Habt Mut – ich bin da!

Seniorenwallfahrtsgottesdienst in Bad Schussenried

Abt Johannes Schaber OSB

BAD SCHUSSENRIED – Das Forum katholische Seniorenarbeit der Dekanate Biberach und Saulgau lud zum Seniorenwallfahrtsgottesdienst nach Bad Schussenried ein. Senioren aus beiden Dekanaten reisten teils mit Bussen an. Abt Johannes Schaber OSB von Ottobeuren hielt eine sehr ermutigende Festpredigt.

Mit Orgelklängen von Kirchenmusikdirektor Matthias Wolf wurden die vielen Seniorinnen und Senioren in der ehemaligen Klosterkirche empfangen. Vor Beginn des Gottesdienstes erläuterte Pfarrer Nicki Schaepen die St. Magnuskirche und ihre Besonderheiten.

Renate Gleinser, Sprecherin des Koordinierungsteams des Forums katholischer Seniorenarbeit, konnte neben den versammelten Seniorinnen und Senioren, Dekan Sigmund Schänzle, Diakon Günther Rahn, Pfarrer Nicki Schaepen und Abt Johhanes Schaber OSB begrüßen. „Es freut uns sehr, dass Sie mit unserer älteren Generation Gottesdienst feiern“, betonte Gleinser. Zusammen mit dem Koordinierungsteam wurde der Gottesdienst erarbeitet und unter das Thema „Habt Mut – Ich bin da“ gestellt. Frau Gleinser bedankte sich bei Kirchenmusikdirektor Wolf und den Männerchor Steinhausen-Muttensweiler für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.

„Fürchtet euch nicht.“

Abt Johannes Schaber machte in seiner Predigt deutlich, dass er hoffe, dass die Wallfahrer nach diesem Gottesdienst gestärkt und ermutigt wieder nach Hause fahren und für sich auch etwas mitnehmen. Er vertiefte dabei zunächst das Thema „Angst“ Laut dem Philosophen Martin Heidegger sei „die Angst eine Grundbefindlichkeit des Menschen.“ Schaber betont: „Viele Ängste begleiten uns durch das ganze Leben.“ Dabei stellt er aber auch fest, dass die Angst etwas Gutes hat: „Die Angst ist da, um uns vor Dummheiten zu bewahren.“ Dazu erzählte er einige Beispiele aus seinem und dem allgemeinen alltäglichen Leben, um das zu verdeutlichen. Er stellte aber auch fest, dass es Ängste gibt, die einschränken und bei denen man nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Ein erster Schritt ist aus Sicht von Schaber, sich der Angst zunächst einmal bewusst zu werden und sich ihr zu stellen. „Dazu gehört ein gewisser Mut“, so der Abt und erzählte dabei vom bekannten österreichischen Psychiater Viktor E. Frankl, der bis ins hohe Alter zum Bergsteigen gegangen ist, obwohl er Höhenangst hatte. Er wollte sich bewusst seinen Ängsten entgegenstellen. Abt Johannes Schaber ermutigte die Anwesenden, sich gegenseitig in der Angst beizustehen und ging dabei auf das Evangelium des Tages ein als Petrus bei Jesu Gang auf dem See selber aus Angst untergeht und Jesus ihn wieder aus dem Wasser zieht: “Was muss das für ein Gefühl, wenn man untergeht und spürt da trägt und hält mich jemand?“, so der Abt. Er betonte, dass der Name Gottes, der Mose im Dornbsusch geoffenbart wurde, Programm ist: „Ich bin der – Ich bin da!“. Abt Johannes Schaber betonte am Ende: „Die Angst nimmt einem keiner weg, das Leben bleibt schwer, aber wenn wir die Zuversicht haben, dass Gott bei uns ist, kann das helfen. Wenn du nicht mehr weiter kannst, ruf nach Hilfe. Vielleicht dürfen wir dann die Erfahrung machen, dass er bei uns ist.“ Die Seniorinnen und Senioren waren spürbar durch die Worte des Abts angetan und applaudierten ihm am Ende.

Neue Arbeitsordnung des Forums katholischer Seniorenarbeit

Am Ende des Gottesdienstes wurden Ursula Diesch und Kunigunde Übelhör von Renate Gleinser aus dem Koordinierungsteams des Forums katholischer Seniorenarbeit verabschiedet. Renate Gleinser bedankte sich sehr für ihren Einsatz.

Dekan Sigmund Schänzle bedankte sich zum Schluss im Namen des Dekanats beim Vorbereitungsteam und beim Prediger für die ermutigenden Worte. Abt Johannes Schaber erteilte zum Schluss den Segen mit dem Magnusstab und wünschte einen guten Nachhauseweg. Im Anschluss unterhielt der Männergesangsverein Steinhausen-Muttensweiler die Wallfahrer auf dem Klosterhof mit ein paar Stücken.