Die Frohe Botschaft steht in der Mitte

SCHEMMERHOFEN – Philipp Schröder, missio-Diözesanreferent, war im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zukunft der Kirche“ der Dekanate Biberach und Saulgau und der katholischen Erwachsenenbildung zu Gast im St. Anna-Haus in Schemmerhofen. Sein Thema lautete: „Von den Südkirchen lernen – Wie in anderen Teilen der Weltkirche Kirche entwickelt wird.“ Philipp Schröder konnte dabei vor allem von seinen Erlebnissen einer Studienreise auf die Philippinen berichten, in der es um kleine christliche Gemeinschaften ging.

Wolfgang Preiss-John, Leiter der katholischen Erwachsenenbildung und Philipp Schröder, missio-Diözesanreferent.

 „Das Wort Gottes, die Frohe Botschaft steht immer in der Mitte“, begann Philipp Schröder seine Ausführungen und berichtete, dass die kleinen christlichen Gemeinschaften auf den Philippinen alle ihre Sitzungen oder teilweise auch ihren Arbeitsalltag mit einem „Sharing“ beginnen, das in Deutschland auch unter dem Namen „Bibel teilen“ bekannt ist. Schröder lud deswegen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn ein, ebenfalls mit einem „sharing“ zu beginnen, einen Text aus dem Markusevangelium zu lesen und sich darüber auszutauschen.

Im Anschluss trug Schröder Zahlen der Weltkirche vor: „Die Katholikenzahl weltweit steigt immer noch. Während in Europa die Zahlen sinken, steigen sie vor allem in Afrika.“ Des Weiteren schilderte Schröder auch Zahlen zum Priestermangel. Während in Südamerika auf einen Priester 7200 Katholiken kommen und in Afrika einer auf 5000 Katholiken, sind es in Europa 1600 Katholiken pro Priester. „Es kann sein, dass in Südamerika oder Asien in manchen Gegenden der Pfarrer nur einmal im Jahr vorbei kommt, da braucht es einfach andere Modelle, dass Kirche funktioniert.“ Philipp Schröder stellte dabei das Modell der kleinen christlichen Gemeinschaften auf den Philippinen vor, bei denen es nicht „um eine Versorgungspastoral sondern um eine Kirche der Partizipation“ geht. 75 % der Diözesen dort gestalten Kirche nach diesem Modell. „Kirche ist eine Gemeinschaft von Gemeinschaften“, erläutert Schröder „dabei ist die ‚geteilte Vision‘ ganz zentral. Diese wird mit den Menschen entwickelt und nicht von oben für die Menschen.“ Diese Vision leitet das Handeln der jeweiligen Gemeinschaften vor Ort. „85 % der Menschen auf den Philippinen sind katholisch. Dieses Modell ist im Kontext des Landes zu sehen und nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar, dennoch können wir davon lernen.“, betont Philipp Schröder und diskutierte im Anschluss seines Vortrags mit den Besuchern darüber.

Wolfgang Preiss-John, Leiter der katholischen Erwachsenenbildung bedankte sich am Ende bei Philipp Schröder für seine Ausführungen: „Es wurde spürbar, dass Sie für die Sache brennen und gute Erfahrungen auf den Philippinen gemacht haben.“