75 Jahre Deportation von Sinti und Roma

Presseerklärung des Bündnisses für Demokratie Und Toleranz.

Das Logo des Bündnisses für Demokratie und Toleranz im Landkreis Biberach

Auch aus Oberschwaben wurden Sinti und Roma durch den nationalsozialistischen Machtapparat verschleppt. Am 15 März 1943 fand der erste und größte Abtransport statt. An die sog. Märzdeportation erinnert der Vorstand des Bündnisses für Demokratie und Toleranz im Landkreis Biberach zum 75. Jahrestag. Aus dem Landkreis Biberach wurden 15 Sinti und Roma zu Opfern gemacht: zwei aus Laupheim, zwei aus Biberach und elf aus Winterstettenstadt.

Aus dem Bereich des heutigen Baden-Württemberg waren es 456. Viele von ihnen wurden über den Stuttgarter Nordbahnhof in das Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau verschleppt. Insgesamt brachten die Nazis etwa 500.000 Sinti und Roma um. Die gegen sie verübten Verbrechen wurden nach Kriegsende lange nicht anerkannt und deren Entschädigung verzögert. Bis heute leiden Sinti und Roma unter Ausgrenzung und Diskriminierung.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz im Landkreis Biberach nimmt mit Scham zur Kenntnis, dass das Leid der Sinti und Roma gegenüber dem Gedenken an die jüdischen Opfer sowie die Euthanasieopfer in Vergessenheit geraten ist. Der Jahrestag bleibt mahnende Erinnerung, jeder Ausgrenzung und Stigmatisierung von Menschen, die scheinbar anders sind, zu wehren.

In Stuttgart findet am 15. März ein zentrale Gedenkveranstaltung mit ökumenischem Gottesdienst (14.00 Uhr in der Stiftskirche) und einer Gedenkstunde an der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ am Stuttgarter Nordbahnhof (Otto-Umfrid-Straße, 16.00 Uhr) statt. Dort wird der deportierten Sinti und Roma gedacht und ihre Namen werden verlesen.

Info:
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz im Landkreis Biberach ist ein loser Zusammenschluss von derzeit rund 60 Organisationen und Einzelmitgliedern aus dem ganzen Landkreis. Gegründet im Mai 2017 setzt es sich für eine Stärkung der freiheitlichen Demokratie ein.
Zum Vorstand gehören:
Cornelia Furtwängler, Andreas Heinzel, Herbert Kasperek, Dekan Hellger Koepff,
Dekan Sigmund F.J. Schänzle, Landrat Dr. Heiko Schmid und Andreas Schirrmeister.