Seelsorgeeinheit Ochsenhausen feiert Benediktusfest

OCHSENHAUSEN - Dr. Notker Wolf, ehemaliger Abtprimas der Benediktiner, war Festprediger beim Benediktusfest. In der vollbesetzen Klosterkirche mit 35 Fahnenabordnungen der Vereine und Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit wurde der Festgottesdienst gefeiert. Den festlichen musikalischen Rahmen bildete die eigens für Ochsenhausen komponierte Benediktusmesse von Gregor Simon. Der Kirchenchor unterstützt von Projektsängerinnen und –sängern sang die Orchsestermesse unter der Leitung von Dekanatskirchenmusiker Thomas Fischer, der Komponist saß selbst an der Orgel.

Dekan Sigmund Schänzle begrüßte alle Gottesdienstbesucher, insbesondere den Festprediger Dr. Notker Wolf und auf Italienisch die Delegation der italienischen Partnerstadt Subiaco von Ochsenhausen. So gab es im Gottesdienst immer wieder italienische Elemente, was dem Benediktusfest vom Wesen auch entsprach. Denn „Benedikt ist der Patron Europas. Für diesen Geist und die Einheit wollen wir in diesem Gottesdienst beten und bitten.“, so Dekan Schänzle.

In seiner Predigt entfaltete Dr. Notker Wolf verschiedene Gedanken zum Heiligen Benedikt und was diesen zum Patron Europas gemacht hat. „Benedikt wollte eigentlich nichts Besonderes. Er stellte Regeln im Sinne des Evangeliums auf.[…] zur Humanisierung der Menschen“, so der ehemalige Abtprimas. „Gutes tun ; Den Frieden suchen und ihm nachjagen; Die Jungen sollen die Alten ehren und die Alten die Jungen lieben; Man soll den Kranken dienen, als ob man Christus selbst dient, aber die Kranken sollen sich dessen bewusst sein und nicht zu hohe Ansprüche stellen“, zählte er verschiedene Regeln des Heiligen Benedikt auf und stellte damit aber auch kritisch fest, dass manches im heutigen Europa im Ungleichgewicht ist. Dr. Wolf bezeichnete die heutige Gesellschaft als „Anspruchsgesellschaft“. „Wir meinen immer der Staat muss herhalten, aber wir müssen auch herhalten.“, Ebenso sieht Wolf es kritisch, dass scheinbar keine Fehler mehr erlaubt sind. So werde bspw. bei Bürgermeisterkandidaten nach Fehlern gesucht und gesucht, um diesen möglichst schlecht zu machen. „Das ist eine unmögliches Verhalten und eine gnadenlose Gesellschaft. Wir wollen alles perfekt machen, aber da bleibt so viel Menschliches auf der Strecke“ Er betont weiter: „Die Art wie wir miteinander umgehen-  das Zuvorkommende - ist das Christliche, das Europa ausmacht. Die Kirche hat dafür, laut Wolf, eine sehr wichtige Aufgabe: „Sie ist bzw./war in den letzten Jahren eine menschliche Kirche im negativen, aber die Kirche muss eine menschliche Kirche im positiven sein.“ „Wir brauchen das Herz wieder in unserer Gesellschaft!“, forderte Wolf und bat: „Möge Gott unser Herz aus Stein nehmen und ein Herz aus Fleisch geben!“. Zum Abschluss wandte sich der ehemalige Abtprimas an die Delegation aus Subiaco auf Italienisch zu.

 

Dekan Schänzle bedankte sich zum Abschluss des Gottesdienstes bei allen Mitwirkenden. Er überreichte Dr. Wolf zum Dank eine Benediktusplakette und lud alle zum anschließenden Stehempfang im Klosterhof ein.

 

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