Die Welt von Gott her verwandeln: 40. Sankt-Georgs-Ritt in Ochsenhausen

OCHSENHAUSEN – Mehrere hundert Reiter und Zuschauer kamen zum traditionellen Sankt-Georgs-Ritt nach Ochsenhausen. Er fand in diesem Jahr zum 40. Mal statt und stand unter dem Motto von Papst Franzskus „Laudato si. Die Sorge für das gemeinsame Haus.“ Festprediger war Bischof Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg.

Film vom Georgsritt von Kerstin und Marcus Leitschuh

„Danke für das Gebet, die Treue, das Festhalten am Bewährten und am Wort Gottes“ rief Bischof Voderholzer den Gläubigen im Festgottesdienst zu. Nur so sei es möglich in diesem Jahr bereits den 40. Sankt-Georgs-Ritt zu begehen. Er erläuterte in seiner Predigt, dass das Wort Bewahren mit Konservieren und konservativ zu tun habe. „Die ökologische Bewegung lehrt den Wert des Bewahrens – der Bewahrung der Schöpfung.“ Dies werde uns nur nachhaltig gelingen, wenn wir die Ehrfurcht vor dem Schöpfergott wieder gewinnen. Die päpstliche Enzyklika Laudato si sei deshalb mehr als ein verkapptes Wahlprogramm. Sie möchte den Glauben stärken und die Konsequenzen für das Leben aufzeigen. Besonders empfahl Voderholzer das Kapitel „Ökologische Erziehung und Spiritualität“. Jeder festliche katholische Gottesdienst sei ein Fest der Schöpfungsbejahung. Es nehme den ganzen Menschen in Anspruch und mache die Gaben der Schöpfung zum Medium. Voderholzer: „Als katholische Christen feiern wir mit Leib und Seele und sagen ja zum Menschen und zur Schöpfung.“

Im Sonntagsevangelium war die Rede davon, dass Jesus seinen Jüngern den Frieden zuspricht. „Die Sehnsucht nach Frieden erfüllt unsere Herzen“, so Bischof Voderholzer. Der wahre Friede sei ein Geschenk des Himmels. „Das bedeutet, dass er erbeten werden muss!“ Am Kreuz habe der Herr allen Hass der Welt austoben lassen ohne zurückzuschlagen. „Das Kreuz ist der Schlüssel des Friedens“, betonte der Festprediger aus Regensburg. Es müsse erkannt werden, dass das Kreuz ein Symbol für die Menschen sei, die die Welt von Gott her verwandeln, friedlicher und menschlicher machen wollen.

Nach dem Festgottesdienst zogen die Reiterinnen und Reiter begleitet von Musikkapellen durch Felder und Fluren bevor sie zur Reitermesse im Klosterhof wieder zusammen kamen.

Kerstin Leitschuh, Dekanatsreferentin