Verrückte Zeiten – Verrückte Ideen

Geistliches Wort von Gemeindereferent Robert Gerner - Seelsorgeeinheit St. Benedikt Ochsenhausen.

Ich bin ein Läufer!

Wenn mein Kopf „voll“ ist oder ich auf irgendeine Art gestresst bin, schnappe ich mir meine Turnschuhe, jogge los und spüre sofort die befreiende Wirkung. Nach einer Weile des Laufens komme ich innerlich zur Ruhe und es ergreift mich ein Gefühl von Dankbarkeit! Dankbarkeit für die wunderbare Natur, die mich umgibt – die herrliche Luft – die warme Sonne – den erfrischenden Regen – einfach für Gottes Schöpfung! In solchen Momenten fallen mir Gebete oder Texte für meine Andachten ein oder es entstehen in meinem Kopf die tollsten Ideen!

So auch zu Beginn des Shutdowns der Corona-Krise! Noch nie sind mir so viele Menschen beim Laufen begegnet, wie in dieser Zeit! Mir fielen die zahlreichen Gespräche ein, in denen mir die Leute von ihren Sorgen und Ängsten erzählten - gleichzeitig kamen mir aber auch die Fernsehbilder, über die Zustände und Maßnahmen anderer Länder in den Sinn und das Wort „Solidarität“, das mehr denn je durch die Medien geistert.

Schlägt man im Duden nach, so bedeutet Solidarität: „Zusammengehörigkeitsgefühl und das Eintreten füreinander“.

Fordert uns Jesus nicht genau dazu auf, wenn er sagt: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“!?

Unter diesem Aspekt der Nächstenliebe verzichten wir in dieser Pandemie, auf Dinge, die uns wichtig sind – auf soziale Kontakte, auf Hobbys usw. , weil die Solidarität mit den Kranken, den Schwachen, den „Alten“ - aber auch die Solidarität mit unseren europäischen Nachbarn noch weit wichtiger ist als unsere eigenen Bedürfnisse. Sie schützt uns, wie Pater Anselm Grün es formuliert, vor der Gefahr der Spaltung unserer Gesellschaft, unserer Staatengemeinschaft und der Welt.

Entstanden ist die Idee für einen ganz besonderen Lauf, einem virtuellen Lauf, mit dem wir unsere Solidarität gegenüber unseren Mitmenschen in Europa bezeugen aber auch durch gemeinsame Gebete unsere eigenen Ängste und Sorgen vor Gott bringen wollen – die Idee von: „Lauf und Ge(h)bet für Europa“

Ich würde mich freuen, wenn ich durch diesen Artikel, viele Menschen begeistern könnte, bei diesem Lauf mitzumachen, bei diesem großen Gemeinschaftsprojekt dabeizusein, um Solidarität zu zeigen und die mutmachende Botschaft Jesu Christi in die Welt zu tragen:

„Hört nicht auf zu beten! Ich, der „Ich-bin-da“, lasse euch nicht allein“

Ihr Robert Gerner (Gemeindereferent und Läufer)

Nähere Informationen zu dem „Lauf und Ge(h)bet für Europa“ finden Sie unter:

www.st-benedikt-ochsenhausen.de