OHU - OHU

Dekan Sigmund Schänzle feierte am Fasnetssonntag in der Basilika Ochsenhausen die Hästrägermesse und hielt dazu seine Predigt in Reimform.

Dekan Sigmund Schänzle Foto: Christian Rueß

Fasnet in der Pandemie,
feiern, ja, doch aber wie?
Die KGO, die ist sehr vive,
und vielseitig kreativ:
Prunksitzung per Internet,
wenn es jetzt nicht anders geht,
Fasnet im Familienkreise,
feiern geht auf diese Weise,
Masken sind ja eh schon Pflicht,
FFP-Roale ist in Sicht,
der Nachtumzug, der fiel schon aus,
dann feiern eben wir zuhaus.

Die Fasnetszeitung, wie gewohnt,
zu lesen sie, wie immer lohnt.
Narrhalla Kapf mal nicht erbebt,
Konfetti nicht in Lüften schwebt,
sich in Bescheidenheit zu üben,
die Fasnetslaune kann nicht trüben.
Der Prinz, der Herold und der Bauer,
schon lange liegen auf der Lauer,
um die bunte Narrenschar,
zu führen in dem Krisenjahr.

Ich stelle fest, ganz unbenommen,
Freude will nicht recht aufkommen,
das Virus hemmt die Fasntesseele,
und trocken bleibt so manche Kehle.

OHU, so klingt es fast verstohlen,
das Häs wir trotzdem raus tun holen,
mit Freude lasst Euch erst Mal impfen,
und nicht nur nach oben schimpfen.

„Schlagt Sorgen beherzt in Stücke,
zum Sturm auf die Narrenbrücke“,
so heißt das Motto dieses Jahr,
ermutigt uns und das fürwahr.
Lasst Euch nicht einfach unterkriegen,
das Virus können wir besiegen,
liegt nicht nur an der Impfverwaltung,
sondern auch an Geisteshaltung!
Kappenbrüder, Elferrat,
helfen hier mit Rat und Tat.
Sterngucker und Prinzengarde,
geben unsrer Fasnet Farbe!
Die Roale und die Rankenweibchen,
sind ein hoffnungsstarkes Zeichen,
dass wir nicht lassen uns hier lähmen,
und tun die Fasnet uns vergrämen.
Der Freude gute Portion,
ist die beste Injektion.

Dort beim „Adler“ in der Nähe,
ich so oft mit Sorge sehe,
was da in manchen Scheiben klebt,
meinem Geist gar widerstrebt.
Ein armer Mensch ist der das macht,
nicht Mal ein Narr darüber lacht.

Wir singen in dem frommen Lied,
das allseits ist gar sehr beliebt:
„Er, der deine Haare zählet“,
sodass ihm auch nicht eines fehlet (GL 844,6),
lieber Gott, Dich nicht beneide,
die zu zählen hier und heute!
Hat das Haupt auch manche Lücke, …
diesmal braucht es null Perücke,
der Haarschopf ist ganz schön und lang,
dem Frisör, dem wird’s schon bang,
wen er im März tut Scheren schleifen,
dann kann er in das Volle greifen.
So mancher schon erwartet’s kaum,
bis kommt „CORONA-Locke-down“.

Der Himmel hängt nicht voller Geigen,
das ist diesen Krisen eigen,
doch heut‘ erfreut Musik, Gesang,
von dem Team „Kapellenklang“,
wenn wir nicht dürfen selber singen,
sie bringen es für uns zum Klingen.
Wir danken Euch von ganzem Herzen,
so können wir schon was verschmerzen.

Und die bunte Narrenschar,
die hier versammelt Jahr für Jahr,
zeigt, dass wir sind sehr gut getragen,
trotz aller Sorgen, aller Plagen,
den Glauben feiern, das mit Freude,
das machen wir auch deutlich heute.
Gereimte Predigt, das mit Witz,
hat hier immer festen Sitz.
Des Pfarrers Worte schnell verhallen,
doch wieder ist was weggefallen,
mit kleinen, überlegten Scherzen,
da können wir noch was verschmerzen.

Lenken wir an diesem Ort,
nun unsren Blick auf Gottes Wort.
Beulen von dem Fuß zum Kopf,
da hockt er da, der arme Tropf,
vom Aussatz möcht‘ er werden frei,
und als Jesus kam vorbei,
da heilt ihn unser Herre Christ,
gemeinschaftsfähig wieder ist.
„Hab‘ Vertrauen, guter Mann,“
sagt ihm Jesus Christus dann,
„dein Glaube alles kann erreichen,
dass sogar die Beulen weichen.
So manche andre Lebensbeule,
und Pessimisten Rumgeheule,
will ich heilen immerdar,
mit Güt‘ und Liebe Jahr für Jahr.“

Und die Moral von der Geschicht‘,
vertraue und verzage nicht!
Lasst Euch von der Hoffnung leiten,
dann kommen wieder bessre Zeiten.

Bleibt in Eurem Glauben stark,
alles andre wäre Quark,
gemeinsam wir die Krise meistern,
widerstehen bösen Geistern,
die auch in der Pandemie,
zu Tage treten da und hie.
Mit Zuversicht und Gottvertrauen,
werden wir die Zukunft bauen.

Covid-19 macht es nötig,
dass die Predigt bald ischd fetig!
Allen, die heut‘ wiederkamen,
sag ich jetzt ganz schnell das AMEN.

Nach der Predigt:

Unsern Impfstoff H2O,
gibt es nirgends anderswo.
Wasser, das von mir geweiht,
wird jetzt über Euch verstreut.
Nein, das ist kein Fasnetsscherz,
stärken soll‘s Euch Euer Herz!
An die Taufe soll’s erinnern,
stärken Euch in Eurem Innern.
So ruf ich Euch jetzt allen zu:
Bleibt hoffnungsstark: OHU, OHU!