Adventlicher Dies der Saulgauer Pensionäre
Gute Stimmung herrscht, wenn die pensionierten Pfarrer, Diakone und Pfarrhausfrauen des Dekanates Saulgau sich treffen. "O Heiland reiß die Himmel auf" sangen sie kräftig und genossen dabei die Gemeinschaft der Kollegen. Dekan Peter Müller und Dekanatsreferent Björn Held begrüßten die Pensionäre und konnten sich im Anschluss Zeit nehmen um mit jedem Einzelnen zu sprechen. Nach Kaffee und Kuchen kam Sankt Nikolaus zu Besuch und erinnerte die Pensionäre an ihre vergangene Amtszeit, in der sie selbst in Kindergärten und Schulen Nikolausbesuche organisiert hatten. Besonderer Dank für diesen Nachmittag gilt Diakon Hans Heller und seiner Frau für die gelungene Organisation.
Wegweisende Entscheidungen – Sitzung des Diözesanrats in Untermarchtal
Bischof und Diözesanrat legen den Rahmen für die kommende Entwicklung einer „Kirche der Zukunft“ fest
Bericht von Markus Waggerhauser
Die Traditionen und das vielfältige Leben in den Kirchengemeinden zwischen Hohenlohe und Bodensee, Schwarzwald und Ostalb zu erhalten, in der Seelsorge vor Ort ansprechbar zu bleiben und auch neue Menschen zu erreichen, die nach einem spirituellen Mehr im Leben suchen, dafür hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Frühjahr den Prozess „Kirche der Zukunft“ gestartet. Ein Auslöser war der Rückgang der Mitgliederzahlen in der katholischen Kirche durch Austritt, demografische Entwicklung und weniger Taufen. Das und die wirtschaftliche Gesamtsituation sorgen für dauerhaft sinkende Kirchensteuereinnahmen. Zudem nimmt die Zahl derer ab, die einen Seelsorgeberuf ergreifen.
Der Diözesanrat steckte nun zusammen mit Bischof Dr. Klaus Krämer den Rahmen für das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ ab. Der Sitzung am Samstag in Untermarchtal vorausgegangen waren in diesem zentralen Teilprojekt des Zukunftsprozesses umfängliche Beratungsrunden und das Stimmungsbild einer breit angelegten Beteiligungsphase. Der Diözesanrat empfahl dem Bischof nach intensiver Beratung und Diskussion, aus aktuell 1.020 rechtlich selbstständigen Kirchengemeinden 50 bis 80 Raumschaften zu bilden. Dies soll Verwaltungsaufgaben reduzieren sowie dem kirchlichen Leben vor Ort finanziell und personell mehr Freiräume ermöglichen und es langfristig sichern. Der Bischof nahm das bis auf eine Gegenstimme einstimmige Votum des Diözesanrats an.
Anzahl der neuen Raumschaften
- Die Diözese wird künftig aus 50-80 Raumschaften (Verwaltungseinheiten) bestehen
- Die aktuellen Kirchengemeinden bleiben als Kirchorte weiterhin wichtige Orte des kirchlichen Lebens
- Gläubige können im Kirchort weiterhin Verantwortung übernehmen
Verwaltungsbeauftragte:r
- Die Diözese etabliert die Funktion eines/einer Verwaltungsbeauftragten zur Unterstützung der Leitung der Raumschaft
Mögliche Leitungsmodelle
- mit einem Pfarrer
- mit einem Pfarrer-Team. Einer der beiden Pfarrer wird zum Moderator ernannt und trägt die Letztverantwortung.
- mit einem/einer Pfarrbeauftragten. Ein moderierender Priester trägt die Letztverantwortung.
- mit einem Pfarrbeauftragten-Team. Ein moderierender Priester trägt die Letztverantwortung.
Vereinigung durch Union
- Eine Kirchengemeinde nimmt die anderen Gemeinden auf
- Die aufnehmende Gemeinde ist neuer Pfarrsitz und stellt die Pfarrkirche
- Dabei kann die neue Raumschaft den Namen der aufnehmenden Kirchengemeinde übernehmen oder einen neuen, gemeinsam Namen zu wählen
Nächster Projektschritt 2026
- Umschreibung der Raumschaften durch Voten der Kirchengemeinden und muttersprachlichen Gemeinden
Jetzt stehen die Entscheidungen vor Ort an
Trinkwasser für alle - Rettet unsere Welt - Zukunft Amazonas
Brot für die Welt und Adveniat starten Weihnachstaktionen
Ein Bericht der katholischen Nachrichten Agentur
Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt ruft zum verstärkten Einsatz für Klimaschutz, Ernährungsgerechtigkeit und sauberes Wasser in aller Welt auf. Mehr als zwei Milliarden Menschen
fehle der Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl dieser Zugang als grundlegendes Menschenrecht anerkannt ist, kritisierte Präsidentin Dagmar Pruin am Sonntag in Karlsruhe. Bei der bundesweiten Eröffnunder Aktion «Kraft zum Leben schöpfen» kritisierte sie, die Folgen des Klimawandels seien ungerecht verteilt, denn diejenigen, die ihn nicht verursacht hätten, litten am meisten darunter.
Reverend James Bhagwan, der Generalsekretär der Pazifischen Konferenz der Kirchen, berichtete in dem von der ARD übertragenen Gottesdienst von den Folgen für die Menschen in der Pazifikregion. In deren Alltag sei Wasser längst eine existenzielle Bedrohung - durch den steigenden Meeresspiegel, Umweltzerstörung und verschmutzte Flüsse: «Erlasst Schulden, die den Aufbau notwendiger Infrastruktur zunichtemachen! Stoppt Investitionen, die Wälder, Flüsse und Korallenriffe zerstören, schützt Frauen und Kinder vor Gewalt, die mit Entwurzelung und
Vertreibung einhergeht», forderte Bhagwan.
Auch katholische Kirche fordert mehr Klimaschutz
1959 rief die Evangelische Kirche erstmals mit der Aktion Brot für die Welt zu Spenden im Kampf gegen Hunger und Armut auf. Gemeinsam mit Partnerorganisationen ermöglicht das evangelische
Entwicklungswerk heute nach eigenen Angaben Menschen in über 80 Ländern, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Schwerpunkte der Arbeit sind die Überwindung von Hunger und Armut, die Stärkung von Bildung und Gesundheit sowie der Einsatz für Menschenrechte und Klimagerechtigkeit. Die Kollekten an Heiligabend sind in den evangelischen Kirchengemeinden traditionell für Brot fürdie Welt bestimmt.
Die beiden großen Kirchen in Deutschland eröffnen traditionell mit Festgottesdiensten und Begegnungen mit Gästen aus dem globalen Süden am ersten Adventssonntag ihre bundesweiten Weihnachtsspendenaktionen. In Mainz stellte die katholische Hilfsorganisation Adveniat unter dem Leitwort «Rettet unsere Welt - Zukunft Amazonas» das Engagement für
Umwelt und Klima ins Zentrum. In der Vorweihnachtszeit und in den Weihnachtsgottesdiensten rufen die Kirchen traditionell zu Spenden für Hilfsprojekte weltweit auf.
Dabei kommen Spendensummen in Millionenhöhe zusammen.
Synodale Haltung -Öffne Dich ! Bischof Dr.Klaus Krämer zum bevorstehenden Reformprozess
Öffne Dich – für den Segen und die Nöte unserer Zeit – unsere Kirche – für den Aufruf Gottes, der darin liegt –
für unterschiedliche Meinungen – für Ideen – aber auch für unlösbare Fragen.
(P. Franz Meures SJ)
Um Gottes Stimme zu hören und wahrzunehmen, was jetzt dran ist, ist es notwendig, innerlich offen zu sein und den Geist weit zu machen. Gottes Geist lässt sich nicht einengen oder begrenzen, sondern will uns weit und offen machen. Das lateinische Wort „Spiritus” weist auf den Atem Gottes hin. Er belebt, erneuert und verbindet – wie ein sanfter Wind, der uns bewegt, stärkt und neue Horizonte eröffnet. Gerade dann, wenn unser Denken und unsere Haltung zu eng und einseitig sind, will der Geist Gottes uns weiten und öffnen.
Denn die Wirklichkeit ist meist vielfältiger und weiter, als ich mir das vorstellen kann, Gottes Schöpfung ist so unendlich groß und weit. Gerade auch in einer offenen Haltung kann Gott wirken und sich Neues, oftmals auch Überraschendes zeigen. Dabei ist mir der Austausch, der Dialog mit anderen sehr wichtig. Er eröffnet neue Horizonte und neue Perspektiven. Eine offene synodale Haltung zeigt sich nicht zuletzt auch im respektvollen Umgang mit anderen Meinungen.
Bei meinen weltkirchlichen Begegnungen traf ich oft auf Menschen, die authentisch, respektvoll und geistvoll waren – auch wenn sie sich in einem ganz anderen und für mich zunächst ungewohnten kulturellen Kontext bewegten. Doch gemeinsam mit ihnen, die ebenfalls offen auf mich zugingen, begegneten wir uns in einer Tiefe, die uns spüren ließ, wie gegenwärtig Gottes Geist gerade in diesen Begegnungen sein kann.
Offenheit ist kein Verlust von Sicherheit und Klarheit, sondern der Raum, in dem der Heilige Geist wirken und Neues wachsen kann.
Bischof Dr. Klaus Krämer
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Moral ist vernünftig
Das Dekanat Biberach gedachte des 20. Todestages von Professor Alfons Auer -
der Moraltheologe stammte aus Schönebürg bei Schwendi.
Ein Bericht von Markus Waggershauser
Am 19. November 2005 starb der emeritierte Professor Alfons Auer in Tübingen. Der Priester hatte sich vor allem mit seinem Buch „Autonome Moral und christlicher Glaube“ über Theologenkreise hinaus einen Namen gemacht. 1915 in Schönebürg bei Schwendi im früheren Dekanat Laupheim geboren, wurde der Professor für christliche Ethik bei der Zusammenlegung von vier Dekanaten Anfang 2007 zur Identifikationsfigur des neuen Dekanats Biberach. Dekan Stefan Ruf erinnerte vor dem Gedenkgottesdienst zum 20. Todestag am Donnerstagabend in der Wallfahrtskirche auf dem Bussen an die Heimatverbundenheit des Theologen, der immer wieder zu Fortbildungen und Predigtreihen in die Region gekommen sei.
Pfarrer Dr. Thomas Amann von der Seelsorgeeinheit St. Scholastika bei Ochsenhausen erlebte Alfons Auer während seiner Studienzeit und schrieb bei ihm seine Diplomarbeit. „Er war ein sehr offener und auch streitbarer Mensch, aber nie unversöhnlich“, beschrieb er ihn. Vor Auer sei in der Kirche das Denken vorherrschend gewesen, dass der Mensch die vorgegebenen göttlichen Grundprinzipien umsetzen müsse, um moralisch gut zu leben. Die von Auer vertretene autonome Moral gehe dagegen davon aus: „Der Mensch kann von seinem Verstand her die Dinge der Welt selbst erkennen“, erläutert Amann. Da der Mensch aber nicht vollkommen, also sündig sei, brauche es die Orientierung am Glauben. Die Gewissensentscheidung des einzelnen Menschen sei aber immer die letzte Instanz.
Verständnis wecken statt Strafe
Was das in herausfordernden Zeiten wie heute bedeuten kann, zeigte Pater Alfred Tönnis in seiner Predigt am biblischen Beispiel. Als die Jünger Jesus in ihrem Boot weckten, weil sie in einen Wirbelsturm geraten waren, und ihn um Hilfe baten, seien laut Bibel weitere Boote mit ihnen auf dem See gewesen. Jesus gebot dem Wind Einhalt. „Auch die Boote werden gerettet, in denen Jesus nicht ist“, betonte der Bussenpfarrer. Durch die Vernunft könnten Menschen außerhalb der Kirche ebenfalls erkennen, was gut und verantwortungsvoll ist. Gesetze und Regeln seien wichtig - auch in der Kirche. Aber im Sinne der autonomen Moral sei nicht Bestrafung allein die richtige Antwort auf Fehlverhalten. Es gehe darum Verständnis zu wecken, weshalb es nicht gut sei, wenn andere dadurch geschädigt würden.
Von Auers Bescheidenheit berichtete Pfarrer Martin Ziellenbach, zu dessen Seelsorgeeinheit Schönebürg gehört. Der Professor lehnte große Feiern - etwa zu seinem Priesterjubiläum - ab und wählte als letzte Ruhestätte das Grab seiner Familie. „Das muss man richtig suchen“, weiß Ziellenbach, der stellvertretender Dekan ist. In den Jahren nach dem Tod des Professors wurde das Gebäude mit den Dienststellen des Dekanatsverbands in der Biberacher Kolpingstraße fertiggestellt und die Dekanate Laupheim, Ochsenhausen, Riedlingen und Biberach gingen im neuen Dekanat Biberach auf. "Als Sohn des Landkreises und als großer Theologe hatte Auer eine hohe Identifikation", erklärt Ziellenbach, weshalb das Dekanatsgebäude seinen Namen erhielt.
Die gute Seele im Hintergrund
Generalversammlung der Mesner im Dekanat Biberach
Ein Bericht von Edith Fuchs
Mit einer feierlichen heiligen Messe in der Stadtpfarrkirche Biberach St.Martin begann die Versammlung der Mesner des Dekanates Biberach. In der anschließenden Generalversammlung im Gemeindehaus St.Martin versammelten sie sich, um sich auf den neusten Stand der Information zu bringen.
„Wir danken Ihnen für die stetige Bereitschaft, die Kirchen und Sakristeien in Ordnung zu halten und vor und nach allen Gottesdiensten den Pfarrern hilfreich zur Seite zu stehen“, begrüßte Dekan Stefan Ruf die anwesenden Mesner und Mesnerinnen seines Dekanates. Schon im Gottesdienst hatte er den stellvertretenden Dekan Nicki Schaepen aus Bad Schussenried mit einem Dekret des Bischofs zum neuen Dekanatspräses ernannt. Ihm zur Seite stehen die Vertreter der Mesner aus den vier Regionen des Dekanates, Klaus Sanke für Riedlingen. Jürgen Sauter für Ummendorf, Günther Gerlach für Laupheim und der neu ernannte Paul Notz für Ochsenhausen. Sie alle sind für die geistliche Begleitung zuständig und als Ansprechpartner in problematischen Situationen für die Mesner da.
Herbert Wohnhas, Dekanatsleiter der Biberacher Mesner, begrüßte seine Kollegen und alle anwesenden Priester. „Durch die bevorstehende Umstrukturierung der Diözese, stehen auch wir Mesner in naher Zukunft vor großen Herausforderungen“, gab er seinen Kollegen zu bedenken. Schon in den letzten Jahren ist der Mesnerverband neu aufgestellt worden und untersteht jetzt in der Diözese der Hauptabteilung VIII für Liturgie. Schon lange wirbt Herbert Wohnhas dafür, dass sich die Mesner nicht nur innerhalb einer Seelsorgeeinheit vertreten können, sondern auch eine Vertretung zwischen den Seesorgeeinheiten möglich sein muss. „Das ist meine Kirche und meine Sakristei“, hört man von den Mesnern gerne – was aber nicht heißen darf, dass er nur in einer Kirche arbeiten kann. „Jede Sakristei muss gleich funktionieren, sowie auch der Inhalt des Tabernakels überall gleich ist“, erklärt er schmunzelnd. Für die Mesner sollte also die kommende Gebietsreform der Diözese eher eine positive Herausforderung sein.
Alle Mesner untereinander sind eine gute Gemeinschaft, was man an den Berichten aus den Regionen gut heraushören konnte. In allen vier Regionen des Dekanates Biberach gibt es regelmäßige Treffen, Jahresversammlungen, Grillabende, Ausflüge und Stammtische.
Bei der anschließenden Wahl des neuen Dekanatsleiters wurde Herbert Wohnhas, Mesner in der Stadtpfarrkirche für zwei Jahre wiedergewählt. Durch die neue Satzung des Mesnerverbandes war im Vorfeld der Ablauf der Wahlen stark vereinfacht worden. Als Delegierte, die in der Delegiertenversammlung Wahl- und Stimmrecht für das Dekanat Biberach ausüben, wurden Ewa Stanek aus Laupheim und Sandra Frank aus Tannheim gewählt.
„Wir sind sehr glücklich, dass bei uns im Dekanat Biberach bei den Mesnern alles so gut läuft“, beschloss Herbert Wohnhas die Sitzung mit dem Blick darauf, dass jetzt alle Ämter wieder gut besetzt sind. Für die Ausbildung der neuen Mesner werden auch im nächsten Jahr Kompaktkurse an verschiedenen Orten angeboten. Der nächste findet am 7.März 2026 in Biberach statt. Auch einen Mesnertag für alle wird es im nächsten Jahr wieder geben. Der Ausflug nach Fellbach am 29.April 2026 wird für die Mesner sicher zu den Highlights des nächsten Jahres gehören.
Jahresversammlung des Forums Kath. Seniorenarbeit Dekanate Biberach und Saulgau
Veränderungen im K-Team
Im Frühjahr haben Hildegard Frank und Cäcilia Reitemann ihre Mitarbeit im K-Team beendet.
Hildegard Frank hat dem K-Team als Vertreterin des Dekanats Saulgau seit 2008 angehört. Sie hat das Forum Kath. Seniorenarbeit auch im Dekanatsrat Saulgau vertreten. Ihre reiche Erfahrung aus ihrer langjährigen Arbeit in der Seniorengruppe Hohentengen und im meditativen Tanzen waren eine Bereicherung für das Forum. Seit mehreren Jahren wurde sie in der Seniorengruppe Hohentengen und im Forum Kath. Seniorenarbeit von Cäcilia Reitemann unterstützt. Da beide Frauen bei der Jahresversammlung nicht anwesend sein konnten, wurden sie mit einer Dankes-Karte und einem kleinen Geschenk bedankt, das ihnen Dekanatsreferent Björn Held nach Hohentengen gebracht hat.
Als Maria Dietrich vor über 20 Jahren in den damaligen Vorstand des Forums kam, tat sie dies als Vertreterin des damaligen Dekanats Laupheim. Mit großem Engagement hat sie sich für die Belange der älteren Generation stark gemacht. Jahrelang hat sie das Regionaltreffen für die Region Laupheim organisiert und inhaltlich mitbegleitet. Die Texte der Seniorenwallfahrtsgottesdienste trugen auch ihre Handschrift. Ihre reiche Erfahrung aus dem ökumenischen Seniorentreff in Burgrieden, aus ihrer vielfältigen ehrenamtlichen Arbeit in ihrer Kirchengemeinde und ihre positive Sicht aufs Älterwerden haben die Gespräche und Unternehmungen des K-Teams sehr bereichert. Als Vertreterin des Forums im Dekanatsrat Biberach hat sie dies oft zum Ausdruck gebracht.
Auf ihren Wunsch wurde Maria Dietrich nach ihrer langen Zeit in der Verantwortung für das Forum Kath. Seniorenarbeit in der diesjährigen Jahresversammlung verabschiedet. Frau Gleinser zeigte nochmals wichtige Stationen ihrer Tätigkeit auf und bedankte sich aufs Herzlichste unter großem Beifall der Anwesenden mit einem Geschenk. Maria Dietrich betonte, dass sie um eine Nachfolge in Burgrieden geworben habe und dass sie zwei Frauen aus Burgrieden gewinnen konnte, die jetzt im K-Team mitarbeiten.
Kapiteljahrtag im Dekanat Saulgau
In existenzieller Not nicht vorschnell von Gott reden
Notfallseelsorger:
Es ist nicht meine Aufgabe zu missionieren
Ein Bericht von Norbert Demuth (KNA)
Sie treffen auf schockierte und tief trauernde Menschen:
Notfallseelsorger begleiten Personen in ihren schwächsten Momenten, etwa wenn sie einen Angehörigen durch ein Unglück verloren haben. Wann redet man da von Gott?
Stuttgart (KNA) Manchmal sind es Zugunglücke oder Busunfälle, die viele Menschen betreffen. Manchmal zerreißt ein tödlicher Verkehrsunfall das Leben einer einzigen Familie. «Gott, warum hast Du das zugelassen? Gott, wo warst Du?» Diese Frage hören Notfallseelsorger zwar, wenn sie geschockte und trauernde Angehörige betreuen. «Aber es ist nicht die erste Frage, wenn ich in ein Haus komme oder an den Straßenrand», sagt Hans-Jürgen Hirschle (68), Mitglied im Leitungsteam der ökumenischen Notfallseelsorge im schwäbischen Landkreis Biberach.
«Kreischen, Weinen, Zusammenbrechen»
Notfallseelsorger seien auch schlecht beraten, würden sie direkt nach einem katastrophalen Ereignis vorschnell von Gott reden: «Denn ich treffe Menschen in existenzieller Not», sagt Hirschle im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Stuttgart. Die Konfrontation mit einem eigentlich unvorstellbaren Schreckensereignis äußere sich in großer Bandbreite: «Von Ablehnung, Nicht-Wahrhaben-Wollen bis hin zu Kreischen, Weinen, Zusammenbrechen.» Da sei es erst einmal nötig, die rein körperlichen Auswirkungen eines Schicksalsschlages abzumildern, betont Hirschle. Menschen ein Glas Wasser zu reichen, gegen den trockenen Mund. Oder zu sagen: Setzen Sie sich bitte hin.
«Bestraft mich Gott?»
Erst im Laufe des Gesprächs, «das kann schon nach zehn Minuten sein oder auch erst nach zwei oder drei Stunden», komme dann etwa bei Angehörigen von Unfallopfern manchmal die Frage nach Gott. Oft zunächst anklagend: «Wieso lässt Gott das zu?» Zu hören seien Sätze wie: «Ich gehe doch viel in die Kirche, und ich bete oft. Was habe ich getan, dass der Herrgott mich so bestraft?»
Hirschle ist katholischer Diakon. Er sagt: «Die ganze Arbeit der Seelsorge ist es dann, ganz behutsam dieses Gefühl wegzunehmen: Nein, das ist keine Strafe Gottes. Das sind irdische Dinge, Unglücke passieren!» Und man dürfe auch mit Gott hadern - «das ist legitim in unserem Glauben!».
2.780 fürchterliche Schicksale
Wer sich in ein Auto setzt, bewegt sich potenziell in einem Gefährt, das andere Menschen töten kann. Im Jahr 2024 sind in Deutschland 2.780 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, so das Statistische Bundesamt. Das sind 2.780 fürchterliche Schicksale, allein in Deutschland, allein letztes Jahr. Beim Überbringen der Todesnachricht - wobei immer auch die Polizei dabei ist - wann spricht ein Notfallseelsorger da zu den Hinterbliebenen von Gott? Auf jeden Fall nicht gleich zu Beginn: «Wenn ich sagen würde: 'Der Verunglückte ist doch jetzt im Himmel.' Dann würden mir 90 Prozent der Menschen an die Gurgel springen», sagt Hirschle. «Das will man nicht hören in dem Moment.» Das sei billig, aufgesetzt und ein Zeichen dafür, dass ein unsicherer Seelsorger sich damit selbst trösten wolle, betont Hirschle, der 26 Jahre als Klinikseelsorger gearbeitet hat und auch beim schweren Zugunglück im Juli in Riedlingen im Einsatz war.
Seelsorge in der Not für Jeden
«Erst wenn das Gegenüber es zulässt, dann spreche ich von Gott», betont der Notfallseelsorger. Das aber sei nicht die erste Priorität: «Es ist nicht in erster Linie die Aufgabe der Notfallseelsorge zu missionieren», unterstreicht Hirschle. «Das ist nicht mein Job.» Notfallseelsorger müssten aber «die Bereitschaft haben, das christliche Menschenbild zu vertreten», sagt der Diakon. Wenn jemand ihn bitte: «Können wir noch beten.» Oder wenn es nötig sei, den Sterbesegen zu spenden.
Ob jemand katholisch, evangelisch oder atheistisch sei, spiele im Einsatz «absolut keine Rolle», betont Hirschle. «Ich gehe nie in ein Gespräch rein mit der Frage: Bist Du noch in der Kirche? Glaubst Du an Gott»? Er sei schließlich als Notfallseelsorger nicht zu Christen oder zu Katholiken gesandt. «Sondern zu Menschen!»
Dekanatsrat Saulgau diskutiert über Kirche der Zukunft
Weniger Mitglieder, sinkende Kirchensteuereinnahmen, Rückgang des pastoralen Personals um 50% bis 2040 - für die Diözese Rottenburg-Stuttgart gilt es, unter diesen herausfordernden Rahmenbedingungen Kirche der Zukunft zu gestalten. Der Dekanatsrat Saulgau hat sich in seiner Herbstsitzung am Mittwoch, 22. Oktober 2025 in Mengen mit diesem zentralen Thema intensiv beschäftigt.
Dekanatsreferent Björn Held und Diözesanrat Egon Oehler skizzierten zunächst die Grundelemente des diözesanen Reformvorhabens: Bausteine einer Kirchenvision, ein umfassendes Seelsorge-Verständnis, mögliche Größen der neuzubildenden Kirchengemeinden bzw. Raumschaften, Formen der Vereinigung bisheriger SEs zu neuen größeren Raumschaften sowie Leitungsmodelle. In der anschließenden regen Diskussion waren alle Teilnehmenden eingeladen, ihre Gedanken zur geplanten Reform zu äußern.
Dabei wurde zum einen kritisch hinterfragt, ob jahrhundertealte Kirchengemeinden nun plötzlich aufgelöst werden, was es in größeren Raumschaften an kirchlichem Leben noch vor Ort geben kann, wieso funktionierende Systeme unnötigerweise aufgelöst würden oder dass der gesamte Prozess zu wenig geistlich-inhaltlich und sehr stark organisational geprägt ist.
Andererseits wurde der Reformweg als sinnvoll, ja notwendig angesehen, da bspw. die Einsetzung eines Verwaltungsbeauftragen eine wirksame administrative Entlastung für Pfarrer und Seelsorgeteam bedeuten könnte, neue Leitungsmodelle die Leitungsverantwortung auf mehrere Schultern verteilen, das Ehrenamt gestärkt und gefördert wird oder durch die Reduktion der Körperschaften Geld und Arbeitsaufwand eingespart werden können.
Letztlich - und darüber bestand Konsens - kann es bei einem kirchlichen Veränderungsprozess nie nur um eine Strukturreform gehen, sondern immer auch und zuallererst um eine geistliche Erneuerung. Dekan Peter Müller zeigte sich optimistisch, dass die Kirche im Dekanat Saulgau diesen Herausforderungen gewachsen ist und ermutigte die knapp 40 anwesenden Rätinnen und Räte, offen zu sein für Veränderungen und darauf zu vertrauen, dass die Kirche mit Gottes Hilfe auch in neuen Strukturen eine Zukunft hat.
Neben dem Reformprozess standen aber auch noch andere Themen auf dem Programm: Die drei Kandidierenden für die Diözesanratswahl Schwester Kathrin Prenzel, Egon Oehler und Wolfgang Sekul stellten sich vor. Silvia Hall ist die neue Regionalmanagerin und beschrieb die nächsten Schritte für den Gebäudeentwicklungsprozess. Und die neue Klinikseelsorgerin von Bad Saulgau Schwester Waltraud Vögele erzählte ein wenig von ihrem Arbeitsalltag und dem ihrer beiden Mitschwestern. Der Beschluss zur Bezuschussung eines Promotion-Anhängers für den Oberschwäbischen Pilgerweg e.V., die Neuauflage der Päkchenaktion zugunsten der Ukraine-Hilfe sowie Informationen zu geplanten Glaubensangeboten und Dekanatswallfahrten rundeten den Abend ab.
Dekan Peter Müller dankte allen für ihr engagiertes Mittun und wünschte einen guten Nachhauseweg.
Mit Mut und Zuversicht auf dem Weg zur „Kirche der Zukunft“
Ergenzingen, Oktober 2025 – Am 18. Oktober traf sich das oberste gewählte Laiengremium der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf der Liebfrauenhöhe in Ergenzingen zum Studientag – im Mittelpunkt standen dabei weitere intensive und richtungsweisende Informationen und Beratungen zum diözesanen Prozess „Kirche der Zukunft“.
Rückläufige Mitgliederzahlen, damit verbundene sinkende Kirchensteuereinnahmen, Kostensteigerungen und der Rückgang des Pastoralen Personals – die Diözese Rottenburg-Stuttgart steht vor großen Herausforderungen. Ebendiesen möchte sie sich gemeinsam mit allen Mitgliedern stellen und sich in eine positive und zukunftsfähige Richtung weiterentwickeln. Dazu hat Bischof Dr. Klaus Krämer gemeinsam mit dem Diözesanrat im Frühjahr 2025 den umfassenden Veränderungsprozess „Kirche der Zukunft“ angestoßen, der auf mehrere Jahre angelegt ist und verschiedene Projekte umfasst – das erste grundlegende Projekt des Prozesses ist das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“.
In seiner Junisitzung hatte der Diözesanrat bereits intensiv über die künftige Ausrichtung und Struktur der Ortskirche diskutiert und sich dann einstimmig dafür ausgesprochen, den von der Prozessleitung vorgestellten Weg weiterzugehen. Ziel des Studientages war nun, gerade mit Blick auf die Novembersitzung, nochmals intensiv über die relevanten Inhalte zu diskutieren sowie offene Fragen zu thematisieren und gegebenenfalls zur weiteren Klärung oder Beurteilung in Auftrag zu geben. „Um eine gute Grundlage für die Entscheidungen zu haben, die wir dann im November in der Diözesanratssitzung treffen werden“, betonte Bischof Dr. Klaus Krämer zu Beginn des Studientags. „Ich freue mich und bin gespannt auf den Austausch, die Beratungen und die Begegnungen mit Ihnen. Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Beiträge, Ihre Rückmeldungen und Ihre Unterstützung in diesen für uns alle bewegenden Zeiten“.
Auch dieses Mal wurde nicht nur die Sitzordnung im Sinne einer Synodalen Kirche gestaltet, auch wurde der Tag mit synodalen Impulsen eingestimmt, sensibilisiert und begleitet.
Sehr erfreut zeigte sich Stefanie Oeben vom Prozess-Projekt-Leitungsteam über die rege Teilnahme an der Onlinebefragung. Insgesamt haben fast 1900 Menschen aus Haupt- und Ehrenamt teilgenommen, davon haben bislang rund 1100 die Umfrage komplett ausgefüllt. Das Ziel der Umfrage ist es, die Stimmung wahrzunehmen und zu sehen, was den Menschen in der Diözese wichtig ist, wo noch Klärungsbedarf besteht und wo noch intensiver informiert werden muss, um die Menschen auf dem Weg der Veränderung mitzunehmen. Bis Anfang November besteht noch die Möglichkeit, sich an der Onlinebefragung zu beteiligen und sich zu den diskutierten Modellen zu äußern.
Neben der Prozessleitung berichteten auch Vertreterinnen und Vertreter aus den Kernteams und Themengruppen, sowie Mitarbeitende aus dem Bischöflichen Ordinariat über den aktuellen Sachstand im Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“. Durch das Projekt sollen künftig größere pastorale Räume entstehen, angepasst an städtische oder ländliche Gegebenheiten, sowohl pastoral tragfähig als auch administrativ effizient. Aber wie kommen Seelsorge und Strukturen zusammen, wie entsteht ein gutes Miteinander? Wie kann die Leitung in diesen neuen Strukturen aussehen, welche Leitungsmodelle sind nach CIC 517 § 2 möglich und denkbar – also Leitung in geteilter Verantwortung.
Nach den Kurzberichten konnten sich die Rätinnen und Räte dann nochmals in Form von Themeninseln intensiv mit den Verantwortlichen tiefgreifender austauschen, offene Fragen klären und ihre Anmerkungen und Ergänzungen einbringen.
Teilhabe versprochen und eingehalten
Bei seinem Resümee am Ende des Studientags zeigte sich Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn sehr zufrieden. Der Prozess "Kirche der Zukunft" schreite voran. Er sei dankbar, dass Bischof Krämer sein Versprechen, das er zu Beginn seiner Amtszeit gegeben, auch eingelöst habe – die Gremien und insbesondere den Diözesanrat, intensiv zu beteiligen. „Sie haben mich in den Steuerungskreis und andere Mitglieder in die zuständigen Gremien berufen. Wir waren also ständig sehr intensiv beteiligt. Sie haben immer wieder betont, dass Sie keine einsamen Entscheidungen treffen, sondern dass Sie uns immer beteiligen werden und letztlich auch den pastoralen Rat, den Sie entgegennehmen, ernst nehmen werden. Ich bin sehr zufrieden, nicht nur mit dem heutigen Tag, sondern auch mit den ganzen Vorgängen, die uns heute hierher geführt und diesen Prozess begleitet haben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im November gemeinsam eine gute Entscheidung treffen können.“
Bischof Krämer bedankte sich für die intensiven und konstruktiven Beratungen, die in einer sehr ruhigen und respektvollen Atmosphäre stattfanden. Mit Blick in die Zukunft zeigte auch er sich zuversichtlich: „Ich glaube, uns ist es heute gelungen, aufeinander zu hören, alle Meinungen und Positionen gelten zu lassen, aber doch auch zu spüren, dass ein Konsens wächst und dass wir uns nicht auseinander sondern aufeinander zu bewegen. Deshalb bin ich ganz zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, im November die Eckpunkte unseres Zukunftsprozesses gemeinsam festzulegen. Und dann geht die Arbeit erst richtig los, denn dann werden auch die Kirchengemeinden und Dekanate diskutieren, in welchen Raumschaften, in welchen Konstellationen sie künftig zusammenarbeiten und wie die Schwerpunkte der Pastoral in unserer Diözese aussehen werden, auch wie die Verwaltungsstrukturen neugestaltet werden können.“
Blick in die Zukunft
Damit die Rätinnen und Räte bis zur Novembersitzung weiter gut informiert sind, bietet die Prozessleitung im Vorfeld der Sitzung zwei Onlineveranstaltungen an – mit dabei sein werden Vertreter:innen aus dem Kernteam Raumschaft-Struktur-Leitung und Mitglieder des Steuerungskreises. Im Oktober geht es darum, Fragen zu erläutern oder zu vertiefen, die eventuell offengeblieben oder beim Rekapitulieren des Studientags noch aufgekommen sind. Im November gibt es mit Blick auf die Novembersitzung ein Update. Am 28. und 29. November wird das Gremium über die Rahmenbedingungen entscheiden, die dann ab 2026 in der Fläche umgesetzt werden sollen.
Weitere Informationen zum Prozess finden Sie unter: https:/kirche-der-zukunft.drs.de/
Erster ökumenischer Kirchenmusiktag in Biberach
Rund 300 katholische wie evangelische Sängerinnen und Sänger haben am Samstag, den 11. Oktober, die simultane Stadtpfarrkirche in Biberach gefüllt. Nach einer kleinen Andacht wurde für den Abendgottesdienst geprobt. Klangprächtig und in lockerer Atmosphäre wurden die Werke schnell erarbeitet. Kirchenmusikdirektor DKM Matthias Wolf und Bezirkskantorin Saskia Eger leiteten die Proben gemeinsam. Überall begegnete man strahlenden Gesichtern.
Dekanatskirchenmusiker Thomas Fischer war an der großen Orgel zu hören und bildete am Morgen in einem Workshop nebenamtliche KirchenmusikerInnen im Orgelspiel weiter. Dekanatskirchenmusikerin Naho Kobayashi, die am E-Piano tätig war, leitete einen Workshop für Pop-Piano. Zudem konnten Interessierte sich bei Frau Stoertzenbach UMD a.D. in Chorleitung weiterbilden. So waren bereits am Morgen rund 50 Musikbegeisterte beider Konfessionen in der Kirche zusammengekommen.
Der musikalische Abschlussgottesdienst, dem die stellvertretenden Dekanen Dekanatspräses Dörflinger und Stadtpfarrer Wruck vorstanden, füllte die Kirche und brachte den Raum mit Werken aus allen Zeit- und Stilepochen der Kirchenmusik zum Klingen. So erklang u.a. das raumfüllende „Jubilate“ von Stanford, die Taize-Vertonung „Singet dem Herrn“, ein rhythmisch-betonter Satz zu „Bewahre uns Gott“ oder der Bachsche Choralsatz „Nun danket alle Gott“ aus Kantate 79. Es war ein Genuss gemeinsam Gott zu loben durch die Musik und aller Freude daran Ausdruck zu verleihen. Mit der virtuos vorgetragenen Toccata h-Moll von E. Gigout - gespielt von DKM Fischer - endete ein beeindruckender Gottesdienst und der Wunsch der Wiederholung eines solchen Tages wurde allgemein geäußert.
Seelsorge in neuen Strukturen - Infoabend am 6.Oktober
Bericht von Edith Fuchs
„Wie kann die Zukunft der Kirche vor dem Hintergrund des Wandels in Kirche und Gesellschaft aussehen?“, diese Kernfrage des Konzepts „Seelsorge in neuen Strukturen“ stand im Mittelpunkt des Informationsabends für die Mitglieder der Dekanate Biberach und Saulgau. Die Diözese will die Sorgen und Nöte der Mitglieder der Kirche ernst nehmen und lädt dazu ein, sich gemeinsam auf den Weg zu machen.
Die Dekanatsrefenten Robert Gerner und Björn Held, sowie Christian Schlecht, Fachreferent für Engagemententwicklung, hatten für diesen Abend die Vorlagen der Diözese gut aufbereitet und präsentierten die Modelle für die Reform der Diözese gut verständlich anhand von Powerpoint-Folien. Demografischer Wandel und sinkende Mitgliederzahl lassen bis 2040 etwa 30% weniger Kirchenmitglieder erwarten. Dem zu folge wird es weniger Kirchensteuer-Einnahmen und deutlich weniger pastorales Personal geben. Wie also kann sich die Kirche auf diesen Wandel vorbereiten?
In Visionsbausteinen hat die mit dem Wandel beschäftigte Kommission zunächst die grundsätzlichen und unverrückbaren Werte der Kirche festgelegt: Da ist von vielgestaltig und vernetzt, hilfreich und erreichbar, nächstenlieb und hoffnungsvoll, aber auch erfinderisch und nachhaltig die Rede. Das Ganze fußt auf einer jesusmäßig, geistesgegenwärtig und gottvertrauenden Grundeinstellung. Damit konfrontiert, wurden die Besucher des Abends gebeten, in einer Diskussion in Kleingruppen Stellung zu nehmen. Viele sahen die Begriffspaare als selbstverständlich – so sollte die katholische Kirche schon heute sein. Gelobt wurde allerdings auch das positive Herangehen der Kirche auf dem Weg der Reform und die Aussicht auf mehr Gleichberechtigung in den Ämtern, sowohl zwischen Männern und Frauen als auch zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen.
Um den Weg zur Reform zu ebnen, ist es notwendig, sich die möglichen neuen Strukturen vor Augen zu führen. Mit dem Arbeitstitel „Raumschaften“ werden verschiedene Größen künftiger Einheiten vorgestellt. Heutige Kirchengemeinden oder Seelsorgeeinheiten müssen größere „Raumschaften“ bilden. Ob sie in Form einer Fusion, bei der viele zusammen eine neue Gemeinde bilden, oder einer Union, bei der kleinere Gemeinden unter das Dach einer großen gehen, zusammenkommen muss noch entschieden werden. Auch hier war die Diskussion des Plenums gefragt, und es entspannen sich heftige Diskussionen, bei denen klar wurde, dass jeder Anwesende aus seiner Gemeinde mit einer individuellen Ausgangslage zu diesem Abend gekommen war. Menschen aus kleineren Gemeinden sehen ihre soziale Struktur in Gefahr, andere finden die Trennung von Verwaltung und pastoralem Amt als großen Vorteil für die Seelsorge.
Von den geografischen Verwaltungsgebieten der heutigen Dekanate Biberach und Saulgau einmal abgesehen, muss natürlich auch die Form der Leitung der Gemeinden reformiert werden. Die Rolle des Pfarrers vor Ort wird sich dahingehend verändern, dass er nicht mehr der Ansprechpartner für jedes Gemeindemitglied sein kann, sondern eher Moderator zwischen Gemeindeleitungen in seinem Verwaltungsgebiet oder Teil eines Priesterteams. Gottesdienste feiern und Sakramente spenden wird dabei die ureigene Aufgabe der Priester sein, weil sie in der Priesterweihe dazu ausgesendet werden. Vorgestellt werden verschiedene Leitungsmodelle. Neu dabei ist, dass in jedem Modell eine gesonderte Person als hauptamtlicher Verwaltungsbeauftragter zuständig für die Verwaltungsaufgaben sein soll.
Hier fiel das Feedback der Teilnehmer überraschend positiv aus: Alle begrüßten den Schritt, die Verwaltung von der Seelsorge in Person und Funktion zu trennen. Allen war klar, dass spätestens nach der Reform ein stärkeres Mitwirken der Laien am kirchlichen Geschehen gefordert ist.
Abschließend ermunterte Dekanatsreferent Robert Gerner die Anwesenden an der Befragung der Diözese teilzunehmen (QR Code über dekanat-biberach(at)drs.de erhältlich ) und versicherte, dass auch die am Abend entstandenen Beiträge Eingang in die nächsten Überlegungen der Diözese finden werden. Ziel ist es, die Reform „Seelsorge in neuen Strukturen“ bis zur nächsten Kirchengemeinderatswahl in fünf Jahren abzuschließen.
Wandel muss gerecht gestaltet werden
Ein Wort der vier Kirchen in Baden-Württemberg zum Tag der Deutschen Einheit am 3.Oktober 2025
Stuttgart/Rottenburg/Freiburg/Karlsruhe. In einem gemeinsamen Wort zum 3.Oktober gedenken die vier großen Kirchen in Baden-Württemnberg der deutschen Wiedervereinigung vor 35 Jahren. Der Tag der Deutschen Einheit erinnnere in einer Zeit großer Umbrüche daran, dass Wandel möglich sei. In einer Epoche, in der sich unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in rasantem Tempo veränderten, erlebten derzeit viel Menschen dieses Entwicklung als Zumutung. "Als Kirchen sehen wir nicht nur eine Hersausforderung, sondern auch eine Chance", heißt es in dem Schreiben von Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Kiche in Baden, Stephan Burger, Erzbischof der Diözese Freiburg, Ernst-Wilhelm Gohl, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenbrug -Stuttgart. Zugleich mahnen sie: "Wandel darf nicht zum Selbstzweck werden, sondern muss dem Leben dienen. Er muss gerecht gestaltet werden, damit niemand zurückbleibt."
Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Abschied von Pfarrer Joel
Mit einem festlichen Gottesdienst, aufrichtiger Dankbarkeit und spürbarer Wehmut wurrde Pfarrer Joel nach fünf Jahren Dienst in Ochsenhausen verabschiedet.
Kreuz und Kugel kehren zurück auf restaurierten Kirchturm
Vor einigen Wochen wurde bei der Restaurierung der Wallfahrtskriche Steinhausen eine Zeitkapsel in der der Kugel unter dem Turmkreuz gefunden. Jetzt kehren Turmkugel und Kreuz zurück: Ein nicht alltägliches Handwerksereignis.
Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Gerd Mägerle in der Schwäbischen Zeitung
Endgültiger Wahlvorschlag für die Wahl von Laienvertreter:innen aus den Dekanaten Biberach und Saulgau
Endgültiger Wahlvorschlag für die Wahl
von vier Laienvertreter/innen aus dem Dekanat Biberach im Zwölften Diözesanrat:
- 1. Herr Christian Hiller, Biberach
- 2. Frau Diana Klinner, Biberach
- 3. Frau Claudia Kutscher, Bellamont
- 4. Herr Matthias Peter Lucks, Zell / Bechingen
- 5. Frau Marlene Müller, Riedlingen
- 6. Herr Matthias Ruhl, Schwendi
- 7. Herr August Sandmaier, Bad Buchau
- 8. Herr Dr. Andreas Stehle, Schemmerhofen
- 9. Frau Dorothea Treiber, Laupheim
- 10. Herr Paul Ziesel, Tannheim
Endgültiger Wahlvorschlag für die Wahl
eines/r Laienvertreters/in aus dem Dekanat Saulgau im Zwölften Diözesanrat:
- 1. Frau Schwester M. Kathrin Prenzel, Bad Saulgau Sießen
- 2. Herr Egon Oehler, Bad Saulgau Friedberg
- 3. Herr Wolfgang Sekul, Ebersbach
Ergänzungsvorschläge
Der Kirchengemeinderat (bzw. das Vertretungsgremium oder der Pastoralrat) kann bis spätestens 10. Oktober eine/n weitere/n Kandidatin/Kandidaten als Ergänzungsvorschlag beim Dekanatswahlausschuss einreichen. Einem solchen Ergänzungsvorschlag, der durch einfachen Mehrheitsbeschluss zustande kommt, ist die schriftliche Zustimmung des Kandidaten beizufügen.
Hinweis:
Der/die Laienvertreter/in im Diözesanrat wird im Zeitraum vom 03.11.2025. bis 05.12.2025 per Briefwahl von den gewählten Mitgliedern der Kirchengemeinderäte (bzw. Pastoralräte oder Vertretungsgremien) gewählt.
Fünf neue Schulseelsorgerinnen und -seelsorger in den Dekanaten Biberach und Saulgau beauftragt
Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung Schulseelsorge wurden im Rottenburger Dom etwa 20 neue Schulseelsorgerinnen und -schulseelsorger in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in einem feierlichen Gottesdienst mit Domkapitular Holger Winterholer beauftragt – darunter fünf für die beiden Dekanate Biberach und Saulgau.
Diese werden zukünftig an Schulen in Warthausen, Riedlingen, Bad Buchau, Ertingen, Herbertingen und Mengen ihren wichtigen und wertvollen Dienst ausüben und so das Schulleben bereichern.
An folgenden Schulen ist die Schulpastoral und Schulseelsorge bereits aktiv und etabliert: Michael-von-Jung-Schule (Kirchdorf/Iller), Max-Weishaupt-Realschule (Schwendi), Bischof-Sproll-Bildungszentrum (Biberach-Rissegg), Pestalozzi-Gymnasium (Biberach), Wieland-Gymnasium (Biberach), Geschwister-Scholl-Realschule (Riedlingen), Karl-Arnold-Schule (Biberach).
Darüber hinaus finden an unzähligen weiteren Schulen schulpastorale Angebote statt, die von den Fachschaften Religion und weiteren Lehrkräften in Begleitung von Carsten Reinaerdts als Dekanatsbeauftragten für Schulpastoral initiiert werden.
Kleidersammel-System steht vor dem Kollaps
Aktion Hoffnung
Übervolle Altkleider-Container zeigen: Da läuft etwas ziemlich schief. Warum die Entsorgung von gebrauchten Textilien so schwierig geworden ist.
Im Schnitt werden die Altkleider-Container der Aktion Hoffnung alle zwölf Tage geleert. In dicht bewohnten Gegenden wie Stuttgart kommt das Abholfahrzeug sogar zweimal in der Woche. Trotzdem türmen sich Säcke voller Schuhe, Hosen, Pullover, Gardinen und auch Kuscheltieren teilweise weit um die Container herum – dieses unschöne Bild sorgt für Frust bei vielen, die vorbeigehen oder selbst noch eine Tüte obendrauf werfen wollen.
Mit ihrem Frust sind die Verbraucher:innen nicht allein. Auch bei Anton Vaas, dem Vorstand der Aktion Hoffnung, ist die Stimmung ziemlich schlecht. „Unsere Fahrer tun alles, sie fahren Sondertouren und versuchen, die Container in einwandfreiem Zustand zu halten“, sagt er. Das klappt aber leider nicht überall, denn das System bricht gerade aus unterschiedlichen Gründen zusammen.
Billigkleidung ist größtes Problem
Das erste und größte Problem ist, dass Kleidung zu einem Konsum- und Wegwerfartikel geworden ist. Gerade im Internet sind Seiten auf dem Vormarsch, auf denen man T-Shirts für ein paar Euro bestellen kann. Das führt dazu, dass die Menschen immer mehr Kleidung besitzen und schließlich auch am Container abgeben. Das Problem für Anton Vaas und die Aktion Hoffnung ist dabei: Diese Textilien sind qualitativ zu schlecht, um sie als Secondhand-Ware zu verkaufen. Sie müssen dann entweder weggeworfen oder, im besten Fall, zu Putzlappen, Malervlies oder Dämmmaterial verarbeitet werden.
Dass ein Teil der gespendeten Kleidung „downgecycelt“ wird, wie Anton Vaas es nennet, ist schon immer so. „Es ist ökologisch richtig und wichtig, das zu tun“, sagt Vaas. Schließlich wollen Putzlappen und Dämmmaterial auch hergestellt werden – da ist es super, wenn das mit Stoffen geschieht, die sonst im Müll landen würden. Nur werden die Spenden, die ausschließlich für diese Weiterverarbeitung geeignet sind, immer mehr und das rechnet sich für Vereine wie die Aktion Hoffnung einfach nicht. Es ist ein Draufzahlgeschäft, sagt Anton Vaas: „Allein die Fahrer, die die Säcke abholen, kosten mehr Geld, als die Ware wert ist“. Ganz abgesehen von den Bergen, die sich wegen der Unmengen an Kleidung vor den Containern auftürmen.
Was passiert mit meinen Kleiderspenden?
Die Situation an den Altkleider-Containern hat sich in diesem Jahr noch einmal verschärft, als die Getrenntsammlungspflicht in Kraft getreten ist. Sie soll regeln, dass alte Kleidung auch wirklich in die Altkleider-Sammlung und danach zum Sortieren und Erfassen gelangt und nicht einfach im Restmüll verschwindet, wo keiner sie nachverfolgen kann. Anton Vaas sagt, dass diese Regel in Deutschland nichts verändert, weil die sogenannte Erfassungsquote von alten Textilien sowieso schon bei 64 Prozent lag. Durch die neue Regel sind die Verbraucher:innen aber verunsichert und packen alles, egal wie dreckig oder kaputt, in Altkleidersäcke und nicht mehr in den Restmüll. Das lässt die Mengen an den Containern weiter steigen. „Ich sag es mal so: Die Kleidung, die bisher im Restmüll gelandet ist, die gehört da auch hin“, so Vaas.
Als wäre das nicht genug, haben einige Anbieter bereits kapituliert und ihre Kleider-Container abgebaut. Laut Anton Vaas geht man davon aus, dass seit Jahresbeginn rund 30 Prozent bereits abgebaut worden sind. „Das führt zu einem Kollaps bei den noch bestehenden Containern“, so Vaas.
2027 folgt die nächste Regelung
Was ist also zu tun? Finanziell versucht sich die Aktion Hoffnung mit Zuschüssen über Wasser zu halten, die gerade mit den Landkreisen verhandelt werden. Denn die sind dafür zuständig, die Getrenntsammlungspflicht umzusetzen. Und das wird ohne Container wie die der Aktion Hoffnung richtig schwierig. „Ohne uns wäre ein ganz neues Sammelsystem nötig“, sagt Anton Vaas. Daher hofft man nun darauf, dass das altbewährte System beibehalten und bezuschusst wird. Zumindest bis 2027, denn da kommt schon die nächste Neuerung: die erweiterte Produktverantwortung für Textilien. Die besagt, dass jeder, der erstmalig ein Kleidungsstück verkauft, vorab schon für dessen Sammlung und Verwertung bezahlen muss. Anton Vaas setzt darauf, dass damit wieder etwas Ruhe auf dem Kontoauszug des Vereins einkehrt. Käufer:innen müssen sich dagegen darauf einstellen, dass die Mehrkosten auf sie umgelegt werden. Pro Kleidungsstück sollten das aber nur wenige Cents sein.
Die einfachste und offensichtlichste Lösung, um übervolle Container zu vermeiden, ist natürlich: weniger und hochwertigere Kleidung kaufen. „Mein Opa hat immer gesagt, er ist zu arm, um sich einen Kruscht zu kaufen“, meint Anton Vaas und will damit sagen, dass qualitativ hochwertige Kleidung nicht unbedingt eine Frage des Geldes ist.
Die Aktion Hoffnung
Die Aktion Hoffnung ist eine kirchliche Hilfsorganisation der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie betreibt in der Diözese rund 1350 Altkleider-Container, die pro Jahr rund 6000 Tonnen Alttextilien sammeln. Außerdem unterhält der Verein fünf Secondhand-Shops, die Secontiquen. Die Aktion Hoffnung hat neun Mitgliedsverbände, an die auch der Erlös der Kleidersammlungen geht: Ackermann-Gemeinde, BDKJ Rottenburg-Stuttgart, BDKJ Freiburg, Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Pax Christi, Katholischer Deutscher Frauenbund, Kolpingwerk und Verband Katholisches Landvolk.
Bericht von:
Jacqueline Fritsch
Rottenburg
"Es gibt Tränen in den Dingen "
Geistliches Wort von Sr. Dorothea Piorkowski, Pastoralreferentin
Klinikseelsorgerin Sana-Klinikum Biberach
Am 14. September feiert die kath. Kirche das Fest Kreuzerhöhung. Ein Fest – und doch geht es um das Kreuz; um Leid, um Schmerz, um die schwersten Stunden Jesu. Leben und Hoffnung durchkreuzt?! Wer das Kreuz Jesu anschaut, sieht nicht nur das Leid eines Menschen. Er kann sich selbst sehen – mit Fragen, mit Wunden, mit Brüchen im Leben. Das Kreuz steht mitten im Leben. In meinem Leben? Es steht da, wo Sprache oft endet. Wo keine Antwort hilft. Wo Tränen sprechen, wo Stille zur Zuflucht werden kann. „Sunt lacrimae rerum“ es gibt „Tränen in den Dingen“, schrieb Vergil in seiner Aeneis. Will heißen: Ereignisse, Situationen, Objekte (…) können in uns Trauer und Schmerz auslösen. Auch das Kreuz. Der Blick auf das Kreuz konfrontiert mit meiner eigenen Endlichkeit. Schonungslos. Endlos?
Die ev. Theologin Dorothee Sölle fügt hinzu, voll leiser Hoffnung: „Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen.“ Dorothee Sölle verdrängt nicht. Sie verdrängt die Kreuzesnacht der Welt nicht. Sie ist voll leiser Hoffnung für sie. Jesus ist den Weg des Kreuzes nicht umsonst gegangen. Er ist nicht im Tod geblieben, sondern durch das Kreuz „hindurch“ gegangen – in ein neues Leben. Das Kreuz bleibt nicht das Ende. Es wird zum Zeichen der Hoffnung. Nicht Schmerz steht am Schluss, sondern Leben. Leben für die Welt.
Darum schauen Christ:innen heute auf das erhöhte Kreuz. In leiser Hoffnung… Vielleicht trägt auch dein Herz unter Tränen gerade ein Kreuz: Krankheit, Angst,
Verlust, Fragen ohne Antwort. Dann gilt auch dir dieses Fest. Es lädt ein, nicht wegzuschauen, sondern hinzusehen. Es lädt ein, Situationen und Wunden nicht zu verdrängen.Das Kreuz will nicht das Leid erhöhen, sondern Hoffnung stärken. Ganz leise für diese unsere Welt…
Suizidprävention: Kerzen in der Dunkelheit
Nach Angaben der WHO sterben weltweit mehr als 700.00 Menschen durch Suizid.
AGUS (Agehörige um Suizid) und die Initiative U25 - Suizidprävention der Caritas verteilen am Mittwoch 10.September Lichter auf dem Biberacher Wochenmarkt - als sichtbares Zeichen zum Welttag der Suizidprävention. Die Kerzen sollen am Abend in den Fenstern leuchten und an die Menschen erinnern, die durch Suizid gestorben sind.
Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Tanja Bosch in der Schwäbischen Zeitung vom 4.September 2025
"Wenn alle Berge gleich hoch wären ..."
Geistliches Wort von Schwester Gisela Maria Ibele, Gemeindereferentin Reinstetten
Der August ist für mich der typische Ferienmonat. Gebürtig aus Kressbronn am Bodensee zieht es mich immer wieder dorthin. Zum einen, um in meine vertraute Vergangenheit, Kindheit und Jugend einzutauchen, die Geborgenheit vergangener Zeiten zu genießen und das schöne Oberschwaben als Kraftort zu besuchen. Der Blick auf das Säntismassiv vom Bodenseeufer aus berührte schon als Kind mein Herz und meine Sehnsucht. Wir Menschen von heute leben in einer Zeit, in der wir alle wissen, wie Berge entstanden sind; dass sie sich bei aller Zeitlosigkeit verändern, an Höhe verlieren, an Höhe gewinnen: Und trotz all dem naturwissenschaftlichen Wissen bleibt da ein großer Respekt und ein großes Staunen über das Naturwunder Berg.
In einem Meditationstext von Elmar Gruber las ich einen Text, der mir die Brücke von der Natur zu meinem Glauben an Gott den Schöpfer der Erde und des Himmels erschließt. Da heißt es:
Wenn alle Berge gleich hoch wären, wäre keiner mehr der höchste. Wenn keiner mehr der höchste ist, dann haben alle anderen keine Höhe mehr. Wer keinen Höchsten anerkennt, kann nur sich selber als Höchsten anerkennen. Wenn Gott, der Eine, der Allerhöchste fehlt, entsteht ein Meer von selbsternannten Göttern, die sich gegenseitig nach eigenen Maßstäben selbst vermessen. Nur ein einziger Gott aller Menschen kann Maß und Ziel für alle sein.
Mit meinem Fahrrad staune ich, dass es gar keine großen Berge braucht, um einen Perspektivenwechsel zu erleben. Das Hinterland in Kressbronn oder auch an meinem jetzigen Wohn- und Arbeitsort Reinstetten, Gutenzell und Heggbach freue ich mich über die vielen kleine Erhebungen, Berge und Anhöhen, an denen ich die Sonnenauf- und -untergänge genießen kann, das Land in seiner Weite und seiner Fruchtbarkeit erlebe und einfach staune, dass es nie langweilig wird, die Welt zu betrachten.
In der Bibel werden die Berge als Ort der Gottesbegegnung verstanden. Kein Wunder bauten die Benediktiner ihre Klöster immer auf einer Anhöhe. Die Gottsuche gelingt wohl in der Höhe leichter als in den Tiefen der menschlichen Abgründe. Oder vielleicht ist es einfach das Gefühl, dem Himmel näher zu sein. Im heutigen Sonntagsevangelium lädt uns Jesus ein, den Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen. Da ist von den Armen der heutigen Zeit die Rede. Gott zeigt sich nicht nur auf dem Berg oder im Himmel, gerade dort wo wir es nicht vermuten: Im Alltag, im Nächsten, in der Armut des Herzens und der Einsamkeit.
Ich wünsche uns, dass wir den Mut haben, die Schönheit der Schöpfung, die Erhabenheit der Berge in der eigenen Seele zu bewahren und aus dieser Kraftquelle unseren Mitmenschen zu begegnen.
NICHT OK SEIN IST OK
Reden hilft. Mit einem Kurzfilm will die Telefonseelsorge jungen Menschen vermitteln, dass es okay ist, wenn man sich bei Problemen Hilfe holt.
„Wir stellen fest, dass sich immer mehr junge Menschen an uns wenden“, sagt Claudia Köpf, Leiterin der Telefonseelsorge Ulm/Neu‑Ulm. „Und wir haben gesagt: Es ist wichtig, dass noch mehr junge Menschen wissen, dass es diesen anonymen und geschützten Raum gibt, in dem sie auch die Themen platzieren können, die sie sich vielleicht im Freundeskreis nicht anzusprechen trauen.“ Denn auch wer gut vernetzt ist und Freunde hat, könne sich in der Situation wiederfinden, in der man sich mit einem Thema allein gelassen oder sehr einsam fühlt oder über das man sich „erstmal mit jemand anderem austauschen möchte, weil es vielleicht schambesetzt ist“, weiß Köpf. Weil die Telefonseelsorge auch für diese Menschen da sein will, „kam uns im Rahmen unserer zweijährigen Projektstelle für junge Erwachsene in der Seelsorge die Idee, dass wir einen Kurzfilm über die Themen der Jugendlichen drehen könnten, um zu zeigen, was sie bewegt - und was sie vielleicht daran hindert, Hilfe zu suchen“.
Bin ich wichtig genug? - Auf jeden Fall!
Oft dächten Jugendliche: 'Ich müsste das doch alleine schaffen' oder 'Bin ich wichtig genug, dass ich mein Thema in den Mittelpunkt stellen darf?' - das war für uns sehr bewegend“, sagt Claudia Köpf. „#NichtOkSeinIstOk“ heißt der elfminütige Film, der zeigen soll, „dass es normal ist, dass das Leben nicht immer nur bunt und schön ist, sondern auch dunkler und herausfordernd sein kann“: eine schlechte Note, Stress zuhause oder Überforderung, aber auch ein ständiges Sich-Vergleichen in den sozialen Medien und der Druck, der daraus erwächst... Der Film will Hemmschwellen senken und darauf aufmerksam machen, „wie gut es tun kann, wenn man mit seinen Sorgen nicht allein bleibt, sondern mit anderen darüber redet.“
Lesen Sie mehr dazu im Artikel von Pawel Jerabek
Die TelefonSeelsorge Oberschwaben-Allgäu-Bodensee erreichen Sie Rufnummer 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 kostenlos und rund um die Uhr.
Gott, Du hilfst Menschen und Tieren
Der Tag der Schöpfung am 31. August ist Auftakt zur Ökumenischen „Schöpfungszeit“, jährlich vom 1. September bis 4. Oktober.
Gott, du hilfst Menschen und Tieren“ – das diesjährige Motto zum Ökumenischen Tag der Schöpfung richtet den Blick auf unsere Mitgeschöpfe, die Tiere. Tiere sind immer da – mal in aller Sichtbarkeit, mal im Verborgenen. Das Psalmwort „Gott, du hilfst Menschen und Tieren“ erinnert uns an unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitgeschöpfen. Es stellt uns auf eine Stufe mit ihnen und macht uns bewusst, dass ihre Existenz ein Lobpreis Gottes, des Schöpfers allen Lebens, ist.
Der Ökumenische Tag der Schöpfung möchte mit seinem Motto „Gott, du hilfst Menschen und Tieren“ einen Diskursraum für genau solche Spannungsfelder eröffnen, in dem unterschiedliche Meinungen zu Tierwohl und Tierethik vorkommen dürfen, einander zugehört und gemeinsam nach einem ethisch verantwortbaren, christlich begründeten Umgang mit den Tieren gesucht wird.
Hoffnungsstur sein
Geistliches Wort von Sr. Ursula Hedrich, Klinikseelsorgerin Bad Saulgau
Haben Sie das Wort in der Überschrift schon einmal gehört? Hoffnungsstur?!
Mitgeprägt hat dieses Wort wohl die Landesbischöfin von Baden Heike Springhart. Normalerweise hören wir es nicht gern, wenn uns jemand als stur bezeichnet. Jemand, der stur ist, hält eigensinnig an seinen Vorstellungen fest, weicht von etwas nicht ab, oft genug auf Kosten von anderen. Doch hoffnungsstur hat für mich einen anderen Klang. Wie gerne möchte ich in dieser Zeit, in der einem so vieles die Hoffnung rauben möchte, stur an der Hoffnung festhalten. Ich möchte mich nicht abbringen lassen von der Hoffnung auf das Gute und die Menschlichkeit, der Hoffnung auf Segen und auf Gott, der mit uns und für uns ist. Weil sich jedoch die Hoffnungslosigkeit oft in den Vordergrund drängen will, ist es gut, sich selbst Erinnerungszeichen an die Hoffnung zu schenken.
Vielleicht möchten Sie sich einen Hoffnungssatz an den Spiegel schreiben oder Hoffnungslieder hören oder vor sich hin pfeifen. Vielleicht tragen Sie bewusst ein Kleidungsstück oder Accessoire in der Hoffnungsfarbe grün. Seit ich selbst bewusst übe, hoffnungsstur zu sein, entdecke ich neu, wie vieles in unserer Umgebung grün ist – nicht nur die Wiesen und Bäume, sogar die Mülleimer an der Berta-Hummel-Schule in Bad Saulgau sind grün. Manche hoffnungssture Menschen malen sich zur Erinnerung einen Fingernagel grün an und schenken sich und anderen damit nicht nur die Erinnerung an die Hoffnung, sondern auch ein Schmunzeln ins Gesicht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen immer wieder leichte Momente und eine hoffnungssture Zeit!
Im Südwesten lebt die Mariä-Himmelfahrt-Tradition
Auszug aus dem Bericht von Volker Hasenauer (KNA)
Kräuterduft in der Luft
Warum zum traditionsreichen, katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15. August die bunten Sträuße gebunden werden - dafür gibt es
mehrere Erklärungen. Eine Legende berichtet, dass Maria in ihrer Todesstunde vom auferstandenen Christus begleitet wurde, und plötzlich ein himmlischer Duft nach Kräutern die Luft erfüllte. Eine weitere Erzählung verweist auf Maria als Königin der Schöpfung.
Belegt ist, dass die Tradition des kirchlichen Festes gut 1.500 Jahre zurückreicht. Die oströmische Kirche nahm es schon im Jahr 431 offiziell in ihren Festkalender auf. In Deutschland wird die - in der Bibel nicht beschriebene - Aufnahme Marias in den Himmel seit dem 9. Jahrhundert gefeiert. In katholischen Regionen der Bundesrepublik, vor allem in Süddeutschland, ist das auch großer Frauentag genannte Fest neben den Kräuterweihen häufig mit Lichterprozessionen verbunden.
In vielen Gemeinden im Süden treffen sich Frauen zum Kräutersträuße binden. Die Frauen sind überzeugt, dass die Kräuterweihe eine Zukunft haben wird - auch in der nächsten Generation. «Wir Älteren machen weiter, solange wir können», sagen sie. «Und dann entsteht bestimmt wieder etwas Neues.»
Der Weg ist das Ziel
Geistliches Wort von Isabell Hagenmaier, Sinnsuche Jordanbad
Es ist ein gefährliches Geschäft, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Man betritt die Straße, und wenn man nicht auf seine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie einen tragen.
Diese weisen Worte, die Bilbo in Tolkiens Epos Herr der Ringe seinem Neffen mitgibt, fassen beim ein oder anderen vielleicht die mit Ausflügen und Reisen gefüllte Sommerzeit zusammen. Straßen voller Oldtimer und Wohnwägen, belebte Fußgängerzonen, fotografierende Touristengruppen: Die Luft riecht nach Fernweh.
Einige Menschen haben einfach das Wander-Gen. Wahrscheinlich auch so mancher Apostel, der den Weg mit all seinen Mühen nicht scheut, um Christus zu verkünden. Oder manche Heilige auf ihrer langen Reise, mit leichtem Gepäck und gewichtiger Botschaft. Das Wandern und Reisen hat also ganz klar in der katholisch-christlichen Geschichte einen enormen kulturellen sowie spirituellen Stellenwert. Jesus selbst war schließlich ebenfalls fast ständig unterwegs. Genauso vor ihm das Volk Israel 40 Jahre lang in der Wüste. Alle diese Reisebeispiele haben etwas sehr wichtiges gemeinsam: Es geht nicht darum, von A nach B zu kommen. Klischeehaft formuliert: Der Weg ist das Ziel. Etwas passiert auf diesem Weg. Ja, Begegnungen, Abenteuer, Herausforderungen, natürlich. Doch noch viel mehr.
Jesus verändert, ähnlich auch seine Jünger nach ihm, die Leben und Schicksale zahlreicher Menschen. Das Volk Israel irrt in Umwegen umher, bis es schließlich bereit ist, das gelobte Land zu betreten. Auf der Reise geschieht Verwandlung. In den Begegnungen, Abenteuern und Herausforderungen verwandeln sich sogar selbst die Wandelnden.
Eine Kollegin, die keine Bergtour scheut, hat es so formuliert: „Mein ganzes Leben ist Pilgern.“ Das trifft nicht nur auf die sportlichen unter uns zu. Wir alle sind auf unserer lebenslangen Pilgerschaft zu Gott unterwegs. Dieser Weg steckt ebenfalls voller Abenteuer und Begegnungen, voller Gelegenheiten zur Verwandlung.
Papst Franziskus hat das Motto Pilger der Hoffnung für das Heilige Jahr 2025 gewählt. In einer mutlosen Zeit, steckt hinter dem Wort Hoffnung eine große und nicht ganz leichte Aufgabe. Hoffnungsvoll sein ist keine Emotion, die man erzwingen kann. Man kann sie sich nicht überstülpen, wie einen hübschen Pullover. Und das müssen wir auch gar nicht.
Als Pilger der Hoffnung gehen wir einfach los, die Tür fällt hinter uns zu, wir lassen Gewohntes zurück. So wie wir sind: Unvollkommen. Und dann – wenn wir offen dafür sind – wird Gott uns unterwegs verwandeln. Auf welche Weise, das wissen wir nicht. Das ist genau das gefährliche, von dem Bilbo spricht: Man kann nicht wissen, wohin einen seine Füße tragen werden. Das Entscheidende ist, dass wir uns aufmachen. Ob zu Fuß, im Auto oder in Gedanken. Ob Sommer, Herbst oder Winter. Machen wir uns auf den Weg.
Geheimnisse in der Zeitkapsel des Turmkreuzes
Die Wallfahrtskirche in Steinhausen wird saniert. Nun ist die kupferne Zeitkapsel gefunden worden, die sich in der Kugel am Turmkreuz befand.
Lesen Sie was sich darin verbarg in dem Bericht von Gerd Mägerle in der Schwäbischen Zeitung.
Gemeinsam im Gebet und im Glauben: Hoffnung, Dankbarkeit und Trost in schweren Zeiten
Mit schwerem Herzen habe ich am Sonntag vom Zugunglück bei Riedlingen erfahren – einem Ort mitten in unserem Dekanat Biberach. Es hat mich tief erschüttert und traurig gemacht. Was geschehen ist, betrifft nicht nur die Menschen in der direkten Region – es berührt uns alle. In den Gesprächen dieser Woche habe ich gehört, dass Familien in Sorge sind, Freunde unter Schock stehen, Helfer noch immer fassungslos sind. Viele sind von einem Moment auf den anderen aus ihrem Alltag gerissen worden. Unsere Gedanken und unser Gebet gelten den Verstorbenen, deren Angehörigen, den Verletzten und allen, die um ihre Liebsten bangen und trauern. Wir denken an die Menschen, die körperlich unversehrt und doch im Herzen tief getroffen sind.
Als ich im Radio diese Nachricht hörte, schickte ich ein Stoßgebet nach oben: „Sei du jetzt bei ihnen!“ Und ganz ehrlich: „Warum?“ - wir wissen es nicht. Das Leben vieler Menschen hat sich in einem Augenblick von Grund auf verändert. Doch gerade in dieser Dunkelheit dürfen wir zu Gott kommen – mit allem, was uns bewegt, auch mit dem „Warum“. Trotz aller Fragen glaube ich fest daran, dass Gott uns nicht verlässt, dass er bei uns ist. Gerade deshalb dürfen wir uns vertrauensvoll an ihn wenden und um seinen Beistand bitten - für die Verstorbenen, die Verletzten und alle, die um ihre Liebsten trauern.
In dieser schweren Stunde gibt es auch Grund zu danken. Unser Dank gilt den Einsatzkräften, die mit großem Mut und Engagement geholfen haben. Sie haben mit ihren Händen und Füßen, durch ihren Einsatz quasi gebetet. Sie haben Leben gerettet, Schmerzen gelindert, Trost gespendet. Viele waren rund um die Uhr im Einsatz – als Feuerwehrleute, Rettungsdienste, Sanitäter, Ärzte, Polizisten, Notfallseelsorger und Ansprechpersonen für Einsatzkräfte. Sie haben inmitten ihrer eigenen Belastung unermüdlich geholfen, getröstet und unterstützt.
Erneut haben wir erlebt, wie wichtig es ist, in schweren Zeiten füreinander da zu sein. Möge Gott uns die Kraft schenken, auch in Zukunft gemeinsam durch dunkle Stunden zu gehen, mit Hoffnung im Herzen und im Vertrauen auf seine Liebe.
Wer Hilfe braucht oder einen Gesprächspartner sucht – unsere Türen stehen für Sie offen.
- Katholische Dekanate Biberach und Saulgau: 07351/8095-400 (Klinikseelsorge, Notfallseelsorge, Kontaktstelle Trauer...)
- Caritas Biberach-Saulgau: 07351/8095-100 (Psychologische Familien- und Lebensberatung...)
- Caritas Ulm Alb-Donau: 0731 / 4034216-0
Miteinander Kirche der Zukunft gestalten
Dekanatsratswahl im Dekanat Biberach
Ein Bericht von Edith Fuchs
Nach den Kirchengemeinderatswahlen im Frühjahr ist es jetzt an der Zeit, dass sich aus den gewählten Personen Gremien bilden, die im Dekanat Verantwortung übernehmen.
Der Dekanatsrat besteht aus Vertretern aller 22 Seelsorgeeinheiten des Dekanats Biberach und hat die Aufgabe beratende Unterstützung bei den Entscheidungen im Dekanat zu leisten. Auf Einladung von Dekan Stefan Ruf waren über 50 Personen, Vertreter aus Gemeinden und beratende Mitglieder ins Alfons-Auer-Haus gekommen, um sich mit der Arbeitsweise des Dekanates grundsätzlich vertraut zu machen. Viele waren dadurch motiviert, dass in den nächsten Monaten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Reformen anstehen. Bischof Dr. Klaus Krämer wünscht sich ausdrücklich, dass sich beim Nachdenken über die neuen Strukturen der Kirche alle beteiligen. Alle - das heißt, es sind nicht nur die Priester und pastoralen Mitarbeiter gefragt, sondern auch die normalen Kirchgänger, Kirchengemeinderäte und alle ehrenamtlich Tätigen, gleich in welcher Funktion. Das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ startet jetzt in eine Informations- und Beteiligungsphase. Ab 7.August steht auf kirche-der-zukunft.drs.de ein ausführliches Erklär-Video zum Projekt „Seelsorge der Zukunft“ und den diskutierten Modellen zur Verfügung. Dieses Video kann vor Ort größeren Gruppen gezeigt oder auch individuell angeschaut werden. Es eignet sich also für Kirchengemeinderäte oder Verbandstreffen.
Schon ab Ende Juli bietet die Diözese Zoom Meetings zum Thema an, an deren Ende die Teilnehmer in einem Fragebogen Ihre Meinung sagen und Sorgen und Bedenken äußern können. Die Termine der Zoom-Meetings können in den Pfarrämtern erfragt werden.
Bei der ersten Sitzung des Dekanatsrates wurde Albert Diesch aus Laupheim als Vorsitzender wiedergewählt, seine Stellvertreterin Ursula Sprengel ist in der Seelsorgeeinheit Riedlingen aktiv. Der geschäftsführende Ausschuss setzt sich künftig aus Albert Diesch, August Sandmaier, Bad Buchau, Ivan Ladan, kroatische Gemeinde, Renate Gleinser, Vertreterin der keb und Matthias Ruhl, Schwendi zusammen. Je ein Vertreter des Dekanatsrates wird zusätzlich an den Vorstand der Telefonseelsorge und die Caritas Delegiertenversammlung entsandt.
„Wir haben in unserer Diözese einen Veränderungsprozess vor uns, der durch die Gemeinden und Dekanate gestaltet werden muss“, erklärt Dekanatsreferent Robert Gerner. Dies ist in der Diözese Rottenburg-Stuttgart außergewöhnlich. In vielen anderen Diözesen bestimmt der Bischof und das Kirchenvolk hat keine Wahl sich den Reformprozessen zu beugen. Auch im kommenden Diözesanrat erhält das Dekanat Biberach vier Sitze für Laienvertreter. Die Wahl findet vom 3.11.-5.12. statt und Vorschläge aus den Reihen der Gemeinden werden schon jetzt gerne entgegengenommen. Es wird und muss Veränderungen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart geben. Wie diese aber aussehen, das bleibt abzuwarten. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto eher kann die Reform auch den Wünschen der Mehrheit entsprechen.
Endlich Ferien!
Geistliches Wort von Carsten Reinaerdts, katholische Schulpastoral Dekanate Biberach und Saulgau
Bald ist es wieder soweit und unzählige Schülerinnen und Schüler starten in die großen Ferien. Über sechs Wochen dürfen sie ihre Schulsachen auf die Seite legen, müssen keine kniffligen Mathe-Aufgaben lösen, keine langen Aufsätze schreiben und keine lästigen Vokabeln büffeln. Auch die Hobbies dürfen eine Pause einlegen: kein Fußballtraining, kein Klavierunterricht, kein Ballett und keine Reitstunde.
Stattdessen dürfen die Kinder draußen spielen, die Jugendlichen Partys feiern. Einige dürfen ins Zeltlager, schlafen unter freiem Himmel, schmecken das Salz des Meeres und dürfen einfach viel Zeit mit Mama und Papa verbringen.
„Was machst du in den Ferien?“, lautet eine häufige Frage in den Schulen, wenn das Ende des Schuljahres naht. Kroatien, Spanien, Italien, Griechenland sind Länder, die häufig auf diese Frage genannt werden. Schon toll, wenn man als junger Mensch die Möglichkeit hat, diese oder auch ganz andere Länder zu bereisen. Aber kommt es wirklich nur darauf an? Hat jemand, der zuhause bleibt – aus welchen Gründen auch immer – weniger schöne Ferien? Sind Ferien nur dann toll, wenn man mindestens 500 km von zuhause weg ist?
Das „Höher – Schneller – Weiter“, das inzwischen in vielen Bereichen gilt, hält auch bei den Sommerferien Einzug. Ich finde, darauf kommt es nicht an. Vielmehr ist es wichtig, Zeit zum Durchschnaufen zu haben, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen und Dinge zu tun, die im (Schul-) Alltag oft zu kurz kommen – und nicht zuletzt tut es gut, Zeit für sich selber und Zeit für Gott zu haben.
Vor einigen Jahren bin ich im Urlaub auf Wangerooge auf einen Segenstext gestoßen, der alle diese Aspekte einbezieht. Diesen Segen möchte ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, nicht vorenthalten und Ihnen hier mit in Ihre Sommerzeit geben:
Und nun, bevor du gehst, wünsch‘ ich dir, dass du dich erholst. Sag nicht einfach: „…werd‘ ich schon.“ Ich wünsche dir, dass du trotz der Reisevorbereitungen, trotz der vollgepackten Koffer, trotz deinem Druck, alles nachzuholen, wozu du im Alltag nie kommst, dort, wo du hinfährst, auch wirklich ankommst!
Ich wünsche dir, dass du dort ein Stück Ballast abwerfen kannst und spürst, dass ein Pullover und ein Paar Schuhe dich länger tragen, als du es dir vorstellen könntest, dass du, ohne einer Pflicht die Zeit zu stehlen, aufs Meer schauen wirst oder eine Weile die Maserungen eines Holztisches bewunderst.
Dann, wenn Ruhe einzieht und sich in dir breit macht, wenn die Zeit mehr wird, die dich nicht mehr hetzt, atme sie ein, diese Augenblicke.
Geh noch nicht, ich will dir noch das Wichtigste für deine Reise mitgeben:
Ich wünsch‘ dir Gottes Segen, die Kraft, die zur Ruhe verhilft. Ich wünsch‘ dir, dass du IHN und dich findest!
Nicht Verzicht, sondern Veränderung
Fachgespräch mit Suchtmediziner Hannes Moser
Am 15. Juli 2025 fand im Alfons-Auer-Haus in Biberach ein Fortbildungsnachmittag für die betrieblichen Suchtkrankenhelfer/innen des AK's Sucht und psychische Gesundheit statt, der von der Betriebsseelsorge organisiert wurde.
Als Hauptreferent war Hannes Moser, der langjährige ärztliche Leiter der Suchtabteilung des ZfP Südwürttemberg Zwiefalten und Bad Schussenried eingeladen. Herr Moser gab einen Überblick über die qualifizierte stationäre Entzugs- sowie über die Entwöhnungsbehandlung. Er wies darauf hin, dass jedes Jahr 100 000 Menschen an den Folgen des Nikotinkonsums sterben, 50 000 an den Folgen von Alkohol. Menschen, die ihre Emotionen mit Alkohol regulieren, sind gefährdet an einer Sucht zu erkranken, da Alkohol das Belohnungssystem befeuert, informierte Herr Moser. Er wies darauf hin, dass die Einstellung und Motivation eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Suchterkrankungen spielen, deshalb nicht verzichten, sondern verändern.
Sören Prinz, der Leiter der Caritas Suchthilfen berichtete über die Angebote der Caritas, um suchtbelasteten Menschen und deren Angehörige Wege aus der Sucht aufzuzeigen. Die Caritas bietet auch ambulante Reha-Maßnahmen an, da manche Betroffene aus familiären oder beruflichen Gründen nicht mehrere Monate lange eine stationäre Behandlung machen können oder wollen. Betriebe können auf die Caritas zugehen z B. für Führungskräfteschulung oder Infoveranstaltungen für Azubis.
Hedwig Häderer vom Netzwerk Burnout und Depression (Träger bela e. V.|gGmbH) informierte über die monatliche Selbsthilfegruppe sowie über die Einzelberatung für Menschen in psych. Krisen. Frau Häderer hat eine Lotsenfunktion und unterstützt bei der Suche nach passenden therapeutischen Möglichkeiten. Auch Betriebe können vom Netzwerk beraten werden.
So soll die Kirche St.Martinus wieder in altem Glanz erstrahlen
Die Kirche St.Martinus in Erolzheim befindet sich inmitten resaturativer Maßnahmen. Was genau gemacht wird und welche besondere Technik es hier zu sehen gibt.
Lesen Sie dazu den Bericht in der Schwäbischen Zeitung von Mesale Tolu-Corlu
Segensfeier zum Ruhestand 2025
Das Arbeitsende ist ein Anlass, um innezuhalten und die neue Lebensphase unter den Segen Gottes zu stellen.
Anhand von 4 Impulsfragen wurde der Lebenskompass neu ausgerichtet:
- Wofür bin ich verantwortlich?
- Wonach sehne ich mich?
- Was will ich jetzt?
- Was bin ich wert?
Es wurde auf das Arbeitsleben zurückgeblickt:
- schwere Situationen wurden in Form eines Steines vor dem Altar abgelegt
- Herzensmomente zur Erinnerung auf ein Papierherz geschrieben.
Neue Perspektiven wurden in den Blick genommen.
Zum Abschluss wurden die Gottesdienstbesucher/innen gesegnet, um gestärkt und zuversichtlich in die neue Lebensphase zu gehen.
Die Feier wurde von der Bussenschola mit wunderbar passenden Liedern unter der Leitung von Gertrud Luibrand musikalisch umrahmt.
Der tolle Gesang der Schola sorgte für Gänsehautmomente und wurde mit begeistertem Applaus belohnt.
Anschließend wurde auf die neue Lebensphase auf der Terrasse des Bussenheimes angestoßen!
Eingeladen haben Renate Fuchs von der Seniorenpastoral, Anita Bachthaler von der kath. Erwachsenenbildung, Albert Diesch vom Dekanatsrat sowie Hermine Burger von der Betriebsseelsorge.
Nur gemeinsam können wir Veränderungen bewältigen
Bischof Dr.Klaus Krämer zu Gast bei der Dekanatskonferenz
Ein Bericht von Edith Fuchs
„Wir begrüßen Sie im vielleicht schönsten Dekanat der Diözese“, eröffnete Dekan Stefan Ruf die Dekanatskonferenz mit Bischof Dr.Klaus Krämer in Heiligkreuztal. Der große Saal in Heiligkreuztal war trotz Hitze voll besetzt – fast 100 hauptamtliche Mitarbeiter des Dekanates Biberach hatten sich zur halbjährlichen Tagung versammelt. Der Diözese Rottenburg-Stuttgart stehen in den nächsten Jahren viele Veränderungen bevor - um diese mit seinen Mitarbeitern zu beleuchten war der Bischof selbst nach Heiligkreuztal gekommen.
„Wir stehen vor einem Transformationsprozess, der aber nicht nur die Kirche, sondern auch die Wirtschaft und die Gesellschaft ganz allgemein betrifft“, so der Bischof. Durch viele Kirchenaustritte gehen die finanziellen Möglichkeiten der Kirche zurück und es wird in den nächsten Jahren immer weniger Priester und anderes pastorales Personal geben. Es gelte also jetzt die Strukturen der Kirche gemeinsam zu überdenken. Dazu hat Bischof Dr.Klaus Krämer direkt nach seinem Amtsantritt den Diözesanrat bestätigt, der derzeit schon die Leitlinien für die Reformen und neuen Strukturen erarbeitet. Damit dies nicht nur auf höchster Ebene geschieht, ist es dem Bischof wichtig, dass verschiedene Möglichkeiten der Reformen auf vielen Ebenen diskutiert werden. Wichtig ist ihm auch, dass grundsätzlich eine Flexibilität erhalten bleibt, denn schon in einem Dekanat wie Biberach ist der Bogen zwischen Land- und Stadtgemeinden, alteingesessenen katholischen Gebieten und Diaspora-Gegenden groß.
„Wir müssen uns klar sein, dass wir die verschiedenen Ebenen christlichen Handelns nicht getrennt voneinander betrachten können“, erklärt er. Damit ist die Seelsorge im Kleinen genauso gemeint wie zum Beispiel auch der Religionsunterricht in der Schule, die Erwachsenenbildung oder die Caritas. „Die christliche Botschaft in die Welt zu tragen ist Aufgabe der Kirche, auf dieser Basis müssen wir die Kirche der Zukunft gestalten“.
Im Anschluss an die grundsätzliche Information über den Beginn der Reformen nahm sich der Bischof viel Zeit, Fragen seiner hauptamtlichen Mitarbeiter zu beantworten. Hier wurde schnell deutlich auf welch breitem Boden der Seelsorge die Kirche eigentlich steht. Da kamen nicht nur die Priester zu Wort, sondern auch Gemeinde- und Pastoralreferenten, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Dekanates in ihren verschiedenen Profilstellen, ebenso wie die Klinikseelsorger oder die Mitarbeiter des Jugendreferats. Sachlich und für alle Fragen offen beantwortete der Bischof mit Feingefühl die Bedenken und stellte klar, dass die offene Kommunikation wichtig ist, um Verständnis für die bevorstehenden Reformen zu erreichen. Immer wieder wurde auch die Rolle der Ehrenamtlichen in den Gemeinden hervorgehoben. Es sei wichtig, darin waren sich alle einig, die Charismen der Gemeindemitglieder zu stärken, um auf lange Sicht gesehen eine stärker werdende Rolle der Laien in den Gemeinden zu erreichen.
Mit einem gemeinsamen Mittagsgebet in der vollbesetzten Kirche in Heiligkreuztal und dem Segen des Bischofs schloss der erste Teil der Konferenz. Am Nachmittag gab es, gut vorbereitet von Dekanatsreferent Robert Gerner, Gelegenheit, die angeschnittenen Fragen zu diskutieren. In Kleingruppen aufgeteilt, machten sich Teilnehmer zu einer Besinnungsrunde im Klostergarten auf den Weg und hatten so ausreichend Zeit sich durch Gespräche mit den Kollegen wieder neu für die kommenden Aufgaben zu stärken.
„Der Mensch denkt, Gott lenkt“
Geistliches Wort von Pfarrer Wunibald Reutlinger, Seelsorgeeinheit Biberach Umland
„Der Mensch denkt, Gott lenkt“ – dieses Thema wählten Abiturienten von Biberach 2025 für ihren Abschlussgottesdienst.
Sie blicken auf ihr Schulleben zurück. Es war vielleicht auch eine Zeit von Irrungen, Wirrungen und unerwarteten Wendungen. Ich höre daraus, dass sie sich in gewisser Weise Gott anvertraut haben - seinem Plan! Ein solcher Glaube beeindruckt mich: Diese Menschen glauben: Das Herz des Menschen kann denken und planen, aber beeinflussen kann es letztlich den eigenen Lebensweg nicht. Manchmal ärgert uns das. Es fühlt sich nach Kontrolle von Außen an.
„Lenken“ bedeutet in der Bibel: "aufrecht, fest, sicher stehen". Man könnte also auch übersetzen: Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber Gott macht seine Schritte sicher und fest. So ist es gut und richtig, über den eigenen Lebensweg nachzudenken. Es ist gut, Pläne zu schmieden und Ziele zu haben. Es ist gut, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Aber es ist auch gut, zu wissen und zu erfahren, dass das Erreichen unserer Pläne und Ziele nicht allein von uns abhängt. Wir sind nicht allein. Da sind Mitmenschen an unserer Seite: die Familie, Freunde und Freundinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Arbeitskollegen und Kolleginnen, … und da ist Gott. Wir brauchen immer wieder auch Hilfe. Wir werden getröstet und aufgerichtet, wenn unsere Pläne nicht aufgehen, wenn wir Niederlagen und Rückschläge erleben. Wir sind nicht allein auf unserem Lebensweg.
Gottes Name ist so etwas wie ein Lebensprogramm. Dem Mose zeigt sich Gott als der "Ich bin da". Ich bin da, wenn Du Dein Glück in die Welt hinausrufen möchtest und ich bin da, wenn Du traurig und niedergeschlagen bist. Das macht mich zuversichtlich und stärkt meinen Glauben. Daran will ich mich halten: Das Herz des Menschen erdenkt sich seinen Weg, aber Gott, der bei Ihm ist, macht seine Schritte sicher und fest - auch wenn sein Weg in eine Richtung geht, die nicht geplant war. „Der Mensch denkt, Gott lenkt“.
Dekanatsrat Saulgau stellt sich neu auf
Bei tropisch-schwülen Temperaturen trafen sich am Mittwoch, 25. Juni 2025 über 40 Dekanatsrätinnen und Dekanatsräte in Fulgenstadt bei Bad Saulgau. In der gemeinsamen Feier der Eucharistie in der St. Ulrich und Konrad Kirche stimmten sich die Anwesenden auf den Abend geistlich ein. Dekan Peter Müller betonte in seinen einführenden Gedanken, wie wichtig es ist, dass Worten immer auch Taten folgen und bezog sich dabei auf das Tagesevangelium, in dem gleichnishaft erzählt wird, dass man einen guten Baum an seinen guten Früchten erkennt. Er wünschte dem neuen Dekanatsrat, dass er in seiner Arbeit immer wieder diese guten Früchten hervorbringen kann und der gemeinsame Weg konstruktiv und positiv für alle werden kann.
In der anschließenden Konferenz im benachbarten Pfarrsaal übergab er die Moderation an Dekanatsreferent Björn Held, der über Grundaufgaben und Arbeitsweise des Dekanates informierte. Außerdem konnten sich die anwesenden Leiterinnen und Leiter der Einrichtungen und Dienste kurz vorstellen und etwas zu ihren Arbeitsfeldern sagen.
Danach erfolgten unter Leitung von Björn Held die zur Besetzung der wesentlichen Ämter des Dekanatsrates notwendigen Wahlen, die alle fünf Jahre stattfinden. Erfreulich war, dass sich für alle Ämter haben Kandidierende finden lassen. Die Ergebnisse der Wahlen sind wie folgt:
Gewählte Vorsitzende: Sabine Thomma;
Stellvertretende Vorsitzende: Alwin Lutz und Robert Eisele;
Schriftführerin: Tanja Lutz;
Mitglieder im geschäftsführenden Ausschuss: Teresa Harsch, Schwester M. Agnes Kienzler, Egon Oehler, Maria Hugger und Wolfgang Sekul;
Vertreter und Stellvertreterin Telefonsselsorge: Egon und Rita Oehler;
Vertreterin Caritas-Delegiertenversammlung: Teresa Harsch.
Dekan Müller gratulierte allen Gewählten, dankte ihnen für ihre Bereitschaft und wünschte ihnen viel Freude und Gottes Segen in ihrem Engagement.
Auch der Wahlausschuss für die bevorstehenden Diözesanratswahl konnte gebildet werden: Joachim Gulde, Alwin Lutz und Robert Eisele erklärten sich bereit, die Aufgabe der Beisitzer zu übernehmen und unterstützen im Wahlausschuss den Dekan, die gewählte Vorsitzende und den Dekanatsreferenten.
Ralf Pusch informierte im Anschluss noch kompakt über Angebote für Jugendliche von Jugendreferat und BDKJ und wies darauf hin, dass in jedem Kirchengemeinderat auch Jugendverteter/innen per Wahl oder Berufung mitarbeiten sollten.
Dem inhaltlichen Teil der Konferenz schloss sich ein geselliger an: Kühle Getränke und Leckereien vom örtlichen Bäcker luden zu Begegnung und Austausch ein. Dekan Müller dankte dem Team aus Fulgenstadt, das sich an diesem Abend als sehr guter Gastgeber präsentierte.
„So viele Geflüchtete wie nie zuvor“
Interview zum Weltflüchtlingstag mit Dr.Wolf-Gero Reichert von der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart
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Pfarramtssekretärinnentag - "Willkommen im Treffpunkt Pfarrbüro"
Am Donnerstag, 15. Mai 2025 fand der diesjährige Pfarramtssekretärinnentag der Dekanate Biberach und Saulgau im katholischen Gemeindezentrum Bad Schussenried statt.
Nach einem Brezelfrühstük und anschließender Begrüßung von Pfarrer Nicki Schäpen, sowie Herrn Dekanatsreferent Björn Held leitete Elly Renn aus der SE Riß-Federbach mit einer Geschichte „Als Gott die Pfarramtssekretärin erschuf…“ über zum Vortrag „Willkommen im Treffpunkt Pfarrbüro“ - Impulse und Strategien für einen guten Umgang miteinander. Egon Wieland, Kur- und Rehaseelsorger aus Bad Waldsee, erläuterte in seinem 2-stündigen Vortrag kurzweilig die unterschiedlichen Typen und Temperamente von uns Menschen, und welche Grundgefühle und Ängste uns antreiben.
Der anschließende Gottesdienst in der Sankt-Magnus-Kirche wurde gestaltet von Pfarrer Nicki Schäpen, Diakon Patrick Wende, sowie dem KMD Matthias Wolf und dem Flügelhorn-Duo aus Steinhausen.
Nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause folgte ein Besuch der Landesausstellung „UFFRUR! Utopie und Widerstand im Bauernkrieg 1524/25“. Durch die spannende Führung erhielten alle einen ganz neuen Eindruck über die damaligen Verhältnisse zwischen Bauern, Rittern und Adel.
Der Fortbildungstag wurde abgerundet mit Kaffee und Kuchen sowie aktuellen Informationen.
Dekanatskonferenz Saulgau: "Kirche wird sich verändern!"
Weihbischof Renz spricht und diskutiert auf Dekanatskonferenz Saulgau über den Transformationsprozess in der Diözese
Einmal im Jahr ist ein Bischof zu Gast in der Dekanatskonferenz. Dieses Mal war es Weihbischof Thomas Maria Renz, der über ein Thema referierte, das jeden der anwesenden Priester, Diakone, pastoralen und kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umtreibt: Die bevorstehende Strukturreform in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Bischof Klaus Krämer ist es sehr wichtig, hier möglichst viele Menschen an diesem Prozess zu beteiligen“ so Renz. Der Diözesanrat, das oberste Gremium gewählter Laiinnen und Laien in der Diözese, wird sich im Juni intensiv mit der geplanten Reform auseindersetzen, seine Perspektiven und Anliegen miteinbringen, so dass im Herbst schließlich über die zukünftige neue pastorale Landschaft entschieden werden kann.
„Klar ist, dass die gegenwärtige strukturelle Kleinteiligkeit so nicht mehr leistbar ist“ gibt Renz zu verstehen. Denn die finanziellen und personellen Ressourcen werden in absehbarer Zeit deutlich geringer, so dass eine deutliche Reduzierung der Körperschaften notwendig ist. Dennoch kann dieser Reformprozess auch eine Chance für die Kirche darstellen, da Synergien genutzt, Ressourcen geschont und neue pastorale Schwerpunktsetzungen vorgenommen werden können.
Dekanatsreferent Björn Held lud die anwesenden Seelsorgerinnen und Seelsorger dazu ein, sich erst untereinander und dann mit dem Bischof darüber auszutauschen, was ihnen im Blick auf diesen Transformationsprozess wichtig ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten u.a., dass ihnen die Entwicklung von gemeinschaftsfördernden Strukturen mit langfristiger Gültigkeit, die Wahrnehmung von pastoraler Qualität sowie Verbindlichkeit und Respekt in der Kommunkation von Bedeutung sind.
Mit Sorge fragen sie an, wer die Fähigkeit hat, komplexe größere Gebilde gut zu leiten, wie mobil Seelsorger zukünftig sein müssen und ob die Zahl der Seelsorgenden auch aufgrund des immer höheren bürokratisch-organisatorischen Aufwands abnimmt.
Für den weiteren Weg regen sie an, sich gut darüber Gedanken zu machen, was es für ein solides Führungshandeln alles braucht und wie Menschen vor Ort eingebunden werden können. Außerdem liegt ihnen am Herzen, dass das pastorale Personal gewissenhaft begleitet wird, Prozesse transparent und ehrlich gestaltet werden und die Seelsorge durch ein unterstützendes System entlastet wird.
Am Ende dankte Dekan Peter Müller Weihbischof Renz ganz herzlich für sein Kommen, seine Impulse und seine Bereitschaft, mit den Mitgliedern der Dekanatskonferenz offen, wertschätzend und konstruktiv ins Gespräch zu kommen.
"Ich erhoffe mir vom neuen Papst viele Aufbrüche"
Dekan Ruf zur Wahl des neuen Papstes Leo XIV.
Auch der Biberacher Dekan Stefan Ruf hat die Wahl von Papst Leo XIV am Donnerstag Abend verfolgt. "Ich hatte Kardinal Provost nicht auf der Rechnung", sagt er ehrlich. Aber man sei auf diesen Kardinal aufmerksam geworden, als er die deutschen Bischöfe im Vatikan empfangen habe, als es im Rahmen des Synodalen Wegese zu Missstimmungen im Vatikan gekommen sei. Der neue Papst sei jemand, der sowohl mit eher konservativ denkenden Menschen als auch mit progressiven Kräften gut umgehen könne.
Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Gerd Mägerle in der Schwäbischen Zeitung
„Ein Papst, der ganz auf der Linie von Franziskus liegt“
Robert F. Prevost wurde zum 267. Papst der Römisch-Katholischen Kirche gewählt.
Bischof Dr. Klaus Krämer gratuliert dem neuen Papst.
Bericht von Nelly Swiebocki-Kisling
Nur ein Tag nach Beginn des Konklaves haben die Kardinäle heute, am 8. Mai einen neuen Papst gewählt. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde das neue Kirchenoberhaupt mit Glockengeläut begrüßt. Bischof Dr. Klaus Krämer gratulierte Papst Leo XIV. herzlich zu seiner Wahl mit den Worten: „Wir wünschen Papst Leo XIV. Gottes Segen für dieses wichtige Amt und freuen uns, ihm bald begegnen zu dürfen.“
Papst Leo XIV. war lange in Peru
Es sei eine große Überraschung gewesen, dass zum ersten Mal ein US-Amerikaner zum Papst gewählt wurde, gleichzeitig aber auch ein großes Ereignis, sagte Bischof Krämer direkt nach Bekanntgabe des neuen Papstes. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärte: „Robert Prevost hat fast seine gesamte berufliche Tätigkeit in Lateinamerika verbracht, war lange in Peru und kennt deshalb die Situation dort sehr gut. Gleichzeitig war er Vorsitzender des Dikasteriums der Bischöfe, also der Personalabteilung des Vatikans, und kennt auch viele Bischöfe gut. Wir sind sehr gespannt auf ein Pontifikat, das sicher das Pontifikat von Franziskus fortführen wird. Prevost ist ein Mann, der ganz auf der Linie von Papst Franziskus liegt, aber sicher seine eigenen Akzente setzen wird.“
Vor seiner Vatikanzeit war Papst Leo XIV. Bischof von Chiclayo in Peru. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützte 2019 ein von ihm empfohlenes Projekt - die Anschaffung einer Hostienbackmaschine für die Karmelitinnen in Chiclayo.
Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Saulgauer Reisegruppe besucht das Grab des Papstes
Unter der Leitung von Egon Oehler besuchte eine Pilgergruppe aus dem Dekanat Saulgau den Vatikan. Ursprünglich war die Reise anders geplant. Da aber gerade kurz zuvor Papst Franziskus verstorben war, war es jetzt möglich das Grab des verstorbenen Papstes in der Basilika Santa Maria Maggiore zu besuchen.
Lesen Sie dazu mehr in der Online Ausgabe der Schwäbischen Zeitung
Die Zauberworte heute: hören, kennen, folgen
Geistliches Wort von Diakon Roland Fritzenschaft
„Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie
und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben.“
Wer hört? Ich. Wer kennt? Jesus. Wer folgt? Ich. Was bekomme ich? Ewiges Leben. Zugegeben: Ich habe jetzt alles auf mich bezogen. Nicht falsch, aber auch nicht so ganz richtig. Jesus spricht im Plural. In der Mitte ist ER, der Herr. Er kennt uns. Auf ihn hören wir, ihm folgen wir. Uns wird das ewige Leben zuteil. Das Leben in seiner ganzen Fülle. Vollendet in einer Liebe, die keine Grenze kennt. Wir träumen alle von Ewigkeit, auch wenn uns die Worte fehlen, sie abzustecken oder zu beschreiben.
Bin ich ein - Schaf? Das Evangelium sagt das. Aber so ungewöhnlich und fremdartig die Redeweise auch für unsere Ohren sein mag, so sehr entspricht sie dem Wort Jesu: Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Die Betonung liegt auf „der“. Der gute Hirte, der eine, der einzige. Ist er der Hirte, darf ich Schaf sein. In dem Bild steckt ungeheuer viel Nähe, Vertrautheit und Geborgenheit. Obwohl eigentlich nichts zu sehen ist, stehen wir vor einer Schafherde – und können uns an dem Frieden nicht satt sehen. Wenn Mütter und Väter, Opas und Omas mit ihren Kindern und Enkeln Lämmer gucken gehen, ist das wie ein Ausflug in eine andere Welt. Eine kindliche Welt? Ja, vielleicht auch. Es ist ein Bild für die Welt Gottes. Schön und weit, friedlich und unberührt. Auch wenn wir, älter geworden, überall auch die Gefahren sehen. Die Wölfe. Und mehr.
Im Evangelium ist alles auf den einen zugeschnitten: den Hirten. Es ist ein Glück, zu ihm zu gehören. Von ihm gekannt, mit Namen genannt, beschützt zu sein. Den Schafen wird zwar gelegentlich attestiert, sie seinen doof, aber das ist eine böswillige Unterstellung, wenn nicht gar eine Beleidigung. Eine Beleidigung Jesu. Er ist nur von klugen Schafen umgeben! Da werden selbst die Wölfe kleinlaut.
Und die Schafe? Sie hören und sie folgen. Genauer: sie kennen die Stimme des Hirten und gehen ihm nach. Ob es ein guter Hirte ist, wissen sie nicht. Sie können ihn auch nicht danach fragen. Darüber nachgedacht haben sie auch noch nicht. Dass der Hirte sie nicht in die Irre führt, dass er sie auch nicht den Wölfen preisgibt, wenn sie zähnefletschend und hungrig die Herde sprengen, dass er sie aus Gestrüpp und Dornen befreit – davon gehen sie einfach aus. Mit jedem Schritt. Der gute Hirte, sagt Jesus, lässt sein Leben für sie.
Als ich Kind war, habe ich oft anhören müssen: Wer nicht hören will, muss fühlen. Sie kennen das? Haben Sie es vielleicht auch schon mal gesagt? Eigentlich nur so ein Satz, eine Allerweltsweisheit, aber doch mit Untiefen. Es fängt bei kleinen Dingen an. Ich wollte nicht einfach gehorchen, mir auch nichts sagen lassen. Ich wollte ausprobieren. Alleine. Das Risiko nahm ich, ohne groß darüber nachzudenken, in Kauf. Wie jedes Kind, das sich aus der behüteten Welt langsam entfernt, um selbständig zu werden. Irgendwann, in der Pubertät, nannte ich das verwegen Freiheit. Ohne zu ahnen, wie schwierig es sein kann mit der Freiheit.
Jesus spricht davon, dass seine Schafe ihn hören und ihm folgen. Ihn. Jetzt wird der Plural wichtig: „Sie kennen mich.“ - „Sie folgen mir.“ – „Ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Was Jesus uns aufträgt, finden wir im geschwisterlichen Gespräch – nicht in einer Weisung von oben. Welchen Weg er für uns hat, entdecken wir auf einem gemeinsamen Weg – nicht in einer Reiseordnung. Wohin uns sein Wort führt, sehen wir auf Gesichtern von Menschen – nicht in einem Handbuch. Petrus nennt Jesus den Hirten und Bischof unserer Seelen.
Heute ist nicht nur der Tag des guten Hirten. Heute ist auch Muttertag. Was wir heute alles zu bedenken hätten – oder zu feiern! Der gute Hirte hat da schon einen Weg.
Mütter (und Väter) entlassen ihre Kinder von Tag zu Tag in das eigene Leben. Sie nehmen sich immer mehr zurück. Aber sie sind da. Liebevoll und verständnisvoll, gelegentlich auch kritisch und nachdenklich. Geht etwas schief, springen sie in die Bresche. Gibt es etwas zu feiern, sind sie die Ersten, die sich mitfreuen. So manche Nacht wachen sie am Bett eines Kindes, wenn es krank ist. Und bei Liebeskummer erzählen sie ihre eigene Geschichte. Der gute Hirte hat sehr viel von einer Mutter, eine Mutter sehr viel von einem guten Hirten. Und die Väter schließen wir einfach mit ein.
Ein Tag der Hoffnung und des Glaubens - Im Licht von Papst Franziskus und dem Weißen Sonntag
Geistliches Wort von Robert Gerner
Dekanatsreferent Biberach
Heute gedenken wir Papst Franziskus, der am Ostermontag von uns gegangen ist. Um 10 Uhr wird auf dem Petersplatz in Rom eine Trauermesse gefeiert,
geleitet von Giovanni Battista Re, dem Dekan des Kardinalskollegiums. Franziskus, der in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt werden soll, hat sein Leben ganz im Dienst an Gott und den Menschen gelebt. Sein Name „Franciscus“ steht für Demut, Liebe und Hoffnung.
Er hat die Katholische Kirche und die Welt tief geprägt – durch seine bedingungslose Liebe zu den Armen, den Ausgeschlossenen und den Kindern.
Seine Nähe zu den Schwachen war für viele ein Hoffnungszeichen in einer oft kalten Welt.
Was hat Franziskus bei uns ausgelöst? Wo hat er Sie überrascht, angeregt, berührt? Mich persönlich hat sein Buch „Hoffe“, seine Autobiografie tief bewegt und mir geholfen, ihn besser zu verstehen. Trotz nur kurzer Begegnung mit großem Abstand, war er für mich ein Hoffnungsschimmer, ein Motivator. Seine Liebe, Nähe zu den Menschen und Demut sind Werte, die mich in meinem Dienst in der Kirche für die Menschen stärken.
Was kann er uns auf den Weg geben? Nicht nur Verehrung reicht aus. Es ist seine bedingungslose Liebe, sein tiefer Glaube die uns zeigen, wie wir unseren Alltag leben können. Seine Haltung erinnert uns daran, dass der Glaube nicht nur im Gottesdienst sichtbar sein soll, sondern vor allem im täglichen Leben.
An diesem Sonntag ist der „Weiße Sonntag“ – für mich ein besonderes Fest. Es ist der Tag, an dem Kinder zum ersten Mal die Eucharistie empfangen. Ein Tag voller Freude,
Hoffnung und Gemeinschaft. Für die Kinder ist es ein Schritt in eine lebendige Beziehung zu Jesus, der sie liebt und trägt durch die Tiefen und Höhen des Lebens.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an Papst Franziskus erinnern, der die Kinder stets mit großer Liebe begleitet hat. Er sagte:
„Die Kinder sind das größte Geschenk Gottes.“ Im letzten Jahr betonte er, dass die Eucharistie kein „magisches“ Ritual, sondern das „Wunder der Barmherzigkeit“ ist.
Dieses Sakrament soll auch für die Kinder in unserem Dekanat Biberach eine Kraftquelle sein, die sie auf ihrem Lebensweg begleitet.
Ich wünsche allen Kindern im Dekanat Biberach, welche an diesem Sonntag und in den nächsten Wochen mit ihren Familien ihre erste heilige Kommunion feiern, einen wunderschönen Tag voller Freude und Gottes Segen.
Heilige Öle in den Dekanaten Biberach und Saulgau verteilt
Die von Bischof Klaus Krämer am Montag während der Chrisammesse im Dom in Rottenburg geweihten Öle wurden nun im Dekanat Biberach an die verschiedenen Kirchengemeinden verteilt.
Dekanatsmesner Herbert Wohnhaas aus und Teresa Harsch aus Saulgau waren als Ölbote aus Biberach in Rottenburg unterwegs, um die Öle ins Dekanat Biberach zu bringen. Die Ölmessen wurden von Dekan Stefan Ruf in Biberach sowie von den stellvertretenden Dekanen Nicki Schaepen in Ochsenhausen, Martin Ziellenbach in Laupheim und Martin Dörflinger in Bad Buchau gefeiert. Die Mesnerinnen und Mesner der 119 Kirchengemeinden im Dekanat Biberach holten das Katechumenöl, Chrisam und Krankenöl ab. Diese Öle werden im Laufe des Jahres bei Taufen, Firmungen, der Weihe von Glocken und Altären sowie bei Krankensalbungen verwendet. Dekan Peter Müller hielt die feierliche Ölmesse in Bad Saulgau, zu der Vertreter aus allen 30 Krichengemeinden des Dekanats gekommen waren, um die heiligen Öle abzuholen.
„Die Heiligen Öle sind Zeichen Jesu Christi, die die Liebe und Nähe Gottes zu den Menschen in der Feier der Sakramente spürbar machen“, erklärte der stellvertretende Dekan Nicki Schaepen. „So wie die Haut das Öl und die Salbe vollständig aufnimmt und von innen stärkt, soll auch die Botschaft des Evangeliums und ihr Geist die Menschen in Glaube, Hoffnung und Liebe von innen heraus stärken.“
Kunst trifft Theologie. Zwischen Himmel und Erde
Vernissage im Alfons Auer Haus
Ungewöhnlich bunt präsentiert sich das Alfons-Auer-Haus zu Beginn der Karwoche. Der Grund liegt auf der Hand: Der Raum der Stille & Begegnung wurde am Samstag vor Palmsonntag mit einem vier-teiligen Bild der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft durch Dekan Stefan Ruf gesegnet und seiner Nutzung übergeben.
Die Künstlerin Susana aus dem fränkischen Hilpoltstein hat im Auftrag des Dekanates die vier modernen Gemälde für den Raum gestaltet. In ihrer kurzen Erklärung schafft sie die Verbindung zu der künftigen Nutzung des Raumes. „Meine Erdbilder sollen Ruhe und Gelassenheit transportieren“, damit sie in ihrer Arbeit mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. „Wasser ist mal mitreißend wie ein Fluss, mal sanft ruhend wie ein See, mal stürmisch wie das Meer, mal starr wie Eis“ erklärt sie weiter. „Feuer steht für Lebensenergie und Emotionen – ich möchte mit meinen Bildern diese Energie einfangen und die Leidenschaft, die damit verbunden ist transportieren“. Das Element Luft schließlich symbolisiert den Geist, der beflügelt und weiten Raum schenkt.
Passend zum Raum der Stille & Begegnung im Dekanat schlug Kerstin Ugi, Seelsorgerin für Menschen mit Behinderung die Brücke zur Theologie. Durch die vier Elemente wird Gott in der Welt gegenwärtig, ob es uns bewußt ist oder nicht, so Kerstin Ugi. Kunst und Theologie sind miteinander verwoben und können uns helfen, die Welt besser zu verstehen. „Kunst lässt das Unfassbare Gottes fassbar werden“, erklärt sie weiter. Die Bilder der vier Elemente regen zum Nachdenken über die Schöpfung, Gott und die menschliche Existenz an.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Christine Kapfer (Flöte) und Edith Fuchs (Klavier), die mit lebendigen Musikstücken, die Leichtigkeit die von den Bildern ausgehen, umsetzten.
Das Dekanat lädt ein, sich die Bilder von Künstlerin Susana im Raum der Stille & Begegnung anzuschauen. Bis zum 16. Mai können noch weitere Bilder der Künstlerin zu Öffnungszeiten des Dekanats im 1 OG besichtigt und gekauft werden.
Pessach-Gruß der Bischöfe Krämer und Gohl
Rottenburg/Stuttgart. In einem gemeinsamen Pessach-Gruß haben die Bischöfe der württembergischen Landeskirche und der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ernst-Wilhelm Gohl und Dr. Klaus Krämer, die Jüdinnen und Juden im Land der tiefen Verbundenheit zwischen Christen und Juden versichert. Sie schreiben: "Auch die Mitglieder unserer katholischen und evangelischen Gemeinden befinden sich in diesen Wochen in einer Vorbereitungszeit: Die Passionszeit führt uns hin auf die Karwoche und das Osterfest. In den Ereignissen jener Tage in Jerusalem erkennen und glauben wir eine tiefe Verbindung zur Hoffnung von Pessach und zum jüdischen Volk - in der Geschichte und vor allem heute im Jahr 5785 bzw. 2025, auch hier in Württemberg."
Zugleich weisen die beiden Bischöfe auf die Parallelen hin, die sich zwischen den aktuellen Entwicklungen der Gegenwart und den in der Bibel überlieferten Ereignissen zeigen, an die das Pessachfest erinnert: "Wer heute im Buch Schemot/Exodus liest, wie Mose und Aaron im Auftrag Gottes die Auseinandersetzung mit Pharao führen, erkennt viele Züge des Geschehens jener Tage wieder in den Entwicklungen unserer Gegenwart: Wie Gewalttäter sich als Opfer inszenieren; dass der Drang nach unumschränkter Herrschaft Augen und Herzen verblendet; wie menschlicher Allmachtswahn auch den eigenen Untergang in Kauf zu nehmen bereit ist."
Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Die Renovierung der Kirche in Schemmerhofen ist abgeschlossen
"Diese Kirche steckt nun voller Hightech" titelt die Schwäbische Zeitung. Fpr die Gemeinde Schemmerhofen wird die Kirche am kommenden Sonntag wieder geöffnet. Die Schwäbische Zeitung konnte sich schon vorab über die Renovierung ein Bild machen.
Leben wagen
Geistliches Wort von Dekan Stefan Ruf
Der vierte Fastensonntag trägt den lateinischen Namen „Laetare“, es ist der Anfang des Introitus „Laetare Jerusalem“ – „Freue dich Jerusalem“. Freilich ist die Freude in diesen Wochen, in denen wir mit den Berichten über den Krieg in der Ukraine und den anderen Kriegsgebieten konfrontiert werden, oft dem Entsetzen und der Ohnmacht gewichen. Dennoch heißt dieser Sonntag so und will uns ermutigen in der Zuversicht der Freude auf Gott hin auch mit den Bildern und Berichten umzugehen, die uns aufwühlen. Uns nicht mehr und mehr in die Enge und Grausamkeit der Welt drängen zu lassen, sondern aus dem Glauben in der Verlorenheit der Welt einen Weg zu Gott zu suchen, der immer bereit ist uns aufzunehmen und sich immer freut, wenn wir den Weg zu ihm suchen und gehen. Von dieser Perspektive spricht auch das folgende Gebet von dem Theologen Reinhard Röhrner:
Aufbruch in das Land
in dem Milch und Honig fließen,
wo genug da ist,
dass alle leben können.
Ein Land voller Chancen,
die ich mit anderen ergreifen darf,
meine Welt schöpferisch gestalten
und so Gott verherrlichen.
Ein Land, das mehr ist als Erfolg,
in dem ich auch scheitern darf,
Grenzen erfahren und erleben
und mit ihnen umgehen.
Ein Land in dem mir Gott begegnet
barmherzig und mit offenen Armen,
bergend und schützend
im Trubel der Zeit.
Diese Zeilen wollen uns ermutigen, unser Leben zu wagen, das auch das Risiko in sich birgt, dass ich etwas falsch mache. Wer dies nicht eingestehen und erfahren kann, lernt das Leben nicht und so ein Leben heißt dann „Selbstleben“! Das Evangelium des 4. Fastensonntages führt uns die wunderbare Geschichte vom „verlorenen Sohn“ vor Augen. In dieser Geschichte geht es auch um Schuld und Versagen, um Neid und Rechthaben wollen. Letztlich aber mündet alles Schuldhafte von uns Menschen ein in eine große liebende und vergebende Haltung des „Vaters“ und will uns ermutigen, dass das Scheitern von uns Menschen in der Barmherzigkeit Gottes einen neuen Anfang findet. Eine größere Liebe als die des Vaters gibt es nicht auf dieser Welt. Die Bilder im Gebet von Reinhard Röhrner wollen uns stärken, unser Leben und unser Tun im Licht dieser offenen Barmherzigkeit Gottes zu sehen und schließlich auch zu erfahren.
Ich wünsche uns allen, dass wir immer wieder auch von unseren Mitmenschen, diese verzeihende Haltung erfahren, um uns dann neu in der großen Freiheit Gottes zu begegnen. Das heißt für mich auch „Freue Dich“ „Laetare“, denn der Tag aller Tage, der Ostertag wird kommen - für Dich und mich!
Themenvielfalt und großes Engagement im Dekanatsrat Saulgau
Am Dienstag, 18. März 2025 tagte der Dekanatsrat Saulgau in Friedberg das letzte Mal in dieser fünfjährigen Legislaturperiode. Nach einer geistlichen Einstimmung in der neu errichteten Kapelle "Zur Heiligen Familie" von Ehepaar Oehler durch Dekan Peter Müller begann die Konferenz im Dorfgemeinschaftshaus Friedberg. Dort stellte Matthias Mennig, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums in Riedlingen, den Haushaltsentwurf für die Jahre 2025 und 2026 vor. Der Dekanatsrat konnte ein solides Jahresergebnis 2024 feststellen und genehmigte durch einstimmigen Beschluss den neuen Haushaltsplan, der sich in guter Weise im vorgegebenen Toleranzrahmen der Diözese bewegt und den verantwortungsvollen Umgangs mit Kirchensteuermitteln widerspiegelt. Dekanatsreferent Björn Held informierte über den aktuellen Stand zu den kommenden KGR-Wahlen 2025: In 29 von 30 Kirchengemeinden kann gewählt werden. Alle neu gewählten Kirchengemeinderäte erhalten die Möglichkeit einer Schulung und Unterstützung am "Tag der Räte". Nachdem sich die Kirchengemeinderäte konstituiert haben, findet am 25. Juni 2025 dann die Konstituierung des neuen Dekanatsrates statt. Nicola Munding vom katholischen Jugendreferat und Ralf Pusch vom BDKJ berichteten im Anschluss vom vielfältigen Angebot für Jugendliche: Eine ausgebuchte Dankeschön-Aktion mit 180 Teilnehmenden, die bevorstehenden Kar- und Ostertage in Rottum, ein Gottesdienst für Zweiradfahrer unter dem Titel "BDKJ-Bügeln und Brettern" oder eine Schulung zum Thema Kindeswohl. Erfreulich ist auch, dass Jordan Zydek am 01. April auf die Profilstelle Jugendarbeit beginnt und damit das Team für Jugendarbeit in der Raumschaft Saulgau verstärkt. Danach wies Diözesanrat Egon Oehler darauf hin, dass die Dekanatswallfahrt nach Rom bereits komplett ausgebucht ist und es für die zweite Wallfahrt nach Medjugorje noch freie Plätze gäbe. Beim letzten Tagesordnungspunkt schließlich hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, nochmals auf die vergangenen fünf Jahre zurückzuschauen, für sich ein Resümee zu ziehen und Wünsche für die künftige Legislaturperiode zu äußern. "Obwohl das Dekanat Saulgau vergleichsweise klein ist, gibt es hier eine so große Vielfalt an Themen, Aktionen und Angeboten" freute sich Dekan Müller am Ende des offiziellen Konferenzteils. Er dankte allen Dekanatsrätinnen und Dekanatsräten für ihr großes und beherztes Engagement, in besonderer Weise auch der gewählten Vorsitzenden Sabine Thomma, ihrem Stellvertreter Alwin Lutz, Schriftführerin Tanja Lutz sowie dem Ehepaar Oehler. Als Dankeschön für die geleistete Arbeit waren im Anschluss alle zu einem leckeren Essen eingeladen.
Kirche ist ein Leuchtturm durch ihre Arbeit
Letzte Sitzung des Dekanatsrates vor den Kirchengemeinderatswahlen
Der Dekanatsrat des katholischen Dekanats Biberach hielt im März seine letzte Sitzung vor den Kirchengemeinderatswahlen ab. Im Mittelpunkt standen der Jahresabschluss sowie die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2025/26.
Dekan Stefan Ruf blickte auf die vergangenen fünf Jahre der Amtsperiode des Dekanatsrates zurück. „Im Dekanat gibt es viele unterschiedliche Gemeinden mit unterschiedlichsten Traditionen. Viele Ehrenamtliche gestalten das kirchliche Leben vor Ort und sehr häufig wird der Wunsch nach Veränderung der Kirche spürbar. Sie sind der Leuchtturm der Kirche durch ihre Arbeit“, so sein Fazit.
Der Dekanatsrat setzt sich aus 55 Ratsmitgliedern aus Vertretern aller Seelsorgeeinheiten des Dekanates zusammen. Es ist das Laiengremium, das regelmäßig über die Entwicklungen von der Diözese hin zu den Ortskirchen hin informiert wird. Sie beschließen Änderungen und beraten über neue Ideen. So war zum Beispiel der Dankeschön-Abend „Das Dekanat leuchtet und singt“ im Advent als großes Fest der Ehrenamtlichen eine Idee, die durch den Dekanatsrat wesentlich unterstützt wurde. Auch viele formale Änderungen der Arbeit im Dekanat gingen durch die Abstimmungen des Dekanatsrates. So wurden einige der Profilstellen untern anderem für Schulseelsorge und Ehrenamtsentwicklungen neu geschaffen und das Alfons-Auer-Haus komplett renoviert und auf den aktuellen Bedarf hin umgestaltet. In einem Tag der offenen Tür im Herbst hat das Dekanat im Alfons-Auer Haus sich so der Öffentlichkeit in den neuen Räumlichkeiten präsentiert.
Dekanatsreferent Robert Gerner dankte den Ratsmitgliedern für die kontinuierliche und engagierte Mitarbeit in den vergangenen fünf Jahren. Der Gewählte Vorsitzende Albert Diesch und die stellvertretende Vorsitzende Renate Gleinser erhielten als Zeichen der Anerkennung ein kleines Geschenk. Nach den Kirchengemeinderatswahlen Ende März wird das Gremium mit Vertretern aus jeder Seelsorgeeinheit neu zusammengesetzt.
Zum Abschluss der Sitzung waren alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Dankesessen im Foyer eingeladen.
Jeder Mensch ist einzigartig
Geistliches Wort von Kerstin Ugi Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung Dekanat Biberach/Saulgau
Am zweiten Fastensonntag feiern wir das Fest der Verklärung des Herrn, ein bedeutendes Ereignis, das uns an die göttliche Herrlichkeit Jesus erinnert, die auf dem Berg Tabor offenbart wurde. In diesem Moment der Verklärung erleben die Jünger eine tiefgreifende Begegnung mit dem Göttlichen, die sie in ihrem Glauben stärkt und ihnen eine neue Perspektive auf das Leben und die Mission Jesu gab.
In diesem Jahr fällt das Fest der Verklärung mit dem Welt-Down-Syndrom-Tag zusammen, der am 21. März gefeiert wird. Dieser Tag ist eine wertvolle Gelegenheit, um auf die Vielfalt und die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom aufmerksam zu machen. So wie die Verklärung Jesus uns zeigt, dass jeder Mensch das Licht und die Liebe Gottes in sich trägt, so sollen wir auch die Einzigartigkeit und den Wert jedes Einzelnen in unserer Gesellschaft anerkennen.
Die Botschaft der Verklärung ermutigt uns, über äußere Unterschiede hinwegzusehen und die innere Schönheit und das Potenzial eines jeden Menschen zu erkennen. Menschen mit Down-Syndrom bringen Freude, Liebe und eine besondere Perspektive in unser Leben. Sie erinnern uns daran, dass jeder Mensch, unabhängig von seinen Fähigkeiten, wertvoll und geliebt ist.
Lassen Sie uns in dieser kommenden Woche sowohl die Verklärung Jesus als auch die Vielfalt der Menschen mit Down-Syndrom feiern. Möge unser Glaube uns dazu inspirieren, eine inklusive und liebevolle Gemeinschaft zu schaffen, in der jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit geschätzt wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und einen nachdenklichen Welt-Down-Syndrom-Tag
Bischof Luchok aus der Ukraine zum Friedensgebet in Bad Saulgau
Um Danke zu sagen für die großzügige Unterstützung in Form der Päckchenaktion für die Menschen in der Ukraine und für die fianzielle Unterstützung kam Bischof Mykola Petro Luchok OP aus der Diözese Mukachevo/Ukraine am 12.März zum Friedensgebet nach Bad Saulgau. Gemeinsam mit ihm beteten Dekan Peter Müllr, Monsignore Heinrich-Maria Burkhard, Pfarrer Dr.Stephan Sproll und Sr.Tanja Maria in der gut besetzten Kirche in Bad Saulgau für den Frieden in der Ukraine und auf der ganzen Welt. Im Anschluss daran hatten die Initiatoren zu Begegnung und Austausch ins Gemeindhaus Bad Saulgau eingeladen.
"Räume schaffen, in denen junge Menschen sich begegnen"
Bischof Krämer zum neuen Präsidenten des internationalen Ministrantebundes gewählt
Rottenburg a.N. Der internationale Ministrantinnen und Ministranebund hat auf seiner jährlichen Generalversammlung am 11.März 2025 in der ungarischen Erzabtei Pannonhalma Bischof Dr.Klaus Krämer zu seinem neuen Präsdidenten gewählt. Erv tritt damit die Nachfolge von Kardinal Jean-Claude Hollerich (Luxemburg) an.
Equal Pay Day 2025 in Biberach
Am Vorabend des Equal Pay Days am 06.07.25 fand die Veranstaltung "Gender Pay Gap - Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?" Film und Diskussion im Alfons-Auer-Haus in Biberach statt.
Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut statistischem Bundesamt in Deutschland im Jahr 2023 18 Prozent betrug. In Baden-Württemberg fällt dieser Unterschied sogar noch größer aus. Umgerechnet sind das 66 Tage, an denen Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen als Männer, um auf dasselbe durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen.
"Gender Pay Gap - Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?" ist eine 25-minütige Dokumentation (2024), die sich mit dem Thema der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in Deutschland befasst. Der Film konzentriert sich speziell auf die Situation in Baden-Württemberg, dem Bundesland mit dem höchsten Gender Pay Gap.
Im Anschluss an den Film gab es eine spannende Podiumsdiskussion, für die wir unter anderem Frau Astrid Siemes-Knoblich gewinnen konnten, um die es auch in der Dokumentation geht.
Lesen Sie mehr auf der Homepage der Betriebsseelsorge Biberach
„Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.“ (Simone de Beauvoir)
Sorgearbeit fair teilen und gerecht bezahlen!
Geistliches Wort von Hermine Burger, Betriebsseelsorge
Fasnetswochenende – Umzüge, Bälle, buntes Treiben! Wenn Sie Kinder haben, wer kümmert sich um die Kostüme, wer kauft die Schminke, wer schaut nach Veranstaltungen, die man evtl. besuchen könnte und stimmt dies mit den befreundeten Familien ab? Fasnet ist nur einmal im Jahr. Die Erziehung der Kinder, die Sorge um pflegebedürftige Angehörige, das Kümmern um Haushalt, Garten, Finanzen und vielleicht auch noch um eine hilfsbedürftige Nachbarin ist das ganze Jahr zu tun. Ganz zu schweigen von den vielen wichtigen Kleinigkeiten, an die zu denken ist, damit der „Laden“ läuft. Sie machen das privat, beruflich, in einer Einrichtung oder Organisation? Im eigenen Haushalt oder Ehrenamt … mehr schlecht als recht oder gar nicht bezahlt? Dann ist der Equal Care Day – heute am 1. März - auch Ihr Tag! Dieser Aktionstag macht auf die mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Fürsorgearbeit aufmerksam. In wirtschaftlichen Berechnungen zur Wertschöpfung taucht unbezahlte Care-Arbeit gar nicht erst auf. Der Gesamtwert der unbezahlten Pflege- und Hausarbeit wird auf 10 bis 39 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geschätzt. Sie trägt mehr zur Wirtschaft bei als Sektoren wie Produktion, Handel oder Verkehr.
Care-Arbeit ist also überwiegend „unsichtbare Sorgearbeit“. Sie wird, genau wie der Schalttag 29. Februar, oft übergangen. Daher findet der Equal Care Day in Schaltjahren am 29. Februar und in allen anderen Jahren, so wie dieses Jahr, am 1. März statt. Dass der 29. Februar nur alle vier Jahre im Kalender steht, passt außerdem zum Geschlechterverhältnis in der Care-Arbeit: Frauen leisten durchschnittlich viermal mehr Sorge-Arbeit als Männer und können deshalb weniger in Vollzeit arbeiten. Über 50 % der Frauen im Alter zwischen 30 und 65 Jahren arbeiten in Teilzeit, bei den berufstätigen Männern nur 7%. Da Frauen nicht nur mehr unbezahlte Sorgearbeit übernehmen und Care-Berufe mehrheitlich eher schlecht bezahlt sind, verdienen sie weniger, haben folglich geringere Rentenansprüche und insgesamt weniger Vermögen. Dadurch haben sie weniger frei verfügbare Zeit für die eigene Aus- und Fortbildung, für Netzwerke, für gesellschaftliche Teilhabe und politisches Engagement, und deshalb auch weniger Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse. Ganz davon abgesehen, dass sie auch einfach weniger Freizeit haben, um sich zu erholen, Kraft zu tanken und Dinge zu tun, die die Gesundheit verbessern: Sport treiben, schlafen, Freundinnen treffen. Zuviel Care-Arbeit macht krank, bei Frauen werden deshalb häufiger Depressionen und Angstzustände diagnostiziert.
Bezahlte Erwerbs- und unbezahlte Sorgearbeit von Frauen und Männern müssen zusammen gedacht werden: Die Schließung der Lohnlücke von 16% bei den Gehältern, an die der Equal Pay Day erinnert, ist ohne die Schließung der Sorgearbeitslücke nicht denkbar und umgekehrt. Die Betriebsseelsorge setzt sich für eine geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ein und fordert, Care-Arbeit zu honorieren und einen gesellschaftlichen Ausgleich zu schaffen, damit Sorgetätige nicht finanziell und ideell für ihre systemrelevante Arbeit bestraft werden. Es ist eine Frage der Solidarität, der Gerechtigkeit und Menschenwürde, wie wir als Christinnen und Christen mit dieser Herausforderung umgehen. Schon im Alten Testament beim Propheten Jeremia können wir lesen, dass der gerechte Gott von seinem Volk erwartet, dass sich die göttliche Gerechtigkeit auch in gerechten Strukturen widerspiegelt.
Wer sich mehr zu diesem Thema informieren, vernetzen sowie Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten für mehr Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern diskutieren möchte, ist herzlich eingeladen zur Veranstaltung „Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?“ am 06. März um 18 Uhr im Alfons-Auer-Haus, Kolpingstr. 43 in Biberach. Kommen Sie mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Gesundheit ins Gespräch. Mehr Infos zur Veranstaltung unter: betriebsseelsorge.de/arbeitsstelle/biberach/termine/veranstaltungen-zum-equal-pay-2025
Den Weg teilen – unterwegs auf den Spuren des Hl.Martin
Neue Termine für das Samstagspilgern
Im Rahmen der Aktion „Samstagspilgern“ bietet das Dekanat Biberach in diesem Jahr insgesamt drei begleitete Pilgerwanderungen auf dem Martinusweg an. Insgesamt 1200 Kilometer ist die „via sancti martini“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart lang und verbindet Kirchen, deren Patron der Heilige Martin ist. Die Pilger sind eingeladen, sich mit dem Heiligen Martin, seinem Leben, seinem Glaubenzeugnis und seinem Wirken auseinanderzusetzen. Aber darum geht es nicht allein. „Wer pilgert trifft Gelichgesinnte, sammelt Eindrücke in der Natur und über sich selbst und tut ganz nebenbei noch etwas für seine Gesundheit“, so Dekanatsreferent Robert Gerner, der gemeinsam mit acht Wegpaten die Touren begleitet.
Die acht Pilgerbegleiter kümmern sich das ganze Jahr hindurch um „ihre“ Wege. Sie wissen genau, wo man gut Rast machen kann, oder welcher Ausblick für die Wanderer zum besonderen Erlebnis werden kann. „Sie sorgen auf den Wanderungen für geistliche Impulse, die festsitzende Gedanken wieder auf den Weg bringen können“, so Robert Gerner. Nicht alle machen sich gläubig oder religiös auf den Weg. Manchmal sind es gerade die Skeptiker, die einer Gruppe ungeahnten Schwung geben.
Mit ihrem jährlichen Treffen im Dekanat geben die Wegepaten den Starschuss fürs neue Jahr. Sie bekommen Material für Ihrer Wege, Schilder, Nägel und Aufkleber für die Pilger und natürlich die Stempel-Kleber für die Pilger-Ausweise. Welcher Pilgerbegleiter wann welche Wanderungen anbietet wird geplant. „Pilgern ist keine Aktion, sondern eine Haltung – der Weg ist das Ziel“, so Robert Gerner.
Dies sind die geplanten Termine im Dekanat Biberach:
- 3.Mai 25 von Arlach nach Bonlanden mit Rudolf Link
- 24.Mai 35 von Ochsnehausen nach Erolzheim. Ein Angebot für Familien mit Paul Erhart
- 7.Juni 25 von Biberach nach Schemmerberg mit Franz Romer und Pfarrer Wunibald Reutlinger
Anmeldung aus versicherungsrechtlichen Gründen und zur besseren Planung und in der Dekanatsgeschäftsstelle: 07351/8095400 oder -401 und dekanat-biberach@drs.de.
Wie können wir weitergehen, wenn die Lebensidee zerbricht?
Im DA-ZWISCHEN Leben
Vortrag im Rahmen
der Veranstaltungsreihe "Mitten aus dem Leben"
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mitten aus dem Leben“ lud die Kontaktstelle Trauer der Dekanate Biberach/Bad Saulgau und der Caritas zur Lesung und Austausch mit der heutigen Bestatterin, Traurednerin und Buchautorin Silke Szymura am 06. Februar 2025 nach Ochsenhausen ein. In beeindruckender Art und Weise, u.a. durch ausgewählte Texte aus ihren Büchern, teilte sie ihre Lebensgeschichte:
Als 2013 ihr damaliger Lebensgefährte Julian auf einer gemeinsamen Nepalreise starb, änderte sie ihr Leben und ihren Umgang mit Tod und Trauer schlagartig. In Nepal gibt es keine Bestattungsunternehmen, sondern es ist Sache der Familie den Verstorbenen zu kremieren. Das Feuer ist vom ältesten Sohn der Familie zu entzünden. In diesem Fall war es ihre Aufgabe als Einzige aus dem näheren Familien-/Freundesumfeld, welche bei der buddhistischen Bestattung das Feuer mit Beihilfe entzündete. Die Erfahrung mit einer anderen Kultur war besonders prägend und sie setze sich dadurch sehr intensiv mit ihrer eigenen Trauer und dem Umgang mit Tod und Trauer der Gesellschaft auseinander. Dabei stellt sie fest, dass Trauernde in Deutschland oft hilflos und allein gelassen werden, weil viele Menschen aus ihrer Sicht mit Themen wie Tod und Trauer überfordert sind.
„Wenn ein geliebter, nahestehender Mensch stirbt, sterben auch die Ideen und Perspektiven, die wir gemeinsam mit diesem Menschen geteilt haben. Wir befinden uns in einem "DA-ZWISCHEN". Um ihrem Bedürfnis, darüber sprechen und ihre Trauer ausdrücken zu dürfen, gerecht zu werden, entstand der bereits beendete Blog „In lauter Trauer“. Die entsprechenden Texte, die womöglich für einigen Menschen eine Stütze sind, finden Sie nach wie vor auf der Homepage www.in-lauter-trauer.de.
Seit 2018 ist die Bad Nauheimerin Silke Szymura-Laux selbst Bestatterin, Traurednerin und bietet versch. Gesprächskreise, Seminare und Gruppen an. Unter anderem ist der Verein „Lebensfluss Begleitung“ entstanden. www.lebensfluss-begleitung.de. In einem aktuellen Projekt, an dem sie teilhaben konnte, ist eine Dokumentation entstanden. „THE DAY WE LEAVE EARTH“ handelt über unterschiedliche Vorstellungen vom Sterben und dem Leben nach dem Tod, er soll Anfang 2026 in die Kinos kommen soll. www.startnext.com/the-day-we-leave-earth.
Zusammenfassend kann aus der Veranstaltung, die von Frau Ruth Seethaler und Frau Ute Vogler-Scholz musikalisch umrahmt wurde, gesagt werden, dass jeder Trauerweg individuell ist und gleichzeitig nicht allein bewältigt werden muss. Die Autorin ruft zum Experimentieren und Ausprobieren auf, um herauszufinden, wie man auf dem Weg des Trauerns und des Lebens am besten weitergehen kann. Die Angebote der Kontaktstelle Trauer der Dekanate Biberach und Saulgau (Renate Fuchs und Björn Held) und der Caritas Biberach-Saulgau (Silke Jones) finden Sie auf der jeweiligen Homepage von Caritas und der katholischen Dekanate Biberach-Saulgau.
Stimmungsvoller Segensgottesdienst für Paare zum Valentinstag
Das Katholísches Dekanat und die Seelsorgeeinheit Bad Saulgau luden am Sonntag, 16.02.2025 wieder zu einem Segensgottesdienst für Paare und alle die sich lieben ein. Die Feier stand unter dem Leitwort „Da berühren sich Himmel und Erde“. Viele Menschen – Paare, Familien und welche, die alleine gekommen sind - folgten der Einladung und kamen in die sehr stimmungsvoll beleuchtete St. Johannes Kirche. Sr. Angela Maria Jäger beschrieb zu Beginn des Gottesdienstes die Liebe eines Paares mit einem Weg, der himmlische Seiten hat, aber auf dem es manchmal auch sehr geerdet und bodenständig zugeht. Mit verschiedenen Symbolen wie bspw. einem Brief, einem Schlüssel oder einem Krug mit Wein, den anwesende Kinder den Menschen vorzeigen und auf ein Tuch ablegen durften, verdeutlichte sie sinnbildlich die verschiedenen Aspekte partnerschaftlicher Liebe. Dekanatsreferent Björn Held hob in seiner Ansprache hervor, dass das „Himmlische“ in einer Beziehung sich v.a. dann zeigen und entfalten kann, wenn die Partner sich im Sinne Jesu gegenseitig annehmen und respektieren, sich füreinander öffnen, nach einem Streit versuchen sich zu versöhnen und sich im Alltag ganz bewusst Auszeiten für die eigene Partnerschaft und Liebe nehmen. Im Anschluss konnten sich die anwesenden Paare und Familien einzeln segnen lassen - musikalisch sehr schön untermalt von der Chorband „AmaDeus“. Nach dem Gottesdienst gab es die Einladung zu einem Umtrunk, zu Begegnung und Austausch, der viele Gottesdienstbesucher gefolgt sind.
Wählen Sie mit dem Herzen!
Geistliches Wort von Andreas Hund
BDKJ-Dekanatsjugendseelsorger in Biberach
Wen werden Sie wählen? Vielleicht sind Sie, wie viele, von der Politik enttäuscht. Das bin ich auch. Oft wirkte die Regierung träge, handlungsunfähig und in ihren Entscheidungen schwer nachvollziehbar – und das nicht erst in der Ampel-Koalition. Vielleicht gab es Momente in den letzten Jahren, die Sie vor den Kopf gestoßen haben. Im Umgang mit der Migration seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien. In den Antwortversuchen auf die Klimakrise. In der Handhabung der Corona-Pandemie. In der Transformation der Wirtschaft im letzten Jahrzehnt. In allzu vielen Herausforderungen haben politische Lösungsstrategien nicht nur Positives, sondern auch konkrete Nachteile für einzelne Bürgerinnen und Bürger gebracht. Vielleicht sind Sie konkret betroffen, in Ihrer beruflichen Existenz, in Ihrer Familie, in Ihrer Lebensführung. Weil Veränderungen notwendig sind, aber logischerweise immer auch jemand negativ davon betroffen ist, teilt sich die Gesellschaft dann in Befürworter und Gegner. Soweit, so normal.
Aber in den vergangenen Jahren sind es vermehrt Parteien an den politischen Rändern, vor allem von rechts, die diese Teilung verstärken, emotional aufladen und mit oft unlauteren Mitteln versuchen, die Stimmung weiter aufzuheizen. Das heißt Volksverhetzung und ist eine typische Strategie des Rechtspopulismus. Die Folgen sind fatal und für mich als Christ kaum zu erdulden: Statt am Wohl aller sind solche Gruppen nämlich nur am eigenen Wohl interessiert. Auf Kosten der anderen soll der eigene Status quo gesichert werden.
Geopfert werden Menschen, die zur Flucht gezwungen waren und nun hier eine neue Existenz gründen wollen. Geopfert werden Menschen, deren Lebensstil, sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht ins „normale“ Weltbild passen. Geopfert werden künftige Generationen, die in manchen Berechnungen eine Temperaturerhöhung von 4-7 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt erdulden werden müssen. Geopfert werden all jene, deren Lebensgrundlage zerstört wird, wenn der Meeresspiegel steigt oder das Land austrocknet. Und es betrifft noch so viele mehr. Unsere Politik hat Folgen für Millionen Menschen, die nicht mitwählen können. Das ist nicht nur Theorie, sondern es sind ganz konkrete Menschen. Menschen wie Sie und ich. Wir haben mit unserer Wahl auch Verantwortung für diese Menschen. Für Schwache, Ausgegrenzte, Benachteiligte, Fremde und Schutzlose. Seien Sie bei Ihrer Wahl am Sonntag barmherzig und idealistisch. Verschließen Sie nicht Ihr Herz. Und wählen Sie nicht geleitet von Wut, Verletzung und Hetze, sondern von Glaube, Hoffnung und Liebe!
Erfüllt von großer Dankbarkeit und Verbundenheit
Pfarrer Shinto Kattoor verabschiedet sich aus dem Dekanat und der Seelsorgeeinheit
Am Sonntag, 09. Februar 2025 wurde Pfr. Shinto Kattoor im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der St. Johannes Baptist Kirche Bad Saulgau herzlich verabschiedet. „Ich bin erfüllt von großer Dankbarkeit, Freude und tiefer Verbundenheit“ sagte Kattoor zu Beginn in seiner Predigt. Er nahm dabei auch Bezug auf das Wort Jesu aus dem Tagesevangelium „Bleibt in meiner Liebe“ und konnte dankbar feststellen, dass er diese Liebe und Freundschaft in den Jahren seiner Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit Bad Saulgau erleben durfte. „Wie eine Familie“ hat Kattoor die Pfarrgemeinschaft erfahren, durch die er viel lernen und persönlich wachsen konnte. Von Juni 2013 bis Februar 2025 war Kattoor über 11 Jahre als Seelsorger aktiv – zunächst als Pfarrvikar, ab 2019 dann als leitender Pfarrer zusammen mit Dekan Peter Müller. 2023 schließlich übernahm Kattoor auch die Funktion des stellvertretenden Dekans im Dekanat Saulgau und war dort u.a. Präses für die Mesnerinnen und Mesner sowie Ansprechpartner für die Jugendarbeit und die Schulpastoral. „Durch euch bleibt die Kirche lebendig“ rief er den Mitfeiernden der vollbesetzten Kirche zu. Und Dekan Peter Müller bezeichnete er als „älteren Bruder“, der ihn zusammen mit dem Pastoralteam über all die Jahre so positiv unterstützt und gestärkt hat. Am Ende des Gottesdienstes dankten Dekan Peter Müller für das Dekanat Saulgau und die Seelsorgeeinheit, der gewählte Vorsitzende Ludwig Boll im Namen der Kirchengemeinde und Seelsorgeeinheit, Marianne Brändle für die Kolpingfamilie sowie Maximilian Hassler für die Ministranten Shinto Kattoor für sein vielgestaltiges und segensreiches Wirken. Der Gottesdienst wurde musikalisch von der St. Johannes Chorknaben unter der Leitung von Volker Braig auf sehr schöne Weise umrahmt. Im Anschluss waren alle Mitfeiernden noch zu einem Stehempfang eingeladen.
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Internationaler Gedenktag an die Opfer des Holocaust
27.Januar 2025
„Manche fragen sich vielleicht, warum wir immer wieder dieses traurige Kapitel der Geschichte Heggbach wachhalten?“ fragte Frau Rita Schultheiß zu Beginn ihrer Ansprache beim Gottesdienst zum internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust. „Ja, wir tragen die Erinnerung weiter, um uns wach zu halten, damit wir nicht müde werden, damit wir aufmerksam bleiben. Wir wollen uns einsetzen für Gerechtigkeit, Frieden und die Würde eines jeden einzelnen Menschen."
In Heggbach wurde auch in diesem Jahr am Gedenktag der Opfer des Holocaust an die Bewohner und Bewohnerinnen der Heggbacheinrichtung und der Kinder und Jugendlichen aus Ingerkingen gedacht, die in den Jahren 1940-1943 den Tod in der Vernichtungsanstalt Grafeneck gefunden haben. Dies waren 193 Menschen aus Heggbach und 72 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Ingerkingen. Vorbereitet hatten den Gottesdienst die Seelsorgerinnen bei Menschen mit Behinderung der Heggbacheinrichtung Rita Schultheiß, Rosi Hörmann und Katrin Zeh in Zusammenarbeit mit Kerstin Ugi, Seelsorgerin für Menschen mit Behinderung der Dekanate Biberach und Saulgau. Den musikalischen Rahmen gestaltete Aja Gratz.
Heute als Euthanasie bekannt, sprachen die Nationalsozialisten von „Erlösung“ und führten damit Millionen Menschen hinters Licht. Katrin Zeh erinnerte in ihrer Ansprache genau daran: Das Wort Erlösung enthält eigentlich so viel positive Energie und wurde missbraucht.
Kerstin Ugi, Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung im Dekanat Biberach und Saulgau, zitierte eine Überlebende des Holocaust Eva Mozes Kor mit einem Rat an die Menschen heute: „Ihr habt Essen und Freiheit macht etwas daraus.“ Hier schlug die Rednerin den Bogen in die heutige Zeit: „Gerade jetzt stehen die Wahlen vor der Tür. "Deutschland den Deutschen" und ähnliche Wirtshausparolen finden auch gerade bei vielen Christen Wiederhall. Doch dieser braune Sumpf darf niemals wiedererwachen und wir können nicht mehr sagen: Wir haben von nichts gewusst.“
„Bei Gott hat jeder Mensch eine unantastbare Würde“, holte Rosi Hörmann den Gedenkgottesdienst wieder auf den Boden der Religiosität zurück. Pfarrer Ludwig Hager bedankte sich bei allen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, die sich für das Wohl der Menschen mit Behinderung einsetzten. Stellvertretend für die Elisabethen-Stiftung hob Renate Weingärtner das Engagement der Mitarbeiterenden der Heggbacher Einrichtungen hervor und erinnerte an Artikel 1 des Grundgesetztes: Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – dies soll und muss die Richtschnur unseres Handelns sein.
Lichtblick – Menschen begegnen einander – Unerwartet beschenkt werden!

Geistliches Wort von Uwe Grau, Pfarrvikar Seelsorgeeinheit Bussen
Bei Vielen ist der Christbaum längst wieder aus der Wohnung geflogen. Bei einer Reihe von Menschen ist jetzt Fasnet angesagt, Party, Spaß. Andere sehnen sich nach Sonne und Wärme, nach Frühling. Da feiern wir ein Fest, an dem wir nochmal an Weihnachten denken, nach alter Zählung das Ende der Weihnachtszeit: Darstellung des Herrn oder besser bekannt als Mariä Lichtmess. Eine alte Sprichwort sagt: Lichtmess bei Tag ess! Die Tage werden wieder länger. Ich genieße das sehr, wenn es morgens wieder früher hell wird und es auch an den Nachmittagen länger Tag ist. Da fühl ich mich lebendiger, da hab ich wieder mehr Lust, was zu unternehmen. In den Kirchen des Ostens heißt unser Fest Mariä Lichtmess Begegnung. Das nimmt Bezug auf das Festgeheimnis. 40 Tage nach seiner Geburt wird Jesus von Maria und Josef in den Tempel gebracht, um ihn nach jüdischer Tradition Gott anzuvertrauen und das Reinigungsopfer darzubringen. Dort begegnet die junge Familie zwei alten Menschen: Hanna und Simeon. Beide haben wohl schon viel in ihrem Leben mitgemacht und erfahren. Trotzdem sind sie nicht verbittert. Beide sind tief gläubig und erwarten noch etwas vom Leben. Eine solche Zuversicht würde ich heute Menschen allen Alters wünsche. Simeon und Hanna sind überglücklich. Sie erkennen in dem Kind ihren Heiland, den Erlöser der Welt, die Erfüllung ihres Lebens. Maria und Josef erfahren, dass zu dem Glück ihrer Elternschaft auch das Leiden am Schicksal ihres Kindes gehört. Menschen begegnen einander in ungewöhnlich tiefer Weise und setzen ihren Weg neu gestärkt fort. Wo erleben wir in der Hektik und dem Misstrauen unserer Zeit noch, dass wir einem Menschen in echter, tiefer begegnen können? In Gesellschaft, Kirche und Welt erleben wir, wie nur noch die eigene Meinung zählt. Auf jemand anderer Herkunft, anderer Religion oder Weltanschauung, anderer Lebensweise, anderer Frömmigkeit, usw. lässt man sich kaum noch ein.
Begegnung lebt aber von Offenheit, den anderen kennen lernen wollen, in seiner Art verstehen, auch eine gegensätzliche Meinung wert schätzen, nach Verbindendem suchen. Unerwartete tiefgehende Begegnungen schaffen Verbindung, Beziehung, bringen einander näher. Helfen, Unterschiede zu überbrücken. Wahre, weiterführende und Verbindung schaffende Begegnungen über Grenzen hinweg. Dies wünsche ich uns, unserer Welt, Gesellschaft und Kirche! Gerade jetzt!
Solidarität leben - Hauptaufgabe katholischer Einrichtungen
Meine Einrichtung und was die Zukunft bringen wird
Tagung der Einrichtungsleiter im Alfons-Auer-Haus am 22.1.2025
Caritas, Katholische Erwachsenenbildung, Bischof-Sproll-Schule, Dekanats-Kirchenmusik, Elisabethen-Stiftung - die Kirche bietet eine breite Palette von Einrichtungen, die mit und für die Menschen arbeiten. Grund genug, dass sich im Dekanat einmal im Jahr alle Einrichtungsleiter zu einer Tagung treffen. In diesem Jahr stellten alle Einrichtungsleiter ihre Tätigkeitsfelder den anderen Teilnehmern vor. In kurzweiligen fünf-Minuten-Beiträgen schilderte jeder seine Einrichtuing.
"Bei uns ist das Leben zuhause", sagt Markus Holzschuh, Leiter des Bischof-Sproll-Bildungszentrums mit Blick auf seine 1200 Schüler. In Zeiten, in denen Glaubenswissen und praktizierte Frömmigkeit abnehmen, sieht er es als Aufgabe der Schule den Glauben zeitgemäß weiterzugeben.
Weiterbildung für Erwachsene im kirchlichen Kontext sieht Clemens Meyer, Leiter der keb als seine Aufgabe. Die Caritas mit all ihren Facetten wurde von Caritas Leiterin Sara Sigg vorgestellt. Mit 98 hauptamtlichen Mitarbeitern und 321 Ehrenamtlichen unterstützt und leitet die Caritas diakonische Arbeit in der Kirche und in der Vernetzung mit Betrieben und staatlchen Stellen. "Jeder kennt die Caritas, aber niemand weiß, was genau dahinter steckt, der noch nicht persönlich auf unsere Hilfe angewiesen war" - so ihr Fazit. Vor allem mit Freizeit-Veranstaltungen für Jugendliche beschäftigt sich das katholische Jugendreferat Juref, das seit 2025 fast komplett neu besetzt ist. Das neue Team hat viele kreative Ansätze und Angebote für Jugendliche. Hier macht sich, so Anna Stützle, in den letzten Jahren eine deutliche Veränderung der Lebensrealität der Jugendlichen bemerkbar. Sie sieht eine Chance in der Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Einrichtungen und verspricht sich viel von der hohen Motivation des jungen Teams.
Was wäre Kirche ohne Musik ? Dekanatskrichenmusikerin Naho Kobayashi stellt auf sympathische Weise die Arbeit der drei Dekanatskirchenmusiker im Dekanat vor. Was immer so schön im Hintergrund bleibt, ist in der Realität viel mühsame Kleinarbeit. Die Kirchenmusiker bilden Nachwuchsorganisten aus, geben Seminare für nebenamtliche Organisten und Chorleiter, leiten selbst Chöre und bringen die Menschen in großen Chortagen zusammen. Auch hinter der Arbeit mit Musik steckt also die Arbeit mit Menschen, die nur mit Fingerspitzengefühl funktioniert. Eine breite Palette an Einrichtungen und Aufgaben präsentiert Stefan Fischer, Leiter der Elisabeten-Stiftung. Aus der Tradition der Franziskanerinnen von Reute entstanden, steht die Stiftung für verschiedenste Arbeitsfelder wir Inklusion, Altenhilfe, Gastronomie und Kinder- und Familienarbeit. Auch er sieht seine Arbeit als zwei Seiten einer Medallie: Zum einen arbeitet die Elisabetenstiftung für die Menschen, die ihr anvertrauit sind, zum anderen aber gibt es auch das stete Bemühen um die christliche Festigung und Weiterbildung der Mitarbeiter. Auch die Notfallseelsorge, das Verwaltungszentrum und der Landesverband der katholsichen Kindergärten stellten sich und ihre Arbeit vor.
Breit aufgestellt im Dienst am Menschen präsentierten alle Einrichtungsleiter ihr spezielles Arbeitsfeld und machten sich mit ihren Vorträgen gegenseitg Mut weiterhin für die Solidarität mit den Menschen einzustehen. Alles in allem ein informativer und motiverender Nachmittag.
#NächstenliebeWählen
Am Dienstag, 21. Januar startet die Diözese Rottenburg-Stuttgart die Social Media-Aktion #NächstenliebeWählen für zunächst sechs Wochen. Ziel der Aktion ist es, im Vorfeld der Bundestagswahl die Bedeutung christlicher Werte wie Nächstenliebe und Menschenwürde in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs einzubringen, Menschen in ihrem Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und dabei populistische Fehlinterpretationen christlicher Botschaften zu entlarven
„Unsere Demokratie lebt von der aktiven Teilnahme und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Doch sie steht unter Druck und braucht Schutz vor Populismus und Spaltung. Als Christinnen und Christen tragen wir die Verantwortung, für die Würde jedes Menschen einzustehen, Falschbehauptungen aufzudecken und die Werte von Nächstenliebe und Wahrheit in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern ein wertvolles Gut, das wir gemeinsam bewahren und stärken müssen", sagt die Verantwortliche für die Aktion, Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb.
Die Zeit fordere ein entschlossenes Eintreten für Demokratie und die Abgrenzung zu antidemokratischen, menschenverachtenden Bestrebungen. Die Bundestagswahl am 23. Februar sei dafür ein entscheidender Moment, so die Ordinariatsrätin weiter. Die deutliche Position der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärt Schieszl-Rathgeb folgendermaßen: „Wir positionieren uns klar für Solidarität und die Würde jedes Einzelnen. Mit der Aktion #NächstenliebeWählen setzen wir ein Zeichen gegen die Vereinnahmung christlicher Werte für völkisch-nationalistische Politik. Wir zeigen klare Haltung zu aktuellen politischen Themen und betonen, welchen christlichen Werten wir uns verpflichtet fühlen.“ Die Kampagne der Diözese nehme Bezug auf aktuelle und tagespolitische Themen und stelle diese in Verbindung zu christlichen Werten.
Lesen Sie mehr dazu in den Veröffentlichungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart in den Sozialen Medien
Drei christliche Wegzeichen im Dekanat glänzen wieder
Eine Stiftung der Diözese würdigt ehrenamtliches Engagement für christliche Kleindenkmale. Drei Preise gehen ins Dekanat Biberach: Der Kultur- und Förderverein Rupersthofen kümmerte sich um die Sanierung und Neugestaltung eines Feldkreuzes am Radweg von Rupertshofen nach Ahlen. Die Dorfgemeinschaft Wennedach erreichtete einen neuen und unkonventionellen Bildstock, bei dem ein von einem iranischen Flüchtling gemaltes Marienbild im Mittelpunkt steht. Den Jugendstiftungspreis erhielt die Pfarrjugend Uttenweiler, die in der 72-Stunden Aktion gemeinsam mit 55 Kindern und Juegndlichen einen Bildstock für Uttenweiler erstellt hat.
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Wenn Ihr Herz blutet und zerreißt..... Geistliches Wort von Notfallseelsorgerin Iris Espenlaub
Wenn Ihr Herz blutet und zerreißt...
… Ihnen die Luft zum Atmen fehlt … alles unbegreiflich scheint … Sie vor unerträglichem Kummer, Schmerz und Leid fast zusammenbrechen oh-ne Idee, wie Sie es aushalten können … Ihnen alles nur noch sinnlos er-scheint … Sie sich fragen, wie Sie über- oder weiterleben sollen … der Boden unter Ihren Füßen weg ist … Angst und Trauer Sie gefangen hal-ten und lähmen … Worte und Orien-tierung fehlen … Sie Stacheln durch-dringen und in Ihnen zerstörerisch bohren … Sie sich einfach nur hilflos, ohnmächtig und ausgeliefert fühlen … alles Kopf steht in Ihren Leben … ein Teil von Ihnen fehlt … unbeantwortete Fragen Sie quälen … oder … - Ja, was dann?
Dann machen Sie – aus welchem Grund auch immer – eine schwere, herausfordernde Zeit, eine Krise durch, erleben Dinge, die Sie über Ihre Grenzen bringen.
Schwere „Kost“, über die wir ungern nachdenken. Trotzdem werden wir mit all dem genannten ungefragt immer wieder im Leben konfrontiert. Viktor Frankl, u.a. Begründer der Logotherapie, der selber mehrere Kon-zentrationslager überlebte, schreibt: „Das Leiden, die Not gehört zum Le-ben dazu, wie das Schicksal und der Tod. … Das vom Leben abzulösen hieße dem Leben die Gestalt, die Form nehmen. … Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, ge-winnt das Leben Form und Gestalt.“ Liebe Lesende, was würden Sie sich in den Momenten wünschen?
Für die meisten von uns ist wichtig, dass in den Situationen jemand da ist, der uns annimmt, wie wir sind, uns zulassen kann, ernst nimmt, einfach mit aushält, was ist, Vertrauen in uns setzt – und das alles in einer hilfrei-chen Haltung und mit Würde.
Solche Menschen im privaten Umfeld zu haben ist ein kostbares Geschenk! Darüber hinaus haben wir in unserer Gesellschaft und gerade im kirchli-chen Bereich viele ehrenamtlich En-gagierte, die als beeindruckende Vorbilder genau das leisten. Ein Beispiel dafür ist unserer Notfallseelsorge, die es diese Woche seit genau 23 Jahren im Landkreis Biber-ach gibt. Hier wirken Ehrenamtliche vor Ort, sind für Betroffene da, stehen ihnen bei, nehmen sie ernst und an in ihrem Leid und Erleben. Freiwillig. Von Mensch zu Mensch. Rund um die Uhr. Mit Herzblut. Aus Überzeugung. Mit Liebe zum Nächsten. Es ist ein Ehrenamt, das sinnvoll ist, zufrieden macht und Frieden im Miteinander stiftet - Ehrensache! Erinnern Sie sich an das Kind, dessen Geburtstag wir erst gefeiert haben? Jesus ist nach meinem Verständnis in allen Momenten mit uns - als Freund, Begleiter, Trostpflaster, Ersthelfer, Retter, Licht, Tragehilfe, Abladestation, Friedensstifter oder all das, was ich auch immer brauche. Daher mein Wunsch für Sie: Seien hilfreiche Menschen, gute Mächte, ein Sinn in Ihrem Leben und der Frieden allzeit mit Ihnen!
Leidenschaftlicher und beziehungsstarker Seelsorger
Kurz vor Weihnachten ist Pfarrer im Ruhestand Kaspar Baumgärtner in Waldburg gestorben und wurde in seiner Heimat beigesetzt.
Kaspar Baumgärtner war in den ehemaligen Dekanaten Stuttgart-Bad Cannstatt und Ehingen Dekan und verantwortete in Ehingen als Direktor das Bischöfliche Kolleg St. Josef. Aber auch in diesen Leitungsaufgaben blieb er der herzliche, humorvolle und nahbare Pfarrer. Geboren in Mengen und aufgewachsen in Ennetach im Dekanat Saulgau starb der in den letzten Jahren von Krankheit gezeichnete Priester am 19. Dezember 70-jährig in Waldburg. Mit Prälat Rudolf Hagmann war er 60 Jahre lang freundschaftlich verbunden. So feierte dieser am 30. Dezember auch das Requiem in Baumgärtners Heimat Ennetach und leitete die Beisetzung.
Prälat Hagmann beschreibt den Verstorbenen als einen leidenschaftlichen und beziehungsstarken Seelsorger, der sich mit den ihm anvertrauten Menschen immer wieder auf den Weg gemacht hat - sei es als Diakon in Leinfelden, als Vikar in Rottweil und Stuttgart, als Jugendpfarrer in Aalen und dem Ostalbkreis, als Pfarrvikar und Pfarrer in Bad Buchau und Stuttgart-Zuffenhausen sowie in den Seelsorgeeinheiten Göge-Donau-Schwarzachtal und Biberach-Stadt. Kaspar Baumgärtners innerer Antrieb sei die große Sehnsucht nach Liebe und Versöhnung gewesen, sagt Rudolf Hagmann. Eine Sehnsucht, die das irdische Leben nur teilweise und unzureichend erfüllen kann.
Text: Markus Waggerhauser
Netzwerke leben - Neujahrsempfang der Landfrauen Bezirk Riedlingen
Die Morgengedanken in SWR4 bringen es manchmal auf den Punkt: In einem der letzten Beiträge erzählte ein Theologe von einer Podiumsdiskussion. Auf dem Podium waren ein Herrenausstatter, eine Suchttherapeutin, ein Schlagersänger und eine Bestatterin. Als die vier dann gefragt wurden, was die Menschen am Notwendigsten im Leben brauchen, sind sich alle einig. Vor allem zwei Dinge: Wahrgenommen zu werden und die Gemeinschaft mit anderen Menschen.
Beim Neujahrsempfang der Landfrauen Riedlingen am 12.Januar im Dorfgemeinschaftshaus in Erisdorf stand genau dieses Thema im Mittelpunkt: „Gemeinschaft -Netzwerke leben“.
Nach den Begrüßungsworten der Vorsitzenden Andrea Huckle hielt Betriebsseelsorgerin Hermine Burger einen Kurzvortrag zum Jahresthema. Sie gab ein Wollknäuel durch die Reihen und forderte auf zu sagen, was ihm/ihr an einer Gemeinschaft wichtig ist. Viele positive Aspekte wurden genannt wie z. B. neue Kontakte knüpfen, Gleichgesinnte treffen, einander zu hören, neue Impulse bekommen, gemeinsam feiern, sich gegenseitig unterstützen, ... .
Es wurde deutlich, dass in einer Gemeinschaft alle wichtig sind, weil die unterschiedlichen Begabungen, Talente und Persönlichkeiten der einzelnen eine Bereicherung sind. Jede/r von uns trägt dazu bei, dass das Netz mit seiner Buntheit, mit seiner Unterschiedlichkeit und Lebendigkeit allen Raum bietet. So ein Netz ist tragfähig, gerade auch in schwierigen Situationen und herausfordernden Zeiten.
Der Ulmer Neurowissenschaftler und Leiter der Psychiatrischen Uniklinik hat ein Buch geschrieben zum Thema: „Was ist Glück?“ Er schreibt darin „Studien haben gezeigt, dass es eine Sache gibt, von der wir einfach nicht genug kriegen können und die uns immer wieder neu glücklich macht. Und diese Sache heißt: Gemeinschaft.“In diesem Sinne trägt die Landfrauengemeinschaft durch ihre vielfältigen Vernetzungen im In- und Ausland zu einem positiven Lebensgefühl bei.
Mit ihrem Jahresmotto „Netzwerke leben“ sind die Landfrauen also auf dem richtigen Weg.
Das Dekanat leuchtet und singt
Musik, Akrobatik, Besinnliches und jede Menge gute Stimmung begeistern Ehrenamtliche in der Ochsenhausener Basilika
Bericht von Markus Waggershauser
Nix gsagt isch globt gnug*. Dass diese schwäbische Binsenweisheit dem unglaublich starken Ehrenamt in Kirchengemeinde- und Dekanatsräten, in Chören, Nachbarschaftshilfe und Notfallseelsorge, in Liturgie und Katechese nicht gerecht wird, ist unbestritten. Viele Seelsorgeeinheiten laden deshalb ihre freiwillig Engagierten regelmäßig zu Veranstaltungen ein, um sich bei ihnen zu bedanken. Und wie kann das Dekanat dabei unterstützen? Im Sommer bei 35 Grad im Schatten hatten "Ehrenamtsreferent" Chris Schlecht und Dekanatsreferent Robert Gerner eine besondere Idee für den Advent, wie sie am Sonntag Ochsenhausen verrieten.
Über 350 Ehrenamtliche aus dem gesamten Dekanat Biberach machte diese Idee neugierig. Während der Tannenbaum vom vergangenen Weihnachtsmarkt noch vor der Barockfassade der Basilika St. Georg leuchtete, empfing ein Posaunenquartett die Geladenen am Lagerfeuer, das später auch drinnen spielte. Durch Kirchentüren und -fenster schimmerte bläulich-rotes Licht und lockte die Menschen ins Innere. "Ehrenamt verbindet - von Herzen Danke" strahlte das Motto des Abends auf dekanatsgelbem Hintergund von der Leinwand. Ansonsten flackerten neben der dezenten Beleuchtung nur einige Kerzen im dunklen Raum.
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Besinnlicher Adventsnachmittag für die ganze Familie
Am Sonntag, 8. Dezember 2024 waren Familien mit ihren Kindern zu einem ganz besonderen Nachmittag in die St. Michael Kirche in Hohentengen eingeladen. Unter dem Motto "Bibel und Bredla" traf man sich, um biblische Geschichten mal in ganz anders und in spannender Weise zu hören. Die beiden ausgebildeten Bibelerzählerinnnen Schwester Marzella Krieg und Sigrid Zimmermann ließen die Geschichten durch ihre freie, persönliche und einfühlsame Erzählweise lebendig werden. Kinder wie Erwachsene konnten sich dadurch in die damalige Zeit besser hineinversetzen und gleichzeitig etwas für sich und ihren Alltag mitnehmen. Passend zum Advent standen die Geschichten von Sara und Abraham sowie von Elisabeth und Zacharias im Mittelpunkt. Beiden Paaren blieb der Kinderwunsch lange verwehrt bis sich durch Gottes Wirken das Blatt plötzlich wendete und sie doch noch Eltern werden konnten. Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag von Sandra Deppler am Klavier. Am Ende lud Dekanatsreferent Björn Held die rund 70 Anwesenden nach vorne in den warm beleuchteten Altarraum ein, um mit kindgerechten Gesten gemeinsam zu beten und zu singen. Im Anschluss hatte ein Team von Ehrenamtlichen vor der Kirche wärmenden Punsch und leckere Adventsbredla vorbereitet, die von allen gerne angenommen wurden und zu Begegnung und Austausch einluden.
Bischof Krämer fordert: «Nöte der Menschen wahrnehmen»
Achtsamkeit schärfen für die Zeichen der Zeit - das verlangt der neue Rottenburger Bischof von Christen. Gemeinsam gelte es, «zu erspüren,
was der Weg der Kirche ist», sagte er in seiner ersten Predigt in Stuttgart.
Stuttgart (KNA) Der neue Rottenburger Bischof Klaus Krämer hat Christen dazu aufgerufen, aufmerksamer für die Nöte anderer Menschen
zu werden. Glaubwürdiges Christsein sei nur möglich, «indem wir nahe bei den Menschen sind, mitten im Leben, ihre Nöte und Sorgen, ihre Anliegen und Sehnsüchte wahrnehmen», sagte Krämer am Sonntag in seinem ersten Gottesdienst in Stuttgart als Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart «Hören wir auf die Zeichen der Zeit und schärfen wir so gemeinsam unsere Achtsamkeit und Sensibilität, damit wir spüren, wohin der Geist Gottes uns führen will», forderte Krämer in der Domkirche Sankt Eberhard in seiner Predigt laut Manuskript. Krämer (60) war am 1. Dezember in Rottenburg zum Bischof geweiht und als Nachfolger von Gebhard Fürst ins Amt eingeführt worden.
«Es geht nicht einfach nur um die Mehrheit»
Den künftigen Weg der Kirche zu bestimmen, sei Aufgabe «aller Getauften» mit ihren vielfältigen Begabungen, betonte Krämer und fügte hinzu: «Gemeinsam gilt es zu erspüren, was der Weg der Kirche ist.» Dabei gehe es «nicht einfach nur um Mehrheitsverhältnisse oder ob sich die eine oder die andere Fraktion durchsetzt», sagte der neue Bischof. «Entscheidungsfindung ist in der Gemeinschaft der Kirche vor allem ein geistlicher Prozess.» Es gehe darum, «genau hinzuhören, sich auszutauschen und alle miteinzubeziehen». Synodalität sei «keine Konzession an den Zeitgeist, sondern ein Wesensmerkmal unserer Kirche». Es sei deshalb notwendig, «dass wir Rücksicht aufeinander nehmen, dass wir aufmerksam sind für die Anliegen der anderen, dass wir behutsam und achtsam miteinander umgehen». So entstehe eine Kultur des Dialogs, in der ein Konsens wachsen könne, der tragfähig sei. «In unserer Diözese haben wir seit über 50 Jahren Erfahrung mit Synodalität - mit unserem Rottenburger Modell', das Partizipation auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens praktiziert», erläuterte Krämer.
«Kirchenkrise verlangt Transformation»
Die Kirche befinde sich in einer «durchaus krisenhaften Gesamtsituation». Für immer mehr Menschen verlören Kirche und Glaube an Relevanz für ihr Leben. «Hinzu kommt der Ansehensverlust, den wir zu beklagen haben und der viel zu tun hat mit den unsäglichen Missbrauchsfällen und dem oft unangemessenen administrativen Umgang damit», sagte Krämer wie schon bei seiner Bischofsweihe. Die Mitgliederzahlen gingen zurück und mit ihnen die kirchlichen Finanzen. «Wir stehen mitten in einem umfassenden Transformationsprozess.»
Stimmungsvoller Nachmittag für Pensionäre im Dekanat Saulgau
Auch in diesem Jahr wurden Anfang Dezember alle pensionierten Priester, Diakone mit Ehepartnerin und Pfarrhausfrauen im katholischen Dekanat Saulgau zu einem adventlichen Nachmittag nach Altshausen eingeladen. "Seien Sie herzlich willkommen. Schön, dass Sie heute hier sind, dass wir gut miteinander im Kontakt bleiben" begrüße Dekanatsreferent Björn Held die Anwesenden im Namen von Dekan Peter Müller, der wegen einer Beerdigung etwas später hinzukam. Bei Kaffee und Kuchen konnten es sich die Gäste gut gehen lassen und miteinander ins Gespräch kommen. Diakon Hans Heller und seine Frau Hannelore stimmten die Teilnehmer mit einer schönen Andacht adventlich ein. Dann durften sich alle auf den Heiligen Nikolaus freuen, der quasi als "Überraschungsgast" vorbeikam, so manche lustige Anekdote über die Dekanatsleitung machte und allen Gästen etwas Kleines schenkte. "Das hier im Dekanat Saulgau ist in der Diözese schon einmalig" stellte Karl-Josef-Arnold anerkennend im Blick auf das Format des Nachmittags fest. Der Diözesanbeauftragte für Priester und Diakone im Ruhestand berichtete im Anschluss außerdem über Möglichkeiten der Unterstützung für Pensionäre durch das Bistum und schilderte zusammen mit dem stellvertretenden Dekan Shinto Kattoor einige Eindrücke von der Weihe des neuen Bischofs Klaus Krämer in Rottenburg. Ein leckeres Essen rundete das Treffen ab. "Dieser Nachmittag ist mir sehr wichtig" äußerte eine Teilnehmerin wertschätzend am Schluss. Dekan Peter Müller dankte dem Ehepaar Heller herzlich für ihren großen Einsatz, die tolle Organisation und Mitgestaltung des Nachmittags und wünschte allen eine sicheren Heimweg.
25 Jahre Ulrika Nisch-Haus gewürdigt durch Weihbischof Renz
Festlich, feierlich war der Einzug, voran die zehn Ministranten gefolgt von Pater Alfred Tönnis und WEihbischof Thomas Maria Renz. Anlass was das 25 jährige Bestehen des Ulrika Nisch Hauses in Mittelbiberach. Ausführlich würdigte der Bischof die Arbeit der Stiftrung, aber auch das bescheidene Leben von Ulrika Nisch, das so gar nicht in die heutige Zeit passt
"Ich habe unglaublich viel Sympathie und Unterstützung erfahren"
Klaus Krämer leitet künftig das Bistum Rottenburg-Stuttgart
Weihe und Amtseinführung am Sonntag 1.Dezember 2024
Ein Portrait von Norbert Demuth (KNA)
«Ich habe unglaublich viel Sympathie und Unterstützung erfahren.» So blickt Klaus Krämer auf die Zeit seit dem 2. Oktober zurück, als er vom Papst zum künftigen Rottenburger Bischof ernannt wurde. Am Sonntag tritt er sein Amt an.
Rottenburg (KNA) Am 1. Dezember tritt der designierte Bischof des Bistums Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, sein Amt an. Zuvor wird der 60-jährige Theologe im Rottenburger Dom zum Bischof geweiht. Anders als am Tag seiner Ernennung durch Papst Franziskus, als während seiner Dankesrede im Dom sein Handy klingelte und ein Freund ihn anrief, wird Krämer sein Smartphone nicht mehr dabeihaben. «Am Sonntag werde ich das Handy jedenfalls nicht in der Jackentasche haben, das passiert mir nicht noch mal», sagte er in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Am 2. Oktober - dem Tag seiner Ernennung zum neuen Rottenburger Bischof hatten sehr viele Leute Krämer kontaktiert. «Mein Handy hat richtig gerattert, weil gefühlt zwei Dutzend SMS-Nachrichten gleichzeitig kamen», erzählt er. Und: «Ich habe unglaublich viel Sympathie und Unterstützung erfahren, viel mehr, als ich erwartet hatte.»
«Keine Wesensveränderung durch die Weihe»
Zugleich spürt er: «Die Erwartungen an mich sind sehr groß». Der frühere Leiter der Hilfsorganisationen missio und des Kindermissionswerks «Die Sternsinger» folgt auf Bischof Gebhard Fürst, der im Dezember 2023 mit 75 Jahren in den Ruhestand getreten war. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger wird Krämer das Sakrament der Weihe spenden. Durch die Bischofsweihe hofft Krämer aber nicht zu einem anderen Menschen zu werden. «Ich habe eigentlich vor, der zu bleiben, der ich bin», sagte er. Er habe nie die Theorie vertreten, «dass man durch die Bischofsweihe eine Wesensveränderung erfährt oder einen uneinholbaren Wissensvorsprung erwirbt». Er sehe aber die Chance, «mit dem Bischofsamt menschlich zu wachsen».
Kardinal Kasper beim Gottesdienst
Den Weihegottesdienst werden laut Bistum auch Amtsvorgänger Fürst und Kardinal Walter Kasper (91), der von 1989 bis 1999 Bischof in Rottenburg war, am Altar mitfeiern. Krämer war von 1994 bis 1999 Kaspers bischöflicher Sekretär. Das SWR-Fernsehen überträgt die Bischofsweihe ab 14.30 Uhr live. Krämer wird der zwölfte Bischof der relativ jungen Diözese sein, die erst 1828 gegründet wurde. Er leitet dann das drittgrößte deutsche Bistum mit 1,62 Millionen Katholiken, das er nach eigenen Worten «gut kennt und sehr, sehr schätzt». Der am 14. Januar 1964 in Stuttgart geborene Krämer studierte nach dem Abitur in Winnenden Rechtswissenschaften und Theologie. Im März 1992 wurde er zum Diakon und im Juni 1993 zum Priester geweiht. 1999 wurde Krämer Domkapitular und Leiter der Weltkirchen-Abteilung des württembergischen Bistums.
Einsparungen im Blick
2020 kehrte Krämer - nach seiner Zeit bei missio und den Sternsingern - in seine südwestdeutsche Heimat zurück. Er wurde Vize-Verwaltungschef der Diözese und Leiter der kirchlichen Bauabteilung. Im Bistum stehen Einsparungen um etwa 30 Prozent in einem bis 2030 angelegten Prozess an. Derzeit habe man jedoch «nicht sakrale Gebäude im Blick, sondern Pfarrhäuser, Gemeindezentren, und Kindergärten», sagte Krämer. Es gehe «um die beheizte Fläche, mit Blick auf nötige finanzielle Einsparungen, steigende Umweltanforderungen und das Ziel der Diözese, bis 2040 klimaneutral zu werden».
Die Kirche sieht er in einer immer säkularer werdenden Welt als «Hoffnungsgemeinschaft», die als Kraftquellen die christliche Botschaft und die «Macht des Gebetes» habe. Mit Blick auf die «unsäglichen» Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche verspricht Krämer: «Wie bei meinem Vorgänger ist das Thema Missbrauchsaufarbeitung auch für mich Chefsache.»
Frauendiakonat: «Tür für Fragen geöffnet»
Kirchenpolitisch hat der neue Bischof bereits vor Amtsantritt mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, dass man «über eine zeitliche Befristung des Bischofsamts und über eine frühere Altersgrenze für Diözesanbischöfe» nachdenken könnte. Im Ordensbereich gebe es bereits Lösungen, wonach Führungsämter auf Zeit vergeben werden - per Vertrauensabstimmungen. Und das von vielen Katholiken erhoffte Diakonat der Frau? «Durch die Weltsynode wurde eine Tür für Fragen geöffnet, die viele schon für abgeschlossen hielten», sagt Krämer. Es sei ein hoffnungsvolles Zeichen, dass es da keine Denkverbote oder Redeverbote mehr gebe. «Das gilt aus meiner Sicht in besonderer Weise auch für die Frage der Zulassungsbedingungen für Frauen zu den kirchlichen Ämtern.»
Blumen in der Kirche: Mehr als Deko!
Im Rahmen des Fort- und Weiterbildungsangebotes der Dekanatsstelle Biberach wurde der Workshop: "Blumen in der Kirche: Mehr als Deko!" angeboten.
Zahlreiche Damen und Herren aus dem Dekanat Biberach erschienen zu diesem Workshop im Kirchengemeindehaus in Tannheim.Christoph Schmitt, Fortbildungsreferat der Diozöse Rottenburg, erläuterte uns die Symbolik des Kirchenschmuckes durch das kirchliche Jahr. Frau Andrea Anwander sowie Frau Christine Pietsch, von der gleichnamigen Gärtnerei, erklärten uns auf charmante Weise wie einfach und kostengünstig wirkungsvoll Blumen arrangiert werden können. Mit diesen wunderschönen Gestecken schmückten wir anschließend unsere Pfarrkirche St. Martin (derzeit innen komplett eingerüstet) zu ihrem Patrozinium am 10.11.2024.Die Tannheimer Kirchenbesucher waren von der ganzen Dekoration begeistert
Katholisch und weltoffen - Gedenken an die verstorbenen Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates Biberach
„Herr mach uns stark, im Mut der Dich bekennt“ – mit diesem feierlich gesungenen Lied begann der Gottesdienst zum Kapiteljahrtag des Dekanats Biberach in der Marienkirche in Laupheim. Einmal im Jahr gedenkt das Dekanat allen verstorbenen Seelsorgerinnen und Seelsorgern der letzten Jahre.
„Wir gehen weiter auf den Spuren der Menschen, die in unserem Dekanat gewirkt haben. Wir waren und sind mit ihnen verbunden“ führte Dekan Stefan Ruf zu Beginn in den Gottesdienst ein. Nach der Lesung aus den Paulusbriefen, vorgetragen von Dekanatsreferent Robert Gerner, erinnerte der gastgebende Pfarrer Alexander Herrmann in seiner Predigt an Menschen, die das Dekanat nachhaltig geprägt haben. Ein Beispiel ist die Ordensschwester und Künstlerin Sigmunda May aus Sießen, die um 1970, also unmittelbar nach dem 2.Vatikanischen Konzil, den Kirchenraum der Marienkirche in Laupheim als Gesamtkonzept konzipiert hat. Es war ihr wichtig Aufbruch und Durchbruch der Kirche, der im zweiten Vatikanum der Weg bereitet wurde, auch im Kirchenraum erkennbar werden zu lassen. Die an oberschwäbischen Barock gewöhnten Kirchenbesucher wurden so an den modernen Kirchenraum der Laupheimer Marienkirche herangeführt. Hier schlug der Prediger den Bogen zu einer weiteren wichtigen Gestalt der nachkonziliaren Zeit: Alfons Auer, Moraltheologe und Namensgeber des Dekanatshauses in Biberach, legte in seiner Theologie die gleichen gedanklichen Grundlagen. „Leben ist ein fließender Prozess und von Durchbruch und Aufbruch bestimmt“ – so sind die Gedanken von Alfons Auer auch für die Anliegen der heutigen Kirche ein Maßstab.
Die Wechselwirkung von Kirche und Gesellschaft ist zu jeder Zeit wichtig und in der heutigen Zeit nach wie vor aktuell. Alexander Herrmann ermutigte die Zuhörer zu einer weltoffenen Katholizität, um als Seelsorgerinnen und Seelsorger einen Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. „Leben ist grenzenlos, und kommt an seinem Ende in seine Vollendung in Gott“ so sein Schlusswort, in dem der Kreis zum Gedenken an die Verstorbenen des Dekanates geschlossen wurde.
Auch das Fürbittgebet, vorgetragen vom Gewählten Vorsitzenden des Dekanats Albert Diesch, brachte die Intention des Gottesdienstes zum Ausdruck „Wir beten für alle, die in unserem Dekanat seelsorgerlich tätig sind: Erhalte sie in deiner Liebe, bewahre ihnen deinen Frieden und begleite sie in deinem Segen!“. Die nachdenklichen Klänge der Orgel, gespielt von Dekanatskirchenmusikerin Naho Kobayashi rundeten den Gottesdienst ab.
Bericht von Edith Fuchs
"Die frohe Botschaft gibt uns Orientierung"
Der künftige Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, blickt positiv auf die Zukunft der Kirche. Trotz aller Austrittswellen ist er überzeugt: „Letztlich geht es um die qualitative Präsenz von Kirche in der Gesellschaft und die muss nicht abnehmen.“
Ein Interview mit dem neuen Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart von Gabriel Kords und Ludger Möllers.
Lesen Sie den vollständigen Text in der Schwäbischen Zeitung
Kirchengemeinde Maselheim weiht "Haus der Kirche" ein
Die katholische Kirchengemeinde Maselheim hat ihr Pfarrhaus saniert und durch einen Anbau erweitert. Die Außenanlage wurde neu gestaltet, Jetzt hat das Haus einen barrierefreien Zugang.
Lesen Sie mehr dazu in dem Bericht von Birgit van Laak in der Schwäbischen Zeitung
Ochsenhausen hat wieder einen Pfarrer
Dass Ochsenhausen wieder einen neuen Pfarrer bekommt, war schon seit Ende Juni bekannt. Am vergangenen Sonntag wurde Pfarrer Michael Schönball in einem feierlichen Gottesdienst ins Amt eingeführt.
Lesen Sie mehr dazu im Bericht von Karin Kobsa in der Schwäbischen Zeitung
Weitere Informationen erhalten Sie im Bericht von Markus Waggershauser
Botschaften für die Nachwelt
Die Zeitkapsel, die im Juli in Achstetten gefunden wurde, ist wieder zurück auf dem Kirchturm. Neben den alten Erinnerungsstücken sind nun auch Zeitzeugnisse von heute darin.
Zum Dienst am Menschen berufen - Einführung der neuen Krankenhausseelsorgerin in einem feierlichen Gottesdienst
„Wir sind froh und dankbar, dass Sie sich für diese Stelle beworben und diesen Dienst mit Freude seit einigen Wochen bereits übernommen haben. Als Seelsorgerin sind Sie eine wichtige und geschätzte Ansprechpartnerin für kranke Menschen und für deren Angehörige“, begrüßte Dekan Stefan Ruf am Sonntagabend die neue Klinikseelsorgerin der Sana-Klinik Schwester Dorothea Piorkowski zur feierlichen Amtseinführung in der voll besetzten Martinkirche.
Mit dabei waren Würdenträger der Diözese und der Vinzentinerinnen vom Kloster Untermachtal, Offizial Thomas Weißhaar, Spiritual Udo Herrmann, sowie der künftige Kollege Diakon Willy Schillinger. Ebenso zu Gast waren viele Ordensfrauen aus dem Kloster Untermarchtal, allen voran Generaloberin Schwester Elisabeth Halbmann.
„Da wohnt ein Sehen tief in uns, nach Glück, nach Liebe, wie nur Du sie gibst…“ erschallte das erste Leid, gleichsam als Motto für den ganzen Gottesdienst. Ungewöhnlich für Biberach war die selbstverständliche Anwesenheit der jungen Schwester im Altarraum. Souverän und selbstverständlich antwortete sie auf die Fragen zur Amtseinführung. Dekan Ruf überreicht ihr symbolisch das Licht Christi und eine Bibel. In ihrer anschließenden Predigt zur Bibelstelle des blinden Bartimäus entführte sie die Zuhörer zunächst in der Realität zur Zeit Jesu um danach die Bedeutung der Szene für uns heute zu hinterfragen. „Wann nehmen wir das Leid eines anderen wahr? Wann hören wir hin? Wann schauen wir weg?“, fragte sie die Gottesdienstbesucher und bezog sich selbst mit ein.
Hier knüpfte in seinem späteren Grußwort der evangelische Krankenhausseelsorger Erich Schäfer an. „Wir haben als Krankenhausseelsorger einen schönen Beruf – denn wir haben so viel Zeit für die Menschen, wie sie brauchen“. Ökumenisch kollegial begrüßte er die neue Mitstreiterin in der Sana-Klinik und machte den Zuhörern zugleich klar, dass in der Krankenhausseelsorge immer zugleich auch die Kirche in ihrer Fürsorge für die Menschen sichtbar wird.
Dekanatsreferent Robert Gerner und der Vorsitzende des Dekanatsrates Albert Diesch brachten in ihrem Grußwort die Freude zum Ausdruck, dass mit dem Amtsantritt von Schwester Dorothea Piorkowski eine lang vakante wichtige Stelle in der Seelsorge des katholischen Dekanats wieder besetzt ist. Augenzwinkernd überreichte Robert Gerner eine Medikamentenschachtel mit Psalmol – Segenwünsche für jede Lebenslage. Dies wird Schwester Dorothea sicher gut gebrauchen können.
Senioren-Wallfahrtsgottesdienst im Münster des Klosters Heiligkreuztal ein Bericht von Renate Gleisner
Auf Einladung des Forums Kath. Seniorenarbeit feierten die Senioren der Dekanate Biberach und Saulgau im Oktober den zweijährig stattfindenden Senioren-Wallfahrtsgottesdienst im Münster des Klosters Heiligkreuztal. Zelebrant und Prediger war Monsignore Heinrich-Maria Burkhard, der geistliche Leiter des Klosters. Der Gottesdienst stand unter dem Thema „Sich aufeinander einlassen“. Die Referentin für Seniorenpastoral, Renate Fuchs, Monsignore Burkhard und einige Mitglieder des Forums hatten den Gottesdienst mit zum Thema passenden Texten und Liedern vorbereitet. Im Mittelpunkt stand die Betrachtung der „Johannesminne“, Die musikalische Gestaltung des Wallfahrtsgottesdienstes hatte Dekanatskirchenmusiker Thomas Fischer aus Ochsenhausen übernommen.
Die Wallfahrer nutzten die Gelegenheit gerne, über die Kirche und ihre Geschichte Genaueres zu erfahren, bevor der feierliche Gottesdienst begann. .Monsignore Burkhard zeichnete ein anschauliches Bild vom Leben und der geistlichen Ausrichtung der Zisterzienserinnen, beides drückt sich auch in der Ausgestaltung des Münsters und in dem Andachtsbild der „Johannes-Minne“ aus, der bekannten Holzskulptur, die Anfang des 14. Jahrhunderts für die Ordensgemeinschaft geschaffen wurde. Die Anwesenden erfuhren auch von der langen und sehr wechselhaften Geschichte des Klosters und des Münsters. Das Andachtsbild der „Johannes-Minne“ will den Betrachter/die Betrachterin zu einem tieferen Verständnis anregen, was lieben heißt: innige, aus dem Herzen kommende Liebe, die damals als „Minne“ bezeichnet wurde. In seiner Predigt griff Herr Pfarrer Burkhard diese Gedanken wieder auf „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ die Worte des Evangelium aus dem Gottesdienst seien eine wichtige Zusage für die älteren Menschen, betonte der Prediger.
Das Andachtsbild der Johannes-Minne wolle ausdrücken „Ich biete dir meine Treue an und gebe dir festen Halt - finde Ruhe und Kraft an meinem Herzen, ich lasse mich ganz auf dich ein – lass du dich auch auf mich ein“. Pfarrer Burkhard verband damit die Frage an die Wallfahrer „Jesus, wie und wo bleibe ich mit dir in Verbindung - und kann ich diese religiöse Erfahrung an die kommenden Generationen weitergeben?“ „Wir brauchen einander, wir brauchen jemanden, mit dem wir das Leben teilen können. Es ist gut, wenn sich andere auf mich und ich mich auf andere einlassen kann.“ Für ältere, oft alleinlebende Menschen sei es ein wesentlicher Aspekt für ein gelingendes Dasein“ war der Appell des Predigers an die Wallfahrer. Zur Abrundung der Predigt erhielten die Wallfahrer eine Postkarte mit einem Bild der Johannes-Minne und einem Gebet. Aufmerksame Zuhörer hatte der Wallfahrtsprediger. Seine Predigt beendete er mit einem Lied zur Gitarre „Komm an mein Herz, das dich birgt und liebt“. Einen beeindruckenden Gottesdienst in einem besonderen Gotteshaus konnten die aus den beiden Dekanaten angereisten Seniorinnen und Senioren miteinander feiern. Renate Fuchs bedankte sich am Schluß bei allen Mitwirkenden und bei allen Mitfeiernden und wünschte allen eine gute Einkehr im Kloster oder in einem der ausgesuchten Lokale auf der Heimfahrt.
Bischofsweihe von Prälat Dr. Klaus Krämer am 1.Advent
Zwölf Monate nach dem Amtsverzicht von Gebhard Fürst im vergangenen Dezember tritt Klaus Krämer sein Amt als neuer Bischof des Bistums Rottenburg-Stuttgart an.
Rottenburg (KNA) Der neu ernannte Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, wird am 1. Dezember in sein Amt eingeführt. In dem Festgottesdienst im Rottenburger Dom wird der 60-jährige Theologe zum Bischof geweiht, wie das Bistum am Mittwoch mitteilte.
Krämer war vom Rottenburger Domkapitel gewählt und am 2. Oktober von Papst Franziskus zum Nachfolger von Bischof Gebhard Fürst ernannt worden. Fürst war im Dezember 2023 in den Ruhestand getreten. Krämer übernimmt die Leitung des drittgrößten deutschen Bistums mit rund 1,6 Millionen Katholiken. Von 2008 bis 2019 war er Präsident des Hilfswerks missio in Aachen sowie von 2010 bis 2019 Präsident des´Kindermissionswerks «Die Sternsinger».
Der Gottesdienst am 1. Dezember, dem 1. Advent, beginnt um 14.30 Uhr. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger wird Krämer zum Bischof weihen. Der Vatikanbotschafter in Deutschland, Nuntius Nikola Eterovic, werde dem neuen Bischof die Päpstliche Ernennungsbulle überreichen, hieß es. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Diözese zu einem Fest in den Park des Rottenburger Bischofshauses ein.





















































































