Ochsenhausen und Biberach erhalten Ökumenepreis

Die Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinden Biberach und Ochsenhausen erhalten für ihr beispielhaftes Miteinander den 7. Ökumenepreis der Unità Dei Cristiani.

v.l. Bischof Dr. Gebhard Fürst, Pfarrer Ulrich Heinzelmann, Pfarrer Dr. Paul Odoeme, Dekan Hellger Koepff, Dekan Sigmund F.J. Schänzle, Pfarrer Jörg Schwarz, Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July, Präsident der Unità Dei Cristiani Max Semler, Vizepräsident Kurt Frey.

OCHSENHAUSEN – Max Semler, Präsident der Unità Dei Cristiani, konnte viele Gäste im Bibliotheksaal des Klosters Ochsenhausen zur Verleihung des Ökumenepreises begrüßen. Bei dem mit 10000 Euro dotierten Preis werden Menschen und Institutionen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Ökuemene und das Miteinander der Konfessionen einsetzen. So haben bspw. die Brüder von Taizé 2010 oder die ökumenische Notfallseelsorge 2012 diesen Preis erhalten. 2018 erhalten nun die Kirchengemeinden in Ochsenhausen und Biberach den Preis, da sie „seit vielen Jahren im Sinne der ‚Charta Oekumenica‘ zusammenarbeiten“, so Semler.

Werner-Lutz Keil, ehrenamtlicher  Vertreter des Oberbürgermeisters Norbert Zeidler der Stadt Biberach, erinnerte in seiner Begrüßung an den ökumenischen Bußgottesdienst im Simultaneum Biberach mit Bischof Dr. Gebhard Fürst und Landesbischof Dr. h.c. Frank-Otfried July im März 2017. „Der Gottesdienst hat Mut gemacht, weiter zu suchen und weiter an der Ökumene zu arbeiten“, so Keil.

„Ökumene sollte nicht die Ausnahme, sondern Gewohnheit werden!“, zitierte Kurt Frey, den evangelischen Pfarrer von Biberach Ulrich Heinzelmann, in seiner Laudatio für die Preisträger und unterstrich dabei die sehr vielen gemeinsamen Aktivitäten in Biberach und Ochsenhausen. „Einheit in Vielfalt ist ein Fernziel und wenn alle Kirchengemeinden wie in Ochsenhausen und Biberach so zusammenarbeiten würden, würde es nicht nur Schrittchenweise sondern in großen Schritten vorwärts gehen.“, betonte Frey. „Wir von der Unità Dei Crisitani verneigen uns vor Ihren Aktivitäten.“, schloss Frey seine Laudatio ab.

Bischof Dr. Gebhard Fürst und Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July überreichten den Preis und einen Scheck an Pfarrer Ulrich Heinzelmann und Dekan Hellger Koepff als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde Biberach und an Pfarrer Dr. Paul Odoeme als Vertreter der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin in Biberach. Für die katholische Kirchengemeinde Ochsenhausen nahm Dekan Sigmund F.J. Schänzle und für das evangelische Pendant Pfarrer Jörg Schwarz den Preis entgegen.

„Wir sind nicht ökumenisch sondern simultan“, eröffnete Dekan Hellger Koepff seine Dankesworte und ergänzte: „Ökumenisch Kirche im Simulateneum gestalten, heißt Ökumene im Alltag in der Sorge um das gemeinsame Dach.“ Er bedankte sich hier in besonderer Weise auch nochmals bei Pfarrer Ulrich Heinzelmann und den kürzlich verabschiedeten Pfarrer Kaspar Baumgärtner, welche die alltägliche Ökumene gelebt und das in die Stadt ausgestrahlt haben.

Dekan Sigmund F.J. Schänzle fragt rhetorisch zu Beginn seiner Dankesworte: „Wer hätte das vor 50 Jahren gedacht, dass ein katholischer Pfarrer beim Reformationstag predigt[…] oder dass eine Frau, eine Prälatin (Wulz), beim traditionellen Georgsritt die Festpredigt hält?“ Er unterstreicht damit, dass man sich auf einem guten Weg des Miteinanders befinde. Dabei schildert er in einer Anekdote, dass Pfarrer Jörg Schwarz sein Nachbar sei und die beiden Häuser mit einem „Grasweg der Ökumene“ verbunden sind. Vor diesem Weg steht ein Schild: „Privatweg – Begehen auf eigene Gefahr“. „Diese Gefahr gehen wir gerne ein.“ Betonte Dekan Schänzle und bedankte sich bei den vielen Menschen, die sich am Ort in und für die Ökumene engagieren. Pfarrer Schwarz und er hatten dann noch eine Überraschung dabei und überreichten den Bischöfen, dem Präsidium der Unità Dei Crisitiani und den Kollegen aus Biberach eine extra gegossene Bronzeplakette mit dem Schiff als Zeichen der Ökumene.

Im Anschluss an die Preisverleihung diskutierten bei einem Podiumsgespräch Bischof Dr. Gebhard Fürst und Landesbischof  Dr. h.c. Frank Otfried July, moderiert von Dr. Hendrik Groth über den Stand des Miteinanders der Konfessionen und der Ökumene. Im gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst in der Klosterkirche wurde der Tag abgerundet.

 

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