Aktueller Stand

Zwischenbericht zum Prozess „Kirche am Ort-Kirche an vielen Orten gestalten" der Dekanate Biberach und Saulgau

Im Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ sind derzeit viele auf dem Weg und machen sich Gedanken, wie Kirche heute weiterentwickelt werden kann.

Dazu war im ersten Halbjahr 2017  die zweite Runde der sogenannten Wandlungstagungen, bei denen sich alle pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese in ihren Teams zwei Tage Gedanken zum Thema Kirchenentwicklung gemacht haben. Dazu erhielten sie Anregungen und Werkzeuge an die Hand, um so selbst weiter Impulse für den Prozess am Ort setzen zu können.

Überblick und Beispiele zum Prozess in den Seelsorgeeinheiten

  • Bei einem offenen Abend der Seelsorgeeinheit Illertal nach dem Samstagabendgottesdienst in Kirchdorf wurde der Prozess ca. 120 Interessierten vorgestellt und über Kirchenentwicklung diskutiert.
  • Die Kirchengemeinde Blochingen hat an einem offenen Abend die Ergebnisse ihrer großen Umfrage im Ort vorgestellt.

  • Die Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Federsee haben für sich Wachstumsfelder/Stärken benannt, welche sie stärker in den Blick nehmen möchten, um sich zu profilieren. Bei einer Klausur im Schönstattzentrum Aulendorf wurde zudem vereinbart, jede KGR-Sitzung mit dem Aufschreiben von Ereignissen in der Gemeinde auf einer Schriftrolle zu beginnen und darin Gottes Spuren im „Alltag“ der Gemeinde zu entdecken.

  • Die Seelsorgeeinheiten Eberhardzell, Heimat-Bischof-Sproll (Ummendorf), Langenenslingen und Altshausen sind gerade auch auf dem Weg, dass sich die einzelnen Kirchengemeinden stärker fokussieren. Dabei sollen vor allem die Stärken/Wachstumsfelder der jeweiligen Orte hervorgehoben werden.

  • Die Seelsorgeeinheit Altshausen hat ihre Gemeinden, anhand eines Impulsfragebogens, stärker in den Blick genommen und überlegt, wie der Alltag der Menschen dort jeweils aussieht und was für Bedürfnisse und Voraussetzungen herrschen.

  • Die Seelsorgeeinheit Eberhardzell hat zudem eine Reihe mit Impulsen zu den Haltungen in den Sonntagsgottesdiensten im Advent erarbeitet und planen eine Aktion für die Führerscheinneulinge zum 18. Geburtstag.

  • Die Seelsorgeeinheit Langenenslingen führt in jeder Gemeinde eine Gemeindeversammlung durch, um die Menschen über den Prozess und Entwicklungen der Seelsorgeeinheit zu informieren und zu diskutieren.

  • Die Seelsorgeeinheiten Unteres Rottal, Bad Schussenried und Ertingen sind selbstständig in den Prozess gestartet und haben mit ihren Prozessteams einen klaren Fahr- und Zeitplan erstellt.

  • Die Seelsorgeeinheit St. Scholastika (Reinstetten) wurde beim Ehrenamtsfest der Prozess in der Predigt thematisiert und im Moment wird im Prozess vor allem die Jugendarbeit, insbesondere die Ministrantenarbeit in den Blick genommen.

  • Die Seelsorgeeinheit Rot-Iller steht durch den Weggang von Pfarrer Tungl in diesem Sommer und der Pensionierung von Pfarrer Maier letzten Jahres davor, in diesem Jahr als Seelsorgeeinheit vollends zusammen zu wachsen.

  • Die Seelsorgeeinheit Schemmerhofen hat sich in einer Sitzung aller Kirchenegemeinderäte über den Prozess informiert und sich nochmals über die Ergebnisse der Pastoralvisitation im Jahr 2014 gesetzt, um daraus Schlüsse zu ziehen. Weitere Schritte werden mit dem neuen Pfarrer Kilian Krug im Herbst angegangen.

  • Die Seelsorgeeinheit Riß-Federbachtal hat sich in den Kirchengemeinderäten mit den geistlichen Haltungen des Prozesses und wie diese das Miteinander prägen, auseinandergesetzt und nimmt nun die Menschen vor Ort in den Blick. Eine Sternwallfahrt aller Gemeinden im Juni eröffnete den Prozess.

  • Die Seelsorgeeinheit Mietingen hat bei einem Klausurhalbtag über die Erwachsenenbildung und mögliche Organisationsentwicklungen diskutiert.

  • In der SE Maselheim und Heimat-Bischof-Sproll gibt es erste Überlegungen, wie man sich auf den Weg zu einer Gesamtkirchengemeinde machen könnte.

  • In der Seelsorgeeinheit Ochsenhausen läuft ein Schulpastorales Projekt „Die Kirchenmäuse“. Zudem soll es eine gemeinschaftliche Kirchenpflege geben.

 

 

Überblick Dekanatsebene

  • Das Prozessteam Dekanat Saulgau hat sich in Altshausen getroffen, um sich über den Stand der Dinge zu auszutauschen. Dabei wurden vor allem die Jugendarbeit und die diakonische Gemeinde in den Blick genommen.

  • Das Prozessteam Dekanat Biberach hat sich ebenfalls getroffen und sich auf den aktuellen Stand des Prozesses gebracht. Dazu stehen verschiedene Überlegungen im Raum, wie noch eine bessere Vernetzung zwischen den Seelsorgeeinheiten gelingen kann.

  • Es gab einen Werkstattabend Sozialraumanalyse zusammen mit Vertretern der Caritas in Bad Buchau, bei dem die Teilnehmenden dazu ermutigt wurden, sich diesem Thema mit einfachen Mitteln zu widmen.

  • Es gab eine Facebookreihe zu den geistlichen Haltungen, bei der verschiedene Persönlichkeiten zu einer der vier geistlichen Haltungen äußerten.

  • Die Dekanatskonferenz des hauptamtlichen pastoralen Personals im Juli stand ganz unter dem Thema „Diakonisch Kirche sein“. Zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas wurde überlegt, wie dies (weiterhin) vor Ort umgesetzt werden kann.

  • Aufgrund des Stellenwechsels des Dekanatsreferenten Philipp Friedel innerhalb der Geschäftsstelle, ist die Stelle zur Prozessbegleitung neu ausgeschrieben. Friedel ist in der Übergangsphase immer noch Ansprechpartner für den Prozess.

In Planung

  • Am 23. November 2017 ist ein Abend für alle Prozessteams zum Thema „Kirche geht durch den Magen – Ein kulinarische Stärkung für die Kirche am Ort“ in Heggbach geplant. Bei diesem gemütlichen Abend geht es um Austausch, Informationen und Ermutigungen zum Prozess.

  • Das Verwaltungszentrum hat bei den leitenden Pfarrern den Vorschlag unterbreitet, einen Zweckverband für Kindertagesstätten, anzugehen. In einigen Kirchengemeinden wurde der Wunsch nach Entlastung der Verwaltung im Bereich der Kindergärten geäußert. Dazu wird es nun am 12.Oktober 2017 eine Informationsveranstaltung im Alfons-Auer-Haus geben. Akteure des Zweckverbandes Rottenburg-Tübingen stellen sich den Fragen.

  • Im Herbst sind verschiedene Treffen bei Trägerversammlungen geplant, um den Prozess auch in anderen Kontexten wie Gemeinde, zu streuen: (Altenhilfe, Jugendhilfe, Kindertagesstätten,…)

Zwischenfazit

Man merkt, dass sich einiges in Bewegung gesetzt hat. Im ganzen Prozess ist es wichtig zu sehen, dass einige Dinge nicht explizit unter dem Namen „Kirche am Ort“ entwickelt haben, aber natürlich ganz im Sinne dieses Prozesses laufen. Manche Gegebenheiten vor Ort (bspw. Personalwechsel) setzen schnell die Prioritäten anders, was  völlig berechtigt ist und mit dem umgegangen werden muss.

Es wird im Laufe der Zeit deutlicher, dass der Prozess „Kirche am Ort- Kirche an vielen Orten gestalten“ in der Spannung zwischen Erhalten, Traditionen bewahren, Neues wagen und Organisationsentwicklung steht. Bei allem Planen und Organisieren darf der Grundauftrag der Kirche, den Glauben in Tat und Wort zu verkünden und zu feiern, nicht verloren gehen.

(Zu dieser Spannung ein Text von Rainer Bucher, vor allem der letzte Abschnitt ist empfehlenswert)

Philipp Friedel, Dekanatsreferent