Neuer Betriebsseelsorger hat seinen Dienst aufgenommen

BIBERACH – Seit Januar ist Michael Brugger (31) neuer Betriebsseelsorger in Ulm. Er ist auch zuständig für die Dekanate Biberach und Saulgau. Brugger ist die Region nicht fremd: Er ist in Hörenhausen bei Schwendi aufgewachsen und hat nach dem Abitur in Biberach einen Zivildienst in Peru gemacht. Danach studierte er in Tübingen, Frankfurt, Santiago de Chile und Stuttgart katholische Theologie und Sozialwissenschaften. Nach dem Studium war Brugger als Bildungsreferent bei der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) tätig.

Michael Brugger (l) und Roland Fritzenschaft (r)

In dieser Tätigkeit kam er auch mit der Betriebsseelsorge in Berührung. Aufgewachsen in Oberschwaben sei er aber noch nie um das Thema Arbeit herumgekommen. „Schaffa isch a Arbad hieß es immer und so hat Arbeit in den verschiedensten Formen schon von Jugend an mein Leben geprägt. Mein Theologie-Studium war geleitet von der Frage, wie wir Gottes Botschaft von Befreiung und Leben hier und jetzt leben und verkünden. Eine Erkenntnis war: Das geht nur durch die gleichzeitige Beziehung zu einzelnen Menschen und die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen. Es braucht Nächstenliebe und Solidarität“, erzählt Burgger. Seelsorge und politisches Engagement mit Menschen in der Arbeitswelt für Würde und Gerechtigkeit, das seien die Aufgabe der Betriebsseelsorge.

Brugger möchte auf Menschen zugehen, in Kontakt mit Betriebsräten und Mitarbeitenden sein und Menschen mit Problemen am Arbeitsplatz beraten. Brugger ergänzt „Und ein Betriebsseelsorger erhebt Stimme, wenn die Art und Weise wie wir leben und arbeiten vom Leben wegführt und Menschen mit und ohne Arbeit ausgebeutet werden oder leiden.“

Die Kirchen müssen mit der Seelsorge nah an den Menschen und ihren Fragen sein. Brugger ist überzeugt: „Wenn die Menschen hauptsächlich bei der Arbeit sind, müssen wir mit unserer Frohen Botschaft dort hingehen, mitgehen und die Menschen abholen. Und wir müssen als Kirche Stellung beziehen, wenn dem wirtschaftlichen Streben der Mensch, seine Würde und seine Zukunftschancen geopfert werden.“

In den Dekanaten Biberach und Saulgau wird Brugger zusammen mit Diakon Roland Fritzenschaft vom Netzwerk Betriebsseelsorge Kontakte zu den Betrieben und Betriebsräten suchen. Auch der Kreis betrieblicher Suchthelfer soll weiterhin unterstützt werden. „Vor allem geht es darum, die Situation kennen zu lernen und dann werde ich erst aktiv. Sehen –Urteilen – Handeln lautet der Grundsatz“, so Brugger.

Kerstin Leitschuh, Dekanatsreferentin