Biberach hat einen neuen Pfarrer

BIBERACH – Stefan Ruf feierte seine Investitur in einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martinus. Dekan Sigmund F.J. Schänzle führte Pfarrer Ruf in sein neues Amt ein. Festliche Musik mit den Martinuschorknaben und dem Kirchenchor, sehr viele Ministranten, Fahnenabordnungen der Gemeinden und Gruppierungen und ein proppenvolles Simultaneum bildeten den festlichen Rahmen für einen sehr feierlichen Gottesdienst.

Dekan Sigmund Schänzle und Pfarrer Stefan Ruf

„Der ökumenische Weg ist hier in Biberach durch das Simultaneum schon vorgezeichnet“. Mit diesen Worten begrüßte Dekan Sigmund Schänzle, Stefan Ruf als neuen Pfarrer der Seelsorgeeinheit Biberach Stadt. „Wir wünschen Ihnen für diesen Weg, Gottes Segen und viele Menschen, die Sie begleiten, um das Reich Gottes Gestalt werden zu lassen.“, so Schänzle.

Investitur mit Symbolen und Handlungen

Mit einer Reihe von Symbolen und Handlungen wurde Stefan Ruf investiert. Rita Völkle, stellvertretende gewählte Vorsitzender des gemeinsamen Ausschusses der Seelsorgeeinheit, verlas den Gruß und das Ernennungsschreiben von Bischof Dr. Gebhard Fürst, in dem der Bischof die Gemeinden darum bittet: „Unterstützen Sie Ihren neuen Pfarrer durch Ihr Gebet und Ihr Engagement!“  

Dekan Schänzle bat im Anschluss das Pastoralteam und die gewählten Vorsitzenden der Kirchengemeinderäte nach vorne, um das Investiturversprechen von Stefan Ruf abzunehmen. Dieses Versprechen wurde mit dem Sprechen des großen Glaubensbekenntnisses durch Stefan Ruf verdeutlicht. Besiegelt wurde das Versprechen in dem Pfarrer, Pastoralteam und gewählte Vorsitzende die Hände übereinander legten. „Versprochen ist versprochen“, bekräftige Dekan Schänzle diese Geste.  

Im Anschluss führte Dekan Schänzle, Ruf auf seinen „Amtssitz“, den Stuhl des Pfarrers in der Kirche und bekräftige: „Biberach hat jetzt wieder einen Pfarrer.“, was mit großem Applaus gefeiert wurde.

Dekan Schänzle überreichte Pfarrer Ruf symbolisch einen Schlüssel, „für  alle Kirchen und Gebäude der Seelsorgeeinheit, aber vor allem zu den Herzen der Menschen.“

Im Anschluss überbrachten die Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden, der Kindergärten und des Pastoralteams Grüße und kleine Geschenke für ihren neuen Pfarrer.

Pfarrer Ruf bedankte sich für den herzlichen Empfang und für alles Gute, was er bisher erleben durfte. „Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit hier“, so Ruf und dankte besonders den Ministranten und den Martinuschroknaben, denn „ihr seid die Zukunft der Kirche!“

„Geist der Offenheit und Toleranz“

In seiner Predigt ging Stefan Ruf auf das Johannesevangelium von der Ehebrecherin ein und stellte sich die Frage, ob das ein gutes Evangelium für eine Investitur sei: „Ich bin froh und dankbar für dieses Evangelium. Es hält alles bereit was für die Gemeinden wichtig ist.“, so Pfarrer Ruf. Jesus zeige hier eine Richtschnur: „Wo Vergebung gelebt wird, entsteht Heimat für Menschen!“ Und Pfarrer Ruf sieht hier auch einen Kernpunkt seiner Aufgabe. Er möchte durch sein „DA-SEIN in den Gemeinden, Heimat schaffen in großer Gemeinschaft.“ Diese Gemeinschaft soll geprägt sein durch den „Geist der Offenheit und Toleranz.“ Mit einem Zitat aus dem Psalm 51 endete seine Predigt: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!“

Nach der Eucharistiefeier sprachen die evangelischen Kollegen Pfarrer Ulrich Heinzelmann und Dekan Hellger Koepff,  Oberbürgermeister Norbert Zeidler und Pastor Ansgar Haman Grußworte. Pfarrer Heinzelmann erzählte die Geschichte „Die Belehrung“ von Johann Peter Hebel. Dekan Koepff betonte, dass er „froh ist, dass beide Konfessionen tief in di DANN der Stadt eingewoben sind.“ und betonte: „in der heutigen Zeit tun wir gut daran, das gemeinsame zu betonen.“ OB Norbert Zeidler brachte seine große Freude zum Ausdruck und grüßte auch im Namen des Gemeinderats. Für ihn heißt es heute in Biberach „Habemus Papam“. Er sieht, dass Pfarrer und Bürgermeister ähnliche Aufgaben haben „den Menschen in Freud und Leid nahe zu sein.“ Und wünschte Pfarrer Ruf mit dem Text des Liedes von Klaus Peter Hertzsch einen guten Start: „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.“ Zeidler betonte mit einem zwinkernden Auge: „Wir sind zwar nicht das gelobte Land, aber wir in Biberach verstehen uns als Vorstufe.“

Dekan Schänzle dankte am Ende auch nochmals Pfarrer Dr. Paul Odoeme für seinen Dienst als Administrator in der Zeit der Vakanz, was mit großem Applaus von den Gemeinden gewürdigt wurde.

Dekan Schänzle überbrachte an Pfarrer Ruf noch ein kleines Geschenk, das sehr wichtig ist, um in Biberach Pfarrer zu sein: Eine CD mit dem Schützenlied „Sie haben nun 3 Monate Zeit, um dieses Lied auswendig zu lernen.“, so Schänzle.

Ruf bedankte sich am Ende des Gottesdienstes bei dem Pastoralteam, den Pfarramtssekretärinnen, den Mesnerinnen und Mesnern, den Chören und Kirchenmusikern, den Ministranten, dem Gesamtkirchenpflegern und allen die zu diesem schönen Gottesdienst und diesen herzlichen Empfang in Biberach beigetragen haben: „Ich werde versuchen ein Biberacher zu werden und fang gleich morgen an, das Schützenlied zu lernen!“

Nach dem Segen zogen die Fahnenabordnungen, Martinuschorknaben und Minis zusammen mit den Konzelebranten aus. Stefan Ruf durfte beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus noch viele, viele Hände schütteln und so viele erste Bekanntschaften in seiner neuen Seelsorgeeinheit machen.

Weitere Eindrücke des Investiturgottesdienstes finden Sie in der Bildergalerie.