit Riedlingen aktiv. Der geschäftsführende Ausschuss setzt sich künftig aus Albert Diesch, August Sandmaier, Bad Buchau, Ivan Ladan, kroatische Gemeinde, Renate Gleinser, Vertreterin der keb und Matthias Ruhl, Schwendi zusammen. Je ein Vertreter des Dekanatsrates wird zusätzlich an den Vorstand der Telefonseelsorge und die Caritas Delegiertenversammlung entsandt.
„Wir haben in unserer Diözese einen Veränderungsprozess vor uns, der durch die Gemeinden und Dekanate gestaltet werden muss“, erklärt Dekanatsreferent Robert Gerner. Dies ist in der Diözese Rottenburg-Stuttgart außergewöhnlich. In vielen anderen Diözesen bestimmt der Bischof und das Kirchenvolk hat keine Wahl sich den Reformprozessen zu beugen. Auch im kommenden Diözesanrat erhält das Dekanat Biberach vier Sitze für Laienvertreter. Die Wahl findet vom 3.11.-5.12. statt und Vorschläge aus den Reihen der Gemeinden werden schon jetzt gerne entgegengenommen. Es wird und muss Veränderungen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart geben. Wie diese aber aussehen, das bleibt abzuwarten. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto eher kann die Reform auch den Wünschen der Mehrheit entsprechen.

Endlich Ferien!

Geistliches Wort von Carsten Reinaerdts, katholische Schulpastoral Dekanate Biberach und Saulgau

Bald ist es wieder soweit und unzählige Schülerinnen und Schüler starten in die großen Ferien. Über sechs Wochen dürfen sie ihre Schulsachen auf die Seite legen, müssen keine kniffligen Mathe-Aufgaben lösen, keine langen Aufsätze schreiben und keine lästigen Vokabeln büffeln. Auch die Hobbies dürfen eine Pause einlegen: kein Fußballtraining, kein Klavierunterricht, kein Ballett und keine Reitstunde.
Stattdessen dürfen die Kinder draußen spielen, die Jugendlichen Partys feiern. Einige dürfen ins Zeltlager, schlafen unter freiem Himmel, schmecken das Salz des Meeres und dürfen einfach viel Zeit mit Mama und Papa verbringen.

„Was machst du in den Ferien?“, lautet eine häufige Frage in den Schulen, wenn das Ende des Schuljahres naht. Kroatien, Spanien, Italien, Griechenland sind Länder, die häufig auf diese Frage genannt werden. Schon toll, wenn man als junger Mensch die Möglichkeit hat, diese oder auch ganz andere Länder zu bereisen. Aber kommt es wirklich nur darauf an? Hat jemand, der zuhause bleibt – aus welchen Gründen auch immer – weniger schöne Ferien? Sind Ferien nur dann toll, wenn man mindestens 500 km von zuhause weg ist?
Das „Höher – Schneller – Weiter“, das inzwischen in vielen Bereichen gilt, hält auch bei den Sommerferien Einzug. Ich finde, darauf kommt es nicht an. Vielmehr ist es wichtig, Zeit zum Durchschnaufen zu haben, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen und Dinge zu tun, die im (Schul-) Alltag oft zu kurz kommen – und nicht zuletzt tut es gut, Zeit für sich selber und Zeit für Gott zu haben.

Vor einigen Jahren bin ich im Urlaub auf Wangerooge auf einen Segenstext gestoßen, der alle diese Aspekte einbezieht. Diesen Segen möchte ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, nicht vorenthalten und Ihnen hier mit in Ihre Sommerzeit geben:
Und nun, bevor du gehst, wünsch‘ ich dir, dass du dich erholst. Sag nicht einfach: „…werd‘ ich schon.“ Ich wünsche dir, dass du trotz der Reisevorbereitungen, trotz der vollgepackten Koffer, trotz deinem Druck, alles nachzuholen, wozu du im Alltag nie kommst, dort, wo du hinfährst, auch wirklich ankommst!
Ich wünsche dir, dass du dort ein Stück Ballast abwerfen kannst und spürst, dass ein Pullover und ein Paar Schuhe dich länger tragen, als du es dir vorstellen könntest, dass du, ohne einer Pflicht die Zeit zu stehlen, aufs Meer schauen wirst oder eine Weile die Maserungen eines Holztisches bewunderst.
Dann, wenn Ruhe einzieht und sich in dir breit macht, wenn die Zeit mehr wird, die dich nicht mehr hetzt, atme sie ein, diese Augenblicke.
Geh noch nicht, ich will dir noch das Wichtigste für deine Reise mitgeben:
Ich wünsch‘ dir Gottes Segen, die Kraft, die zur Ruhe verhilft. Ich wünsch‘ dir, dass du IHN und dich findest!

Nicht Verzicht, sondern Veränderung

Fachgespräch mit Suchtmediziner Hannes Moser 

Am 15. Juli 2025 fand im Alfons-Auer-Haus in Biberach ein Fortbildungsnachmittag für die betrieblichen Suchtkrankenhelfer/innen des AK's Sucht und psychische Gesundheit statt, der von der Betriebsseelsorge organisiert wurde.
Als Hauptreferent war Hannes Moser, der langjährige ärztliche Leiter der Suchtabteilung des ZfP Südwürttemberg Zwiefalten und Bad Schussenried eingeladen. Herr Moser gab einen Überblick über die qualifizierte stationäre Entzugs- sowie über die Entwöhnungsbehandlung. Er wies darauf hin, dass jedes Jahr 100 000 Menschen an den Folgen des Nikotinkonsums sterben, 50 000 an den Folgen von Alkohol. Menschen, die ihre Emotionen mit Alkohol regulieren, sind gefährdet an einer Sucht zu erkranken, da Alkohol das Belohnungssystem befeuert, informierte Herr Moser. Er wies darauf hin, dass die Einstellung und Motivation eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Suchterkrankungen spielen, deshalb nicht verzichten, sondern verändern.
Sören Prinz, der Leiter der Caritas Suchthilfen berichtete über die Angebote der Caritas, um suchtbelasteten Menschen und deren Angehörige Wege aus der Sucht aufzuzeigen. Die Caritas bietet auch ambulante Reha-Maßnahmen an, da manche Betroffene aus familiären oder beruflichen Gründen nicht mehrere Monate lange eine stationäre Behandlung machen können oder wollen. Betriebe können auf die Caritas zugehen z B. für Führungskräfteschulung oder Infoveranstaltungen für Azubis.
Hedwig Häderer vom Netzwerk Burnout und Depression (Träger bela e. V.|gGmbH) informierte über die monatliche Selbsthilfegruppe sowie über die Einzelberatung für Menschen in psych. Krisen. Frau Häderer hat eine Lotsenfunktion und unterstützt bei der Suche nach passenden therapeutischen Möglichkeiten. Auch Betriebe können vom Netzwerk beraten werden.

So soll die Kirche St.Martinus wieder in altem Glanz erstrahlen

Die Kirche St.Martinus in Erolzheim befindet sich inmitten resaturativer Maßnahmen. Was genau gemacht wird und welche besondere Technik es hier zu sehen gibt.
Lesen Sie dazu den Bericht in der Schwäbischen Zeitung von Mesale Tolu-Corlu

Segensfeier zum Ruhestand 2025

Das Arbeitsende ist ein Anlass, um innezuhalten und die neue Lebensphase unter den Segen Gottes zu stellen.

Anhand von 4 Impulsfragen wurde der Lebenskompass neu ausgerichtet:
- Wofür bin ich verantwortlich?
- Wonach sehne ich mich?
- Was will ich jetzt?
- Was bin ich wert?

Es wurde auf das Arbeitsleben zurückgeblickt:
- schwere Situationen wurden in Form eines Steines vor dem Altar abgelegt
- Herzensmomente zur Erinnerung auf ein Papierherz geschrieben.
Neue Perspektiven wurden in den Blick genommen.
Zum Abschluss wurden die Gottesdienstbesucher/innen gesegnet, um gestärkt und zuversichtlich in die neue Lebensphase zu gehen.
Die Feier wurde von der Bussenschola mit wunderbar passenden Liedern unter der Leitung von Gertrud Luibrand musikalisch umrahmt.
Der tolle Gesang der Schola sorgte für Gänsehautmomente und wurde mit begeistertem Applaus belohnt.
Anschließend wurde auf die neue Lebensphase auf der Terrasse des Bussenheimes angestoßen!

Eingeladen haben Renate Fuchs von der Seniorenpastoral, Anita Bachthaler von der kath. Erwachsenenbildung, Albert Diesch vom Dekanatsrat sowie Hermine Burger von der Betriebsseelsorge.

Nur gemeinsam können wir Veränderungen bewältigen

Bischof Dr.Klaus Krämer zu Gast bei der Dekanatskonferenz
Ein Bericht von Edith Fuchs

„Wir begrüßen Sie im vielleicht schönsten Dekanat der Diözese“, eröffnete Dekan Stefan Ruf die Dekanatskonferenz mit Bischof Dr.Klaus Krämer in Heiligkreuztal. Der große Saal in Heiligkreuztal war trotz Hitze voll besetzt – fast 100 hauptamtliche Mitarbeiter des Dekanates Biberach hatten sich zur halbjährlichen Tagung versammelt. Der Diözese Rottenburg-Stuttgart stehen in den nächsten Jahren viele Veränderungen bevor - um diese mit seinen Mitarbeitern zu beleuchten war der Bischof selbst nach Heiligkreuztal gekommen.

„Wir stehen vor einem Transformationsprozess, der aber nicht nur die Kirche, sondern auch die Wirtschaft und die Gesellschaft ganz allgemein betrifft“, so der Bischof. Durch viele Kirchenaustritte gehen die finanziellen Möglichkeiten der Kirche zurück und es wird in den nächsten Jahren immer weniger Priester und anderes pastorales Personal geben.  Es gelte also jetzt die Strukturen der Kirche gemeinsam zu überdenken. Dazu hat Bischof Dr.Klaus Krämer direkt nach seinem Amtsantritt den Diözesanrat bestätigt, der derzeit schon die Leitlinien für die Reformen und neuen Strukturen erarbeitet. Damit dies nicht nur auf höchster Ebene geschieht, ist es dem Bischof wichtig, dass verschiedene Möglichkeiten der Reformen auf vielen Ebenen diskutiert werden. Wichtig ist ihm auch, dass grundsätzlich eine Flexibilität erhalten bleibt, denn schon in einem Dekanat wie Biberach ist der Bogen zwischen Land- und Stadtgemeinden, alteingesessenen katholischen Gebieten und Diaspora-Gegenden groß.

„Wir müssen uns klar sein, dass wir die verschiedenen Ebenen christlichen Handelns nicht getrennt voneinander betrachten können“, erklärt er. Damit ist die Seelsorge im Kleinen genauso gemeint wie zum Beispiel auch der Religionsunterricht in der Schule, die Erwachsenenbildung oder die Caritas. „Die christliche Botschaft in die Welt zu tragen ist Aufgabe der Kirche, auf dieser Basis müssen wir die Kirche der Zukunft gestalten“.

Im Anschluss an die grundsätzliche Information über den Beginn der Reformen nahm sich der Bischof viel Zeit, Fragen seiner hauptamtlichen Mitarbeiter zu beantworten. Hier wurde schnell deutlich auf welch breitem Boden der Seelsorge die Kirche eigentlich steht. Da kamen nicht nur die Priester zu Wort, sondern auch Gemeinde- und Pastoralreferenten, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Dekanates in ihren verschiedenen Profilstellen, ebenso wie die Klinikseelsorger oder die Mitarbeiter des Jugendreferats. Sachlich und für alle Fragen offen beantwortete der Bischof mit Feingefühl die Bedenken und stellte klar, dass die offene Kommunikation wichtig ist, um Verständnis für die bevorstehenden Reformen zu erreichen. Immer wieder wurde auch die Rolle der Ehrenamtlichen in den Gemeinden hervorgehoben. Es sei wichtig, darin waren sich alle einig, die Charismen der Gemeindemitglieder zu stärken, um auf lange Sicht gesehen eine stärker werdende Rolle der Laien in den Gemeinden zu erreichen.

Mit einem gemeinsamen Mittagsgebet in der vollbesetzten Kirche in Heiligkreuztal und dem Segen des Bischofs schloss der erste Teil der Konferenz. Am Nachmittag gab es, gut vorbereitet von Dekanatsreferent Robert Gerner, Gelegenheit, die angeschnittenen Fragen zu diskutieren. In Kleingruppen aufgeteilt, machten sich Teilnehmer zu einer Besinnungsrunde im Klostergarten auf den Weg und hatten so ausreichend Zeit sich durch Gespräche mit den Kollegen wieder neu für die kommenden Aufgaben zu stärken.

„Der Mensch denkt, Gott lenkt“

Geistliches Wort von Pfarrer Wunibald Reutlinger, Seelsorgeeinheit Biberach Umland

„Der Mensch denkt, Gott lenkt“ – dieses Thema wählten Abiturienten von Biberach 2025 für ihren Abschlussgottesdienst.

Sie blicken auf ihr Schulleben zurück. Es war vielleicht auch eine Zeit von Irrungen, Wirrungen und unerwarteten Wendungen. Ich höre daraus, dass sie sich in gewisser Weise Gott anvertraut haben - seinem Plan! Ein solcher Glaube beeindruckt mich: Diese Menschen glauben: Das Herz des Menschen kann denken und planen, aber beeinflussen kann es letztlich den eigenen Lebensweg nicht. Manchmal ärgert uns das. Es fühlt sich nach Kontrolle von Außen an.

„Lenken“ bedeutet in der Bibel: "aufrecht, fest, sicher stehen". Man könnte also auch übersetzen: Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber Gott macht seine Schritte sicher und fest. So ist es gut und richtig, über den eigenen Lebensweg nachzudenken. Es ist gut, Pläne zu schmieden und Ziele zu haben. Es ist gut, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Aber es ist auch gut, zu wissen und zu erfahren, dass das Erreichen unserer Pläne und Ziele nicht allein von uns abhängt. Wir sind nicht allein. Da sind Mitmenschen an unserer Seite: die Familie, Freunde und Freundinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Arbeitskollegen und Kolleginnen, … und da ist Gott. Wir brauchen immer wieder auch Hilfe. Wir werden getröstet und aufgerichtet, wenn unsere Pläne nicht aufgehen, wenn wir Niederlagen und Rückschläge erleben. Wir sind nicht allein auf unserem Lebensweg.

Gottes Name ist so etwas wie ein Lebensprogramm. Dem Mose zeigt sich Gott als der "Ich bin da". Ich bin da, wenn Du Dein Glück in die Welt hinausrufen möchtest und ich bin da, wenn Du traurig und niedergeschlagen bist. Das macht mich zuversichtlich und stärkt meinen Glauben. Daran will ich mich halten: Das Herz des Menschen erdenkt sich seinen Weg, aber Gott, der bei Ihm ist, macht seine Schritte sicher und fest - auch wenn sein Weg in eine Richtung geht, die nicht geplant war. „Der Mensch denkt, Gott lenkt“.

Dekanatsrat Saulgau stellt sich neu auf

Bei tropisch-schwülen Temperaturen trafen sich am Mittwoch, 25. Juni 2025 über 40 Dekanatsrätinnen und Dekanatsräte in Fulgenstadt bei Bad Saulgau. In der gemeinsamen Feier der Eucharistie in der St. Ulrich und Konrad Kirche stimmten sich die Anwesenden auf den Abend geistlich ein. Dekan Peter Müller betonte in seinen einführenden Gedanken, wie wichtig es ist, dass Worten immer auch Taten folgen und bezog sich dabei auf das Tagesevangelium, in dem gleichnishaft erzählt wird, dass man einen guten Baum an seinen guten Früchten erkennt.  Er wünschte dem neuen Dekanatsrat, dass er in seiner Arbeit immer wieder diese guten Früchten hervorbringen kann und der gemeinsame Weg konstruktiv und positiv für alle werden kann.
In der anschließenden Konferenz im benachbarten Pfarrsaal übergab er die Moderation an Dekanatsreferent Björn Held, der über Grundaufgaben und Arbeitsweise des Dekanates informierte. Außerdem konnten sich die anwesenden Leiterinnen und Leiter der Einrichtungen und Dienste kurz vorstellen und etwas zu ihren Arbeitsfeldern sagen.
Danach erfolgten unter Leitung von Björn Held die zur Besetzung der wesentlichen Ämter des Dekanatsrates notwendigen Wahlen, die alle fünf Jahre stattfinden. Erfreulich war, dass sich für alle Ämter haben Kandidierende finden lassen. Die Ergebnisse der Wahlen sind wie folgt:

Gewählte Vorsitzende: Sabine Thomma;
Stellvertretende Vorsitzende: Alwin Lutz und Robert Eisele;
Schriftführerin: Tanja Lutz;
Mitglieder im geschäftsführenden Ausschuss: Teresa Harsch, Schwester M. Agnes Kienzler, Egon Oehler, Maria Hugger und Wolfgang Sekul;
Vertreter und Stellvertreterin Telefonsselsorge: Egon und Rita Oehler;
Vertreterin Caritas-Delegiertenversammlung: Teresa Harsch.

Dekan Müller gratulierte allen Gewählten, dankte ihnen für ihre Bereitschaft und wünschte ihnen viel Freude und Gottes Segen in ihrem Engagement.

Auch der Wahlausschuss für die bevorstehenden Diözesanratswahl konnte gebildet werden: Joachim Gulde, Alwin Lutz und Robert Eisele erklärten sich bereit, die Aufgabe der Beisitzer zu übernehmen und unterstützen im Wahlausschuss den Dekan, die gewählte Vorsitzende und den Dekanatsreferenten.
Ralf Pusch informierte im Anschluss noch kompakt über Angebote für Jugendliche von Jugendreferat und BDKJ und wies darauf hin, dass in jedem Kirchengemeinderat auch Jugendverteter/innen per Wahl oder Berufung mitarbeiten sollten.
Dem inhaltlichen Teil der Konferenz schloss sich ein geselliger an: Kühle Getränke und Leckereien vom örtlichen Bäcker luden zu Begegnung und Austausch ein. Dekan Müller dankte dem Team aus Fulgenstadt, das sich an diesem Abend als sehr guter Gastgeber präsentierte.

„So viele Geflüchtete wie nie zuvor“

Interview zum Weltflüchtlingstag mit Dr.Wolf-Gero Reichert von der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart 

 

Rottenburg a.N. Mit dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am 20. Juni soll das Bewusstsein für die Situation von Geflüchteten gestärkt werden. Dr. Wolf-Gero Reichert von der Hauptabteilung „Weltkirche“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart spricht aus diesem Anlass über den Kollaps des Systems der humanitären Hilfe und darüber, wie sich Menschen solidarisieren.

Herr Dr. Reichert, der Weltflüchtlingstag erinnert an das millionenfache Schicksal von Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Was bedeutet Ihnen dieser Aktionstag?

Der Weltflüchtlingstag ist heute wichtiger denn je, insbesondere in globaler Perspektive. Weltweit gibt es so viele Geflüchtete wie nie zuvor, die Unterstützung und offene Türen brauchen. Zugleich nimmt die Feindlichkeit gegenüber Flüchtlingen zu und die politischen Abwehrstrategien in vielen Aufnahmeländern werden immer menschenverachtender. Daher ist es wichtig, am Weltflüchtlingstag daran zu erinnern, dass niemand aus Übermut seine Heimat verlässt, sondern weil sie oder er dazu gezwungen ist.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt die Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche seit Jahren mit hohen Geldbeträgen. Wie ist die aktuelle Bilanz?

Die katholische Kirche ist – weltweit gesehen – der wichtigste, nichtstaatliche Akteur der Flüchtlingshilfe, insbesondere in den Ländern des Globalen Südens, in denen die allermeisten Geflüchteten aufgenommen werden. In diesem Jahr hat die Hauptabteilung Weltkirche bereits 17 Projekte der weltkirchlichen Flüchtlingshilfe mit einem Volumen von 1,64 Millionen Euro unterstützt. Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr Hilfsmaßnahmen mit bis zu vier Millionen Euro unterstützen werden, wir befinden uns ja noch nicht einmal in der Mitte des Jahres.

Woher kommt dieses Geld?

Die Mittel stammen aus Kirchensteuern. In den vergangenen Jahren wurde aus Kirchensteuerüberschüssen ein Fonds für die weltkirchliche Flüchtlingshilfe gespeist. Dieser wurde in diesem Jahr in ein reguläres Budget überführt, sodass die Diözese Rottenburg-Stuttgart diese wichtigen Hilfen für Geflüchtete auch in Zeiten ohne Kirchensteuerüberschüsse fortsetzen kann.

Wo steht die Diözese Rottenburg-Stuttgart da im deutschlandweiten Vergleich?

Deutschlandweit ist mir keine andere Diözese bekannt, die in ähnlichem Ausmaß humanitäre Hilfe für Geflüchtete weltweit leistet. Vielleicht zeigt sich darin ein Stück weit das geistige Erbe des Diözesanpatrons, des heiligen Martins von Tour, der ja bekanntlich seinen Mantel mit dem Bedürftigen geteilt hat.

Gibt es Schwerpunkte bei der Art der Unterstützung?

Weder regional noch mit Blick auf die Zielgruppen gibt es eine besondere Schwerpunktsetzung. Es werden Projekte in allen Kontinenten gefördert, angefangen von der Ukraine in Europa, im Nahen Osten, in Myanmar, in Äthiopien und vielen anderen afrikanischen Ländern oder auch in den Nachbarstaaten von Venezuela. Die Projekte umfassen Unterstützung bei der Unterbringung von Geflüchteten, bei der medizinischen Versorgung oder bei der Schulbildung, aber auch langfristig wirkende Programme zur Stärkung der Erwerbsfähigkeit.

In den Nachrichten sehen wir täglich, was Krieg anrichtet und wie schwer es ist, die Gewalt zu beenden. Was sind andere Fluchtursachen, mit denen Sie zu tun haben und denen Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten auch tatsächlich etwas entgegensetzen können?

Ganz sicher sind Kriege oder auch Bürgerkriege die wichtigsten Auslöser von Fluchtbewegungen. Aber es gibt auch Menschen, die aufgrund terroristischer Anschläge oder zunehmend auch durch die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen aufgrund des Klimawandels gezwungen sind, zu fliehen.

Können Sie uns ein, zwei konkrete Beispiele nennen?

Die Westbalkanroute ist mittlerweile die wichtigste Route für Geflüchtete in die EU. Die Erzdiözese Belgrad hat Camps für Geflüchtete errichtet, die in Belgrad gestrandet sind. Wir unterstützen dort ein Programm, in dem den Kindern der Geflüchteten, denen in ihren Heimatländern, aber auch auf ihrer Fluchtroute Schlimmes widerfahren ist und die deshalb als traumatisiert gelten, psychosozial geholfen wird, durch Therapie- und Gesprächsangebote, aber auch durch etwas Normalität im Unterricht und durch schöne Gemeinschaftserlebnisse. Und ein zweites Beispiel: In den Flüchtlingscamps des Südsudans gibt es nicht ausreichend Trinkwasser, was ein extrem großes Problem darstellt. Wir sind deshalb froh, die Sisters of Our Lady of Peace darin unterstützen zu können, einen Brunnen zu bohren, der die Geflüchteten versorgt.

Was sind aus Ihrer Sicht Dinge, die wir von den Empfängern Ihrer Hilfen für uns hier in Deutschland lernen können?

Zum einen die Hoffnung: Viele haben alles verloren, viele haben trotzdem ein großes Vertrauen in Gott und die Hoffnung darauf, dass sich ihre Situation ändern wird. Zum anderen die Fähigkeit, mit Menschen mit ganz anderem kulturellem Hintergrund, anderer Sprache und anderer Religion unter Extrembedingungen zusammenzuleben. Das läuft natürlich nicht immer konfliktfrei, aber dass es läuft, zeugt von einer großen Konfliktbearbeitungskompetenz der Geflüchteten und einer großen Bereitschaft, sich trotz der Unterschiede mit anderen zu solidarisieren.

Sie haben Einblick in viele Notlagen. Gestatten Sie zum Abschluss die persönliche Frage, was für Sie die wichtigen Dinge sind, die Sie aus Ihrer Tätigkeit für sich mitnehmen?

Wir erleben derzeit den Kollaps des Systems der humanitären Hilfe weltweit, seit sich die USA vollständig zurückgezogen haben und seit andere große Geberländer – wie Großbritannien und vermutlich auch bald die Bundesrepublik Deutschland – ihre Beiträge deutlich reduzieren werden. Mir tut es sehr gut zu wissen, dass unsere Arbeit – und damit die bewundernswerte Arbeit unserer kirchlichen Partnerorganisationen – in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sehr wertgeschätzt wird und große Unterstützung erfährt.

Pfarramtssekretärinnentag - "Willkommen im Treffpunkt Pfarrbüro"

Am Donnerstag, 15. Mai 2025 fand der diesjährige Pfarramtssekretärinnentag der Dekanate Biberach und Saulgau im katholischen Gemeindezentrum Bad Schussenried statt.

Nach einem Brezelfrühstük und anschließender Begrüßung von Pfarrer Nicki Schäpen, sowie Herrn Dekanatsreferent Björn Held leitete Elly Renn aus der SE Riß-Federbach mit einer Geschichte „Als Gott die Pfarramtssekretärin erschuf…“ über zum Vortrag „Willkommen im Treffpunkt Pfarrbüro“ - Impulse und Strategien für einen guten Umgang miteinander. Egon Wieland, Kur- und Rehaseelsorger aus Bad Waldsee, erläuterte in seinem 2-stündigen Vortrag kurzweilig die unterschiedlichen Typen und Temperamente von uns Menschen, und welche Grundgefühle und Ängste uns antreiben.

Der anschließende Gottesdienst in der Sankt-Magnus-Kirche wurde gestaltet von Pfarrer Nicki Schäpen, Diakon Patrick Wende, sowie dem KMD Matthias Wolf und dem Flügelhorn-Duo aus Steinhausen.

Nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause folgte ein Besuch der Landesausstellung „UFFRUR! Utopie und Widerstand im Bauernkrieg 1524/25“. Durch die spannende Führung erhielten alle einen ganz neuen Eindruck über die damaligen Verhältnisse zwischen Bauern, Rittern und Adel.

Der Fortbildungstag wurde abgerundet mit Kaffee und Kuchen sowie aktuellen Informationen.

Dekanatskonferenz Saulgau: "Kirche wird sich verändern!"

Weihbischof Renz spricht und diskutiert auf Dekanatskonferenz Saulgau über den Transformationsprozess in der Diözese

Einmal im Jahr ist ein Bischof zu Gast in der Dekanatskonferenz. Dieses Mal war es Weihbischof Thomas Maria Renz, der über ein Thema referierte, das jeden der anwesenden Priester, Diakone, pastoralen und kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umtreibt: Die bevorstehende Strukturreform in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Bischof Klaus Krämer ist es sehr wichtig, hier möglichst viele Menschen an diesem Prozess zu beteiligen“ so Renz. Der Diözesanrat, das oberste Gremium gewählter Laiinnen und Laien in der Diözese, wird sich im Juni intensiv mit der geplanten Reform auseindersetzen, seine Perspektiven und Anliegen miteinbringen, so dass im Herbst schließlich über die zukünftige neue pastorale Landschaft entschieden werden kann.
„Klar ist, dass die gegenwärtige strukturelle Kleinteiligkeit so nicht mehr leistbar ist“ gibt Renz zu verstehen. Denn die finanziellen und personellen Ressourcen werden in absehbarer Zeit deutlich geringer, so dass eine deutliche Reduzierung der Körperschaften notwendig ist. Dennoch kann dieser Reformprozess auch eine Chance für die Kirche darstellen, da Synergien genutzt, Ressourcen geschont und neue pastorale Schwerpunktsetzungen vorgenommen werden können.

Dekanatsreferent Björn Held lud die anwesenden Seelsorgerinnen und Seelsorger dazu ein, sich erst untereinander und dann mit dem Bischof darüber auszutauschen, was ihnen im Blick auf diesen Transformationsprozess wichtig ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten u.a., dass ihnen die Entwicklung von gemeinschaftsfördernden Strukturen mit langfristiger Gültigkeit, die Wahrnehmung von pastoraler Qualität sowie Verbindlichkeit und Respekt in der Kommunkation von Bedeutung sind.

Mit Sorge fragen sie an, wer die Fähigkeit hat, komplexe größere Gebilde gut zu leiten, wie mobil Seelsorger zukünftig sein müssen und ob die Zahl der Seelsorgenden auch aufgrund des immer höheren bürokratisch-organisatorischen Aufwands abnimmt.

Für den weiteren Weg regen sie an, sich gut darüber Gedanken zu machen, was es für ein solides Führungshandeln alles braucht und wie Menschen vor Ort eingebunden werden können. Außerdem liegt ihnen am Herzen, dass das pastorale Personal gewissenhaft begleitet wird, Prozesse transparent und ehrlich gestaltet werden und die Seelsorge durch ein unterstützendes System entlastet wird.

Am Ende dankte Dekan Peter Müller Weihbischof Renz ganz herzlich für sein Kommen, seine Impulse und seine Bereitschaft, mit den Mitgliedern der Dekanatskonferenz offen, wertschätzend und konstruktiv ins Gespräch zu kommen.

"Ich erhoffe mir vom neuen Papst viele Aufbrüche"

Dekan Ruf zur Wahl des neuen Papstes Leo XIV.

Auch der Biberacher Dekan Stefan Ruf hat die Wahl von Papst Leo XIV am Donnerstag Abend verfolgt. "Ich hatte Kardinal Provost nicht auf der Rechnung", sagt er ehrlich. Aber man sei auf diesen Kardinal aufmerksam geworden, als er die deutschen Bischöfe im Vatikan empfangen habe, als es im Rahmen des Synodalen Wegese zu Missstimmungen im Vatikan gekommen sei. Der neue Papst sei jemand, der sowohl mit eher konservativ denkenden Menschen als auch mit progressiven Kräften gut umgehen könne.

Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Gerd Mägerle in der Schwäbischen Zeitung  

„Ein Papst, der ganz auf der Linie von Franziskus liegt“

Robert F. Prevost wurde zum 267. Papst der Römisch-Katholischen Kirche gewählt.
Bischof Dr. Klaus Krämer gratuliert dem neuen Papst.

Bericht von Nelly Swiebocki-Kisling

Nur ein Tag nach Beginn des Konklaves haben die Kardinäle heute, am 8. Mai einen neuen Papst gewählt. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde das neue Kirchenoberhaupt mit Glockengeläut begrüßt. Bischof Dr. Klaus Krämer gratulierte Papst Leo XIV. herzlich zu seiner Wahl mit den Worten: „Wir wünschen Papst Leo XIV. Gottes Segen für dieses wichtige Amt und freuen uns, ihm bald begegnen zu dürfen.“

Papst Leo XIV. war lange in Peru
Es sei eine große Überraschung gewesen, dass zum ersten Mal ein US-Amerikaner zum Papst gewählt wurde, gleichzeitig aber auch ein großes Ereignis, sagte Bischof Krämer direkt nach Bekanntgabe des neuen Papstes. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärte: „Robert Prevost hat fast seine gesamte berufliche Tätigkeit in Lateinamerika verbracht, war lange in Peru und kennt deshalb die Situation dort sehr gut. Gleichzeitig war er Vorsitzender des Dikasteriums der Bischöfe, also der Personalabteilung des Vatikans, und kennt auch viele Bischöfe gut. Wir sind sehr gespannt auf ein Pontifikat, das sicher das Pontifikat von Franziskus fortführen wird. Prevost ist ein Mann, der ganz auf der Linie von Papst Franziskus liegt, aber sicher seine eigenen Akzente setzen wird.“

Vor seiner Vatikanzeit war Papst Leo XIV. Bischof von Chiclayo in Peru. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützte 2019 ein von ihm empfohlenes Projekt - die Anschaffung einer Hostienbackmaschine für die Karmelitinnen in Chiclayo.

Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

 

Saulgauer Reisegruppe besucht das Grab des Papstes

Unter der Leitung von Egon Oehler besuchte eine Pilgergruppe aus dem Dekanat Saulgau den Vatikan. Ursprünglich war die Reise anders geplant. Da aber gerade kurz zuvor Papst Franziskus verstorben war, war es jetzt möglich das Grab des verstorbenen Papstes in der Basilika Santa Maria Maggiore zu besuchen. 

Lesen Sie dazu mehr in der Online Ausgabe der Schwäbischen Zeitung 

Die Zauberworte heute: hören, kennen, folgen

Geistliches Wort von Diakon Roland Fritzenschaft

„Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie
und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben.“

Wer hört? Ich. Wer kennt? Jesus. Wer folgt? Ich. Was bekomme ich? Ewiges Leben. Zugegeben: Ich habe jetzt alles auf mich bezogen. Nicht falsch, aber auch nicht so ganz richtig. Jesus spricht im Plural. In der Mitte ist ER, der Herr. Er kennt uns. Auf ihn hören wir, ihm folgen wir. Uns wird das ewige Leben zuteil. Das Leben in seiner ganzen Fülle. Vollendet in einer Liebe, die keine Grenze kennt. Wir träumen alle von Ewigkeit, auch wenn uns die Worte fehlen, sie abzustecken oder zu beschreiben.
Bin ich ein - Schaf? Das Evangelium sagt das. Aber so ungewöhnlich und fremdartig die Redeweise auch für unsere Ohren sein mag, so sehr entspricht sie dem Wort Jesu: Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Die Betonung liegt auf „der“. Der gute Hirte, der eine, der einzige. Ist er der Hirte, darf ich Schaf sein. In dem Bild steckt ungeheuer viel Nähe, Vertrautheit und Geborgenheit. Obwohl eigentlich nichts zu sehen ist, stehen wir vor einer Schafherde – und können uns an dem Frieden nicht satt sehen. Wenn Mütter und Väter, Opas und Omas mit ihren Kindern und Enkeln Lämmer gucken gehen, ist das wie ein Ausflug in eine andere Welt. Eine kindliche Welt? Ja, vielleicht auch. Es ist ein Bild für die Welt Gottes. Schön und weit, friedlich und unberührt. Auch wenn wir, älter geworden, überall auch die Gefahren sehen. Die Wölfe. Und mehr.
Im Evangelium ist alles auf den einen zugeschnitten: den Hirten. Es ist ein Glück, zu ihm zu gehören. Von ihm gekannt, mit Namen genannt, beschützt zu sein. Den Schafen wird zwar gelegentlich attestiert, sie seinen doof, aber das ist eine böswillige Unterstellung, wenn nicht gar eine Beleidigung. Eine Beleidigung Jesu. Er ist nur von klugen Schafen umgeben! Da werden selbst die Wölfe kleinlaut.
Und die Schafe? Sie hören und sie folgen. Genauer: sie kennen die Stimme des Hirten und gehen ihm nach. Ob es ein guter Hirte ist, wissen sie nicht. Sie können ihn auch nicht danach fragen. Darüber nachgedacht haben sie auch noch nicht. Dass der Hirte sie nicht in die Irre führt, dass er sie auch nicht den Wölfen preisgibt, wenn sie zähnefletschend und hungrig die Herde sprengen, dass er sie aus Gestrüpp und Dornen befreit – davon gehen sie einfach aus. Mit jedem Schritt. Der gute Hirte, sagt Jesus, lässt sein Leben für sie.
Als ich Kind war, habe ich oft anhören müssen: Wer nicht hören will, muss fühlen. Sie kennen das? Haben Sie es vielleicht auch schon mal gesagt? Eigentlich nur so ein Satz, eine Allerweltsweisheit, aber doch mit Untiefen. Es fängt bei kleinen Dingen an. Ich wollte nicht einfach gehorchen, mir auch nichts sagen lassen. Ich wollte ausprobieren. Alleine. Das Risiko nahm ich, ohne groß darüber nachzudenken, in Kauf. Wie jedes Kind, das sich aus der behüteten Welt langsam entfernt, um selbständig zu werden. Irgendwann, in der Pubertät, nannte ich das verwegen Freiheit. Ohne zu ahnen, wie schwierig es sein kann mit der Freiheit.
Jesus spricht davon, dass seine Schafe ihn hören und ihm folgen. Ihn. Jetzt wird der Plural wichtig: „Sie kennen mich.“ - „Sie folgen mir.“ – „Ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Was Jesus uns aufträgt, finden wir im geschwisterlichen Gespräch – nicht in einer Weisung von oben. Welchen Weg er für uns hat, entdecken wir auf einem gemeinsamen Weg – nicht in einer Reiseordnung. Wohin uns sein Wort führt, sehen wir auf Gesichtern von Menschen – nicht in einem Handbuch. Petrus nennt Jesus den Hirten und Bischof unserer Seelen.
Heute ist nicht nur der Tag des guten Hirten. Heute ist auch Muttertag. Was wir heute alles zu bedenken hätten – oder zu feiern! Der gute Hirte hat da schon einen Weg.
Mütter (und Väter) entlassen ihre Kinder von Tag zu Tag in das eigene Leben. Sie nehmen sich immer mehr zurück. Aber sie sind da. Liebevoll und verständnisvoll, gelegentlich auch kritisch und nachdenklich. Geht etwas schief, springen sie in die Bresche. Gibt es etwas zu feiern, sind sie die Ersten, die sich mitfreuen. So manche Nacht wachen sie am Bett eines Kindes, wenn es krank ist. Und bei Liebeskummer erzählen sie ihre eigene Geschichte. Der gute Hirte hat sehr viel von einer Mutter, eine Mutter sehr viel von einem guten Hirten. Und die Väter schließen wir einfach mit ein.

 

 

 

 

Ein Tag der Hoffnung und des Glaubens - Im Licht von Papst Franziskus und dem Weißen Sonntag

Geistliches Wort von Robert Gerner
Dekanatsreferent Biberach

Heute gedenken wir Papst Franziskus, der am Ostermontag von uns gegangen ist. Um 10 Uhr wird auf dem Petersplatz in Rom eine Trauermesse gefeiert,
geleitet von Giovanni Battista Re, dem Dekan des Kardinalskollegiums. Franziskus, der in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt werden soll, hat sein Leben ganz im Dienst an Gott und den Menschen gelebt. Sein Name „Franciscus“ steht für Demut, Liebe und Hoffnung.

Er hat die Katholische Kirche und die Welt tief geprägt – durch seine bedingungslose Liebe zu den Armen, den Ausgeschlossenen und den Kindern.
Seine Nähe zu den Schwachen war für viele ein Hoffnungszeichen in einer oft kalten Welt.
Was hat Franziskus bei uns ausgelöst? Wo hat er Sie überrascht, angeregt, berührt? Mich persönlich hat  sein Buch „Hoffe“, seine Autobiografie  tief bewegt und mir geholfen, ihn besser zu verstehen. Trotz nur kurzer Begegnung mit großem Abstand, war er für mich ein Hoffnungsschimmer, ein Motivator. Seine Liebe, Nähe zu den Menschen und Demut sind Werte, die mich in meinem Dienst in der Kirche für die Menschen stärken.

Was kann er uns auf den Weg geben? Nicht nur Verehrung reicht aus. Es ist seine bedingungslose Liebe, sein tiefer Glaube die uns zeigen, wie wir unseren Alltag leben können. Seine Haltung erinnert uns daran, dass der Glaube nicht nur im Gottesdienst sichtbar sein soll, sondern vor allem im täglichen Leben.

An diesem Sonntag ist der „Weiße Sonntag“ – für mich ein besonderes Fest. Es ist der Tag, an dem Kinder zum ersten Mal die Eucharistie empfangen. Ein Tag voller Freude,
Hoffnung und Gemeinschaft. Für die Kinder ist es ein Schritt in eine lebendige Beziehung zu Jesus, der sie liebt und trägt durch die Tiefen und Höhen des Lebens.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an Papst Franziskus erinnern, der die Kinder stets mit großer Liebe begleitet hat. Er sagte:
„Die Kinder sind das größte Geschenk Gottes.“ Im letzten Jahr betonte er, dass die Eucharistie kein „magisches“ Ritual, sondern das „Wunder der Barmherzigkeit“ ist.
Dieses Sakrament soll auch für die Kinder in unserem Dekanat Biberach eine Kraftquelle sein, die sie auf ihrem Lebensweg begleitet.

Ich wünsche allen Kindern im Dekanat Biberach, welche an diesem Sonntag und in den nächsten Wochen mit ihren Familien ihre erste heilige Kommunion feiern, einen wunderschönen Tag voller Freude und Gottes Segen.

Heilige Öle in den Dekanaten Biberach und Saulgau verteilt

Die von Bischof Klaus Krämer am Montag während der Chrisammesse im Dom in Rottenburg geweihten Öle wurden nun im Dekanat Biberach an die verschiedenen Kirchengemeinden verteilt.

Dekanatsmesner Herbert Wohnhaas aus und Teresa Harsch aus Saulgau waren  als Ölbote aus Biberach in Rottenburg unterwegs, um die Öle ins Dekanat Biberach zu bringen. Die Ölmessen wurden von Dekan Stefan Ruf in Biberach sowie von den stellvertretenden Dekanen Nicki Schaepen in Ochsenhausen, Martin Ziellenbach in Laupheim und Martin Dörflinger in Bad Buchau gefeiert. Die Mesnerinnen und Mesner der 119 Kirchengemeinden  im Dekanat Biberach holten das Katechumenöl, Chrisam und Krankenöl ab. Diese Öle werden im Laufe des Jahres bei Taufen, Firmungen, der Weihe von Glocken und Altären sowie bei Krankensalbungen verwendet. Dekan Peter Müller hielt die feierliche Ölmesse in Bad Saulgau, zu der Vertreter aus allen 30 Krichengemeinden des Dekanats gekommen waren, um die heiligen Öle abzuholen.

„Die Heiligen Öle sind Zeichen Jesu Christi, die die Liebe und Nähe Gottes zu den Menschen in der Feier der Sakramente spürbar machen“, erklärte der stellvertretende Dekan Nicki Schaepen. „So wie die Haut das Öl und die Salbe vollständig aufnimmt und von innen stärkt, soll auch die Botschaft des Evangeliums und ihr Geist die Menschen in Glaube, Hoffnung und Liebe von innen heraus stärken.“

Kunst trifft Theologie. Zwischen Himmel und Erde

Vernissage im Alfons Auer Haus

Ungewöhnlich bunt präsentiert sich das Alfons-Auer-Haus zu Beginn der Karwoche. Der Grund liegt auf der Hand: Der Raum der Stille & Begegnung wurde am Samstag vor Palmsonntag mit einem vier-teiligen Bild der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft durch Dekan Stefan Ruf gesegnet und seiner Nutzung übergeben.

Die Künstlerin Susana aus dem fränkischen Hilpoltstein hat im Auftrag des Dekanates die vier modernen Gemälde für den Raum gestaltet. In ihrer kurzen Erklärung schafft sie die Verbindung zu der künftigen Nutzung des Raumes. „Meine Erdbilder sollen Ruhe und Gelassenheit transportieren“, damit sie in ihrer Arbeit mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. „Wasser ist mal mitreißend wie ein Fluss, mal sanft ruhend wie ein See, mal stürmisch wie das Meer, mal starr wie Eis“ erklärt sie weiter. „Feuer steht für Lebensenergie und Emotionen – ich möchte mit meinen Bildern diese Energie einfangen und die Leidenschaft, die damit verbunden ist transportieren“. Das Element Luft schließlich symbolisiert den Geist, der beflügelt und weiten Raum schenkt.

Passend zum Raum der Stille & Begegnung im Dekanat schlug Kerstin Ugi, Seelsorgerin für Menschen mit Behinderung die Brücke zur Theologie. Durch die vier Elemente wird Gott in der Welt gegenwärtig, ob es uns bewußt ist oder nicht, so Kerstin Ugi. Kunst und Theologie sind miteinander verwoben und können uns helfen, die Welt besser zu verstehen. „Kunst lässt das Unfassbare Gottes fassbar werden“, erklärt sie weiter. Die Bilder der vier Elemente regen zum Nachdenken über die Schöpfung, Gott und die menschliche Existenz an.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Christine Kapfer (Flöte) und Edith Fuchs (Klavier), die mit lebendigen Musikstücken, die Leichtigkeit die von den Bildern ausgehen, umsetzten.

Das Dekanat lädt ein, sich die Bilder von Künstlerin Susana im Raum der Stille & Begegnung anzuschauen. Bis zum 16. Mai können noch weitere Bilder der Künstlerin zu Öffnungszeiten des Dekanats im 1 OG besichtigt und gekauft werden.

 

Pessach-Gruß der Bischöfe Krämer und Gohl

Rottenburg/Stuttgart. In einem gemeinsamen Pessach-Gruß haben die Bischöfe der württembergischen Landeskirche und der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ernst-Wilhelm Gohl und Dr. Klaus Krämer, die Jüdinnen und Juden im Land der tiefen Verbundenheit zwischen Christen und Juden versichert. Sie schreiben: "Auch die Mitglieder unserer katholischen und evangelischen Gemeinden befinden sich in diesen Wochen in einer Vorbereitungszeit: Die Passionszeit führt uns hin auf die Karwoche und das Osterfest. In den Ereignissen jener Tage in Jerusalem erkennen und glauben wir eine tiefe Verbindung zur Hoffnung von Pessach und zum jüdischen Volk - in der Geschichte und vor allem heute im Jahr 5785 bzw. 2025, auch hier in Württemberg."
Zugleich weisen die beiden Bischöfe auf die Parallelen hin, die sich zwischen den aktuellen Entwicklungen der Gegenwart und den in der Bibel überlieferten Ereignissen zeigen, an die das Pessachfest erinnert: "Wer heute im Buch Schemot/Exodus liest, wie Mose und Aaron im Auftrag Gottes die Auseinandersetzung mit Pharao führen, erkennt viele Züge des Geschehens jener Tage wieder in den Entwicklungen unserer Gegenwart: Wie Gewalttäter sich als Opfer inszenieren; dass der Drang nach unumschränkter Herrschaft Augen und Herzen verblendet; wie menschlicher Allmachtswahn auch den eigenen Untergang in Kauf zu nehmen bereit ist."

Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Die Renovierung der Kirche in Schemmerhofen ist abgeschlossen

"Diese Kirche steckt nun voller Hightech" titelt die Schwäbische Zeitung. Fpr die Gemeinde Schemmerhofen wird die Kirche am kommenden Sonntag wieder geöffnet. Die Schwäbische Zeitung konnte sich schon vorab über die Renovierung ein Bild machen.

Lesen Sie mehr dazu im Bericht 

Leben wagen

Geistliches Wort von Dekan Stefan Ruf 

Der vierte Fastensonntag trägt den lateinischen Namen „Laetare“, es ist der Anfang des Introitus „Laetare Jerusalem“ – „Freue dich Jerusalem“. Freilich ist die Freude in diesen Wochen, in denen wir mit den Berichten über den Krieg in der Ukraine und den anderen Kriegsgebieten konfrontiert werden, oft dem Entsetzen und der Ohnmacht gewichen. Dennoch heißt dieser Sonntag so und will uns ermutigen in der Zuversicht der Freude auf Gott hin auch mit den Bildern und Berichten umzugehen, die uns aufwühlen. Uns nicht mehr und mehr in die Enge und Grausamkeit der Welt drängen zu lassen, sondern aus dem Glauben in der Verlorenheit der Welt einen Weg zu Gott zu suchen, der immer bereit ist uns aufzunehmen und sich immer freut, wenn wir den Weg zu ihm suchen und gehen. Von dieser Perspektive spricht auch das folgende Gebet von dem Theologen Reinhard Röhrner:

Aufbruch in das Land
in dem Milch und Honig fließen,
wo genug da ist,
dass alle leben können.

Ein Land voller Chancen,
die ich mit anderen ergreifen darf,
meine Welt schöpferisch gestalten
und so Gott verherrlichen.

Ein Land, das mehr ist als Erfolg,
in dem ich auch scheitern darf,
Grenzen erfahren und erleben
und mit ihnen umgehen.

Ein Land in dem mir Gott begegnet
barmherzig und mit offenen Armen,
bergend und schützend
im Trubel der Zeit.

Diese Zeilen wollen uns ermutigen, unser Leben zu wagen, das auch das Risiko in sich birgt, dass ich etwas falsch mache. Wer dies nicht eingestehen und erfahren kann, lernt das Leben nicht und so ein Leben heißt dann „Selbstleben“!  Das Evangelium des 4. Fastensonntages führt uns die wunderbare Geschichte vom „verlorenen Sohn“ vor Augen. In dieser Geschichte geht es auch um Schuld und Versagen, um Neid und Rechthaben wollen. Letztlich aber mündet alles Schuldhafte von uns Menschen ein in eine große liebende und vergebende Haltung des „Vaters“ und will uns ermutigen, dass das Scheitern von uns Menschen in der Barmherzigkeit Gottes einen neuen Anfang findet. Eine größere Liebe als die des Vaters gibt es nicht auf dieser Welt. Die Bilder im Gebet von Reinhard Röhrner wollen uns stärken, unser Leben und unser Tun im Licht dieser offenen Barmherzigkeit Gottes zu sehen und schließlich auch zu erfahren.

Ich wünsche uns allen, dass wir immer wieder auch von unseren Mitmenschen, diese verzeihende Haltung erfahren, um uns dann neu in der großen Freiheit Gottes zu begegnen. Das heißt für mich auch „Freue Dich“ „Laetare“, denn der Tag aller Tage, der Ostertag wird kommen - für Dich und mich!

 

 

 

Themenvielfalt und großes Engagement im Dekanatsrat Saulgau

Am Dienstag, 18. März 2025 tagte der Dekanatsrat Saulgau in Friedberg das letzte Mal in dieser fünfjährigen Legislaturperiode. Nach einer geistlichen Einstimmung in der neu errichteten Kapelle "Zur Heiligen Familie" von Ehepaar Oehler durch Dekan Peter Müller begann die Konferenz im Dorfgemeinschaftshaus Friedberg. Dort stellte Matthias Mennig, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums in Riedlingen, den Haushaltsentwurf für die Jahre 2025 und 2026 vor. Der Dekanatsrat konnte ein solides Jahresergebnis 2024 feststellen und genehmigte durch einstimmigen Beschluss den neuen Haushaltsplan, der sich in guter Weise im vorgegebenen Toleranzrahmen der Diözese bewegt und den verantwortungsvollen Umgangs mit Kirchensteuermitteln widerspiegelt. Dekanatsreferent Björn Held informierte über den aktuellen Stand zu den kommenden KGR-Wahlen 2025: In 29 von 30 Kirchengemeinden kann gewählt werden. Alle neu gewählten Kirchengemeinderäte erhalten die Möglichkeit einer Schulung und Unterstützung am "Tag der Räte". Nachdem sich die Kirchengemeinderäte konstituiert haben, findet am 25. Juni 2025 dann die Konstituierung des neuen Dekanatsrates statt. Nicola Munding vom katholischen Jugendreferat und Ralf Pusch vom BDKJ berichteten im Anschluss vom vielfältigen Angebot für Jugendliche: Eine ausgebuchte Dankeschön-Aktion mit 180 Teilnehmenden, die bevorstehenden Kar- und Ostertage in Rottum, ein Gottesdienst für Zweiradfahrer unter dem Titel "BDKJ-Bügeln und Brettern" oder eine Schulung zum Thema Kindeswohl. Erfreulich ist auch, dass Jordan Zydek am 01. April auf die Profilstelle Jugendarbeit beginnt und damit das Team für Jugendarbeit in der Raumschaft Saulgau verstärkt. Danach wies Diözesanrat Egon Oehler darauf hin, dass die Dekanatswallfahrt nach Rom bereits komplett ausgebucht ist und es für die zweite Wallfahrt nach Medjugorje noch freie Plätze gäbe. Beim letzten Tagesordnungspunkt schließlich hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, nochmals auf die vergangenen fünf Jahre zurückzuschauen, für sich ein Resümee zu ziehen und Wünsche für die künftige Legislaturperiode zu äußern. "Obwohl das Dekanat Saulgau vergleichsweise klein ist, gibt es hier eine so große Vielfalt an Themen, Aktionen und Angeboten" freute sich Dekan Müller am Ende des offiziellen Konferenzteils. Er dankte allen Dekanatsrätinnen und Dekanatsräten für ihr großes und beherztes Engagement, in besonderer Weise auch der gewählten Vorsitzenden Sabine Thomma, ihrem Stellvertreter Alwin Lutz, Schriftführerin Tanja Lutz sowie dem Ehepaar Oehler. Als Dankeschön für die geleistete Arbeit waren im Anschluss alle zu einem leckeren Essen eingeladen.

Kirche ist ein Leuchtturm durch ihre Arbeit

Letzte Sitzung des Dekanatsrates vor den Kirchengemeinderatswahlen

 

Der Dekanatsrat des katholischen Dekanats Biberach hielt im März seine letzte Sitzung vor den Kirchengemeinderatswahlen ab. Im Mittelpunkt standen der Jahresabschluss sowie die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2025/26.

Dekan Stefan Ruf blickte auf die vergangenen fünf Jahre der Amtsperiode des Dekanatsrates zurück. „Im Dekanat gibt es viele unterschiedliche Gemeinden mit unterschiedlichsten Traditionen. Viele Ehrenamtliche gestalten das kirchliche Leben vor Ort und sehr häufig wird der Wunsch nach Veränderung der Kirche spürbar. Sie sind der Leuchtturm der Kirche durch ihre Arbeit“, so sein Fazit.

Der Dekanatsrat setzt sich aus 55 Ratsmitgliedern aus Vertretern aller Seelsorgeeinheiten  des Dekanates zusammen. Es ist das Laiengremium, das regelmäßig über die Entwicklungen von der Diözese hin zu den Ortskirchen hin informiert wird. Sie beschließen Änderungen und beraten über neue Ideen. So war zum Beispiel der  Dankeschön-Abend „Das Dekanat leuchtet und singt“ im Advent als großes Fest der Ehrenamtlichen eine Idee, die durch den Dekanatsrat wesentlich unterstützt wurde. Auch viele formale Änderungen der Arbeit im Dekanat gingen durch die Abstimmungen des Dekanatsrates.  So wurden einige der Profilstellen untern anderem für Schulseelsorge und Ehrenamtsentwicklungen neu geschaffen und das Alfons-Auer-Haus komplett renoviert und auf den aktuellen Bedarf hin umgestaltet. In einem Tag der offenen Tür im Herbst hat das Dekanat im Alfons-Auer Haus sich so der Öffentlichkeit in den neuen Räumlichkeiten präsentiert.

Dekanatsreferent Robert Gerner dankte den Ratsmitgliedern für die kontinuierliche und engagierte Mitarbeit in den vergangenen fünf Jahren. Der Gewählte Vorsitzende Albert Diesch und die stellvertretende Vorsitzende Renate Gleinser erhielten als Zeichen der Anerkennung ein kleines Geschenk. Nach den Kirchengemeinderatswahlen Ende März wird das Gremium mit Vertretern aus jeder Seelsorgeeinheit neu zusammengesetzt.

Zum Abschluss der Sitzung waren alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Dankesessen im Foyer eingeladen.

Jeder Mensch ist einzigartig

Geistliches Wort von Kerstin Ugi Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung Dekanat Biberach/Saulgau

Am zweiten Fastensonntag feiern wir das Fest der Verklärung des Herrn, ein bedeutendes Ereignis, das uns an die göttliche Herrlichkeit Jesus erinnert, die auf dem Berg Tabor offenbart wurde. In diesem Moment der Verklärung erleben die Jünger eine tiefgreifende Begegnung mit dem Göttlichen, die sie in ihrem Glauben stärkt und ihnen eine neue Perspektive auf das Leben und die Mission Jesu gab.
In diesem Jahr fällt das Fest der Verklärung mit dem Welt-Down-Syndrom-Tag zusammen, der am 21. März gefeiert wird. Dieser Tag ist eine wertvolle Gelegenheit, um auf die Vielfalt und die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom aufmerksam zu machen. So wie die Verklärung Jesus uns zeigt, dass jeder Mensch das Licht und die Liebe Gottes in sich trägt, so sollen wir auch die Einzigartigkeit und den Wert jedes Einzelnen in unserer Gesellschaft anerkennen.
Die Botschaft der Verklärung ermutigt uns, über äußere Unterschiede hinwegzusehen und die innere Schönheit und das Potenzial eines jeden Menschen zu erkennen. Menschen mit Down-Syndrom bringen Freude, Liebe und eine besondere Perspektive in unser Leben. Sie erinnern uns daran, dass jeder Mensch, unabhängig von seinen Fähigkeiten, wertvoll und geliebt ist.
Lassen Sie uns in dieser kommenden Woche sowohl die Verklärung Jesus als auch die Vielfalt der Menschen mit Down-Syndrom feiern. Möge unser Glaube uns dazu inspirieren, eine inklusive und liebevolle Gemeinschaft zu schaffen, in der jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit geschätzt wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und einen nachdenklichen Welt-Down-Syndrom-Tag

Bischof Luchok aus der Ukraine zum Friedensgebet in Bad Saulgau

Um Danke zu sagen für die großzügige Unterstützung in Form der Päckchenaktion für die Menschen in der Ukraine und für die fianzielle Unterstützung kam Bischof Mykola Petro Luchok OP aus der Diözese Mukachevo/Ukraine am 12.März zum Friedensgebet nach Bad Saulgau. Gemeinsam mit ihm beteten Dekan Peter Müllr, Monsignore Heinrich-Maria Burkhard, Pfarrer Dr.Stephan Sproll und Sr.Tanja Maria in der gut besetzten Kirche in Bad Saulgau für den Frieden in der Ukraine und auf der ganzen Welt. Im Anschluss daran hatten die Initiatoren zu Begegnung und Austausch ins Gemeindhaus Bad Saulgau eingeladen. 

"Räume schaffen, in denen junge Menschen sich begegnen"

Bischof Krämer zum neuen Präsidenten des internationalen Ministrantebundes gewählt

Rottenburg a.N. Der internationale Ministrantinnen und Ministranebund hat auf seiner jährlichen Generalversammlung am 11.März 2025 in der ungarischen Erzabtei Pannonhalma Bischof Dr.Klaus Krämer zu seinem neuen Präsdidenten gewählt. Erv tritt damit die Nachfolge von Kardinal Jean-Claude Hollerich (Luxemburg) an. 

Lesen Sie mehr dazu auf der Seite katholisch.de 

Equal Pay Day 2025 in Biberach

Am Vorabend des Equal Pay Days am 06.07.25 fand die Veranstaltung "Gender Pay Gap - Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?" Film und Diskussion im Alfons-Auer-Haus in Biberach statt.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut statistischem Bundesamt in Deutschland im Jahr 2023 18 Prozent betrug. In Baden-Württemberg fällt dieser Unterschied sogar noch größer aus. Umgerechnet sind das 66 Tage, an denen Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen als Männer, um auf dasselbe durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen.
"Gender Pay Gap - Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?" ist eine 25-minütige Dokumentation (2024), die sich mit dem Thema der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in Deutschland befasst. Der Film konzentriert sich speziell auf die Situation in Baden-Württemberg, dem Bundesland mit dem höchsten Gender Pay Gap.

Im Anschluss an den Film gab es eine spannende Podiumsdiskussion, für die wir unter anderem Frau Astrid Siemes-Knoblich gewinnen konnten, um die es auch in der Dokumentation geht.

Lesen Sie mehr auf der Homepage der Betriebsseelsorge Biberach

„Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.“ (Simone de Beauvoir)

Sorgearbeit fair teilen und gerecht bezahlen!

Geistliches Wort von Hermine Burger, Betriebsseelsorge 

Fasnetswochenende – Umzüge, Bälle, buntes Treiben! Wenn Sie Kinder haben, wer kümmert sich um die Kostüme, wer kauft die Schminke, wer schaut nach Veranstaltungen, die man evtl. besuchen könnte und stimmt dies mit den befreundeten Familien ab? Fasnet ist nur einmal im Jahr. Die Erziehung der Kinder, die Sorge um pflegebedürftige Angehörige, das Kümmern um Haushalt, Garten, Finanzen und vielleicht auch noch um eine hilfsbedürftige Nachbarin ist das ganze Jahr zu tun. Ganz zu schweigen von den vielen wichtigen Kleinigkeiten, an die zu denken ist, damit der „Laden“ läuft. Sie machen das privat, beruflich, in einer Einrichtung oder Organisation? Im eigenen Haushalt oder Ehrenamt … mehr schlecht als recht oder gar nicht bezahlt? Dann ist der Equal Care Day – heute am 1. März - auch Ihr Tag! Dieser Aktionstag macht auf die mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Fürsorgearbeit aufmerksam. In wirtschaftlichen Berechnungen zur Wertschöpfung taucht unbezahlte Care-Arbeit gar nicht erst auf. Der Gesamtwert der unbezahlten Pflege- und Hausarbeit wird auf 10 bis 39 Prozent des Bruttoinlandsprodukts  (BIP) geschätzt. Sie trägt mehr zur Wirtschaft bei als Sektoren wie Produktion, Handel oder Verkehr.

Care-Arbeit ist also überwiegend „unsichtbare Sorgearbeit“. Sie wird, genau wie der Schalttag 29. Februar, oft übergangen. Daher findet der Equal Care Day in Schaltjahren am 29. Februar und in allen anderen Jahren, so wie dieses Jahr, am 1. März statt. Dass der 29. Februar nur alle vier Jahre im Kalender steht, passt außerdem zum Geschlechterverhältnis in der Care-Arbeit: Frauen leisten durchschnittlich viermal mehr Sorge-Arbeit als Männer und können deshalb weniger in Vollzeit arbeiten. Über 50 % der Frauen im Alter zwischen 30 und 65 Jahren arbeiten in Teilzeit, bei den berufstätigen Männern nur 7%. Da Frauen nicht nur mehr unbezahlte Sorgearbeit übernehmen und Care-Berufe mehrheitlich eher schlecht bezahlt sind, verdienen sie weniger, haben folglich geringere Rentenansprüche und insgesamt weniger Vermögen. Dadurch haben sie weniger frei verfügbare Zeit für die eigene Aus- und Fortbildung, für Netzwerke, für gesellschaftliche Teilhabe und politisches Engagement, und deshalb auch weniger Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse. Ganz davon abgesehen, dass sie auch einfach weniger Freizeit haben, um sich zu erholen, Kraft zu tanken und Dinge zu tun, die die Gesundheit verbessern: Sport treiben, schlafen, Freundinnen treffen. Zuviel Care-Arbeit macht krank, bei Frauen werden deshalb häufiger Depressionen und Angstzustände diagnostiziert.

Bezahlte Erwerbs- und unbezahlte Sorgearbeit von Frauen und Männern müssen zusammen gedacht werden: Die Schließung der Lohnlücke von 16% bei den Gehältern, an die der Equal Pay Day erinnert, ist ohne die Schließung der Sorgearbeitslücke nicht denkbar und umgekehrt. Die Betriebsseelsorge setzt sich für eine geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ein und fordert, Care-Arbeit zu honorieren und einen gesellschaftlichen Ausgleich zu schaffen, damit Sorgetätige nicht finanziell und ideell für ihre systemrelevante Arbeit bestraft werden. Es ist eine Frage der Solidarität, der Gerechtigkeit und Menschenwürde, wie wir als Christinnen und Christen mit dieser Herausforderung umgehen. Schon im Alten Testament beim Propheten Jeremia können wir lesen, dass der gerechte Gott von seinem Volk erwartet, dass sich die göttliche Gerechtigkeit auch in gerechten Strukturen widerspiegelt.

Wer sich mehr zu diesem Thema informieren, vernetzen sowie Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten für mehr Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern diskutieren möchte, ist herzlich eingeladen zur Veranstaltung „Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?“ am 06. März um 18 Uhr im Alfons-Auer-Haus, Kolpingstr. 43 in Biberach. Kommen Sie mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Gesundheit ins Gespräch. Mehr Infos zur Veranstaltung unter: betriebsseelsorge.de/arbeitsstelle/biberach/termine/veranstaltungen-zum-equal-pay-2025

Den Weg teilen – unterwegs auf den Spuren des Hl.Martin

Neue Termine für das Samstagspilgern

Im Rahmen der Aktion „Samstagspilgern“ bietet das Dekanat Biberach in diesem Jahr insgesamt drei begleitete Pilgerwanderungen auf dem Martinusweg an. Insgesamt 1200 Kilometer ist die „via sancti martini“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart lang und verbindet Kirchen, deren Patron der Heilige Martin ist. Die Pilger sind eingeladen, sich mit dem Heiligen Martin, seinem Leben, seinem Glaubenzeugnis und seinem Wirken auseinanderzusetzen. Aber darum geht es nicht allein. „Wer pilgert trifft Gelichgesinnte, sammelt Eindrücke in der Natur und über sich selbst und tut ganz nebenbei noch etwas für seine Gesundheit“, so Dekanatsreferent Robert Gerner, der gemeinsam mit acht Wegpaten die Touren begleitet.

Die acht Pilgerbegleiter kümmern sich das ganze Jahr hindurch um „ihre“ Wege. Sie wissen genau, wo man gut Rast machen kann, oder welcher Ausblick für die Wanderer zum besonderen Erlebnis werden kann. „Sie sorgen auf den Wanderungen für geistliche Impulse, die festsitzende Gedanken wieder auf den Weg bringen können“, so Robert Gerner. Nicht alle machen sich gläubig oder religiös auf den Weg. Manchmal sind es gerade die Skeptiker, die einer Gruppe ungeahnten Schwung geben.

Mit ihrem jährlichen Treffen im Dekanat geben die Wegepaten den Starschuss fürs neue Jahr. Sie bekommen Material für Ihrer Wege, Schilder, Nägel und Aufkleber für die Pilger und natürlich die Stempel-Kleber für die Pilger-Ausweise. Welcher Pilgerbegleiter wann welche Wanderungen anbietet wird geplant. „Pilgern ist keine Aktion, sondern eine Haltung – der Weg ist das Ziel“, so Robert Gerner.

Dies sind die geplanten Termine im Dekanat Biberach:

  • 3.Mai 25 von Arlach nach Bonlanden mit Rudolf Link
  • 24.Mai 35 von Ochsnehausen nach Erolzheim. Ein Angebot für Familien mit Paul Erhart
  • 7.Juni 25  von Biberach nach Schemmerberg mit Franz Romer und Pfarrer Wunibald Reutlinger

Anmeldung aus versicherungsrechtlichen Gründen und zur besseren Planung und in der Dekanatsgeschäftsstelle: 07351/8095400 oder -401 und dekanat-biberach@drs.de.

 

Wie können wir weitergehen, wenn die Lebensidee zerbricht?

Im DA-ZWISCHEN Leben
Vortrag im Rahmen
der Veranstaltungsreihe "Mitten aus dem Leben"

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mitten aus dem Leben“ lud die Kontaktstelle Trauer der Dekanate Biberach/Bad Saulgau und der Caritas zur Lesung und Austausch mit der heutigen Bestatterin, Traurednerin und Buchautorin Silke Szymura am 06. Februar 2025 nach Ochsenhausen ein. In beeindruckender Art und Weise, u.a. durch ausgewählte Texte aus ihren Büchern, teilte sie ihre Lebensgeschichte:

Als 2013 ihr damaliger Lebensgefährte Julian auf einer gemeinsamen Nepalreise starb, änderte sie ihr Leben und ihren Umgang mit Tod und Trauer schlagartig. In Nepal gibt es keine Bestattungsunternehmen, sondern es ist Sache der Familie den Verstorbenen zu kremieren. Das Feuer ist vom ältesten Sohn der Familie zu entzünden. In diesem Fall war es ihre Aufgabe als Einzige aus dem näheren Familien-/Freundesumfeld, welche bei der buddhistischen Bestattung das Feuer mit Beihilfe entzündete. Die Erfahrung mit einer anderen Kultur war besonders prägend und sie setze sich dadurch sehr intensiv mit ihrer eigenen Trauer und dem Umgang mit Tod und Trauer der Gesellschaft auseinander. Dabei stellt sie fest, dass Trauernde in Deutschland oft hilflos und allein gelassen werden, weil viele Menschen aus ihrer Sicht mit Themen wie Tod und Trauer überfordert sind.
„Wenn ein geliebter, nahestehender Mensch stirbt, sterben auch die Ideen und Perspektiven, die wir gemeinsam mit diesem Menschen geteilt haben. Wir befinden uns in einem "DA-ZWISCHEN". Um ihrem Bedürfnis, darüber sprechen und ihre Trauer ausdrücken zu dürfen, gerecht zu werden, entstand der bereits beendete Blog „In lauter Trauer“. Die entsprechenden Texte, die womöglich für einigen Menschen eine Stütze sind, finden Sie nach wie vor auf der Homepage www.in-lauter-trauer.de.

Seit 2018 ist die Bad Nauheimerin Silke Szymura-Laux selbst Bestatterin, Traurednerin und bietet versch. Gesprächskreise, Seminare und Gruppen an. Unter anderem ist der Verein „Lebensfluss Begleitung“ entstanden. www.lebensfluss-begleitung.de. In einem aktuellen Projekt, an dem sie teilhaben konnte, ist eine Dokumentation entstanden. „THE DAY WE LEAVE EARTH“ handelt über unterschiedliche Vorstellungen vom Sterben und dem Leben nach dem Tod, er soll Anfang 2026 in die Kinos kommen soll. www.startnext.com/the-day-we-leave-earth.
Zusammenfassend kann aus der Veranstaltung, die von Frau Ruth Seethaler und Frau Ute Vogler-Scholz musikalisch umrahmt wurde, gesagt werden, dass jeder Trauerweg individuell ist und gleichzeitig nicht allein bewältigt werden muss. Die Autorin ruft zum Experimentieren und Ausprobieren auf, um herauszufinden, wie man auf dem Weg des Trauerns und des Lebens am besten weitergehen kann.  Die Angebote der Kontaktstelle Trauer der Dekanate Biberach und Saulgau (Renate Fuchs und Björn Held) und der Caritas Biberach-Saulgau (Silke Jones) finden Sie auf der jeweiligen Homepage von Caritas und der katholischen Dekanate Biberach-Saulgau.

Stimmungsvoller Segensgottesdienst für Paare zum Valentinstag

Das Katholísches Dekanat und die Seelsorgeeinheit Bad Saulgau luden am Sonntag, 16.02.2025 wieder zu einem Segensgottesdienst für Paare und alle die sich lieben ein. Die Feier stand unter dem Leitwort „Da berühren sich Himmel und Erde“. Viele Menschen – Paare, Familien und welche, die alleine gekommen sind - folgten der Einladung und kamen in die sehr stimmungsvoll beleuchtete St. Johannes Kirche. Sr. Angela Maria Jäger beschrieb zu Beginn des Gottesdienstes die Liebe eines Paares mit einem Weg, der himmlische Seiten hat, aber auf dem es manchmal auch sehr geerdet und bodenständig zugeht. Mit verschiedenen Symbolen wie bspw. einem Brief, einem Schlüssel oder einem Krug mit Wein, den anwesende Kinder den Menschen vorzeigen und auf ein Tuch ablegen durften, verdeutlichte sie sinnbildlich die verschiedenen Aspekte partnerschaftlicher Liebe. Dekanatsreferent Björn Held hob in seiner Ansprache hervor, dass das „Himmlische“ in einer Beziehung sich v.a. dann zeigen und entfalten kann, wenn die Partner sich im Sinne Jesu gegenseitig annehmen und respektieren, sich füreinander öffnen, nach einem Streit versuchen sich zu versöhnen und sich im Alltag ganz bewusst Auszeiten für die eigene Partnerschaft und Liebe nehmen. Im Anschluss konnten sich die anwesenden Paare und Familien einzeln segnen lassen - musikalisch sehr schön untermalt von der Chorband „AmaDeus“.  Nach dem Gottesdienst gab es die Einladung zu einem Umtrunk, zu Begegnung und Austausch, der viele Gottesdienstbesucher gefolgt sind.

Wählen Sie mit dem Herzen!

Geistliches Wort von Andreas Hund
BDKJ-Dekanatsjugendseelsorger in Biberach

Wen werden Sie wählen? Vielleicht sind Sie, wie viele, von der Politik enttäuscht. Das bin ich auch. Oft wirkte die Regierung träge, handlungsunfähig und in ihren Entscheidungen schwer nachvollziehbar – und das nicht erst in der Ampel-Koalition. Vielleicht gab es Momente in den letzten Jahren, die Sie vor den Kopf gestoßen haben. Im Umgang mit der Migration seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien. In den Antwortversuchen auf die Klimakrise. In der Handhabung der Corona-Pandemie. In der Transformation der Wirtschaft im letzten Jahrzehnt. In allzu vielen Herausforderungen haben politische Lösungsstrategien nicht nur Positives, sondern auch konkrete Nachteile für einzelne Bürgerinnen und Bürger gebracht. Vielleicht sind Sie konkret betroffen, in Ihrer beruflichen Existenz, in Ihrer Familie, in Ihrer Lebensführung. Weil Veränderungen notwendig sind, aber logischerweise immer auch jemand negativ davon betroffen ist, teilt sich die Gesellschaft dann in Befürworter und Gegner. Soweit, so normal.
Aber in den vergangenen Jahren sind es vermehrt Parteien an den politischen Rändern, vor allem von rechts, die diese Teilung verstärken, emotional aufladen und mit oft unlauteren Mitteln versuchen, die Stimmung weiter aufzuheizen. Das heißt Volksverhetzung und ist eine typische Strategie des Rechtspopulismus. Die Folgen sind fatal und für mich als Christ kaum zu erdulden: Statt am Wohl aller sind solche Gruppen nämlich nur am eigenen Wohl interessiert. Auf Kosten der anderen soll der eigene Status quo gesichert werden.
Geopfert werden Menschen, die zur Flucht gezwungen waren und nun hier eine neue Existenz gründen wollen. Geopfert werden Menschen, deren Lebensstil, sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht ins „normale“ Weltbild passen. Geopfert werden künftige Generationen, die in manchen Berechnungen eine Temperaturerhöhung von 4-7 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt erdulden werden müssen. Geopfert werden all jene, deren Lebensgrundlage zerstört wird, wenn der Meeresspiegel steigt oder das Land austrocknet. Und es betrifft noch so viele mehr. Unsere Politik hat Folgen für Millionen Menschen, die nicht mitwählen können. Das ist nicht nur Theorie, sondern es sind ganz konkrete Menschen. Menschen wie Sie und ich. Wir haben mit unserer Wahl auch Verantwortung für diese Menschen. Für Schwache, Ausgegrenzte, Benachteiligte, Fremde und Schutzlose. Seien Sie bei Ihrer Wahl am Sonntag barmherzig und idealistisch. Verschließen Sie nicht Ihr Herz. Und wählen Sie nicht geleitet von Wut, Verletzung und Hetze, sondern von Glaube, Hoffnung und Liebe!

 

 

 

Erfüllt von großer Dankbarkeit und Verbundenheit

Pfarrer Shinto Kattoor verabschiedet sich aus dem Dekanat und der Seelsorgeeinheit 

Am Sonntag, 09. Februar 2025 wurde Pfr. Shinto Kattoor im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der St. Johannes Baptist Kirche Bad Saulgau herzlich verabschiedet. „Ich bin erfüllt von großer Dankbarkeit, Freude und tiefer Verbundenheit“ sagte Kattoor zu Beginn in seiner Predigt. Er nahm dabei auch Bezug auf das Wort Jesu aus dem Tagesevangelium „Bleibt in meiner Liebe“ und konnte dankbar feststellen, dass er diese Liebe und Freundschaft in den Jahren seiner Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit Bad Saulgau erleben durfte. „Wie eine Familie“ hat Kattoor die Pfarrgemeinschaft erfahren, durch die er viel lernen und persönlich wachsen konnte. Von Juni 2013 bis Februar 2025 war Kattoor über 11 Jahre als Seelsorger aktiv – zunächst als Pfarrvikar, ab 2019 dann als leitender Pfarrer zusammen mit Dekan Peter Müller. 2023 schließlich übernahm Kattoor auch die Funktion des stellvertretenden Dekans im Dekanat Saulgau und war dort u.a. Präses für die Mesnerinnen und Mesner sowie Ansprechpartner für die Jugendarbeit und die Schulpastoral. „Durch euch bleibt die Kirche lebendig“ rief er den Mitfeiernden der vollbesetzten Kirche zu. Und Dekan Peter Müller bezeichnete er als „älteren Bruder“, der ihn zusammen mit dem Pastoralteam über all die Jahre so positiv unterstützt und gestärkt hat. Am Ende des Gottesdienstes dankten Dekan Peter Müller für das Dekanat Saulgau und die Seelsorgeeinheit, der gewählte Vorsitzende Ludwig Boll im Namen der Kirchengemeinde und Seelsorgeeinheit, Marianne Brändle für die Kolpingfamilie sowie Maximilian Hassler für die Ministranten Shinto Kattoor für sein vielgestaltiges und segensreiches Wirken. Der Gottesdienst wurde musikalisch von der St. Johannes Chorknaben unter der Leitung von Volker Braig auf sehr schöne Weise umrahmt. Im Anschluss waren alle Mitfeiernden noch zu einem Stehempfang eingeladen.

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Internationaler Gedenktag an die Opfer des Holocaust
27.Januar 2025

„Manche fragen sich vielleicht, warum wir immer wieder dieses traurige Kapitel der Geschichte Heggbach wachhalten?“ fragte Frau Rita Schultheiß zu Beginn ihrer Ansprache beim Gottesdienst zum internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust. „Ja, wir tragen die Erinnerung weiter, um uns wach zu halten, damit wir nicht müde werden, damit wir aufmerksam bleiben. Wir wollen uns einsetzen für Gerechtigkeit, Frieden und die Würde eines jeden einzelnen Menschen."
In Heggbach wurde auch in diesem Jahr am Gedenktag der Opfer des Holocaust an die Bewohner und Bewohnerinnen der Heggbacheinrichtung und der Kinder und Jugendlichen aus Ingerkingen gedacht, die in den Jahren 1940-1943 den Tod in der Vernichtungsanstalt Grafeneck gefunden haben. Dies waren 193 Menschen aus Heggbach und 72 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Ingerkingen. Vorbereitet hatten den Gottesdienst die Seelsorgerinnen bei Menschen mit Behinderung der Heggbacheinrichtung Rita Schultheiß, Rosi Hörmann und Katrin Zeh in Zusammenarbeit mit Kerstin Ugi, Seelsorgerin für Menschen mit Behinderung der Dekanate Biberach und Saulgau. Den musikalischen Rahmen gestaltete Aja Gratz.

Heute als Euthanasie bekannt, sprachen die Nationalsozialisten von „Erlösung“ und führten damit  Millionen Menschen hinters Licht.  Katrin Zeh  erinnerte in ihrer Ansprache genau daran: Das Wort Erlösung enthält eigentlich so viel positive Energie und wurde missbraucht.
Kerstin Ugi, Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung im Dekanat Biberach und Saulgau, zitierte eine Überlebende des Holocaust Eva Mozes Kor mit einem Rat an die Menschen heute: „Ihr habt Essen und Freiheit macht etwas daraus.“ Hier schlug die Rednerin den Bogen in die heutige Zeit: „Gerade jetzt stehen die Wahlen vor der Tür. "Deutschland den Deutschen" und ähnliche Wirtshausparolen finden auch gerade bei vielen Christen Wiederhall. Doch dieser braune Sumpf darf niemals wiedererwachen und wir können nicht mehr sagen: Wir haben von nichts gewusst.“
„Bei Gott hat jeder Mensch eine unantastbare Würde“, holte Rosi Hörmann den Gedenkgottesdienst wieder auf den Boden der Religiosität zurück. Pfarrer Ludwig Hager bedankte sich bei allen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, die sich für das Wohl der Menschen mit Behinderung einsetzten. Stellvertretend für die Elisabethen-Stiftung hob Renate Weingärtner das Engagement der Mitarbeiterenden der Heggbacher Einrichtungen hervor und erinnerte an Artikel 1 des Grundgesetztes: Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – dies soll und muss die Richtschnur unseres Handelns sein.

 

Lichtblick – Menschen begegnen einander – Unerwartet beschenkt werden!

Geistliches Wort von Uwe Grau, Pfarrvikar Seelsorgeeinheit Bussen 

Bei Vielen ist der Christbaum längst wieder aus der Wohnung geflogen. Bei einer Reihe von Menschen ist jetzt Fasnet angesagt, Party, Spaß. Andere sehnen sich nach Sonne und Wärme, nach Frühling. Da feiern wir ein Fest, an dem wir nochmal an Weihnachten denken, nach alter Zählung das Ende der Weihnachtszeit: Darstellung des Herrn oder besser bekannt als Mariä Lichtmess. Eine alte Sprichwort sagt: Lichtmess bei Tag ess! Die Tage werden wieder länger. Ich genieße das sehr, wenn es morgens wieder früher hell wird und es auch an den Nachmittagen länger Tag ist. Da fühl ich mich lebendiger, da hab ich wieder mehr Lust, was zu unternehmen. In den Kirchen des Ostens heißt unser Fest Mariä Lichtmess Begegnung. Das nimmt Bezug auf das Festgeheimnis. 40 Tage nach seiner Geburt wird Jesus von Maria und Josef in den Tempel gebracht, um ihn nach jüdischer Tradition Gott anzuvertrauen und das Reinigungsopfer darzubringen. Dort begegnet die junge Familie zwei alten Menschen: Hanna und Simeon. Beide haben wohl schon viel in ihrem Leben mitgemacht und erfahren. Trotzdem sind sie nicht verbittert. Beide sind tief gläubig und erwarten noch etwas vom Leben. Eine solche Zuversicht würde ich heute Menschen allen Alters wünsche. Simeon und Hanna sind überglücklich. Sie erkennen in dem Kind ihren Heiland, den Erlöser der Welt, die Erfüllung ihres Lebens. Maria und Josef erfahren, dass zu dem Glück ihrer Elternschaft auch das Leiden am Schicksal ihres Kindes gehört. Menschen begegnen einander in ungewöhnlich tiefer Weise und setzen ihren Weg neu gestärkt fort. Wo erleben wir in der Hektik und dem Misstrauen unserer Zeit noch, dass wir einem Menschen in echter, tiefer begegnen können? In Gesellschaft, Kirche und Welt erleben wir, wie nur noch die eigene Meinung zählt. Auf jemand anderer Herkunft, anderer Religion oder Weltanschauung, anderer Lebensweise, anderer Frömmigkeit, usw. lässt man sich kaum noch ein.

Begegnung lebt aber von Offenheit, den anderen kennen lernen wollen, in seiner Art verstehen, auch eine gegensätzliche Meinung wert schätzen, nach Verbindendem suchen. Unerwartete tiefgehende Begegnungen schaffen Verbindung, Beziehung, bringen einander näher. Helfen, Unterschiede zu überbrücken. Wahre, weiterführende und Verbindung schaffende Begegnungen über Grenzen hinweg. Dies wünsche ich uns, unserer Welt, Gesellschaft und Kirche! Gerade jetzt!     

Solidarität leben - Hauptaufgabe katholischer Einrichtungen

Meine Einrichtung und was die Zukunft bringen wird 
Tagung der Einrichtungsleiter im Alfons-Auer-Haus am 22.1.2025

Caritas, Katholische Erwachsenenbildung, Bischof-Sproll-Schule, Dekanats-Kirchenmusik, Elisabethen-Stiftung  - die Kirche bietet eine breite Palette von Einrichtungen, die mit und für die Menschen arbeiten. Grund genug, dass sich im Dekanat einmal im Jahr alle Einrichtungsleiter zu einer Tagung treffen. In diesem Jahr stellten alle Einrichtungsleiter ihre Tätigkeitsfelder den anderen Teilnehmern vor. In kurzweiligen fünf-Minuten-Beiträgen schilderte jeder seine Einrichtuing.
"Bei uns ist das Leben zuhause", sagt Markus Holzschuh, Leiter des Bischof-Sproll-Bildungszentrums mit Blick auf seine 1200 Schüler. In Zeiten, in denen Glaubenswissen und praktizierte Frömmigkeit abnehmen, sieht er es als Aufgabe der Schule den Glauben zeitgemäß weiterzugeben.
Weiterbildung für Erwachsene im kirchlichen Kontext sieht Clemens Meyer, Leiter der keb als seine Aufgabe. Die Caritas mit all ihren Facetten wurde von Caritas Leiterin Sara Sigg vorgestellt. Mit 98 hauptamtlichen Mitarbeitern und 321 Ehrenamtlichen unterstützt und leitet die Caritas diakonische Arbeit in der Kirche und in der Vernetzung mit Betrieben und staatlchen Stellen. "Jeder kennt die Caritas, aber niemand weiß, was genau  dahinter steckt, der noch nicht persönlich auf unsere Hilfe angewiesen war" - so ihr Fazit.  Vor allem mit Freizeit-Veranstaltungen für Jugendliche beschäftigt sich das katholische Jugendreferat Juref, das seit 2025 fast komplett neu besetzt ist. Das neue Team hat viele kreative Ansätze und Angebote für Jugendliche. Hier macht sich, so Anna Stützle, in den letzten Jahren eine deutliche Veränderung der Lebensrealität der Jugendlichen bemerkbar. Sie sieht eine Chance in der Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Einrichtungen und verspricht sich viel von der hohen Motivation des jungen Teams. 

Was wäre Kirche ohne Musik ? Dekanatskrichenmusikerin Naho Kobayashi stellt auf sympathische Weise die Arbeit der drei Dekanatskirchenmusiker im Dekanat vor. Was immer so schön im Hintergrund bleibt, ist in der Realität viel mühsame Kleinarbeit. Die Kirchenmusiker bilden Nachwuchsorganisten aus, geben Seminare für nebenamtliche Organisten und Chorleiter, leiten selbst Chöre und bringen die Menschen in großen Chortagen zusammen. Auch hinter der Arbeit mit Musik steckt also die Arbeit mit Menschen, die nur mit Fingerspitzengefühl funktioniert. Eine breite Palette an Einrichtungen und Aufgaben präsentiert Stefan Fischer, Leiter der Elisabeten-Stiftung. Aus der Tradition der Franziskanerinnen von Reute entstanden, steht die Stiftung für verschiedenste Arbeitsfelder wir Inklusion, Altenhilfe, Gastronomie und Kinder- und Familienarbeit. Auch er sieht seine Arbeit als zwei Seiten einer Medallie: Zum einen arbeitet die Elisabetenstiftung für die Menschen, die ihr anvertrauit sind, zum anderen aber gibt es auch das stete Bemühen um die christliche Festigung und Weiterbildung der Mitarbeiter. Auch die Notfallseelsorge, das Verwaltungszentrum und der Landesverband der katholsichen Kindergärten stellten sich und ihre Arbeit vor.

Breit aufgestellt im Dienst am Menschen präsentierten alle Einrichtungsleiter ihr spezielles Arbeitsfeld und machten sich mit ihren Vorträgen gegenseitg Mut weiterhin für die Solidarität mit den Menschen einzustehen. Alles in allem ein  informativer und motiverender Nachmittag. 

#NächstenliebeWählen

Am Dienstag, 21. Januar startet die Diözese Rottenburg-Stuttgart die Social Media-Aktion #NächstenliebeWählen für zunächst sechs Wochen. Ziel der Aktion ist es, im Vorfeld der Bundestagswahl die Bedeutung christlicher Werte wie Nächstenliebe und Menschenwürde in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs einzubringen,  Menschen in ihrem Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und dabei populistische Fehlinterpretationen christlicher Botschaften zu entlarven
„Unsere Demokratie lebt von der aktiven Teilnahme und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Doch sie steht unter Druck und braucht Schutz vor Populismus und Spaltung. Als Christinnen und Christen tragen wir die Verantwortung, für die Würde jedes Menschen einzustehen, Falschbehauptungen aufzudecken und die Werte von Nächstenliebe und Wahrheit in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern ein wertvolles Gut, das wir gemeinsam bewahren und stärken müssen", sagt die Verantwortliche für die Aktion, Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb.
Die Zeit fordere ein entschlossenes Eintreten für Demokratie und die Abgrenzung zu antidemokratischen, menschenverachtenden Bestrebungen. Die Bundestagswahl am 23. Februar sei dafür ein entscheidender Moment, so die Ordinariatsrätin  weiter. Die deutliche Position der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärt Schieszl-Rathgeb folgendermaßen: „Wir positionieren uns klar für Solidarität und die Würde jedes Einzelnen. Mit der Aktion #NächstenliebeWählen setzen wir ein Zeichen gegen die Vereinnahmung christlicher Werte für völkisch-nationalistische Politik. Wir zeigen klare Haltung zu aktuellen politischen Themen und betonen, welchen christlichen Werten wir uns verpflichtet fühlen.“ Die Kampagne der Diözese nehme Bezug auf aktuelle und tagespolitische Themen und stelle diese in Verbindung zu christlichen Werten.

Lesen Sie mehr dazu in den Veröffentlichungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart in den Sozialen Medien

 

Drei christliche Wegzeichen im Dekanat glänzen wieder

Eine Stiftung der Diözese würdigt ehrenamtliches Engagement für christliche Kleindenkmale. Drei Preise gehen ins Dekanat Biberach: Der Kultur- und Förderverein Rupersthofen kümmerte sich um die Sanierung und Neugestaltung eines Feldkreuzes am Radweg von Rupertshofen nach Ahlen. Die Dorfgemeinschaft Wennedach erreichtete einen neuen und unkonventionellen Bildstock, bei dem ein von einem iranischen Flüchtling gemaltes Marienbild im Mittelpunkt steht. Den Jugendstiftungspreis erhielt die Pfarrjugend Uttenweiler, die in der 72-Stunden Aktion gemeinsam mit 55 Kindern und Juegndlichen einen Bildstock für Uttenweiler erstellt hat.

Lesen Sie merh dazu in der Schwäbischen Zeitung 

 

 

Wenn Ihr Herz blutet und zerreißt..... Geistliches Wort von Notfallseelsorgerin Iris Espenlaub

 Wenn Ihr Herz blutet und zerreißt...                
… Ihnen die Luft zum Atmen fehlt … alles unbegreiflich scheint … Sie vor unerträglichem Kummer, Schmerz und Leid fast zusammenbrechen oh-ne Idee, wie Sie es aushalten können … Ihnen alles nur noch sinnlos er-scheint … Sie sich fragen, wie Sie über- oder weiterleben sollen … der Boden unter Ihren Füßen weg ist …  Angst und Trauer Sie gefangen hal-ten und lähmen … Worte und Orien-tierung fehlen … Sie Stacheln durch-dringen und in Ihnen zerstörerisch bohren … Sie sich einfach nur hilflos, ohnmächtig und ausgeliefert fühlen … alles Kopf steht in Ihren Leben … ein Teil von Ihnen fehlt … unbeantwortete Fragen Sie quälen … oder … - Ja, was dann?
Dann machen Sie – aus welchem Grund auch immer – eine schwere, herausfordernde Zeit, eine Krise durch, erleben Dinge, die Sie über Ihre Grenzen bringen.
Schwere „Kost“, über die wir ungern nachdenken. Trotzdem werden wir mit all dem genannten ungefragt immer wieder im Leben konfrontiert. Viktor Frankl, u.a. Begründer der Logotherapie, der selber mehrere Kon-zentrationslager überlebte, schreibt: „Das Leiden, die Not gehört zum Le-ben dazu, wie das Schicksal und der Tod. … Das vom Leben abzulösen hieße dem Leben die Gestalt, die Form nehmen. … Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, ge-winnt das Leben Form und Gestalt.“ Liebe Lesende, was würden Sie sich in den Momenten wünschen?
Für die meisten von uns ist wichtig, dass in den Situationen jemand da ist, der uns annimmt, wie wir sind, uns zulassen kann, ernst nimmt, einfach mit aushält, was ist, Vertrauen in uns setzt – und das alles in einer hilfrei-chen Haltung und mit Würde.

Solche Menschen im privaten Umfeld zu haben ist ein kostbares Geschenk! Darüber hinaus haben wir in unserer Gesellschaft und gerade im kirchli-chen Bereich viele ehrenamtlich En-gagierte, die als beeindruckende Vorbilder genau das leisten.  Ein Beispiel dafür ist unserer Notfallseelsorge, die es diese Woche seit genau 23 Jahren im Landkreis Biber-ach gibt. Hier wirken Ehrenamtliche vor Ort, sind für Betroffene da, stehen ihnen bei, nehmen sie ernst und an in ihrem Leid und Erleben. Freiwillig. Von Mensch zu Mensch. Rund um die Uhr. Mit Herzblut. Aus Überzeugung. Mit Liebe zum Nächsten. Es ist ein Ehrenamt, das sinnvoll ist, zufrieden macht und Frieden im Miteinander stiftet - Ehrensache! Erinnern Sie sich an das Kind, dessen Geburtstag wir erst gefeiert haben? Jesus ist nach meinem Verständnis in allen Momenten mit uns - als Freund, Begleiter, Trostpflaster, Ersthelfer, Retter, Licht, Tragehilfe, Abladestation, Friedensstifter oder all das, was ich auch immer brauche. Daher mein Wunsch für Sie: Seien hilfreiche Menschen, gute Mächte, ein Sinn in Ihrem Leben und der Frieden allzeit mit Ihnen!

 

Leidenschaftlicher und beziehungsstarker Seelsorger

Kurz vor Weihnachten ist Pfarrer im Ruhestand Kaspar Baumgärtner in Waldburg gestorben und wurde in seiner Heimat beigesetzt.

Kaspar Baumgärtner war in den ehemaligen Dekanaten Stuttgart-Bad Cannstatt und Ehingen Dekan und verantwortete in Ehingen als Direktor das Bischöfliche Kolleg St. Josef. Aber auch in diesen Leitungsaufgaben blieb er der herzliche, humorvolle und nahbare Pfarrer. Geboren in Mengen und aufgewachsen in Ennetach im Dekanat Saulgau starb der in den letzten Jahren von Krankheit gezeichnete Priester am 19. Dezember 70-jährig in Waldburg. Mit Prälat Rudolf Hagmann war er 60 Jahre lang freundschaftlich verbunden. So feierte dieser am 30. Dezember auch das Requiem in Baumgärtners Heimat Ennetach und leitete die Beisetzung.
Prälat Hagmann beschreibt den Verstorbenen als einen leidenschaftlichen und beziehungsstarken Seelsorger, der sich mit den ihm anvertrauten Menschen immer wieder auf den Weg gemacht hat - sei es als Diakon in Leinfelden, als Vikar in Rottweil und Stuttgart, als Jugendpfarrer in Aalen und dem Ostalbkreis, als Pfarrvikar und Pfarrer in Bad Buchau und Stuttgart-Zuffenhausen sowie in den Seelsorgeeinheiten Göge-Donau-Schwarzachtal und Biberach-Stadt. Kaspar Baumgärtners innerer Antrieb sei die große Sehnsucht nach Liebe und Versöhnung gewesen, sagt Rudolf Hagmann. Eine Sehnsucht, die das irdische Leben nur teilweise und unzureichend erfüllen kann.

Text: Markus Waggerhauser

Netzwerke leben - Neujahrsempfang der Landfrauen Bezirk Riedlingen

Die Morgengedanken in SWR4 bringen es manchmal auf den Punkt:  In einem der letzten Beiträge erzählte ein Theologe von einer Podiumsdiskussion. Auf dem Podium waren ein Herrenausstatter, eine Suchttherapeutin, ein Schlagersänger und eine Bestatterin. Als die vier dann gefragt wurden, was die Menschen am Notwendigsten im Leben brauchen, sind sich alle einig. Vor allem zwei Dinge: Wahrgenommen zu werden und die Gemeinschaft mit anderen Menschen.

Beim Neujahrsempfang der Landfrauen Riedlingen am 12.Januar im Dorfgemeinschaftshaus in Erisdorf stand genau dieses Thema im Mittelpunkt: „Gemeinschaft -Netzwerke leben“.

Nach den Begrüßungsworten der Vorsitzenden Andrea Huckle hielt Betriebsseelsorgerin Hermine Burger einen Kurzvortrag zum Jahresthema. Sie gab ein Wollknäuel durch die Reihen und forderte auf zu sagen,  was ihm/ihr an einer Gemeinschaft wichtig ist. Viele positive Aspekte wurden genannt wie z. B. neue Kontakte knüpfen, Gleichgesinnte treffen, einander zu hören, neue Impulse bekommen, gemeinsam feiern, sich gegenseitig unterstützen, ... .
Es wurde deutlich, dass in einer Gemeinschaft alle wichtig sind, weil die unterschiedlichen Begabungen, Talente und Persönlichkeiten der einzelnen eine Bereicherung sind. Jede/r von uns trägt dazu bei, dass das Netz mit seiner Buntheit, mit seiner Unterschiedlichkeit und Lebendigkeit allen Raum bietet. So ein Netz ist tragfähig, gerade auch in schwierigen Situationen und herausfordernden Zeiten.
Der Ulmer Neurowissenschaftler und Leiter der Psychiatrischen Uniklinik hat ein Buch geschrieben zum Thema: „Was ist Glück?“ Er schreibt darin „Studien haben gezeigt, dass es eine Sache gibt, von der wir einfach nicht genug kriegen können und die uns immer wieder neu glücklich macht. Und diese Sache heißt: Gemeinschaft.“In diesem Sinne trägt die Landfrauengemeinschaft durch ihre vielfältigen Vernetzungen im In- und Ausland zu einem positiven Lebensgefühl bei.
Mit ihrem Jahresmotto „Netzwerke leben“ sind die Landfrauen also auf dem richtigen Weg.

Das Dekanat leuchtet und singt

Musik, Akrobatik, Besinnliches und jede Menge gute Stimmung begeistern Ehrenamtliche in der Ochsenhausener Basilika
Bericht von Markus Waggershauser

Nix gsagt isch globt gnug*. Dass diese schwäbische Binsenweisheit dem unglaublich starken Ehrenamt in Kirchengemeinde- und Dekanatsräten, in Chören, Nachbarschaftshilfe und Notfallseelsorge, in Liturgie und Katechese nicht gerecht wird, ist unbestritten. Viele Seelsorgeeinheiten laden deshalb ihre freiwillig Engagierten regelmäßig zu Veranstaltungen ein, um sich bei ihnen zu bedanken. Und wie kann das Dekanat dabei unterstützen? Im Sommer bei 35 Grad im Schatten hatten "Ehrenamtsreferent" Chris Schlecht und Dekanatsreferent Robert Gerner eine besondere Idee für den Advent, wie sie am Sonntag Ochsenhausen verrieten.

Über 350 Ehrenamtliche aus dem gesamten Dekanat Biberach machte diese Idee neugierig. Während der Tannenbaum vom vergangenen Weihnachtsmarkt noch vor der Barockfassade der Basilika St. Georg leuchtete, empfing ein Posaunenquartett die Geladenen am Lagerfeuer, das später auch drinnen spielte. Durch Kirchentüren und -fenster schimmerte bläulich-rotes Licht und lockte die Menschen ins Innere. "Ehrenamt verbindet - von Herzen Danke" strahlte das Motto des Abends auf dekanatsgelbem Hintergund von der Leinwand. Ansonsten flackerten neben der dezenten Beleuchtung nur einige Kerzen im dunklen Raum.

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Besinnlicher Adventsnachmittag für die ganze Familie

Am Sonntag, 8. Dezember 2024 waren Familien mit ihren Kindern zu einem ganz besonderen Nachmittag in die St. Michael Kirche in Hohentengen eingeladen. Unter dem Motto "Bibel und Bredla" traf man sich, um biblische Geschichten mal in ganz anders und in spannender Weise zu hören. Die beiden ausgebildeten Bibelerzählerinnnen Schwester Marzella Krieg und Sigrid Zimmermann ließen die Geschichten durch ihre freie, persönliche und einfühlsame Erzählweise lebendig werden. Kinder wie Erwachsene konnten sich dadurch in die damalige Zeit besser hineinversetzen und gleichzeitig etwas für sich und ihren Alltag mitnehmen. Passend zum Advent standen die Geschichten von Sara und Abraham sowie von Elisabeth und Zacharias im Mittelpunkt.  Beiden Paaren blieb der Kinderwunsch lange verwehrt bis sich durch Gottes Wirken das Blatt plötzlich wendete und sie doch noch Eltern werden konnten. Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag von Sandra Deppler am Klavier. Am Ende lud Dekanatsreferent Björn Held die rund 70 Anwesenden nach vorne in den warm beleuchteten Altarraum ein, um mit kindgerechten Gesten gemeinsam zu beten und zu singen. Im Anschluss hatte ein Team von Ehrenamtlichen vor der Kirche wärmenden Punsch und leckere Adventsbredla vorbereitet, die von allen gerne angenommen wurden und zu Begegnung und Austausch einluden.

Bischof Krämer fordert: «Nöte der Menschen wahrnehmen»

Achtsamkeit schärfen für die Zeichen der Zeit - das verlangt der neue Rottenburger Bischof von Christen. Gemeinsam gelte es, «zu erspüren,
was der Weg der Kirche ist», sagte er in seiner ersten Predigt in Stuttgart.

Stuttgart (KNA) Der neue Rottenburger Bischof Klaus Krämer hat Christen dazu aufgerufen, aufmerksamer für die Nöte anderer Menschen
zu werden. Glaubwürdiges Christsein sei nur möglich, «indem wir nahe bei den Menschen sind, mitten im Leben, ihre Nöte und Sorgen, ihre Anliegen und Sehnsüchte wahrnehmen», sagte Krämer am Sonntag in seinem ersten Gottesdienst in Stuttgart als Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart «Hören wir auf die Zeichen der Zeit und schärfen wir so gemeinsam unsere Achtsamkeit und Sensibilität, damit wir spüren, wohin der Geist Gottes uns führen will», forderte Krämer in der Domkirche Sankt Eberhard in seiner Predigt laut Manuskript. Krämer (60) war am 1. Dezember  in Rottenburg zum Bischof geweiht und als Nachfolger von Gebhard Fürst ins Amt eingeführt worden.
«Es geht nicht einfach nur um die Mehrheit»
Den künftigen Weg der Kirche zu bestimmen, sei Aufgabe «aller Getauften» mit ihren vielfältigen Begabungen, betonte Krämer und fügte hinzu: «Gemeinsam gilt es zu erspüren, was der Weg der Kirche ist.» Dabei gehe es «nicht einfach nur um Mehrheitsverhältnisse oder ob sich die eine oder die andere Fraktion durchsetzt», sagte der neue Bischof. «Entscheidungsfindung ist in der Gemeinschaft der Kirche vor allem ein geistlicher Prozess.» Es gehe darum, «genau hinzuhören, sich auszutauschen und alle miteinzubeziehen». Synodalität sei «keine Konzession an den Zeitgeist, sondern ein Wesensmerkmal unserer Kirche». Es sei deshalb notwendig, «dass wir Rücksicht aufeinander nehmen, dass wir aufmerksam sind für die Anliegen der anderen, dass wir behutsam und achtsam miteinander umgehen». So entstehe eine Kultur des Dialogs, in der ein Konsens wachsen könne, der tragfähig sei. «In unserer Diözese haben wir seit über 50 Jahren Erfahrung mit Synodalität - mit unserem Rottenburger Modell', das Partizipation auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens praktiziert», erläuterte Krämer.
«Kirchenkrise verlangt Transformation»
Die Kirche befinde sich in einer «durchaus krisenhaften Gesamtsituation». Für immer mehr Menschen verlören Kirche und Glaube an Relevanz für ihr Leben. «Hinzu kommt der Ansehensverlust, den wir zu beklagen haben und der viel zu tun hat mit den unsäglichen Missbrauchsfällen und dem oft unangemessenen administrativen Umgang damit», sagte Krämer wie schon bei seiner Bischofsweihe. Die Mitgliederzahlen gingen zurück und mit ihnen die kirchlichen Finanzen. «Wir stehen mitten in einem umfassenden Transformationsprozess.»

 

Stimmungsvoller Nachmittag für Pensionäre im Dekanat Saulgau

Auch in diesem Jahr wurden Anfang Dezember alle pensionierten Priester, Diakone mit Ehepartnerin und Pfarrhausfrauen im katholischen Dekanat Saulgau zu einem adventlichen Nachmittag nach Altshausen eingeladen. "Seien Sie herzlich willkommen. Schön, dass Sie heute hier sind, dass wir gut miteinander im Kontakt bleiben" begrüße Dekanatsreferent Björn Held die Anwesenden im Namen von Dekan Peter Müller, der wegen einer Beerdigung etwas später hinzukam. Bei Kaffee und Kuchen konnten es sich die Gäste gut gehen lassen und miteinander ins Gespräch kommen. Diakon Hans Heller und seine Frau Hannelore stimmten die Teilnehmer mit einer schönen Andacht adventlich ein. Dann durften sich alle auf den Heiligen Nikolaus freuen, der quasi als "Überraschungsgast" vorbeikam, so manche lustige Anekdote über die Dekanatsleitung machte und allen Gästen etwas Kleines schenkte. "Das hier im Dekanat Saulgau ist in der Diözese schon einmalig" stellte Karl-Josef-Arnold anerkennend im Blick auf das Format des Nachmittags fest. Der Diözesanbeauftragte für Priester und Diakone im Ruhestand berichtete im Anschluss außerdem über Möglichkeiten der Unterstützung für Pensionäre durch das Bistum und schilderte zusammen mit dem stellvertretenden Dekan Shinto Kattoor einige Eindrücke von der Weihe des neuen Bischofs Klaus Krämer in Rottenburg. Ein leckeres Essen rundete das Treffen ab. "Dieser Nachmittag ist mir sehr wichtig" äußerte eine Teilnehmerin wertschätzend am Schluss. Dekan Peter Müller dankte dem Ehepaar Heller herzlich für ihren großen Einsatz, die tolle Organisation und Mitgestaltung des Nachmittags und wünschte allen eine sicheren Heimweg.

25 Jahre Ulrika Nisch-Haus gewürdigt durch Weihbischof Renz

Festlich, feierlich war der Einzug, voran die zehn Ministranten gefolgt von Pater Alfred Tönnis und WEihbischof Thomas Maria Renz. Anlass was das 25 jährige Bestehen des Ulrika Nisch Hauses in Mittelbiberach. Ausführlich würdigte der Bischof die Arbeit der Stiftrung, aber auch das bescheidene Leben von Ulrika Nisch, das so gar nicht in die heutige Zeit passt

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"Ich habe unglaublich viel Sympathie und Unterstützung erfahren"

Klaus Krämer leitet künftig das Bistum Rottenburg-Stuttgart
Weihe und Amtseinführung am Sonntag 1.Dezember 2024

Ein Portrait von Norbert Demuth (KNA)
«Ich habe unglaublich viel Sympathie und Unterstützung erfahren.» So blickt Klaus Krämer auf die Zeit seit dem 2. Oktober zurück, als er vom Papst zum künftigen Rottenburger Bischof ernannt wurde. Am Sonntag tritt er sein Amt an.

Rottenburg (KNA) Am 1. Dezember tritt der designierte Bischof des Bistums Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, sein Amt an. Zuvor wird der 60-jährige Theologe im Rottenburger Dom zum Bischof geweiht. Anders als am Tag seiner Ernennung durch Papst Franziskus, als während seiner Dankesrede im Dom sein Handy klingelte und ein Freund ihn anrief, wird Krämer sein Smartphone nicht mehr dabeihaben. «Am Sonntag werde ich das Handy jedenfalls nicht in der Jackentasche haben, das passiert mir nicht noch mal», sagte er in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Am 2. Oktober - dem Tag seiner Ernennung zum neuen Rottenburger Bischof hatten sehr viele Leute Krämer kontaktiert. «Mein Handy hat richtig gerattert, weil gefühlt zwei Dutzend SMS-Nachrichten gleichzeitig kamen», erzählt er. Und: «Ich habe unglaublich viel Sympathie und Unterstützung erfahren, viel mehr, als ich erwartet  hatte.»

«Keine Wesensveränderung durch die Weihe»
Zugleich spürt er: «Die Erwartungen an mich sind sehr groß». Der frühere Leiter der Hilfsorganisationen missio und des Kindermissionswerks «Die Sternsinger» folgt auf Bischof Gebhard Fürst, der im Dezember 2023 mit 75 Jahren in den Ruhestand getreten war. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger wird Krämer das Sakrament der Weihe spenden. Durch die Bischofsweihe hofft Krämer aber nicht zu einem anderen Menschen zu werden. «Ich habe eigentlich vor, der zu bleiben, der ich bin», sagte er. Er habe nie die Theorie vertreten, «dass man durch die Bischofsweihe eine Wesensveränderung erfährt oder einen uneinholbaren Wissensvorsprung erwirbt». Er sehe aber die Chance, «mit dem Bischofsamt menschlich zu wachsen».

Kardinal Kasper beim Gottesdienst
Den Weihegottesdienst werden laut Bistum auch Amtsvorgänger Fürst und Kardinal Walter Kasper (91), der von 1989 bis 1999 Bischof in Rottenburg war, am Altar mitfeiern. Krämer war von 1994 bis 1999 Kaspers bischöflicher Sekretär. Das SWR-Fernsehen überträgt die Bischofsweihe ab 14.30 Uhr live. Krämer wird der zwölfte Bischof der relativ jungen Diözese sein, die erst 1828 gegründet wurde. Er leitet dann das drittgrößte deutsche Bistum mit 1,62 Millionen Katholiken, das er nach eigenen Worten «gut kennt und sehr, sehr schätzt». Der am 14. Januar 1964 in Stuttgart geborene Krämer studierte nach dem Abitur in Winnenden Rechtswissenschaften und Theologie. Im März 1992 wurde er zum Diakon und im Juni 1993 zum Priester geweiht. 1999 wurde Krämer Domkapitular und Leiter der Weltkirchen-Abteilung des württembergischen Bistums.

Einsparungen im Blick
2020 kehrte Krämer - nach seiner Zeit bei missio und den Sternsingern - in seine südwestdeutsche Heimat zurück. Er wurde  Vize-Verwaltungschef der Diözese und Leiter der kirchlichen Bauabteilung. Im Bistum stehen Einsparungen um etwa 30 Prozent in einem bis 2030 angelegten Prozess an. Derzeit habe man jedoch «nicht sakrale Gebäude im Blick, sondern Pfarrhäuser, Gemeindezentren, und Kindergärten», sagte Krämer. Es gehe «um die beheizte Fläche, mit Blick auf nötige finanzielle Einsparungen, steigende Umweltanforderungen und das Ziel der Diözese, bis 2040 klimaneutral zu werden».
Die Kirche sieht er in einer immer säkularer werdenden Welt als «Hoffnungsgemeinschaft», die als Kraftquellen die christliche Botschaft und die «Macht des Gebetes» habe. Mit Blick auf die «unsäglichen» Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche verspricht Krämer: «Wie bei meinem Vorgänger ist das Thema Missbrauchsaufarbeitung auch für mich Chefsache.»

Frauendiakonat: «Tür für Fragen geöffnet»
Kirchenpolitisch hat der neue Bischof bereits vor Amtsantritt mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, dass man «über eine zeitliche Befristung des Bischofsamts und über eine frühere Altersgrenze für Diözesanbischöfe» nachdenken könnte. Im Ordensbereich gebe es bereits Lösungen, wonach Führungsämter auf Zeit vergeben werden - per Vertrauensabstimmungen. Und das von vielen Katholiken erhoffte Diakonat der Frau? «Durch die Weltsynode wurde eine Tür für Fragen geöffnet, die viele schon für abgeschlossen hielten», sagt Krämer. Es sei ein hoffnungsvolles Zeichen, dass es da keine Denkverbote oder Redeverbote mehr gebe. «Das gilt aus meiner Sicht in besonderer Weise auch für die Frage der Zulassungsbedingungen für Frauen zu den kirchlichen Ämtern.»
 

Blumen in der Kirche: Mehr als Deko!

Im Rahmen des Fort- und Weiterbildungsangebotes der Dekanatsstelle Biberach wurde der Workshop: "Blumen in der Kirche: Mehr als Deko!" angeboten.

Zahlreiche Damen und Herren aus dem Dekanat Biberach erschienen zu diesem Workshop im Kirchengemeindehaus in Tannheim.Christoph Schmitt, Fortbildungsreferat der Diozöse Rottenburg, erläuterte uns die Symbolik des Kirchenschmuckes durch das kirchliche Jahr. Frau Andrea Anwander sowie Frau Christine Pietsch, von der gleichnamigen Gärtnerei, erklärten uns auf charmante Weise wie einfach und kostengünstig wirkungsvoll Blumen arrangiert werden können. Mit diesen wunderschönen Gestecken schmückten wir anschließend unsere Pfarrkirche St. Martin (derzeit innen komplett eingerüstet) zu ihrem Patrozinium am 10.11.2024.Die Tannheimer Kirchenbesucher waren von der ganzen Dekoration begeistert

Katholisch und weltoffen - Gedenken an die verstorbenen Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates Biberach

„Herr mach uns stark, im Mut der Dich bekennt“ – mit diesem feierlich gesungenen Lied begann der Gottesdienst zum Kapiteljahrtag des Dekanats Biberach in der Marienkirche in Laupheim. Einmal im Jahr gedenkt das Dekanat allen verstorbenen Seelsorgerinnen und Seelsorgern der letzten Jahre.

„Wir gehen weiter auf den Spuren der Menschen, die in unserem Dekanat gewirkt haben. Wir waren und sind mit ihnen verbunden“ führte Dekan Stefan Ruf zu Beginn in den Gottesdienst ein. Nach der Lesung aus den Paulusbriefen, vorgetragen von Dekanatsreferent Robert Gerner, erinnerte der gastgebende Pfarrer Alexander Herrmann in seiner Predigt an Menschen, die das Dekanat nachhaltig geprägt haben. Ein Beispiel ist die Ordensschwester und Künstlerin Sigmunda May aus Sießen, die um 1970, also unmittelbar nach dem 2.Vatikanischen Konzil, den Kirchenraum der Marienkirche in Laupheim als Gesamtkonzept konzipiert hat. Es war ihr wichtig  Aufbruch und Durchbruch der Kirche, der im zweiten Vatikanum der Weg bereitet wurde, auch im Kirchenraum erkennbar werden zu lassen. Die an oberschwäbischen Barock gewöhnten Kirchenbesucher wurden so an den modernen Kirchenraum der Laupheimer Marienkirche herangeführt. Hier schlug der Prediger den Bogen zu einer weiteren wichtigen Gestalt der nachkonziliaren Zeit: Alfons Auer, Moraltheologe und Namensgeber des Dekanatshauses in Biberach, legte in seiner Theologie die gleichen gedanklichen Grundlagen. „Leben ist ein fließender Prozess und von Durchbruch und Aufbruch bestimmt“ – so sind die Gedanken von Alfons Auer auch für die Anliegen der heutigen Kirche ein Maßstab.
Die Wechselwirkung von Kirche und Gesellschaft ist zu jeder Zeit wichtig und in der heutigen Zeit nach wie vor aktuell. Alexander Herrmann ermutigte die Zuhörer zu einer weltoffenen Katholizität, um als Seelsorgerinnen und Seelsorger einen Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. „Leben ist grenzenlos, und kommt an seinem Ende in seine Vollendung in Gott“ so sein Schlusswort, in dem der Kreis zum Gedenken an die Verstorbenen des Dekanates geschlossen wurde.

Auch das  Fürbittgebet, vorgetragen vom Gewählten Vorsitzenden des Dekanats Albert Diesch, brachte die Intention des Gottesdienstes zum Ausdruck „Wir beten für alle, die in unserem Dekanat seelsorgerlich tätig sind: Erhalte sie in deiner Liebe, bewahre ihnen deinen Frieden und begleite sie in deinem Segen!“.  Die nachdenklichen Klänge der Orgel, gespielt von Dekanatskirchenmusikerin Naho Kobayashi rundeten den Gottesdienst ab.

Bericht von Edith Fuchs

"Die frohe Botschaft gibt uns Orientierung"

Der künftige Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, blickt positiv auf die Zukunft der Kirche. Trotz aller Austrittswellen ist er überzeugt: „Letztlich geht es um die qualitative Präsenz von Kirche in der Gesellschaft und die muss nicht abnehmen.“
Ein Interview mit dem neuen Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart von Gabriel Kords und Ludger Möllers.

Lesen Sie den vollständigen Text in der Schwäbischen Zeitung 

Kirchengemeinde Maselheim weiht "Haus der Kirche" ein

Die katholische Kirchengemeinde Maselheim hat ihr Pfarrhaus saniert und durch einen Anbau erweitert. Die Außenanlage wurde neu gestaltet, Jetzt hat das Haus einen barrierefreien Zugang.

Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Birgit van Laak in der Schwäbischen Zeitung 

Ochsenhausen hat wieder einen Pfarrer

Dass Ochsenhausen wieder einen neuen Pfarrer bekommt, war schon seit Ende Juni bekannt. Am vergangenen Sonntag wurde Pfarrer Michael Schönball in einem feierlichen Gottesdienst ins Amt eingeführt.

Lesen Sie mehr dazu im Bericht von Karin Kobsa in der Schwäbischen Zeitung 

Weitere Informationen erhalten Sie im Bericht von Markus Waggershauser 

Botschaften für die Nachwelt

Die Zeitkapsel, die im Juli in Achstetten gefunden wurde, ist wieder zurück auf dem Kirchturm. Neben den alten Erinnerungsstücken sind nun auch Zeitzeugnisse von heute darin.

Lesen Sie mehr dazu in der Schwäbischen Zeitung 

Zum Dienst am Menschen berufen - Einführung der neuen Krankenhausseelsorgerin in einem feierlichen Gottesdienst

„Wir sind froh und dankbar, dass Sie sich für diese Stelle beworben und diesen Dienst mit Freude seit einigen Wochen bereits übernommen haben. Als Seelsorgerin sind Sie eine wichtige und geschätzte Ansprechpartnerin für kranke Menschen und für deren Angehörige“, begrüßte Dekan Stefan Ruf am Sonntagabend die neue Klinikseelsorgerin der Sana-Klinik Schwester Dorothea Piorkowski  zur feierlichen Amtseinführung in der voll besetzten Martinkirche.
Mit dabei waren Würdenträger der Diözese und der Vinzentinerinnen vom Kloster Untermachtal, Offizial Thomas Weißhaar, Spiritual Udo Herrmann, sowie der künftige Kollege Diakon Willy Schillinger. Ebenso zu Gast waren viele Ordensfrauen aus dem Kloster Untermarchtal, allen voran Generaloberin Schwester Elisabeth Halbmann.
 

„Da wohnt ein Sehen tief in uns, nach Glück, nach Liebe, wie nur Du sie gibst…“ erschallte das erste Leid, gleichsam als Motto für den ganzen Gottesdienst. Ungewöhnlich für Biberach war die selbstverständliche Anwesenheit der jungen Schwester  im Altarraum. Souverän und selbstverständlich antwortete sie auf die Fragen zur Amtseinführung. Dekan Ruf überreicht ihr symbolisch das Licht Christi und eine Bibel. In ihrer anschließenden Predigt zur Bibelstelle des blinden Bartimäus entführte sie die Zuhörer zunächst in der Realität zur Zeit Jesu um danach die Bedeutung der Szene für uns heute zu hinterfragen. „Wann nehmen wir das Leid eines anderen wahr? Wann hören wir hin? Wann schauen wir weg?“, fragte sie die Gottesdienstbesucher und bezog sich selbst mit ein.

Hier knüpfte in seinem späteren Grußwort der evangelische Krankenhausseelsorger Erich Schäfer an. „Wir haben als Krankenhausseelsorger einen schönen Beruf – denn wir haben so viel Zeit für die Menschen, wie sie brauchen“. Ökumenisch kollegial begrüßte er die neue Mitstreiterin in der Sana-Klinik und machte den Zuhörern zugleich klar, dass in der Krankenhausseelsorge immer zugleich auch die Kirche in ihrer Fürsorge für die Menschen sichtbar wird.

Dekanatsreferent Robert Gerner und der Vorsitzende des Dekanatsrates Albert Diesch brachten in ihrem Grußwort die Freude zum Ausdruck, dass mit dem Amtsantritt von Schwester Dorothea Piorkowski eine lang vakante wichtige Stelle in der Seelsorge des katholischen Dekanats wieder besetzt ist. Augenzwinkernd überreichte Robert Gerner eine Medikamentenschachtel mit Psalmol – Segenwünsche für jede Lebenslage. Dies wird Schwester Dorothea sicher gut gebrauchen können.

Senioren-Wallfahrtsgottesdienst im Münster des Klosters Heiligkreuztal ein Bericht von Renate Gleisner

Auf Einladung des Forums Kath. Seniorenarbeit feierten die Senioren der Dekanate Biberach und Saulgau im Oktober den zweijährig stattfindenden Senioren-Wallfahrtsgottesdienst im Münster des Klosters Heiligkreuztal. Zelebrant und Prediger war Monsignore Heinrich-Maria Burkhard, der geistliche Leiter des Klosters. Der Gottesdienst stand unter dem Thema „Sich aufeinander einlassen“. Die Referentin für Seniorenpastoral, Renate Fuchs, Monsignore Burkhard und einige Mitglieder des Forums hatten den Gottesdienst mit zum Thema passenden Texten und Liedern vorbereitet. Im Mittelpunkt stand die Betrachtung der „Johannesminne“, Die musikalische Gestaltung des Wallfahrtsgottesdienstes hatte Dekanatskirchenmusiker Thomas Fischer aus Ochsenhausen übernommen.
Die Wallfahrer nutzten die Gelegenheit gerne, über die Kirche und ihre Geschichte Genaueres zu erfahren, bevor der feierliche Gottesdienst begann. .Monsignore Burkhard zeichnete ein anschauliches Bild vom Leben und der geistlichen  Ausrichtung der Zisterzienserinnen, beides drückt sich auch in der Ausgestaltung des Münsters und in dem Andachtsbild der  „Johannes-Minne“ aus, der bekannten  Holzskulptur, die Anfang des 14. Jahrhunderts für die Ordensgemeinschaft geschaffen wurde.  Die Anwesenden erfuhren auch von der langen und sehr wechselhaften Geschichte des Klosters und des Münsters.  Das Andachtsbild der „Johannes-Minne“ will den Betrachter/die Betrachterin zu einem tieferen Verständnis anregen, was lieben heißt: innige, aus dem Herzen kommende Liebe, die damals als „Minne“ bezeichnet wurde. In seiner Predigt griff Herr Pfarrer Burkhard diese Gedanken wieder auf „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ die Worte des Evangelium aus dem Gottesdienst seien eine wichtige Zusage für die älteren Menschen, betonte der Prediger.  
Das Andachtsbild der Johannes-Minne wolle ausdrücken „Ich biete dir meine Treue an und gebe dir festen Halt - finde Ruhe und Kraft an meinem Herzen, ich lasse mich ganz auf dich ein – lass du dich auch auf mich ein“. Pfarrer Burkhard verband damit die Frage an die Wallfahrer „Jesus, wie und wo bleibe ich mit dir in Verbindung - und kann ich diese religiöse Erfahrung an die kommenden Generationen weitergeben?“ „Wir brauchen einander, wir brauchen jemanden, mit dem wir das Leben teilen können. Es ist gut, wenn sich andere auf mich und ich mich auf andere einlassen kann.“ Für ältere, oft alleinlebende Menschen sei es ein wesentlicher Aspekt für ein gelingendes Dasein“ war der Appell des Predigers an die Wallfahrer.  Zur Abrundung der Predigt erhielten die Wallfahrer eine Postkarte mit einem Bild der Johannes-Minne und einem Gebet. Aufmerksame Zuhörer hatte der Wallfahrtsprediger. Seine Predigt beendete er mit einem Lied zur Gitarre „Komm an mein Herz, das dich birgt und liebt“.  Einen beeindruckenden Gottesdienst in einem besonderen Gotteshaus konnten die aus den beiden Dekanaten angereisten Seniorinnen und Senioren miteinander feiern.  Renate Fuchs bedankte sich am Schluß bei allen Mitwirkenden und bei allen Mitfeiernden und wünschte  allen eine gute Einkehr im Kloster oder in einem der ausgesuchten Lokale auf der Heimfahrt.

Bischofsweihe von Prälat Dr. Klaus Krämer am 1.Advent

Zwölf Monate nach dem Amtsverzicht von Gebhard Fürst im vergangenen Dezember tritt Klaus Krämer sein Amt als neuer Bischof des Bistums Rottenburg-Stuttgart an. 
 

Rottenburg (KNA) Der neu ernannte Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, wird am 1. Dezember in sein Amt eingeführt. In dem Festgottesdienst im Rottenburger Dom wird der 60-jährige Theologe zum Bischof geweiht, wie das Bistum am Mittwoch mitteilte.

Krämer war vom Rottenburger Domkapitel gewählt und am 2. Oktober von Papst Franziskus zum Nachfolger von Bischof Gebhard Fürst ernannt worden. Fürst war im Dezember 2023 in den Ruhestand getreten. Krämer übernimmt die Leitung des drittgrößten deutschen Bistums mit rund 1,6 Millionen Katholiken. Von 2008 bis 2019 war er Präsident des Hilfswerks missio in Aachen sowie von 2010 bis 2019 Präsident des´Kindermissionswerks «Die Sternsinger».

Der Gottesdienst am 1. Dezember, dem 1. Advent, beginnt um 14.30 Uhr. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger wird Krämer zum Bischof weihen. Der Vatikanbotschafter in Deutschland, Nuntius Nikola Eterovic, werde dem neuen Bischof die Päpstliche Ernennungsbulle überreichen, hieß es. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Diözese zu einem Fest in den Park des Rottenburger Bischofshauses ein.